Die noch heute bestehende Familie Gans zu Putlitz gehört dem märkischen Uradel an und zählte insbesondere in den Jahrhunderten des Spätmittelalters zu den einflussreichsten Familien in der Brandenburger Prignitz.
Bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts gehörte sie als einzige Prignitzer Familie zum Herrenstand und war in Verträgen und Beschlüssen fürstlichen und gräflichen Ständen gleichgestellt. Seit der Verleihung im Jahr 1373 besaß das Haus ununterbrochen die Erbmarschall-Würde der Kurfürsten von Brandenburg. Aus Stolz lehnten Teile der Familie die – oft gekaufte und dadurch desavouierte – Erhebung in den Freiherren- und Grafenstand bis in die jüngere Zeit ab; noch in der DDR hielten Nachfahren ihren alten Titel „zu Putlitz“ aufrecht. Heutige Familienmitglieder bemühen sich erfolgreich um die Restaurierung ehemaliger familiärer Kulturgüter wie beispielsweise des barocken Schlosses Wolfshagen.
Neben ihrer Bedeutung für die Geschichte und Kultur in der Prignitz ist die Familie hinsichtlich der umstrittenen Fragen zum Begriff Raubritter interessant. Putlitz_Wappen1.JPG]]
Die ostelbische Prignitz zählt zu den ältesten Gebieten der Mark Brandenburg, die noch vor der Gründung der Mark im Jahr 1157 durch Albrecht unter die Herrschaft der Askanischen Dynastie kam. Von der benachbarten westelbischen Altmark, die zum Stammland der Askanier gehörte, führte Albrecht 1147 gemeinsam mit seinen Söhnen Otto I. und Hermann ein rund 60.000 Mann starkes Heer durch die heutige Prignitz Richtung Stettin gegen die Lutizen, einen Richtung Südosten ansässigen Slawenstamm. Zeitgleich zog Albrechts späterer Erzfeind Heinrich der Löwe mit rund 40.000 Mann nach Norden gegen die Obodriten.
In der Folge dieses so genannten Wendenkreuzzuges setzten sich laut Albrecht-Biograf Lutz Partenheimer unter dem Zeichen des Kreuzes auch kleinere Dynastien auf dem ostelbischen Boden der Nordmark fest*. Die Erkenntnis, daß er diese angesichts der vielen anderen am slawischen Gebiet interessierten Mächte auf Dauer wohl nicht würde allein behaupten können, dürfte durch den Slawenfeldzug bei Albrecht dem Bären gefördert worden sein.
In einem Brief vom Januar 2005 teilt ein Nachfahre, Gebhard zu Putlitz, als historisch belegte Herkunft des Namens mit: In der Folge des Landesausbaus wurde die Prignitz vom Bischof von Havelberg und kleineren Territorialherren eingenommen. Unter diesen war ein Ritter Johannes, der nach seinem Besitz in der Altmark, der Gänseburg bei Pollitz, zwischen Wittenberge und Schnackenburg gelegen, den Übernamen »Gans« trug und auf seine Nachfahren weiter vererbte. In seinem Wappen führte er auf rotem Schild eine auffliegende silberne Gans auf grünem Dreihügel. – Von der Gänseburg existiert heute nur noch ein großer mit Bäumen bewachsener Erdhügel. – Die Nachfahren des Johannes nannten sich je nach ihren Besitzungen Gans von Wittenberge, Gans von Perleberg oder Gans zu Putlitz und die Familie heißt noch heute: Gans Edle Herren zu Putlitz. Putlitz_Turm1.JPG Alle drei Städte sind Gründungen der Familie, die in Teilen ihrer Gebiete vorübergehend landesherrliche Rechte in Anspruch nahm (in der terra Putlitz unter der Lehnshoheit des Bischofs von Havelberg) und die Besiedlung der Gebiete leitete.
Die Herkunftsburg, die Gänseburg bei Pollitz, dürfte ein größerer befestigter Hof gewesen sein, in dem die großbäuerliche Familie sehr wahrscheinlich eine erfolgreiche Gänsezucht betrieben hatte, die ihr nach vorhandenen Belegen einiges Ansehen und Zugang zu „höheren Kreisen“ eingebracht hatte.
Gans4.JPG, Berlin. Dargestellt mit Modell der Klosterkirche Marienfließ und Stiftungsurkunde.]] Stammsitz des Familienzweiges zu Putlitz war die Burg Putlitz in der heutigen gleichnamigen Stadt. Der Turm der späteren mittelalterlichen Burg ist noch vorhanden. Der Namenszusatz zu Putlitz ist der Stadt entlehnt und geht nicht auf die Gänseburg Pollitz in der Altmark zurück. Bereits 946 fand in einer Urkunde des Bistums Havelberg die Burg Pochlustim Erwähnung, deren Name mit unklarer Etymologie wahrscheinlich aus dem Slawischen kommt.
