Das Feierliche Gelöbnis ist ein Vorgang in der Bundeswehr, bei dem wehrpflichtige Soldaten sich zu ihrer Grundpflicht bekennen und geloben:
Beispiel:
In der DDR hießen Gelöbnisse Fahneneide. In Österreich wird das Gelöbnis des Soldaten als Angelobung bezeichnet. In der Schweiz werden Soldaten im Aktivdienst vereidigt.
Die Form des Gelöbnisses wird durch das Soldatengesetz nicht geregelt, wohl aber durch militärische Vorschriften (ZDv 10/8 Militärische Formen und Feiern der Bundeswehr, Kap. 1). Es findet gemeinschaftlich während oder am Ende der Allgemeinen Grundausbildung in Form eines feierlichen Appells, meist auf einem Kasernengelände, jedoch auch häufiger in der Öffentlichkeit, statt.
Der Ablauf eines Gelöbnis wird vorher detailliert geplant und in Form eines Befehls festgeschrieben. Zunächst ziehen die Rekruten ein und nehmen Aufstellung. Im Anschluß erfolgt der Einmarsch der Truppenfahne, die von einem Ehrenzug unter Gewehr und einem Musikkorps sowie zwei Fahnenbegleitoffizieren eskortiert wird. Bei größeren Gelöbnissen oder zu besonderen Anlässen (wie z.B. anläßlich des 20. Juli in Berlin oder des 50-Jahr-Jubiläums der Bundeswehr in Bordenau) wird statt des Ehrenzuges eine Ehrenkompanie des Wachbataillons des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) gestellt. Zum Einzug wird ein traditioneller deutscher Armeemarsch gespielt.
Die Gelöbnisaufstellung wird dem abnehmenden Offizier gemeldet, der die Front zusammen mit dem oder den anwesenden Repräsentanten des öffentlichen Lebens (z.B. Bürgermeister oder Landrat) abschreitet. Dazu erklingt der Präsentiermarsch, in der Praxis - je nach Region - der preußische oder bayerische Präsentiermarsch.
Dann folgen Ansprachen einer Person des öffentlichen Lebens (Bürgermeister, Landrat, Staatssekretär des BMVg, Bundeskanzler bzw. ausländischer Repräsentant), des Kommandeurs der betreffenden Einheit sowie seit einigen Jahren auch hin und wieder eines der Rekruten. Dazwischen werden noch weitere Militärmärsche gespielt, normalerweise sind darunter auch der oder die Traditionsmärsche des betreffenden Verbandes.
Als Einleitung zum eigentlichen Gelöbnis spielt das Musikkorps den Gelöbnischoral "Wir treten zum Beten (altniederländisches Dankgebet)", in Bayern folgt stattdessen das "Bayerische Militärgebet". Darauf treten die Träger der Truppenfahne gemeinsam mit Abordnungen der Rekruten vor, und der Kommandeur nimmt den Rekruten das Gelöbnis ab. Danach wird die Nationalhymne, in Bayern zusätzlich die Bayernhymne, gesungen. Zum Klang des Musikkorps erfolgt der Ausmarsch von Truppenfahne und Ehrenformation und schließlich der Abmarsch der Gelöbnisaufstellung der Rekruten.
Seit 1996 führt das Bundesverteidigungsministerium in Berlin Öffentliche Bundeswehrgelöbnisse durch. Mit dem Ziel, die Bürgernähe der Bundeswehr darzustellen, rief der damalige Verteidigungsminister Volker Rühe 1998 eine "Offensive öffentlicher Gelöbnisse"; aus, die die Rekruten bewusst aus den Kasernen in die Öffentlichkeit holen sollte.
Seit 1999 findet das Feierliche Gelöbnis am 20. Juli, dem Jahrestags des Attentats auf Hitler, im Berliner Bendler-Block statt. Mit der Anknüpfung an den Jahrestag des Oberst Stauffenberg-Attentats will die Bundesregierung die Bundeswehr in die Tradition dieses Widerstandes gegen Hitler stellen. In erster Linie geloben hier Rekruten des Wachbataillon BMVg, das sich in der Tradition des militärischen Widerstandes um Oberst Graf von Stauffenberg sieht. Hierzu wird ein erheblicher Aufwand betrieben, um Gelöbnisstörungen vorzubeugen und die militärische Sicherheit und Ordnung sicherzustellen. Der Bendler-Block wird weiträumig abgeriegelt und von Soldaten sowie der Polizei gesichert. Für die Fahrt der Angehörigen und der Soldaten von der Julius-Leber-Kaserne zum Bendler-Block wird die Strecke quer durch Berlin zeitweise gesperrt. Am Gelöbnis selber dürfen nur vorher angemeldete Angehörige und geladene Gäste teilnehmen, jedoch wird das Gelöbnis live im Fernsehen übertragen. Jedes Jahr ist auch ein prominenter Repräsentant aus einem anderen Land zugegen, der die Ansprache an die Rekruten hält, sowie ein Musikkorps aus diesem Land.
Die Kritik an den öffentlichen Gelöbnissen widerspricht dem erklärten Willen der militärischen und zivilen Gründer der Bundeswehr, sowie des (Verfassungs-)Gesetzgebers, die Streitkräfte in die Gesellschaft zu integrieren.
Die Mannschaften der Artillerie leisteten den Fahneneid gegenüber ihrem Geschütz, selbst wenn der betreffende Truppenteil eine Fahne geführt hatte.
Die vom deutschen Kaiser ernannten Offiziere leisteten diesem den Eid, also
Ansonsten leisteten die Truppen den Eid dem Landesherrn des Staates, dem der Schwörende angehörte. Nur die Offiziere der Truppen, die durch Militärkonvention in den Verband des preußischen Kontingents aufgenommen wurden, leisteten den Fahneneid dem König von Preußen.
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