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Geldkarte ist die Bezeichnung für eine elektronische Geldbörse in Deutschland.

Laden


Es gibt zwei Arten von Geldkarten:

Eine Girokonto-bezogene Geldkarte kann an vielen Geldautomaten und an separaten Ladeterminals aufgeladen werden. Das zugehörige Girokonto wird dabei mit dem gewählten Betrag belastet. Zum Teil sind Maestro-Karten- und Geldkartenfunktionalität auf einer Karte integriert.

  • Die kontoungebundene Geldkarte.
Dies ist eine Chipkarte im Standard-Scheckkartenformat ohne weitere Zahlungsfunktionen. Die Karte kann gegen Bargeld am Bankschalter aufgeladen werden. Es existieren auch Ladeterminals mit zwei Kartenschlitzen, an denen man eine kontoungebundene Geldkarte gegen eine Maestro-Karte aufladen kann. Beim Aufladen erfolgt eine Verfügung vom Girokonto wie bei einem Geldautomaten, das Geld wird aber nicht bar ausgegeben, sondern auf den Geldchip geladen.

Eine Geldkarte kann gegenwärtig mit maximal 200 EUR aufgeladen werden. Im statistischen Durchschnitt werden zurzeit ca. 26 EUR geladen.

Bezahlen


Zum Bezahlen führt der Kunde seine Geldkarte in den Verkaufsautomaten bzw. das Zahlungsterminal des Händlers ein und bestätigt ggf. den angezeigten Zahlbetrag durch Drücken einer bestimmten Taste. Dann wird der Betrag vom Guthaben auf der Geldkarte abgezogen und dem Konto des Automatenbetreibers bzw. des Händlers unter Abzug einer Gebühr von 0,3 % (mind 0,01 EUR) gutgeschrieben.

Der durchschnittliche Zahlbetrag beträgt zurzeit 2,35 EUR. GeldKarte - "Lade- und Bezahlbeträge"

Bezahlt werden kann mit der Geldkarte bei jedem Akzeptanzpartner, der mit einem Zahlungsprovider einen Vertrag zur Akzeptanz der Geldkarte geschlossen hat. Der Händler erhält dazu eine Händlerkarte, die als physisches Gegenstück zur Geldkarte oder als Softwareschlüssel in das Zahlungsterminal integriert wird.

Jeder Zahlvorgang geschieht offline, erst beim Kassenabschluss des Zahlungsterminals werden die Daten zum Zahlungsprovider des Händlers übertragen. Bei einer Evidenzzentrale wird für jede Geldkarte ein Schattenkonto geführt. Auf diesem Konto lassen sich 6 Jahre lang alle Zahlungen nachvollziehen. Die Bezahlung erfolgt allerdings in der Praxis anonym, da die Händlerdaten von den Kartendaten physisch getrennt verarbeitet werden. Ein Abgleich ist nur mit gerichtlicher Erlaubnis (z.B. im Zuge eines Strafverfahrens) möglich; derartige Fälle sind aus der Praxis bislang nicht bekannt.

Eine Authentifizierung des Geldkarten-Inhabers gegenüber dem Händler bzw. am Zahlungsterminal findet nicht statt. Daher ist wie beim Verlust einer konventionellen Geldbörse auch bei der elektronischen Geldbörse kein Ersatz möglich. Jeder Finder kann mit der gefundenen Geldkarte zahlen.

Der Vorteil der Geldkarte wird darin gesehen, dass man sich weniger mit Kleingeld abgeben muss. Der Vorteil gegenüber der Zahlung per Kreditkarte oder der Maestrokarte im POS- oder POZ-Verfahren besteht darin, dass der zeitaufwändige Vorgang der Identifizierung durch Ausdrucken eines zweiten Beleges, Eintippen der Geheimzahl und Unterschriftvergleich entfällt. Außerdem wird die Abrechnung von Kleinbeträgen mit Hilfe von Karten durch die relativ geringen Kosten für den Handel attraktiv.

Die Zahl der Akzeptanzstellen steigt beständig an und liegt derzeit bei ca. 250.000. Als Nachteil wird von Nutzern angeführt, dass sie keinen Überblick über die Ausgaben und das verbliebene Restguthaben auf dem Chip haben. Die meisten Verkaufsautomaten und Händlerterminals zeigen jedoch den Restsaldo nach Bezahlung an.

Datenchip


Auf dem Geldkarten-Chip können noch weitere Daten abgelegt werden, die z.B. zur Zugangskontrolle oder zur Alterskontrolle verwendet werden kann.

