| Gaur | ||||||||||||
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| : | Paarhufer (Artiodactyla) |
| : | Wiederkäuer (Ruminantia) |
| : | Hornträger (Bovidae) |
| : | Rinder (Bovinae) |
| : | Bos |
| : | Gaur |
Ein Gaur erreicht eine Kopfrumpflänge von 3 m, eine Körperhöhe von 220 cm und ein Gewicht von einer Tonne. Sein Fell ist braun, mit Abstufungen zwischen rötlichen und schwärzlichen Farbschlägen. Die Hörner sind im Schnitt 90 cm lang und halbmondförmig aufwärts gebogen.
Das Verbreitungsgebiet umfasst Indien, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Kambodscha, das südliche Vietnam und die Malaiische Halbinsel. Hier lebt der Gaur in dichten Wäldern. Zum Fressen kommt er gelegentlich auf Lichtungen oder an die Waldränder, meidet aber meistens das offene Land.
Die IUCN stuft den Gaur als gefährdet ein. Durch menschliche Bejagung und Ansteckung mit Viehseuchen ist sein Bestand sehr geschrumpft. Heute gibt es noch etwa 20.000 wilde Gaure, die über inselartig begrenzte Gebiete verstreut leben. Die Populationsentwicklung ist in den verschiedenen Ländern des Verbreitungsgebiets sehr unterschiedlich: In Indien haben sich die Bestände wegen der 1990er sogar vergrößert, hier leben heute 90 % aller wilden Gaure. In allen Ländern Südostasiens ist die Situation dagegen dramatisch; hier sind alle Populationen von der Vernichtung bedroht.
Gaure gehören zu den fünf Rinderarten, die von Menschen domestiziert wurden. Die Haustierform wird Gayal oder Mithan genannt. Der Gayal ist deutlich kleiner als sein wilder Vorfahr und gilt als zahmer. Er wird als Arbeitstier und Fleischproduzent eingesetzt. Gayale werden nur in der Grenzregion von Myanmar, Manipur und Nagaland eingesetzt; in den übrigen Teilen des Verbreitungsgebiets ist der Gaur nie domestiziert worden, ist also nur lokal begrenzt von Bedeutung. Meistens leben die Gayalherden halbwild im Dschungel und kommen nur gelegentlich in die Dörfer. Allerdings sind mancherorts Gayale mit Hausrindern gekreuzt worden; diese Mischlinge werden auch in anderen Teilen Indiens genutzt und haben wiederum typische Haustiereigenschaften.
Oft wird der Gaur als Bos gaurus geführt; dies war der ursprüngliche Name für den wilden Gaur, während der Name Bos frontalis den Gayal bezeichnete. Da beide ein und derselben Art angehören, wird seit 1993 für beide die Bezeichnung Bos frontalis verwendet.
Die Namen Gaur und Gayal stammen aus dem Hindi. Daneben wird gelegentlich, vor allem von Südostasien-Reisenden, der malaiische Name Seladang verwendet.
Gaur | Gaur | Gaŭro | Bos gaurus | Gauri | Gayal | Gauras | Seladang | Gaur | Gaur | Гаур | Bò tót