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Hieronymus Bosch - The Garden of Earthly Delights - The Earthly Paradise (Garden of Eden).jpg“: Der Garten Eden von Hieronymus Bosch]] Der Garten Eden, im Hebräischen Gan Eden, גן עדן, genannt, wird in der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel als Paradies bezeichnet. Er taucht im 1. Buch Mose (Genesis) der Bibel auf, das ihn in Gen 2 schildert und in Gen 3 von der Vertreibung des Menschen daraus erzählt.

Ursprung des Begriffs Garten Eden


Eden, abgeleitet vom sumerischen Adina oder Adana, was „Garten“ oder „grüne Steppe“ bedeutet, ist ein Begriff aus dem Sumerischen und bezeichnet einen Ort, der fruchtbar zu sein schien, sich aber im Folgenden als unfruchtbar erwies. Später bedeutete Eden dann unkultivierte Steppe oder bezeichnete allgemein das Hinterland fernab der Kulturzentren. Damit trifft die Beschreibung historisch genau auf die Änderung der Verhältnisse zu, wie sie laut Feststellung der Klimaforschung am Ende der letzten Eiszeit in der Levante erfolgten. Die einst grüne Steppe trocknete aus und zwang die Menschen ihre nur noch saisonal verfügbare Nahrung mittels Vorratshaltung zu strecken, was zum Ackerbau führte, der auch in Bezug auf die Vertreibung als neue Ernährungsbasis benannt wird.

Geographische Lage des Garten Eden


Es heißt in Genesis 2,10-14:

Ebstorfer Weltkarte.jpg aus dem Hochmittelalter, die weniger die physische Geographie der Welt als die Weltgeschichte ins Bild setzt, ist das Paradies im äußersten Osten (oben!) als ummauerter Bereich eingezeichnet.]]

Mit dieser Überlieferung gibt es jedoch ein grundsätzliches Problem in der Präzision der Ortsangaben: In der jüdischen Tradition wurde der Name גן עדן Gan Eden zum Sammlungsort der Gerechten nach dem Tod (siehe auch: Auferstehung oder Himmel (religiös)), und die Spekulation über dessen geographische Lage auf Erden wurde vermieden. Hierzu sei die Weigerung des Judentums betont, sowohl den Ort des Paradieses, des Berges der Offenbarung, des Berges Sinai und anderes genau festzulegen, um den Gefahren der Anbetung, Anrufung, des Kultus der Pilgerung, wie der Verehrung heiliger Stätten oder der Idolatrie (=„Götzendienst“) etc. zu vermeiden, da selbst der Name Gottes nur sehr zurückhaltend gebraucht wird.

Deutung der Flussnamen

Region between the seas in the Middle East.png Die geographische Lage lässt sich – nach dem Text – somit nur spekulativ bestimmen, indem man die Beschreibung des Stromes, „der von Eden ausging“ und sich dann in vier „Hauptflüsse“ – Pischon, Gihon, Hiddekel östlich von Aschur und Perat (Euphrat) – teilte, zu Rate zieht.
  • Der Euphrat ist bekannt,
  • der Hiddekel ist jener Name, der in den alten Inschriften für den Tigris steht
  • das mit dem derzeit nicht identifizierbaren Fluss Gihon verknüpfte Kusch meint meistens Äthiopien (oder Midian), hier ist aber eher der sumerisch-akkadische Stadtstaat Kisch in Mesopotamien gemeint, für den aber erst ab etwa 2800 v. Chr. Überlieferungen bestehen. In Frage käme eher die hethitische Stadt Kuschar bzw. Kuschara, die aber noch nicht wieder gefunden wurde. David Rohl hält den Aras für den historischen Gihon. Er führt ein Dokument aus der Zeit der islamischen Invasion in Persien an, das die Bekanntheit des Aras unter dem Namen Gyhun bis ins 7. Jhd. beweise. Der alte Name der Region am Gyhun laute wie eine Gegend im heutigen Sudan ebenfalls Kusch. Ein Gipfel heißt heute noch hier Kuscha-Dagh („Berg von Kusch“).
  • Der Fluss Pischon bleibt mangels einer geografisch-historischen Interpretation unberücksichtigt, genauso wie die Ortsangabe Chawila. Ob ein Ort am Chabur, ein Nebenfluss des Euphrat in Syrien, gemeint ist, ist derzeit nicht geklärt. Der Pischon wird von David Rohl als der noch heute Gold führende Qezel Uzan identifiziert. Die Übersetzung von Qezel mit „golden“ deute auf die reichen Gold- und Edelsteinvorkommen des Gebietes hin, das die Genesis um Chawila beschreibt.

