| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen von Gau-Algesheim.png | Karte_gau-algesheim_in_deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz |
| Landkreis: | Mainz-Bingen |
| Verbandsgemeinde: | Gau-Algesheim |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 121 m ü. NN |
| Fläche: | 13,99 km² |
| Einwohner: | 6.461 (31. Dezember 2003) |
| Bevölkerungsdichte: | 462 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 55435 |
| Vorwahl: | 06725 |
| Kfz-Kennzeichen: | MZ |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 39 019 |
| Stadtgliederung: | 2 Ortsteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 1 55435 Gau-Algesheim |
| Website: | www.gau-algesheim.de |
| E-Mail-Adresse: | Stadt@Gau-Algesheim.de |
| Politik | |
| Stadtbürgermeister: | Dieter Faust (CDU) |
Vor seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Lorscher Codex (Codex Laureshamensis) unter dem Jahre 766 mag es das fränkisch-merowingische Alagastesheim schon über zwei Jahrhunderte gegeben haben. Die Zeugnisse über Alagastesheim und Bergen (Laurenziberg) in den Güterlisten der Klöster Lorsch und Fulda seit 766/67 erlauben Rückschlüsse auf Ackerbau, Viehzucht, Wein- und Obstbau sowie den Wohlstand einzelner Bewohner. Sichtbar in die Geschichte tritt Gau-Algesheim mit den anderen Orten des Binger Landes am 14. Juni 983, als Kaiser Otto II. in Verona seinem Mainzer Erzkanzler Willigis die Stadt Bingen und die Landschaft schenkt, die sich diesseits des Rheines von der Brücke über die Selzbach erstreckt bis nach Heimbach, jenseits des Rheines aber von der Stelle, wo das Elzbächlein in denselben fließt, bis zu dem Dörflein Caub.
Auch die beiden Stadtrechtsverleihungen, 1332 auf Bitten des Mainzer Kurfürsten Balduin durch Kaiser Ludwig den Bayern sowie 1355 durch König Karl IV. zu Gunsten des Mainzer Erzbischofs Gerlach von Nassau, sind primär politisch-militärisch motiviert und sollen erst in zweiter Linie die Sicherheit und den Wohlstand der Stadtbewohner befördern. Dennoch lassen gerade die Entstehung eines Wochenmarktes und eines Weinmarktes sowie die Existenz einer stattlichen Zahl von Handwerkern und Kaufleuten erkennen, dass städtisches Leben Angebot und Nachfrage für regelmäßige Märkte schafft. Zugleich weisen die zahlreichen Gültverschreibungen und die Erwähnung einer Judensteuer auf einen recht großen Bargeldbedarf und Geschäftsverkehr hin. Schließlich steht über 400 Jahre, von der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts bis zum Ende des Alten Reiches, das Amt Algesheim unter dem Regiment von Amtmännern, Landschreibern, Amtskellern und Schultheißen des Mainzer Territorialherrn.
Den Gestaltungswillen der landesherrlichen Macht, schon in der Gemeindeordnung vom 15. Juli 1417 herausgestellt, bekommt Gau-Algesheim schmerzlich zu spüren, als Kurfürst Albrecht von Brandenburg in der Landesordnung vom 3. Januar 1527 den Bestrebungen nach städtischer Selbstverwaltung wegen der Teilnahme des Ortes am Rheingauer Aufstand vom 1525 ein Ende bereitet und unser stadt Algeßheym von unserm landt dem Ringgaw loslöst und auf Dauer abgetrennt lässt. Daneben vermitteln Stadtansicht, Gemarkungsplan und Dorfbeschreibung aus dem Atlas des Kartographen Gottfried Mascop von 1577, die Dorfbeschreibungen von 1590 und 1668 sowie die Polizeiordnung von 1595 Eindrücke davon, in welchem Maße und in welchen Grenzen der administrativen Strukturen sich das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben sowie Selbstbewusstsein und Eigensinn der Bewohner des kleinen Ackerbürgerstädtchens entwickeln.
Ihren Ausdruck findet die wachsende Bedeutung der Stadt in der Einrichtung eines Notariats (1809), im Bau der Ludwigsbahn (Mainz-Bingen) mit Bahnhof (1859), der Errichtung einer Postablage (1861), aus der sich Postexpedition und Postamt entwickeln, sowie in den ersten Fabriken von Georg Presser (1862) und den Gebrüdern Avenarius (1869).
Die Spuren, die der katholische Pfarrer Peter Koser von 1869-1890 in Gau-Algesheim hinterlassen hat, sind bis in die Gegenwart wahrzunehmen. Der von der Druckerei Reidel erstmals 1869 herausgegebene und von Pfarrer Koser reaktionell betreute "Rheinische Volksbote" ist über Jahrzehnte ein regional bedeutendes Sprachrohr der katholischen Zentrumspartei. Eine Präparanden-Anstalt, von den Einheimischen "Lateinschul" oder "Aljesemer Hochschul" genannt, und eine Kinderbewahranstalt, ein Credit- und Sparverein auf genossenschaftlicher Basis sowie ein Bauern- und Konsumverein, und nicht zuletzt der Neubau der Katholischen Pfarrkirche und die Gründung einer Kirchenmusik im Jahre 1888 belegen das religiöse und gesellschaftspolitische Engagement von Peter Koser in einer Zeit politischer und weltanschaulicher Kämpfe
Das Leben in den zahlreichen Vereinen und die Geselligkeit sind in diesem historischen Fundament verankert: in den traditionellen Festen, der Wallfahrt auf den Laurenziberg am Sonntag, der dem Laurenzitag (10. August) am nächsten liegt, der Kerb um den Tag Maria Himmelfahrt (15. August), dem Fest des Jungen Weines am zweiten Wochenende im Oktober oder dem Weihnachtsmarkt am ersten Adventssonntag.
Im Jahre 2002 erfahren die vielfältigen Anstrengungen der Stadt und ihrer Bürger durch die staatliche Anerkennung als Fremdenverkehrsgemeinde eine wichtige Unterstützung.
Die Wahrzeichen der Stadt sind noch immer das Ensemble von Katholischer Pfarrkirche, Rathaus, Bürgerhäusern und Marktplatz, das Schloss Ardeck, der Graulturm und die Evangelische Kirche.
Seit Ende 2005 ist das neue regionale Schwimmbad an der Bundesstraße B9 auf Gau-Algesheimer Gebiet geöffnet. Es wird gemeinsam von Gau-Algesheim, Ingelheim und Bingen betrieben.
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