Gaskammern in den USA
In den USA werden u.a. Gaskammern zur Hinrichtung von zum Tode verurteilten Straftätern verwendet. Die Gaskammern der USA sind achteckige stählerne Kammern mit knapp drei Metern Durchmesser. Der obere Teil ist verglast, so dass die bei der Strafvollstreckung vorgeschriebenen Zeugen die Hinrichtung beobachten können. Der Verurteilte wird auf einen Stuhl im Inneren der Kammer geschnallt. Anschließend wird die gasdichte Schott-Tür von außen verriegelt und per Hebelbetätigung unter dem Sitz des Delinquenten eine chemische Reaktion zweier Komponenten (Säure und Cyanidsalz) ausgelöst, die das giftige Zyanwasserstoffgas entstehen und aufsteigen lässt.
Das Zyanwasserstoffgas wird früher oder später eingeatmet; durch den Blutkreislauf wird es im Körper an alle Zellen verteilt und unterbindet die Zellatmung. Durch den Energiemangel (ATP-Mangel) der Körperzellen kommt es zunächst zu Bewusstlosigkeit und dann zum Tod. Der Atemapparat versagt jedoch durch das Gift schneller als das Bewusstsein, weshalb es zu qualvollen Komplikationen kommt, wenn der Todeskandidat nicht (wie empfohlen) sofort tief einatmet. Gegen die typischen Krämpfe wird ihm 30 Minuten vor der Hinrichtung ein Antihistaminikum gespritzt. Zeugen beobachten den gesamten Prozess der Hinrichtung.
Nach der Vollstreckung bleibt der Hingerichtete noch ca. eine halbe Stunde in der Gaskammer, bevor das Gas durch eine elektrische Luftpumpe abgesaugt und frische Luft in den Raum hinein geblasen wird. Die restlichen Chemikalien werden mit Wasser verdünnt und in die Kanalisation gepumpt. Daraufhin wird die Kammer geöffnet. Der Raum und der Körper müssen mit Ammoniak besprüht werden. Denn auch jetzt ist das Berühren des Giftes, das sich in Falten der Kleidung abgelagert hat, lebensgefährlich. Danach stellt ein Arzt amtlich den Tod des Verurteilten fest. Der Tote wird nun in einem Plastiksack dem Bestatter übergeben, der diesen nicht mehr öffnet, da er sich sonst einer tödlichen Vergiftung aussetzen würde.
Die Gaskammer wurde zum ersten Mal am 8. Februar 1924 in Carson City, Nevada, USA verwendet, als der Chinese Gee John in ihr hingerichtet wurde. Am 2. Mai 1960 starb Caryl Chessman in der Gaskammer des San-Quentin-Gefängnisses, nachdem seine Hinrichtung zuvor acht mal verschoben worden war. Der bisher letzte Mensch (Stand 2006), der in den USA in einer Gaskammer hingerichtet wurde, war am 3. März 1999 der wegen Mordes verurteilte Deutsche Walter LaGrand.
Heute richten nur noch die Staaten Arizona, Kalifornien und Missouri mit der Gaskammer hin. In Maryland wurde diese Methode 1994 abgeschafft, nur wenn das Verbrechen vor diesem Jahr stattfand, kann der Todeskandidat durch die Gaskammer hingerichtet werden. Wyoming nutzt die Gaskammer nur in Fällen, bei denen es nicht möglich ist, die Giftspritze zu verwenden.
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"Gaskammer (Todesstrafe)".
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