Euphrat und Tigris entspringen in der Nähe der türkischen Stadt Elazığ. Das Finden zweier weiterer Flüsse die dann Nebenflüsse des einen oder anderen bzw. beider waren ist möglich. Alle Flüsse dieser Region fließen entweder direkt oder indirekt in den Persischen Golf. Bei Überschreitung der Kämme der Gebirgsmassive in der östlichen Türkei findet man auch Flüsse, die ins Schwarze Meer oder ins Kaspische Meer münden.

Das Problem eines Stromes, der aus Eden fließt und sich in vier Hauptarme teilt, lässt sich nach Rohl so lösen: Dieser Strom könnte der Meidan Chay sein, der durch die Stadt Täbris in den Urmiasee fließt. Das Wort im hebräischen Urtext bedeutet "Quellort" oder "Kopf", nach damaligem Verständnis könnte der Urmiasee als Quellbecken der vier Paradiesflüsse verstanden worden sein. Südlich der Stadt Täbris liegt der Vulkan Sahand mit 4000 Metern Höhe, den Rohl mit dem Berg Gottes in Verbindung bringt, der laut Hesekiel 28, 12-16 im Paradies existiert haben soll.

Archäologische Deutung

Der metapherartig dargestellte Komplex, der als unmittelbare Folge der Vertreibung aus dem Paradies die „Verurteilung zum Ackerbau“ nach sich zieht, zeigt das gesamte Szenario als ein Konstrukt, das auf den auch metaphysisch zu verarbeitenden Übergang von der aneignenden Nahrungsbeschaffung (im Paradies) zur produzierenden Nahrungsbeschaffung hinweist. Die Stelle, an der der Ackerbau seine bisher ältesten Spuren (etwa 11.000 v. Chr.) hinterlassen hat, liegt am Oberlauf des Euphrats und seiner Nebenflüsse. Auch der Begriff einer „grünen Steppe“ trifft auf diese Gegend zeitgerecht zu. Dem Klimawechsel am Ende der Eiszeit folgt eine starke Nordverlagerung der Vegetationszonen und damit der vegetationsabhängigen Fauna. Hinzu kommt, das festzustehen scheint, dass die ersten genutzten Wildgetreidearten (zu dieser Zeit) nur in der Osttürkei und in Nordsyrien beheimatet waren. Dem Ackerbau folgt die Zerstörung der Natur durch die von nun an unablässigen menschlichen Eingriffe primär als Folge eines sprunghaften Anstiegs der Bevölkerung um das 40-fache.

Deutung der Schätze

Mit Gold, Bedolach-Erz und Schoham-Stein wird die Region Chawila etwas näher charakterisiert. Dennoch ist das nicht mehr als ein Fingerzeig, der aber in vielerlei Richtungen zeigt, da weder eine geografische Eindeutigkeit noch für alle drei Elemente eine begriffliche Eindeutigkeit gegeben ist.

Gold ist wohl das eindeutigste, auch wenn dessen natürliches Vorkommen sicher nicht mehr eindeutig einem konkreten Ort der Region zugeordnet werden kann.

Bedolach (Bdellium) wird gerne als Harz übersetzt, das gelblichen, durchsichtigen Glanz bei gummiartiger Struktur aufweist, wobei diese Lesart nicht zwangsläufig Richtigkeit haben muss. Zumindest unwahrscheinlich wäre es, dies als Bernstein zu verstehen, da dieser der Ostsee zugeordnet werden müsste. Baumbestand, dem man beispielsweise durch Anzapfen Harz entnehmen könnte, was als Medikament, Genuss- oder Betäubungsmittel nutzbar wäre, mag eher zutreffen. Teils werden Vergleiche mit Myrreh gezogen. Dennoch gibt es auch (wohl häufiger) die Lesart als Erz, was insbesondere in jüdischen Schriften die Vorzugsform ist. Auch die Interpretation als Perle oder gar Kristall (evtl. rötlich leuchtend) findet sich wiederholt. Allerdings sind auch Harze in der Lage perlenförmig zu erstarren und dann milchig weiß zu werden, was nicht zuletzt von Parkinson, einem englischen Botaniker des 16. Jahrhunderts für Bdellium aus Baktrien im ehemaligen Persien so beschrieben wurde. Mittlerweile gibt es auch eine Ortsgründung in Israel, die diesen Namen trägt.

