Geisenfeld ist eine Stadt im
oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm und bildet mit der Gemeinde
Ernsgaden die
Verwaltungsgemeinschaft Geisenfeld.
Geographie
Geografische Lage
Geisenfeld liegt im
Hopfenland
Hallertau, direkt an der
Ilm. Die nächste Großstadt ist
Ingolstadt (etwa 20 km entfernt).
Weitere Entfernungen:
München: 70 km
Regensburg: 65 km
Nürnberg: 100 km
Augsburg: 70 km
Stadtgliederung
Geisenfelder Ortsteile (zwölf ehemals selbstständige Gemeinden ):
Entwicklung des Stadtgebiets
Seit 1952 ist Geisenfeld eine
Stadt.
Wirtschaftlich gesehen ist die Stadt Geisenfeld als Unterzentrum nach wie vor auch das Zentrum des nördlichen Landkreises
Pfaffenhofen. Zahlreiche Mittelstandsbetriebe bieten vielen Bewohnern Arbeitsplätze am Ort.
Eingemeindungen
1971-78: Engelbrechtsmünster, Gaden, Geisenfeldwinden, Ilmendorf, Nötting, Parleiten,
Rottenegg, Schillwitzried, Untermettenbach, Unterpindhart und Zell
Region
Nachbargemeinden Geisenfelds sind
Ernsgaden,
Mainburg,
Manching,
Münchsmünster,
Neustadt an der Donau,
Reichertshofen,
Rohrbach,
Vohburg,
Wolnzach.
Geschichte
Zwischen 500 und 700 kam es zur Ortsgründung durch eingewanderte
Bajuwaren. Anführer war Gisil, der der Siedlung auch den ersten Namen gab (Gisilfeld, Gisinvelt, Gisenvelt). 736 erfolgte der erste Hopfenanbau durch eingewanderte
Wenden und damit die Gründung der
Hallertau. Graf Eberhard II. von Sempt und Ebersberg gründete 1030 das Benediktinerinnen
kloster Geisenfeld. 1230 erfolgte die Errichtung der Ainauer Kirche anstelle der Ainauer Burg. 1281 oder 1310 wird der Ort zur
Marktgemeinde erhoben. 1407 bis 1409 erfolgte der Bau einer Ringmauer um Geisenfeld. 1410 begann der Bau der Vituskirche in Geisenfeldwinden. Die Einrichtung einer ständigen Poststation erfolgte 1558, der Bau des Rathauses mit der Justitia-Darstellung von Balthasar Stoll 1626.
1701 bis 1712 wurden die Klostergebäude neu erbaut, 1728 erfolgte der Bau des Südturmes der Klosterkirche. 1789 erhielt Geisenfeld das
Wildmeisteramt. 1803 wurde im Zuge der
Säkularisation das Kloster aufgelöst, 1804 wurde die Klosterkirche zur Pfarrkirche umgewandelt. 1805 wurde die Ringmauer abgebrochen.
1816 erhielt Geisenfeld eine
Gendarmeriestation, 1818 entstand die heutige politische Gemeinde. Eine erste Straßenbeleuchtung entstand 1839, das Krankenhaus wurde 1842 eröffnet. 1862 wurde ein Landgericht eingerichtet, das für 39 Gemeinden zuständig war. 1879 wurde das
Landgericht zum
Amtsgericht abgestuft.
1874 erschien das "Geisenfelder Wochenblatt" zum ersten mal. 1888 gab es erstes Telefon in Geisenfeld. Von 1899 bis 1900 erhielt Geisenfeld elektrisches Licht. 1905 gab es ein erstes Automobil in Geisenfeld, Eigentümer ist der Brauereibesitzer Josef Münch. 1906 wurde die Eisenbahnverbindung Geisenfeld - Wolnzach Bahnhof eröffnet. 1952 erhielt Geisenfeld die Stadtrechte, das Amtsgericht wird 1972 aufgelöst. Zwischen 1971 bis 1978 erfolgten elf Eingemeindungen (siehe oben). 1983 wird das neue Rathaus eröffnet, 1985 das Krankenhaus zum Seniorenheim umgebaut. 1989 wird die Bahnlinie eingestellt. 2002 erfolgt die Fertigstellung der Hochwasserfreilegung. 2005 erfolgt die Strassenerneuerung Augsburger Straße, Kreisel an Ortseinfahrt Geisenfeld-Nötting, 2005/06 der Bau einer weiteren Aldi Filialie am Ortsausgang Geisenfeld-Nötting.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Benediktinerinnenkloster Geisenfeld: gegründet durch den letzten männlichen Spross aus dem Geschlecht der Ebersberger-Sempt, Graf Eberhard II. Er stiftete mit seiner Gemahlin Adelheidis im Jahre 1030 das Benediktinerinnenkloster.
