Unter einer Geldanlage (engl. financial investment) versteht man die Investition von Geldbeträgen. Ziel ist es im Idealfall einen Wertzuwachs oder einen Ertrag zu erwirtschaften, mindestens aber den realen Wert zu erhalten. Durch Sparen werden die notwendigen Gelder für eine Geldanlage bereitgestellt. Zum Ge- oder Verbrauch erworbene Güter werden nicht als Geldanlage gezählt. Die Geldanlage schließt auch die Kapitalanlage mit ein.
Die Geldanlage kann
Durch die Anlage verzichtet der Kapitalgeber auf die unmittelbare Nutznießung (z. B. Konsum) seines Kapitals. Für diesen Verzicht wird er vom Kapitalnehmer mit einer Rendite in der Mindesthöhe des derzeit am Kapitalmarkt gültigen risikolosen Zinssatzes entschädigt. Wenn der Schuldner nicht die höchste Bonität aufweisen kann, bekommt der Kapitalgeber einen weiteren Zinszuschlag für die Abgeltung von schuldnerbedingten Risiken wie z. B. mögliche künftige Zahlungsunfähigkeit oder Konkurs des Geldnehmers, oder Unsicherheit bezüglich der Höhe künftiger Kapitalrückflüsse (z. B. bei Dividenden). Da die Zinsrisiken mit der Laufzeit der Kapitalanlage wachsen, wird der Kapitalgeber für eine längere Laufzeit auch ein höherer risikolosen Zinssatzes verlangen, als bei einer nur kurzfristigen Geldanlage. Für einen gegebenen Zeitpunkt bilden die unterschiedlichen Zinssätze für unterschiedliche Laufzeiten die Zinsstrukturkurve.
Diese Ziele verhalten sich zueinander konkurrierend, das heißt es können nicht alle Ziele vollständig erfüllt werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von dem Dilemma des Magischen Dreiecks der Geldanlage. Zusätzlich rückt bei vielen Anlegern auch die steuerliche Situation zunehmend in den Fokus, das heißt der Einfluss der Steuer auf die gewählte Anlageform. Bei privaten Anlegern ist dementsprechend die Rendite nach Steuern ausschlaggebend, da Kapitaleinkünfte einkommensteuerpflichtig sind. Aktien unterliegen zum Beispiel dem Halbeinkünfteverfahren, während Fonds bei unterjährigen Verkäufen zu 100% steuerpflichtig sind.
Verzinsung: Die Zinsen liegen in der Regel zwischen 0,5% und 2%.
Verfügbarkeit: Pro Kalendermonat können bis zu 2.000 Euro abgehoben werden. Will der Sparer höhere Beträge abheben, so muss er 3 Monate vorher kündigen, das heißt seiner Bank oder Sparkasse mitteilen, dass er in drei Monaten z. B. 8.000,00 Euro abheben will. Wenn er die Kündigungsfrist nicht einhalten kann, so wird man ihm dennoch den gewünschten Betrag auszahlen, er muss dann mit einem geringfügigen Zinsabzug, dem so genannten Vorschusszins, rechnen.
Verfügbarkeit: üblich bei Spareinlagen sind Kündigungsfristen von einem oder von vier Jahren; möglich sind auch andere Vereinbarungen. Dabei ist zu beachten, dass nach den gesetzlichen Vorschriften für die Kündigung eine Wartefrist von 6 Monaten nach der Einzahlung gilt. Üblicherweise wird auch für prämienbegünstigte und vermögenswirksame Spareinlagen in Anbetracht der längeren Laufzeit ein höherer Zinssatz als bei gesetzlicher Kündigungsfrist gezahlt.
Verzinsung: Sparkassenbriefe bringen in der Regel einen höheren Zins ein als die Geldanlage auf einem Sparbuch. Im Gegensatz zu diesem steht der Zinssatz für die gesamte vereinbarte Laufzeit fest. Für die Verzinsung gibt es zwei Möglichkeiten: Der Käufer zahlt den Nennwert ein und erhält die vereinbarten Zinsen jährlich oder halbjährlich ausgezahlt oder gutgeschrieben ähnlich wie bei einem Sparkassenbuch. Daneben gibt es den so genannten „abgezinsten“ Sparkassenbrief, bei dem der Käufer nur den Nennwert abzüglich der Zinsen zahlt, die während der Laufzeit anfallen.
Verfügbarkeit: über den Gegenwert eines Sparkassenbriefes kann erst nach dem Ablauf der vereinbarten Laufzeit verfügt werden. Braucht der Käufer das Geld jedoch früher, so kann er den Sparkassenbrief beleihen lassen und von der Sparkasse einen Kredit in entsprechender Höhe bekommen.
Verzinsung: Die Durchschnittsverzinsung von festverzinslichen Wertpapieren kann z. B. bei 5-6 Prozent liegen. Sie richtet sich nach der Lage am Kapitalmarkt (Börse).
Verfügbarkeit: festverzinsliche Wertpapiere haben bestimmte Laufzeiten, die im allgemeinen zwischen 5 und 10 Jahren liegen. Nach dieser Zeit werden die Papiere zum Nennwert, das heißt dem aufgedruckten Betrag, zurückgezahlt. Wer die Wertpapiere vor dem vorgesehenen Rückzahlungstermin in Geld umwandeln möchte, kann sie jederzeit über ein Kreditinstitut an der Börse verkaufen. Dann ist allerdings nicht garantiert, dass er den Ausgabekurs erhält (der meistens unter 100%, das heißt unter dem Nennwert liegt), sondern bezahlt wird der jeweilige Tageskurs, der an der Börse festgestellt wird. Der Tageskurs kann über oder unter dem Ausgabekurs liegen. So sinken Wertpapiere im Kurs, wenn ihre Verzinsung niedriger als die der neu ausgegebenen liegt. Sie können im umgekehrten Fall – wenn der Zins am Kapitalmarkt sinkt – aber auch steigen.
Verzinsung: Aktien verbriefen einen Anteil am Gewinn (Dividendenrecht). Die Höhe ergibt sich aus dem Dividendensatz, der sich auf den Nennwert bezieht. Er ist abhängig von der Gewinnsituation.
Verfügbarkeit: Aktien können in der Regel jederzeit gekauft und verkauft werden. Dabei können sich Kursverluste oder Kursgewinne ergeben.
Verzinsung: (=Ausschüttung) Erträge, z. B. Zinsen, Dividenden, Kursgewinne aus dem Fondsvermögen, können jährlich an die Inhaber der Anteile verteilt werden. Die Höhe der „Ausschüttungen“ richtet sich nach dem Ertrag der im Fonds enthaltenen Wertpapiere bzw. der Grundstücke bei den Immobilienfonds. Die Höhe der Verzinsung kann man berechnen, indem man den prozentualen Anteil der Ausschüttung am Preis des Anteilscheins ermittelt.
Verfügbarkeit: Investmentanteile haben keine festen Laufzeiten. Wer sein Geld zurückhaben möchte, kann die Anteile über sein Kreditinstitut verkaufen. Von der Entwicklung des Wertes der im Fonds enthaltenen Wertpapiere bzw. Immobilien hängt es ab, ob beim Verkauf eines Anteils mehr oder weniger erlöst wird als beim Kauf dafür ausgegeben wurde.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Geldanlage".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world