Schoham wird als Edelstein beschrieben, so dass es gerne für Onyx oder manchmal auch für Beryll bzw. Karneol gehalten wird. Es sollen zwei solche Steine auf den Schulterstücken des Priesters Ephod die Erinnerung symbolisiert haben. Mit Schoham verbindet sich der gleichnamige Ort in Israel, der auf historischen Mauern steht. Für die Ortsfindung von Eden ist dies jedoch nicht hilfreich, da hier ganz spekulativ lediglich schon in früher Zeit die gleichnamigen Steine bevorzugt verarbeitet worden sein sollen.

Es gibt Ansätze der symbolischen Interpretation dieser Stoffe, die wiederum vom Anfang des Gottesreichs zum Endzeitpunkt (wie in der Offenbarung des Johannes als neues Jerusalem und dessen Baustoffen bezeichnet) einen Verständnisbogen schlagen. Ob dies zutreffend ist, soll hier außen vor bleiben. Esoterisch-kaballistische Ansätze verstehen wiederum Bedolach als die Mitte des freien Seins (im Kontext an Abrahams Vorfahren vergeben), die wiederum (zulässiger Weise) als Kristall symbolisiert wird und weiterhin eingerahmt wird von Gold auf der einen Seite und dem Gegensatz Silber auf der anderen Seite, auch wenn dies die Textstelle in den gängigen Übersetzungen nicht hergibt.

Deutungen und Überlieferungen

Median Empire.jpg

Eden heißt im Hebräischen „Anmut“, „Lieblichkeit“ und „Wonne“. Die Hebräer selbst werden oft mit den Habiru identifiziert, die aus dem Tal Habur zwischen Euphrat und Tigris stammten. Durch dieses Tal fließt als eine der wichtigsten Nebenflüsse des Euphrat der Chabur, an dem sich auch älteste Hinweise auf den Ackerbau (Göbekli Tepe, Harran, Nevali Cori und Sanliurfa) finden. Nach altjüdischer Überlieferung werden die Urhebräer in der Region von Şanlıurfa, das heilige Urfa (Ur, Herkunftsort des Patriarchen Abraham (heute in der Südosttürkei an der Grenze zu Syrien) lokalisiert. Diese Lokalität deckt sich mit den Erkenntnissen der Biologen (Heimat des Wildgetreides) und der Archäologen (frühester Ackerbau in Jerf el Ahmar und Abu Hureyra).

Nach Überlieferungen, die unter anderem in die christliche Tradition integriert wurden, soll der Garten Eden in einer gebirgigen Region gelegen haben. Der Ort soll etwa 225 km südwestlich des Berges Ararat und nur wenige Kilometer südlich des Vansees, in der heutigen Osttürkei gelegen haben. Viele künstlerische Eden-Darstellungen richten sich nach der Vorstellung einer gebirgigen Region, die von Erzen, Wasser und fruchtbaren Tälern geprägt ist und somit gut für Land- und Viehwirtschaft geeignet ist. Dies würde auf eine Region hinweisen, die später von den erst in Ansätzen erforschten Urartu oder eher noch von den noch weniger erforschten Nairi besiedelt wurde.

Namenswechsel-Theorie

Nach einer religiös motivierten Auffassung bezeichnen die in Genesis 2 erwähnten Namen vollkommen andere, als die heute so benannten Landschaften, weshalb die Lage des Gartens daraus heute nicht rekonstruiert werden kann. Die Begründung lautet: Nachdem die Sintflut die Erdoberfläche völlig verändert hatte, haben die Menschen im Verlauf der Wiederbesiedelung den neuen besiedelten Landschaften wieder die vertrauten, alten Namen gegeben.

Die Sintflut war jedoch nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wahrscheinlich eine Monsunperiode im östlichen Mittelmeer zwischen 7000 und 4500 v. Chr. (was sich auch gut mit der Beschreibung "40 Tage Regen" deckt). Eine solche, tiefgreifende Veränderung der Erdoberfläche wie angeführt ist somit auszuschließen.

Eine gewisse Ähnlichkeit dieses Denk-Ansatzes zur Beweisführung im Rahmen des modernen Kreationismus besteht.

Adam und Eva im Garten Eden


Lucas Cranach d. Ä. 002.jpg: Adam und Eva im Garten Eden, 1530]] Vom Garten Eden wird im 1. Buch Mose (hebr. Bereschit = „Im Anfang“, griech. Genesis) erzählt. Der Mensch, hebräisch adam, der aus Staub auf der Erde, hebr. adama, gebildet wird und Chawa, seine Frau (Eva), waren die einzigen menschlichen Bewohner von Eden.

