Hieronymus Bosch - The Garden of Earthly Delights - The Earthly Paradise (Garden of Eden).jpg“: Der Garten Eden von Hieronymus Bosch]] Der Garten Eden, im Hebräischen Gan Eden, גן עדן, genannt, wird in der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel als Paradies bezeichnet. Er taucht im 1. Buch Mose (Genesis) der Bibel auf, das ihn in Gen 2 schildert und in Gen 3 von der Vertreibung des Menschen daraus erzählt.
Ebstorfer Weltkarte.jpg aus dem Hochmittelalter, die weniger die physische Geographie der Welt als die Weltgeschichte ins Bild setzt, ist das Paradies im äußersten Osten (oben!) als ummauerter Bereich eingezeichnet.]]
Mit dieser Überlieferung gibt es jedoch ein grundsätzliches Problem in der Präzision der Ortsangaben: In der jüdischen Tradition wurde der Name גן עדן Gan Eden zum Sammlungsort der Gerechten nach dem Tod (siehe auch: Auferstehung oder Himmel (religiös)), und die Spekulation über dessen geographische Lage auf Erden wurde vermieden. Hierzu sei die Weigerung des Judentums betont, sowohl den Ort des Paradieses, des Berges der Offenbarung, des Berges Sinai und anderes genau festzulegen, um den Gefahren der Anbetung, Anrufung, des Kultus der Pilgerung, wie der Verehrung heiliger Stätten oder der Idolatrie (=„Götzendienst“) etc. zu vermeiden, da selbst der Name Gottes nur sehr zurückhaltend gebraucht wird.
Euphrat und Tigris entspringen in der Nähe der türkischen Stadt Elazığ. Das Finden zweier weiterer Flüsse die dann Nebenflüsse des einen oder anderen bzw. beider waren ist möglich. Alle Flüsse dieser Region fließen entweder direkt oder indirekt in den Persischen Golf. Bei Überschreitung der Kämme der Gebirgsmassive in der östlichen Türkei findet man auch Flüsse, die ins Schwarze Meer oder ins Kaspische Meer münden.
Das Problem eines Stromes, der aus Eden fließt und sich in vier Hauptarme teilt, lässt sich nach Rohl so lösen: Dieser Strom könnte der Meidan Chay sein, der durch die Stadt Täbris in den Urmiasee fließt. Das Wort im hebräischen Urtext bedeutet "Quellort" oder "Kopf", nach damaligem Verständnis könnte der Urmiasee als Quellbecken der vier Paradiesflüsse verstanden worden sein. Südlich der Stadt Täbris liegt der Vulkan Sahand mit 4000 Metern Höhe, den Rohl mit dem Berg Gottes in Verbindung bringt, der laut Hesekiel 28, 12-16 im Paradies existiert haben soll.
Gold ist wohl das eindeutigste, auch wenn dessen natürliches Vorkommen sicher nicht mehr eindeutig einem konkreten Ort der Region zugeordnet werden kann.
Bedolach (Bdellium) wird gerne als Harz übersetzt, das gelblichen, durchsichtigen Glanz bei gummiartiger Struktur aufweist, wobei diese Lesart nicht zwangsläufig Richtigkeit haben muss. Zumindest unwahrscheinlich wäre es, dies als Bernstein zu verstehen, da dieser der Ostsee zugeordnet werden müsste. Baumbestand, dem man beispielsweise durch Anzapfen Harz entnehmen könnte, was als Medikament, Genuss- oder Betäubungsmittel nutzbar wäre, mag eher zutreffen. Teils werden Vergleiche mit Myrreh gezogen. Dennoch gibt es auch (wohl häufiger) die Lesart als Erz, was insbesondere in jüdischen Schriften die Vorzugsform ist. Auch die Interpretation als Perle oder gar Kristall (evtl. rötlich leuchtend) findet sich wiederholt. Allerdings sind auch Harze in der Lage perlenförmig zu erstarren und dann milchig weiß zu werden, was nicht zuletzt von Parkinson, einem englischen Botaniker des 16. Jahrhunderts für Bdellium aus Baktrien im ehemaligen Persien so beschrieben wurde. Mittlerweile gibt es auch eine Ortsgründung in Israel, die diesen Namen trägt.
Schoham wird als Edelstein beschrieben, so dass es gerne für Onyx oder manchmal auch für Beryll bzw. Karneol gehalten wird. Es sollen zwei solche Steine auf den Schulterstücken des Priesters Ephod die Erinnerung symbolisiert haben. Mit Schoham verbindet sich der gleichnamige Ort in Israel, der auf historischen Mauern steht. Für die Ortsfindung von Eden ist dies jedoch nicht hilfreich, da hier ganz spekulativ lediglich schon in früher Zeit die gleichnamigen Steine bevorzugt verarbeitet worden sein sollen.
