Die Gasbeleuchtung ist eine Beleuchtung mit Gas, genauer gesagt Stadtgas. Dieses wird durch Kohlevergasung innerhalb einer Kokerei oder einem Gaswerk erzeugt. Das in der Kokerei oder in dem Gaswerk entstandene Gas wird durch eiserne Röhren zu einer brennenden Flamme geleitet. Die ersten Gaslaternen zur Straßenbeleuchtung wurden im Jahre 1807 entlang der Pall Mall, City_of_Westminster in London in Betrieb genommen. Da sie mit offenen Gasflammen, ohne Glühstrumpf betrieben wurden, waren sie noch sehr lichtschwach. Erst der im späten 19. Jahrhundert von Carl Auer von Welsbach entwickelte Glühstrumpf vervielfachte die Lichtausbeute.
Schnell verbreitete sich die neue Beleuchtung über die ganze Erde und wurde von den Bewohnern der Großstädte als technischer Fortschritt gefeiert. Zunächst wurden die Gaslaternen von Laternenanzündern angezündet. Später gelang es, den Prozess zu automatisieren, so dass der Beruf des Laternenanzünders entfallen konnte. In der Literatur spielte der Laternenanzünder zum Beispiel im Buch "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry eine wichtige Rolle.
Die meisten deutschen Städte haben bereits in den 1960er Jahren auf die Gasbeleuchtung verzichtet. Gaslaterne_Herne.jpgGaslaterne.jpg Noch heute brennen in immerhin 40 deutschen Städten jede Nacht etwa 80.000 Gasstraßenleuchten – die meisten in Berlin (44.000), gefolgt von Düsseldorf (18.000), Frankfurt am Main (5.500), Mainz (< 3.000, seit 1996 kontinuierlicher Abbau) und Dresden (ca. 2.000, zumeist in historischen Stadtvierteln). Die Straßenbeleuchtung durch Gasflammen ist zwar dreimal (flexible Kosten!) so teuer wie die elektrische Beleuchtung, wird jedoch wegen des etwas dunkleren Lichtes als romantisch empfunden.
Auch im Camping- und Outdoor-Bereich werden noch Gaslampen verwendet. Diese arbeiten nach dem selben Prinzip, sind jedoch viel kleiner und beziehen ihr Gas in der Regel aus Gasflaschen und Gaskartuschen.
Eine mobile Gaslampe, die heute allerdings fast keine Bedeutung mehr hat, ist die Carbidlampe. Sie wurde häufig als Fahrzeugbeleuchtung und im Bergbau untertage eingesetzt. Heute findet sie nur noch in der Höhlenforschung oder in Entwicklungsländern Verwendung.
Betreut wird sie durch den Arbeitskreis Licht im Auftrag des Deutschen Technikmuseums Berlin. Im Frühjahr 2006 wurden die stark beschädigten Gaslaternen des Museums in einer Gemeinschaftsaktion aufwendig restauriert und erstrahlen nun wieder entlang der Straße des 17. Juni, vor dem Berlin-Pavillon und im Hof sowie am Parkweg im Tiergarten bis zur Schleusenbrücke im neuen Glanz.
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