Nach babylonischer Mythologie war der Hauptgrund für die Erschaffung der Menschen, Nahrung für die Götter anzubauen. In der Bibel ist dies umgekehrt: Gott schafft die Pflanzen als Nahrung für den Menschen, die Tierwelt als sein Gefährte gegen die Einsamkeit.

Wenn man die Vorgeschichte der Vertreibung aus dem Garten in Eden als den Zustand vor einem Klimawandel in einer bestimmten Region versteht und die „Verdammung zum Ackerbau“ (zur Vorratshaltung) versteht, setzt die Genesis erst mit Beginn des Ackerbaus in einer bestimmten Region geschichtlich ein. Dies umfasst den Zeitraum von etwa 8000 bis 6000 v. für die Anfänge des Ackerbaus bis zum Beginn der mündlichen Tradition der biblischen Erzählungen von etwa 2000 v.

Die Vertreibung aus dem Garten


Judentum

Das Judentum kennt keine Sünden, die vererbt werden könnten. Deshalb gehen Adams oder der Väter Handlungen gegen die Gebote des Herrn nicht auf die nachfolgenden Menschen über. Die jüdische ethische Tradition ist liberal. Der Mensch hat einen freien Willen (beḥirah) und ist nur für seine eigenen Sünden verantwortlich. Der Mensch hat eine Neigung zum Bösen (jetzer ha-ra), wie eine Neigung zum Guten und Gottes Gebote helfen den guten Trieb (jetzer tow) in den Menschen zu entwickeln, was letztlich positiv für die Menschen und für die Umwelt ist. Die genaue Ausdeutung Gottes Gebote ist zudem nicht festgeschrieben, sondern wird in der jüdischen Tradition immer weiter in der Zeit entwickelt und bleibt Juwel der jüdischen Streitkultur, die letztlich das jüdische Volk eint. Gott hat dafür die schriftlichen Tora und die mündliche Überlieferung dem Mosche gegeben.

Als von Gott auserwähltes Volk haben sie jedoch zahlreiche (über 600) Gebote und Verbote zu erfüllen, die anderen Menschen nicht abgefordert werden. Sünden werden jährlich gereut, einige durch Entschuldigung und Reue bei den nächsten und fernen Mitmenschen, einige durch Reue und Entschuldigung vor dem ewigen Wesen, Gott, der gnädig ist. Es gibt im Judentum auch kein personifiziertes Böses, etwa den Teufel, oder die grundsätzliche böse und verderbte Neigung in den Menschen, wie sie die christliche Tradition unter anderem aus der Erzählung der Bibel über Adam und Eva im Garten Eden entwickelt, um diesen die „Lichtgestalt“ des guten, lieben, „neuen“ Christus gegenüberzustellen, der den Teufel mitbringt.

Christentum

Garten_eden_cranach.jpg | Giovanni di Paolo 004.jpg Paulus schrieb in Römer 5,12 und 5,18 „Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt...“ und „...durch die Übertretung eines einzelnen kam es für alle Menschen zur Verurteilung.“ Daraus entwickelte sich die christliche Lehre der Erbsünde, die es in allen großen christlichen Traditionen gibt, die jedoch sehr unterschiedlich ausgedeutet wird.

Bei späteren Kirchenvätern wurde dann ausgeführt, dass die Menschen ohne Jesus Christus in der Erbsünde leben und sterben müssten, eine Lehre, die durch die Schriften von Augustinus fester Bestandteil der Lehre der westlichen christlichen Kirchen wurde.

Die westliche Tradition der christlichen Theologie wertet den „Fall“ Adams und Evas aus dem paradiesischen Garten in eine „gottlose“, gottferne Welt, als vererbte Sünde oder Sündhaftigkeit, die auf alle Menschen übergeht.

Psychologische Deutungen

Die Genesis 3, die christlich als „Sündenfallerzählung“ gewertet wird, hebräisch als "Vertreibung Adams und Evas aus dem Garten Eden" neutral bekannt bleibt, ist vielfach philosophisch und psychologisch gedeutet worden. Der deutsche Idealismus sah in ihr den Mythos vom Erwachen des Bewusstseins, und ging so weit, den Menschen nach dem Essen der Frucht des Baumes des Wissens von Gut und Böse, als nicht im Vollsinn „Mensch“ zu beurteilen. Psychologische Deutungen erkennen eine verschlüsselte Darstellung des Adoleszenzkonflikts, in dem sich die „unschuldige“ Elternbindung stufenweise löst und eine erwachsene Identität der Freiheit und Schuldfähigkeit entsteht. Dabei wird der Baum der Erkenntnis gern auch auf die Entdeckung der Sexualität gedeutet. Diese Deutung ist sehr an die sexualfeindliche christlich/partiarchale Denkweise angelehnt.

