DSCF0316.JPG]] Ein Garten ist ein abgegrenztes Stück Land, in dem Pflanzen unter intensiver Pflege mit Hilfe von Gartengeräten angebaut werden (Gartenwirtschaft/Gartenbau).
Der deutsche Begriff "Garten" leitet sich von "Gerte" (indogermanisch "gher" und später "ghortos") ab und ist etymologisch mit lat. ""hortus"" (Nutzgarten), engl. "yard" (Hof), franz. "jardin" (Garten), skand. "gaard" (Hof) und slaw. "grad" (Burg, Befestigung, Umfriedung) verwandt. Gemeint sind Weiden-, Haselnussruten o.a., die - ineinander verflochten - früher den Garten umfriedeten. Garten heißt also ursprünglich umfriedetes bzw. eingefasstes Land, und stand unter besonderem rechtlichem Schutz (Gartenfrieden).
Gärten werden nicht nur angelegt, um einen direkten Ertrag zu ernten (Nutzgarten), sondern um einem künstlerischen, spirituellen, religiösen, therapeutischen Zweck bzw. der Freizeitgestaltung und Erholung zu dienen (Ziergarten).
Neben der heute oftmals anzutreffenden Form eines Mischgartens, der viele der genannten Aspekte in sich vereint, unterscheidet man in Europa auch je nach Aufgabe schwerpunktmäßig den Hausgarten oder Nutzgarten, Gemüse-, Obst-, Kräutergarten, den Kleingarten, Naturgarten, den botanischen Garten, den Versuchsgarten uvm..
Gärten können öffentlich oder privat, eingefriedet oder offen zugänglich sein.
Ist ein Garten größer, so dass er von einem einzelnen Menschen nicht mehr neben der Berufsarbeit gepflegt werden kann, und wenn er nicht zu Ertragszwecken, sondern als ästhetisches Objekt angelegt und unterhalten wird, so spricht man von einem Park, auch wenn sich im Namen einer solchen Anlage das Wort "Garten" erhalten hat (z. B. Englischer Garten). Es wird nach Bepflanzung, Stilen oder gestalterischen Themen unterschieden (Barockpark (Französischer Garten), Zengarten, Chinesischer Garten, Japanischer Garten, Italienischer Garten, Englischer Landschaftspark, Rosengarten, Steingarten, Staudengarten, Wüstengarten, Kiesgarten, Schattengarten, Wassergarten, Bibelgarten, Bauerngarten, Kreuzgarten, ornamentaler Garten, Künstlergarten, Klostergarten, Burggarten, Landschaftsgarten).
In einem Garten verwendet man Nutzpflanzen (Obst und Gemüse, Küchen- und Gewürzkäuter, Heilpflanzen) und Zierpflanzen. Dazu gehören:
Auch die alten Inder hatten gut bewässerte und ganz regelmäßig angelegte Gärten, in denen für jede Pflanzenart meist eine besondere Abteilung bestimmt war. Anders in China, wo der Land- und Gartenbau, ihretwegen auch die Wasserwirtschaft, sich stets in der höchsten denkbaren Blüte befand. Die Gärten Japans ähneln den chinesischen. Derselbe Gedanke liegt ihnen zu Grunde, nur ahmen jene die Natur noch treuer nach und suchen große Landschaften im kleinen nachzubilden. In Japan werden Gärten nach den Prinzipien des Zen-Buddhismus oder des Feng Shui angelegt, die bestimmten Mustern entsprechen. Dabei wird vor allem auf Ausgewogenheit der Elemente geachtet.
König Salomo (1015) war ein großer Gartenfreund und zog, vielleicht zum Unterricht, Gewächse aller Art "von der Zeder bis auf den Ysop, der aus der Mauer wuchs"; in einem zweiten Garten zog man allerhand meist aus Indien eingeführte Gewürzkräuter.
Kyros II. (559-529), der Gründer des großen persischen Reichs und des persischen Gartens, beförderte den Obstbau durch weise Gesetze und durch Schulgärten bei den Anstalten, in denen die Kinder der Großen seines Reichs erzogen wurden. Von Obstarten dieser Länder wurden und werden heute noch genannt: Weintrauben, Quitte, Pfirsich, Lotospflaume (Diospyrus Lotus), Pflaumen und Birnen.
Im Jahrh. v. Chr., in Griechenlands klassischer Zeit, gingen Feld- und Gartenbau zurück, man lebte meist in den Städten, wo einige wenige regelmäßige Anpflanzungen den Einwohnern als Erholungsorte dienten, oder wo Epikur seine Schüler um sich versammelte, weshalb seine Philosophie Kepos (Garten) genannt wurde. Die Gemüse des alten Griechenland waren ziemlich diejenigen unsrer Tage. Aber die Halbinsel mit ihrer Blüte erlag im Anfang unsrer Zeitrechnung fremden Eroberern, und erst in neuerer Zeit sprach man wieder vom Garten auch in Griechenland, unter anderen von dem Schlossgarten, welchen Königin Amalie in Athen anlegen ließ, und der ein Wunderwerk von Schönheit sein soll; in neuester Zeit hat zwar, nach Professor Landerer, der Garten eine immer größere, allgemeine Ausdehnung gewonnen, dem aber der harte Winter 1879/80 ganz bedeutend geschadet hat.
Frankreichs Gartenbau kennt im Anfang seiner Geschichte nur das rein Nützliche, erhebt sich nur langsam zur Beachtung der Blumen und erreicht erst sehr spät das ästhetisch Schöne; jedes angenehme und nützliche Erzeugnis des Land- und Gartenbaues stammt aus der Fremde, von den Phönikern, Griechen, Karthagern, Römern und Sarazenen. Karl der Große (768-814) beförderte Acker-, Obst- und Weinbau auf jede Weise, er liebte die Gärten und erteilte seinen Gärtnern gern Verhaltungsbefehle. Er stand in freundschaftlichem Verhältnis zu dem abbassidischen Kalifen Harun ar-Raschid (gest. 809), durch den er die besten Gemüse und Früchte erhalten haben soll.
Gaspar de Gabriel, ein reicher toskanischer Edelmann, gründete 1525 den ersten botanischen Garten, dem bald der von Cornaro in Venedig, der von Simonetti in Mailand, von Pinetta in Neapel u. a. folgten.
1545 wurde vom Senat in Venedig die Anlage eines öffentlichen botanischen Gartens in Padua bewilligt, Papst Pius V. ließ den in Bologna einrichten, der Großherzog von Toskana den in Florenz, und bald darauf hatte beinahe jede bedeutende Stadt in Italien einen botanischen Garten.
Auch in Frankreich wurden botanische Gärten angelegt: 1597
Einen natürlichen Gegensatz zu diesen sehr gezierten Gärten bilden die Gärten der Women Gardeners wie Gertrude Jekyll oder Elizabeth Sitwell, die sich an der ungezähmten Pracht und Einfachheit von Bauerngärten orientieren.
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