Es gibt Ansätze der symbolischen Interpretation dieser Stoffe, die wiederum vom Anfang des Gottesreichs zum Endzeitpunkt (wie in der Offenbarung des Johannes als neues Jerusalem und dessen Baustoffen bezeichnet) einen Verständnisbogen schlagen. Ob dies zutreffend ist, soll hier außen vor bleiben. Esoterisch-kaballistische Ansätze verstehen wiederum Bedolach als die Mitte des freien Seins (im Kontext an Abrahams Vorfahren vergeben), die wiederum (zulässiger Weise) als Kristall symbolisiert wird und weiterhin eingerahmt wird von Gold auf der einen Seite und dem Gegensatz Silber auf der anderen Seite, auch wenn dies die Textstelle in den gängigen Übersetzungen nicht hergibt.
Eden heißt im Hebräischen „Anmut“, „Lieblichkeit“ und „Wonne“. Die Hebräer selbst werden oft mit den Habiru identifiziert, die aus dem Tal Habur zwischen Euphrat und Tigris stammten. Durch dieses Tal fließt als eine der wichtigsten Nebenflüsse des Euphrat der Chabur, an dem sich auch älteste Hinweise auf den Ackerbau (Göbekli Tepe, Harran, Nevali Cori und Sanliurfa) finden. Nach altjüdischer Überlieferung werden die Urhebräer in der Region von Şanlıurfa, das heilige Urfa (Ur, Herkunftsort des Patriarchen Abraham (heute in der Südosttürkei an der Grenze zu Syrien) lokalisiert. Diese Lokalität deckt sich mit den Erkenntnissen der Biologen (Heimat des Wildgetreides) und der Archäologen (frühester Ackerbau in Jerf el Ahmar und Abu Hureyra).
Nach Überlieferungen, die unter anderem in die christliche Tradition integriert wurden, soll der Garten Eden in einer gebirgigen Region gelegen haben. Der Ort soll etwa 225 km südwestlich des Berges Ararat und nur wenige Kilometer südlich des Vansees, in der heutigen Osttürkei gelegen haben. Viele künstlerische Eden-Darstellungen richten sich nach der Vorstellung einer gebirgigen Region, die von Erzen, Wasser und fruchtbaren Tälern geprägt ist und somit gut für Land- und Viehwirtschaft geeignet ist. Dies würde auf eine Region hinweisen, die später von den erst in Ansätzen erforschten Urartu oder eher noch von den noch weniger erforschten Nairi besiedelt wurde.
Die Sintflut war jedoch nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wahrscheinlich eine Monsunperiode im östlichen Mittelmeer zwischen 7000 und 4500 v. Chr. (was sich auch gut mit der Beschreibung "40 Tage Regen" deckt). Eine solche, tiefgreifende Veränderung der Erdoberfläche wie angeführt ist somit auszuschließen.
Eine gewisse Ähnlichkeit dieses Denk-Ansatzes zur Beweisführung im Rahmen des modernen Kreationismus besteht.
Nach babylonischer Mythologie war der Hauptgrund für die Erschaffung der Menschen, Nahrung für die Götter anzubauen. In der Bibel ist dies umgekehrt: Gott schafft die Pflanzen als Nahrung für den Menschen, die Tierwelt als sein Gefährte gegen die Einsamkeit.
Wenn man die Vorgeschichte der Vertreibung aus dem Garten in Eden als den Zustand vor einem Klimawandel in einer bestimmten Region versteht und die „Verdammung zum Ackerbau“ (zur Vorratshaltung) versteht, setzt die Genesis erst mit Beginn des Ackerbaus in einer bestimmten Region geschichtlich ein. Dies umfasst den Zeitraum von etwa 8000 bis 6000 v. für die Anfänge des Ackerbaus bis zum Beginn der mündlichen Tradition der biblischen Erzählungen von etwa 2000 v.
Als von Gott auserwähltes Volk haben sie jedoch zahlreiche (über 600) Gebote und Verbote zu erfüllen, die anderen Menschen nicht abgefordert werden. Sünden werden jährlich gereut, einige durch Entschuldigung und Reue bei den nächsten und fernen Mitmenschen, einige durch Reue und Entschuldigung vor dem ewigen Wesen, Gott, der gnädig ist. Es gibt im Judentum auch kein personifiziertes Böses, etwa den Teufel, oder die grundsätzliche böse und verderbte Neigung in den Menschen, wie sie die christliche Tradition unter anderem aus der Erzählung der Bibel über Adam und Eva im Garten Eden entwickelt, um diesen die „Lichtgestalt“ des guten, lieben, „neuen“ Christus gegenüberzustellen, der den Teufel mitbringt.
