Der Gelbe Fluss (黄河, Pinyin: Huáng Hé , Huanghe, Wade-Giles: Hwangho, Huang Ho, Huangho) ist ein Fluss bzw. Strom im Norden der Volksrepublik China (Ostasien).
Nach dem Jangtsekiang ist er Chinas zweitlängster Fluss. Bezüglich seiner Länge scheinen sich die Landvermesser allerdings nicht einig zu sein, denn es gibt unterschiedliche Werte: 4.845 km ist die geläufigste Angabe und diejenige, die in verschiedenen Lexika zu finden ist; die größte in diversen Medien genannte Länge beträgt 5.464 km. Sein Einzugsgebiet umfasst 752.443 km², das ist in Anbetracht seiner Länge und verglichen mit dem Einzugsgebiet des Rheins nur sehr wenig .
Die Quelle des Gelben Flusses befindet sich in diesem Hochgebirge etwa 200 km nördlich der halben Luftlinie zwischen Lhasa und Xining. Dort liegt sie im Gebirgszug Kunlun (auch Kunlun Shan oder Kuenlun genannt) etwa 450 km östlich des Quellgebiets des Jangtsekiang, westlich zweier Seen (Ngoring Tsho und Kyaring Tsho) und nordwestlich des Sternenmeers (Singsuhai) - ein felsig-steppenartiges Gebiet.
Von dieser Quelle aus durchquert der Gelbe Fluss erst die beiden Seen. Danach fließt er hauptsächlich in östlicher Richtung unter dem Namen Ma Chhu im Zick-Zack-Kurs durch ein stark gewundenes Hochgebirgstal mit er in einem sehr großen Stausee, in dem ihm der Wei-he zufließt, nördlich des Funiuschan-Gebirges per 90° Winkel gen Osten ab.
Von dort aus fließt der Gelbe Fluss in Richtung Osten, durchquert in den Provinzen Shanxi und Shaanxi ein Lössplateau und verlässt nach und nach das schluchtenreiche Bergland. Etwa 45 km nach der Stadt Kaifeng (auch Khaifung genannt) wendet sich der Strom nach Nordosten und durchfließt die aus seinen Ablagerungen gebildete Tiefebene. Etwas über 500 km nach Kaifeng erreicht der Huáng Hé zwischen Tianjin und der Halbinsel Shandong den Golf von Petschili (auch Tschili oder Bohai genannt), einen Randbereich des Gelben Meeres.
Der Gelbe Fluss führt viel Löss mit sich, der der Landwirtschaft an seinen Ufern zugute kommt, aber durch Erosion und Sedimentation auch gewaltige Schäden verursacht. Die Lössfracht hat zu seiner Farbe und dem Namen geführt. Unter den großen Flüssen der Erde hat der Gelbe Fluss mit einer durchschnittlichen Sedimentfracht von 35 kg/m³ die höchste Schwebführung. Durch viele Untiefen wird die Schifffahrt erschwert; Stauseen haben aufgrund der Ablagerungen meist nur eine kurze Lebensdauer, bis sie aufgefüllt sind. Am Gelben Fluss gibt es die Stauseen:
Man bezeichnet den Gelben Fluss als einen Dammuferfluss. In der Nordchinesischen Tiefebene hat sich das Bett des Huáng Hé durch seine enorm große Sedimentfracht über das Niveau der weiten Ebene erhöht. Die Folgen sind alljährlich auftretende große Überschwemmungskatastrophen und die häufigen Verlagerungen des Flussbettes. Nachdem Überschwemmungen immer wieder das Land verwüsteten, ließ der Begründer der Hsia-Dynastie, Ta Yü, etwa im Jahr 2200 v. Chr. Schutzdämme errichten. Alten erhaltenen Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass der Strom seinen Mündungsbereich seit dem Jahr 602 v. Chr. insgesamt 9mal verlegt hat. Die letzte große Verlagerung fand 1855 statt. Daher wurden massive Eindeichungen errichtet, um dies und die häufig auftretenden Hochwasser zu verhindern. Seitdem fließt der Gelbe Fluss zwischen 10 m hohen Deichen in einem Bett, das ungefähr 5 m über dem Niveau der umgebenden Ebene liegt, so dass Nebenflüsse nicht mehr einfließen können. Diese baulichen Maßnahmen brachten allerdings keinen allzu großen Erfolg, denn der nun „eingesperrte“ Fluss sucht sich seinen Weg immer wieder neu und überflutet oftmals die Deiche.
Die starke Sedimentation hat im Mündungsgebiet zu einer ständigen Landerweiterung in das Meer geführt. Allerdings erreichen heute nur noch knapp 30 % der Wassermassen des Flusses auch tatsächlich die Mündung. Immer stärkere Entnahmen für die Trinkwasserversorgung von mehr als 100 Millionen Menschen, zu Bewässerungszwecken sowie für die Industrie haben dazu geführt, dass in der Gegenwart der Unterlauf und das Mündungsgebiet für ungefähr ein halbes Jahr trocken fallen und in der Folge der Grundwasserspiegel sinkt.
Über den Kaiserkanal besteht eine Verbindung zum Jangtsekiang.
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