Psychedelische Deutung

Die Frucht der Erkenntnis wird von manchen sinnbildlich als Psychedelikum verstanden. Diese Deutung beinhaltet den Gedanken, dass der Mensch sich erst durch eine bewusstseinserweiternde Substanz vom Tier zum bewussten, zwischen Gut und Böse unterscheidenden Menschen weiterentwickelt habe.

Weshalb der allwissende Gott der Genesis eine Öffnung des menschlichen Geistes verhindern will, dies jedoch nicht verhindern kann, wirft die Frage nach der Deutung eines allmächtigen Gottes in der Genesis auf. Die christliche Lehrmeinung dagegen weist jedoch darauf hin, dass Gott dem Menschen Unsterblichkeit, freien Willen und das Recht über alles auf der Erde zu herrschen, gab und dass das Verbot vom Baum der Erkenntnis zu essen das einzige Verbot war, das Gott den Menschen auferlegt hatte. Das Befolgen dieses einen Verbotes aus freiem Willen war somit des Menschen Pfand.

Deutungen in Kunst und Literatur

In der europäischen Kunst und Literatur ist die Erzählung von der Vertreibung aus dem Paradies allgegenwärtig. In Goethes Faust schreibt Mephisto im Professorentalar dem wissbegierigem Studienanfänger ins Stammbuch, was die Schlange versprach und was als Überschrift offenbar über dem ganzen Drama des Erkenntnisdrangs und der Grenzüberschreitungen stehen soll: „Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum“ - „Ihr werdet sein wie Gott und das Gute und Böse erkennen“.

Profane Deutung

Es ist ein Gleichnis zur Beschreibung der damaligen paradiesischen Zustände als Jäger und Sammler und dem Wechsel zu Ackerbau und Viehzucht. Damals gab es noch Stämme, die als Nomaden lebten, neben schon sesshaften Stämmen. Um diesen Wechsel zu erklären, wie man von einem Leben von der Hand in den Mund zum beschwerlichen Leben durch Feldarbeit kommt.

Kain und Abel stehen für den Ackerbauern und den Hirten. Es ist eine bildliche Beschreibung der Agrargeschichte der neolithischen Revolution. Als Preis für die Erkenntnis für die neuen Wissen folgen die Mühen der neuen Arbeit.

Das Paradies


Paradies ist ein aus dem altiranischen (medisch) stammendes Wort für ein umgrenztes „eingehegtes Gebiet“ wie einen herrschaftlichen Park, einen Tier-, Lust- oder Zaubergarten; in der griechischen Übersetzung der Bibel wurde er zur Bezeichnung des „Garten Eden“ verwendet. Der sumerische Name für Paradies ist Dilmun. Es ist am „unteren bitteren Meer, zur Morgenseite“ gelegen und bedeutet höchstwahrscheinlich die Inselgruppe Bahrain. In ihr wachsen die heiligen Bäume, auch gilt sie als Quelle der Flüsse. Da es sich jedoch um eine Insel handelt, ist diese Deutung eher ein Missverständnis.

Eine Kritik am religiösen ist insofern zu üben, als dass die wichtigsten Religionen von einem Paradies sprechen, jedoch die Annahme besteht, dass der Traum nun aber genau die übermenschlichen Eigenschaften des mystifizierten Paradieses aufweist (u.a. Zeit-, Ortsprünge). Insofern sind Religionen unvollständig, wenn sie die Traumwelt nicht als ihr vorgestelltes Paradies aufzeigen.

Das Paradies im Zarathustrismus

Im Zarathustrismus (auch: Zoroastrismus), nach Zarathustra, gelangen die Seelen nach dem Tod an die Činvat-Brücke. Hier wird Gericht über Gute und Böse gehalten. Die Guten gelangen in die seligen Gefilde des Paradieses Garodemäna (später Garotman), des „Orts der Lobgesänge“; die Seele des Bösen aber gelangt an den „schlechtesten Ort“, d. h. in die Hölle. Parallelen zur späteren christlichen Lehre vom jüngsten Gericht und zur Eschatologie im Islam sind unverkennbar.