Ab dem 1. Januar 2007 können Zigaretten an Automaten nur gekauft werden, wenn mit der Geldkarte nachgewiesen wird, dass der Inhaber mindestens 16 Jahre alt ist. Bei Geldkarten-Inhabern über 18 ist im Geldkarten-Chip automatisch gespeichert, dass sie volljährig sind, aus Datenschutzgründen jedoch nicht das Geburtsdatum. Nicht-Volljährige können auf Antrag und mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten das Datum in verschlüsselter Form einspeichern lassen, an dem sie volljährig werden. Daraus kann der Zigarettenautomat berechnen, ob der Inhaber bereits 16 Jahre alt ist, was das Jugendschutzgesetz seit der Änderung vom 21. Juni 2002 vorschreibt.

Dadurch, dass eine Anzahl von Lade- bzw. Bezahlvorgängen auf dem Chip gespeichert werden können, lässt er sich auch als „Elektronischen Beleg“ verwenden, z. B. als Fahrkarte. Die BSAG gewährt auf diese elektronisch erworbenen Einzelfahrkarten 10% Rabatt, da Papier und Druck einer Fahrkarte entfallen.

Geldkarte im Internet


Bezahlen: Zum Bezahlen im Internet benötigt der Kunde eine Geldkarte und einen Chipkartenleser der Sicherheitsklasse 3. Beim Bezahlen im Internet wird im Browser ein separates Bezahlfenster eingeblendet, in dem der aktuelle Zustand des Vorgangs ersichtlich ist. Der Kunde bestätigt Anbietername und Betrag. Nach dieser Autorisierung wird der Geldwert von der Geldkarte abgebucht.

Jugendschutz: Das Jugendschutzmerkmal auf dem Chip der Geldkarte ermöglicht die Volljährigkeitsprüfung (Altersverifikation) im Internet. Die Geldkarte ist in einem noch einzureichenden Gesamtkonzept von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zur Herstellung von "geschlossenen Benutzergruppen" im Internet positiv bewertet worden. Neben der Volljährigkeitsprüfung ist auch eine Prüfung auf 16 Jahre möglich. Pornoseiten setzen die Geldkarte bereits als Zugangsschutz ein.

Geschichte


Der erste Feldversuch fand 1996 in Ravensburg statt, trotz großer Werbeanstrengungen zeichnete sich bereits damals eine geringe Akzeptanz des Systems bei Händlern wie Kunden ab, da man sich damals auf das "falsche" Segment (den Einzelhandel) konzentrierte. Obwohl Kundenkarten und ec-Karten der Banken und Sparkassen den Geldkarten-Chip häufig bereits enthalten und damit etwa 62 Mio. Geldkarten ausgegeben sind, werden nur 15 % genutzt. Die neue Zigarettenautomatenregelung könnte jedoch den Durchbruch für das System bringen.

Am häufigsten wird die Geldkarte gegenwärtig beim Bezahlen an Automaten für Fahrkarten und Parkscheine genutzt. Der Hauptgrund ist, dass für die Wartung, Sicherheit und insbesondere das Leeren der Münzschächte und Zählen der Einnahmen enorme Kosten anfallen. Zudem ist die Echtheitsprüfung von Bargeld vergleichsweise fehleranfällig; das Risiko, Falschgeld anzunehmen oder Kunden wegen lediglich verbrauchtem Bargeld abzuweisen, ist daher hoch.

Insbesondere Unternehmen und Verbände mit mehreren Tausend Automaten und/oder generell hohen automatisierten Bargeldumsätzen versuchen deshalb, die Akzeptanz der Geldkarte mit geldwerten Anreizen zu erhöhen. So sind zum Beispiel beim Münchner Verkehrsverbund mit der Geldkarte bezahlte Einzelfahrscheine günstiger als solche, die gegen Bargeld ausgegeben wurden.http://www.mvg-mobil.de/geldkarte.htm Ebenso bekommt man im Großraum-Verkehr Hannover Einzelfahrscheine zum Preis von Sammelfahrscheinen, wenn man mit der GeldKarte bezahlt.

Vergleichbare Systeme im Ausland


Im Ausland existieren viele vergleichbare Systeme einer elektronischen Geldbörse, die jedoch untereinander und mit dem deutschen System nicht kompatibel sind.

Quellen


Siehe auch


Weblinks


  • http://www.geldkarte.de
  • http://www.geldkarte-jugendschutz.de
  • http://www.geldkarte-online.de
  • http://www.zahlungsverkehrsfragen.de/geldkarte.html
  • http://www.zentraler-kreditausschuss.de/
  • http://www.bfd.bund.de/information/tb19/node196.html - Datenschutz bei der Altersangabe
  • http://www.kjm-online.de

Zahlungsverkehr

Chipknip

 

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