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Ein Gel (von lat. gelu „Frost, Kälte, Eis“ oder gelatus „gefroren, erstarrt“) wird in der Regel als ein feindispersives System aus mindestens einer festen und einer flüssigen Phase definiert, stellt also ein Kolloid dar. Diese feste Phase bildet dabei ein schwammartiges, dreidimensionales Netzwerk, dessen Poren durch eine Flüssigkeit bzw. auch ein Fluid ausgefüllt sind. Diese Definition besitzt die höchste Verbreitung, eine allgemein anerkannte Definition gibt es jedoch nicht.

Etymologie


Gel ist als Kurzwort für Gelatine durch Thomas Graham zu seiner heutigen Bedeutung gelangt. Gelee, also ein eingedickter Fleisch- oder Fruchtsaft, entstammt der selben lateinischen Bedeutung.

Aufbau des Netzwerks


Es wird allgemein zwischen Nebenvalenzgelen und Hauptvalenzgelen unterschieden. Das Netzwerk der Nebenvalenzgele beruht auf Dipol-Dipol-Kräften, Wasserstoffbrückenbindungen oder Coulomb-Kräften, das der Hauptvalenzgele hingegen auf kovalenten Atombindungen. Nebenvalenzgele sind hitzereversibel (z.B. Gele auf Pektin- oder Gelatinebasis).

Das Netzwerk kann dabei sowohl aus organischen als auch aus anorganischen Verbindungen gebildet werden.

Eigenschaften


Die Viskosität eines Gels liegt zwischen der einer Flüssigkeit und der eines Festoffes. Ein Gel ist also weder richtig flüssig, noch wirklich fest. Die bestimmenden rheologischen Eigenschaften eines Gels sind das Speichermodul und das Verlustmodul.

Synthese


Die Bildung eines Gels wird allgemein als Gelierung bezeichnet, wobei dieser Begriff recht unterschiedliche Bereiche umfasst. Der Punkt im Syntheseprozess, ab dem man von einem Gel spricht, wird dabei als Gelpunkt bezeichnet.

Bei Lebensmitteln wird die Gelierung meist durch den Einsatz von Geliermitteln herbeigeführt.

Gel und Sol können sich ineinander umwandeln. Durch Peptisation wird aus einem Gel ein Sol und durch Koagulation wird aus einem Sol ein Gel.

Verwendung


Gel kann als Trägermedium für Salben und Crémes, Füllmittel für Gel-Sättel, Haargel zum Formen einer Frisur, sowie als leichtflüssige Kugelschreibertinte verwendet werden. Auch natürliche Fette sind häufig Gele. Eine Anwendung finden Gele zudem als Matrix beim Trennungsverfahren der Gelelektrophorese.

Weiche Materie

Gel | 分散系#.E3.82.B2.E3.83.AB | Gel | Żel | Gel | Gel

 

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