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Der Geigerzähler (auch Geiger-Müller-Indikator oder Geiger-Müller-Zählrohr) zeigt eine mögliche radioaktive Strahlung an. Er wurde nach den Physikern Hans Geiger und Walther Müller benannt.
Aufbau
Der Hauptbestandteil des Geigerzählers ist ein Metallrohr, das die
Kathode (-) bildet, und in dessen Mitte sich ein Draht befindet, der als
Anode (+) dient. Am vorderen Ende befindet sich ein strahlendurchlässiges Fenster (z. B. aus
Glimmer oder
Mylar), während im hinteren Teil ein Isolator steckt, der auch die Anode hält und sie von der Kathode isoliert. Im Innern befindet sich ein
Edelgas (bildet keine negativen
Ionen, z. B.
Argon) mit geringem Druck (um 100 h
Pa absolut). Zwischen Anode und Kathode liegt eine Gleichspannung von mehreren hundert
Volt an.
GM-Zählrohr.png
Funktion
Gamma_Ray_Lead_Measurement.jpg
Tritt
ionisierende Strahlung ein, so trennt diese auf ihrer Flugbahn Hüllenelektronen des Edelgases von ihren
Atomkernen. Die Elektronen werden aufgrund der
elektrischen Feldkraft in Richtung Anode beschleunigt und kollidieren dabei mit weiteren Gasatomen, die so ebenfalls ionisiert werden. (
Stoßionisation,
Gasentladung). Die so lawinenartig freigesetzten
Elektronen ermöglichen nun einen Stromfluss zwischen
Anode und
Kathode, der mittels eines in den
Stromkreis eingeschalteten Widerstandes in ein Spannungssignal umgewandelt wird. Dieses Signal wird dann elektronisch verstärkt und entweder als akustisches (Knacken, Piepston) oder optisches Signal (Blinken eines Lämpchens) angezeigt. Um die
Aktivität bzw. die Dosisleistung eines Präparates abschätzen zu können, werden diese Impulse außerdem von einer Zählerschaltung erfasst.
Einschränkungen
Unmittelbar nach dem Auslösen einer Gasentladung ist das Zählrohr für eine kurze Zeit (ca. 0,1 Millisekunden) nicht empfänglich für weitere Impulse, was als "Totzeit" bezeichnet wird. Der Grund hierfür liegt darin, dass die nach der Ionisation positiv geladenen Gasatome das elektrische Feld von der Anode abschirmen. Erst wenn die Ionenwolke zur Kathode gewandert ist, um sich dort zu entladen, und wenn die Gasentladung mittels spezieller Zusätze (z. B.
Halogene) gelöscht ist, kann der Prozess erneut ausgelöst werden.
Weiterhin erfassen einfache Geigerzähler nur die Anzahl der registrierten Impulse, sprich die Aktivität, was keinen Rückschluss auf die Strahlungsart erlaubt. Die unterschiedliche Ionisierungsfähigkeit und kinetische Energie von z. B. Alpha- und Gammastrahlung bleibt unberücksichtigt. Um diesen Nachteil auszugleichen, können bestimmte Geiger-Müller-Rohre, so genannte
Proportionalzählrohre, auch im Proportionalbereich betrieben werden, um nicht nur die Aktivität einer Strahlungsquelle, sondern auch deren
Energiedosis ermitteln zu können.
Siehe auch
Kernphysik | Messgerät
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