Bei späteren Kirchenvätern wurde dann ausgeführt, dass die Menschen ohne Jesus Christus in der Erbsünde leben und sterben müssten, eine Lehre, die durch die Schriften von Augustinus fester Bestandteil der Lehre der westlichen christlichen Kirchen wurde.
Die westliche Tradition der christlichen Theologie wertet den „Fall“ Adams und Evas aus dem paradiesischen Garten in eine „gottlose“, gottferne Welt, als vererbte Sünde oder Sündhaftigkeit, die auf alle Menschen übergeht.
Die Frucht der Erkenntnis wird von manchen sinnbildlich als Psychedelikum verstanden. Diese Deutung beinhaltet den Gedanken, dass der Mensch sich erst durch eine bewusstseinserweiternde Substanz vom Tier zum bewussten, zwischen Gut und Böse unterscheidenden Menschen weiterentwickelt habe.
Weshalb der allwissende Gott der Genesis eine Öffnung des menschlichen Geistes verhindern will, dies jedoch nicht verhindern kann, wirft die Frage nach der Deutung eines allmächtigen Gottes in der Genesis auf. Die christliche Lehrmeinung dagegen weist jedoch darauf hin, dass Gott dem Menschen Unsterblichkeit, freien Willen und das Recht über alles auf der Erde zu herrschen, gab und dass das Verbot vom Baum der Erkenntnis zu essen das einzige Verbot war, das Gott den Menschen auferlegt hatte. Das Befolgen dieses einen Verbotes aus freiem Willen war somit des Menschen Pfand.
Kain und Abel stehen für den Ackerbauern und den Hirten. Es ist eine bildliche Beschreibung der Agrargeschichte der neolithischen Revolution. Als Preis für die Erkenntnis für die neuen Wissen folgen die Mühen der neuen Arbeit.
Eine Kritik am religiösen ist insofern zu üben, als dass die wichtigsten Religionen von einem Paradies sprechen, jedoch die Annahme besteht, dass der Traum nun aber genau die übermenschlichen Eigenschaften des mystifizierten Paradieses aufweist (u.a. Zeit-, Ortsprünge). Insofern sind Religionen unvollständig, wenn sie die Traumwelt nicht als ihr vorgestelltes Paradies aufzeigen.
Das Judentum liest die Geschichte vom Garten in Eden differenziert und integriert sie nicht in ihr traditionelles Weltbild. Der Mensch ist weder sündig, noch ist er gefallen und verdorben. Der Weg zu Gott ist ein Weg, offen für jeden Menschen, gleich welcher Religion bzw. welchen Glaubens, den er einschlagen kann und soll. Eine Rettergestalt wird die Menschen und die Welt nicht erretten, sondern die Errettung der Welt sollen die Menschen aus sich selber heraus und ihr Verhalten angehen, die Welt und das menschliche Miteinander verbessern. Die Tora lehrt, dass die Menschen dabei nicht allein sind.
Anders als im Koran schildert die Bibel das Paradies („Ewiges Leben“) eher abstrakt und vage. Die Erlösten befinden sich in der Nähe Gottes, leben in ewigem Frieden und erfreuen sich eines herrlichen Daseins. Sie sind „wie die Engel“, heiraten nicht und preisen Gott mit Lobliedern.
Meist gebraucht man Wörter die einen Garten bezeichnen, nur ist das klassische hocharabische Wort für „Garten“ dschan meist durch das persische Lehnwort bustaan ersetzt. Das klassisch hocharabische dschanna ist hingegen koranisch. Auch gibt es das Wort Paradies als Lehnwort firdaws und Garten Eden ist auch nicht unbekannt dschanna adn. Die Vorstellung von einem in verschiedene Stufen geteilten Paradies mit dem „Siebten Himmel“ als höchster Stufe ist recht populär. Cennet = „Garten Eden“ auf Türkisch.
Insgesamt ist die Vorstellung eines Paradieses voller weltlicher Freuden im Islam profan sehr verbreitet, auch wenn islamische Theologen versuchen, die Vorstellung von sinnlichen Freuden mehr abstrakt zu deuten.
Hinduismus und Buddhismus kennen neben dem Endzustand des Nirvana mehrere zeitlich begrenzte Paradiese, die unseren Paradiesvorstellungen ähnlicher sind. Nirvana und Paradies lassen sich nicht sinnvoll direkt, allgemeinernd vergleichen, ohne den Kontext des Betrachtenden und seiner kulturellen Prägungen einzubeziehen, dies jedoch sprengte den Rahmen eines lexikalischen Wikipedia-Artikels.
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