- Stadtpfarrkirche mit ihren beiden Türmen - dem gedrungenen romanischen "Stifterturm" und dem durch einen um mehrer Stockwerke 1727-1730 überhöhten Aufbau in Renaissancestil mit Zwiebelkuppel
- Stadtplatzensemble mit dem mächtigen Klostertrakt mit der Stadtpfarrkirche und das denkmalgeschützte "Stadtplatzensemble"
- Kirche Ainau
- Der Ortsteil Ainau birgt mit seiner Kirche ein besonderes Kleinod. Das ehemalige romanische Portal ist eines der größten Sehenswürdigkeiten im Landkreis
- Hallertauer Heimat- und Hopfenmuseum im Geisenfelder Renaissance-Rathaus
Musik
Folgende Musikvereine und Bands sind in Geisenfeld ansässig:
- Geisenfelder Stadtkapelle
- Birnthaler Saitnmusik
- Star Fours
- Foische Holledauer
Museen
Bauwerke
- Alte Klosteranlage der Benediktinerinnen mit der Stadtpfarrkirche, die umgangssprachlich auch als Hallertauer Dom bekannt ist
- Stadtpfarrkirche (Altarbild "Mariä Himmelfahrt" vom Veroneser Maler Marc Antonio Bassetti, 1620 in Rom gemalt)
- Ainauer Kirche im romanischen Baustil
- Altes Rathaus (erbaut 1626)
- Stadtplatz mit denkmalgeschützten Gebäuden
Naturschutzgebiet
- Nöttinger Viehweide - Badertaferl im Norden Geisenfelds (knapp 150 Hektar im Feilenforst)
Freitzeitmöglichkeiten
- Flußwandern auf der Ilm
- Radtouren rund um Geisenfeld
- Naherholungsgebiet Feilenmoos
- Badeweiher mit Surfmöglichkeiten
- Hallenbad
- Fussballplätze, Bolzplatz Geisenfeldwinden
- Spielplätze
Regelmäßige Veranstaltungen
- Eine besondere Tradition Geisenfelds ist der Schäfflertanz, welcher alle 7 Jahre aufgeführt wird.
- Bürgerfest
- 24-Stundenlauf
- Volksfest, immer mitte September
- Kulturtage im Herbst
- Christkindlmarkt
- Freilicht-Kino
- Ferienpass Geisenfeld
Theater
- Nöttinger Theaterfreunde
- Theaterabteilung des HSV Rottenegg
Bildung
- Grund- und Hauptschule
- Realschule
- Adolf-Rebl-Förderschule
- VHS-Kurse
Persönlichkeiten
Richard Adolf Strigl * 01. Januar 1926 in Münchsmünster; Priminz 01. Juli 1951 in Geisenfeld; † 27. März 1985 in München, katholischer Theologe
Söhne und Töchter der Stadt
- Herenäus Haid * 15. Februar 1784 in Geisenfeld; † 7. Januar 1873 in München, deutscher Theologe, Autor und Übersetzer.
- Gregor Strasser (auch: Straßer) * 31. Mai 1892 in Geisenfeld; † 30. Juni 1934 in Berlin, nationalsozialistischer Politiker und Verleger. Er war Teilnehmer des Hitler-Putsches
- Otto Strasser * 10. September 1897 in Geisenfeld, † 27. August 1974 in München war ein nationalsozialistischer Politiker
Weblinks
Ort in Bayern | Pfaffenhofen an der Ilm
Geisenfeld | Geisenfeld