Das Paradies im Judentum

Im Judentum spielen Paradiesvorstellungen keine so wichtige Rolle wie im Islam und im Christentum.

Das Judentum liest die Geschichte vom Garten in Eden differenziert und integriert sie nicht in ihr traditionelles Weltbild. Der Mensch ist weder sündig, noch ist er gefallen und verdorben. Der Weg zu Gott ist ein Weg, offen für jeden Menschen, gleich welcher Religion bzw. welchen Glaubens, den er einschlagen kann und soll. Eine Rettergestalt wird die Menschen und die Welt nicht erretten, sondern die Errettung der Welt sollen die Menschen aus sich selber heraus und ihr Verhalten angehen, die Welt und das menschliche Miteinander verbessern. Die Tora lehrt, dass die Menschen dabei nicht allein sind.

Das Paradies im Christentum

Zunächst muss man im Christentum zwischen verschiedenen eschatologischen Vorstellungen unterscheiden, die in den einzelnen Traditionen teilweise als unterschiedlich und teilweise als getrennt gesehen werden.

Anders als im Koran schildert die Bibel das Paradies („Ewiges Leben“) eher abstrakt und vage. Die Erlösten befinden sich in der Nähe Gottes, leben in ewigem Frieden und erfreuen sich eines herrlichen Daseins. Sie sind „wie die Engel“, heiraten nicht und preisen Gott mit Lobliedern.

Das Paradies im Islam

Der Islam kennt zwar sehr anschauliche Beschreibungen von einem Paradies voller Wonne, mit Früchten und kühlen Bächen, Paradiesjungfrauen, mit Kissen und weichen Teppichen usw., ein einheitliches Wort dafür gibt es aber nicht.

Meist gebraucht man Wörter die einen Garten bezeichnen, nur ist das klassische hocharabische Wort für „Garten“ dschan meist durch das persische Lehnwort bustaan ersetzt. Das klassisch hocharabische dschanna ist hingegen koranisch. Auch gibt es das Wort Paradies als Lehnwort firdaws und Garten Eden ist auch nicht unbekannt dschanna adn. Die Vorstellung von einem in verschiedene Stufen geteilten Paradies mit dem „Siebten Himmel“ als höchster Stufe ist recht populär. Cennet = „Garten Eden“ auf Türkisch.

Insgesamt ist die Vorstellung eines Paradieses voller weltlicher Freuden im Islam profan sehr verbreitet, auch wenn islamische Theologen versuchen, die Vorstellung von sinnlichen Freuden mehr abstrakt zu deuten.

Spezielle Bezeichnungen in den abrahamitischen Religionen

Hinduismus und Buddhismus kennen neben dem Endzustand des Nirvana mehrere zeitlich begrenzte Paradiese, die unseren Paradiesvorstellungen ähnlicher sind. Nirvana und Paradies lassen sich nicht sinnvoll direkt, allgemeinernd vergleichen, ohne den Kontext des Betrachtenden und seiner kulturellen Prägungen einzubeziehen, dies jedoch sprengte den Rahmen eines lexikalischen Wikipedia-Artikels.

Das Paradies als Garten

Die transzendierten Vorstellungen vom „Paradies“ als Garten und dem Leben darin sind sehr vielfältig und geben einen interessanten Einblick in die Bedürfnisse und Sehnsüchte der jeweiligen Kultur:
  • die Kelten hatten Avalon, den „Apfelgarten“
  • die Griechen hatten den Garten der Hesperiden auf einer Insel im Westen mit seinen Goldenen Äpfeln
  • War es für die Christen in dem meist ländlichen Mittelalter die Stadt - das Himmlische Jerusalem (Offb. 21) -, rückte später der Garten Eden (Gen. 2) in den Vordergrund.
  • Die Klostergärten, geben uns bis heute das Bild wieder von einer (geometrisch) geordneten, in sich geschlossenen Welt.
  • Höhepunkt dieser Vorstellung war der französische Garten im Barock.
  • Seit der Aufklärung wird der Paradiesgarten jedoch immer mehr einer Urlandschaft gleichgesetzt, einer Welt noch vor der Zivilisation.
  • Für den ökologisch bewussten Menschen der heutigen Zeit ist das Paradies meist eine Wildnis, ein Urwald oder Biotop, in dem die durch Kultur und Technik hervorgerufene Entfremdung überwunden wäre.

Siehe auch


Weblinks


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