Der Begriff Geest (Substantivierung des niederdeutschen Adjektivs gest, trocken, unfruchtbar oder güst, niederdeutsch unfruchtbar bei Milchgebenden Tieren) bezeichnet einen Landschaftstyp in Norddeutschland, der durch Ablagerungen während der Eiszeiten entstanden ist und im Gegensatz zur Marsch steht.
Kennzeichnend für viele Geestlandschaften der Küstenländer sind die Knicke, eine norddeutsche Sonderform der Wallhecke, die in regelmäßigen Abständen auf den Stock zurückgeschnitten wird und Schutz vor Wind und Sandflucht bietet. Knicke dienten früher auch zur Gewinnung von Weidenruten und von Holz für Zäune.
Dort, wo die Geest direkt an das Meer grenzt, bilden sich Steilküsten, so genannte Kliffe, beispielsweise auf Sylt und Amrum.
Die Geest-Marsch-Grenze stellt auch Siedlungs- und kulturgeschichtlich eine Grenze dar. So siedelten die Friesen sich bevorzugt in Marschgebieten an. Auch innerhalb der sächsisch besiedelten Gebiete gab es eine Trennung von bäuerlichen Geest- und Marschkulturen, die nicht zuletzt durch die unterschiedliche Fruchtbarkeit der Gebiete bestimmt war. Für Marschbewohner galt es bis in das 20. Jahrhundert hinein als unschicklich, jemanden von der Geest zu heiraten, da auf diese Weise kein fruchtbares Land in die Familie kam.