Johann Gans zu Putlitz hatte sich zum Ende des 12. Jahrhunderts eng mit dem Enkel von Albrecht dem Bären, dem Markgrafen Otto II. (1184–1205), verbunden, an dessen Seite ihm zu Ehren um 1900 in der ehemaligen Berliner Siegesallee eine Büste als Seitendenkmal errichtet wurde. Zwar musste er bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts die Landeshoheit einiger Gebiete zugunsten des askanischen Landesherren aufgeben und zwar verlor er nach zeitweiliger Anlehnung an die dänische Seite nach der Schlacht bei Bornhöved am 27. Juli 1227 das Land Grabow an die Schweriner Grafen und die Länder Pritzwalk und Lenzen an Ottos Bruder und Nachfolger Albrecht II. (1205–1220), dafür konnte er die Herrschaft im Kerngebiet Putlitz unter der bischöflichen Havelberger Lehnshoheit über Jahrhunderte sichern (siehe Kloster Marienfließ). Marienfließ1.JPG]] Die Städte Putlitz und zu diesem Zeitpunkt auch noch Wittenberge blieben im Gegensatz zu der sich im 14. Jahrhundert herausbildenden Autonomie der so genannten Immediatstädte (unmittelbar) als Mediatstädte (mittelbar) unter der Kontrolle, Gerichtsbarkeit und Außenvertretung derer zu Putlitz.
Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) wütete in Mecklenburg, Vorpommern und in der Prignitz besonders heftig. Das ohnehin dünn besiedelte Gebiet verwaiste in großen Teilen, Burgen und Schlösser wurden zerstört und mit ihnen viele Archive, so dass die Quellenlage über die Güter in der Prignitz vor 1600 verhältnismäßig spärlich ist. Nach den Wirren und Gräueln des Krieges kam es in großen Teilen des Landstrichs praktisch zu einer Neubesiedlung. Durch die Aneignung öder oder wüster Dörfer, Landstriche oder auch gutsherrlicher Besitztümer, dem Bauernlegen, konnten viele Gutsherren ihre Gebiete vergrößern, bis ein Gesetz im Jahr 1709 diese Praxis in Preußen beendete. Ende des 17. Jahrhunderts besaß die Familie Gans zu Putlitz im Raum Putlitz/Wolfshagen 56 Siedlungen beziehungsweise Teile von Siedlungen, darunter 18 wüste Feldmarken.
Die Reformen der ländlichen Rechtsverhältnisse mit der Neuregelung der traditionellen feudalen Lastensysteme durch die Stein- und Hardenbergschen Reformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts bewältigte die Familie Gans zu Putlitz mit erneuten Umstrukturierungen des Besitzes. Im Zuge der Umwandlung in Gutswirtschaften konnte das Adelsgeschlecht sogar neue Güter oder Vorwerke begründen (Laaske, Retzin, Hellburg, Rohlsdorf, Klein Langerwisch, Horst, Dannhof) oder erwerben (Groß Langerwisch).
In der Zeit des Nationalsozialismus und während des Zweiten Weltkriegs blieben die Güter der Familie im wesentlichen erhalten. Eine einheitliche soziale und politische Orientierung der inzwischen weit verzweigten Familie gab es in dieser Zeit nicht; ein Beispiel über die Tätigkeit des Hamburger Architekten und NSDAP-Mitglieds Erich Wilhelm Julius Freiherr Gans Edler Herr zu Putlitz (1892–1945) findet sich im Anhang unter „Nationalsozialistischer Baumeister“.
Zum Verhältnis der ehemaligen Gutsbesitzer zur Bevölkerung und über ihre Ansprüche nach der Deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 bemerkt die Berliner Zeitung:
''Ein von Ribbek, der gleich zur Wende mit gutsherrlichem Besitzergestus in „sein“ Dorf einritt, musste schnell erfahren, dass gestrige Patronate keine Chance mehr hatten. Dagegen stehen beeindruckende Beispiele tatkräftig vorgelebten Ethos: ... der Augenarzt Bernhard von Barsewisch aus der Familie Gans Edle zu Putlitz in Groß Pankow und Wolfshagen ... und noch viele andere kamen mit der Achtung vor dem im Osten gelebten Leben. Sie wollten kein Geld, sondern brachten welches mit aus ihren im Westen aufgegebenen sicheren Existenzen.
Der angesprochene Bernhard von Barsewisch ist ein Sohn der Elisabeth Gans Edle Herrin zu Putlitz und baute im Schloss Groß Pankow, aus dem die DDR ein Krankenhaus gemacht hatte, nach dessen Rückkauf eine Augenklinik auf. Zuvor war er Leiter einer Augenklinik in München. Barsewisch ist Mitglied in den Förderkreisen Schloss Wolfshagen und Kloster Marienfließ. Er engagiert sich ferner für die Wiederherstellung der familiären sieben Gutsparks, über deren Geschichte und Zustand er 2004 ein Buch veröffentlichte.
Wittenberge_Stadtmuseum.JPG der Edlen Herren Gans zu Putlitz in Wittenberge, heute Stadtmuseum]]
Bei dieser herausgehobenen Stellung musste es die Familie belassen. Schon im 12. Jahrhundert war der Versuch gescheitert, eine längere reichsunmittelbare Herrschaft zu begründen, die Familie blieb lehnsabhängig. Wenn auch das Privileg des Erbmarschalls seit der Verleihung im Jahr 1373 ununterbrochen zum Adelshaus gehörte, gelangte – von zwei Bischöfen abgesehen – kein Familienmitglied „ganz nach oben“ in den höchsten Adel oder in die Spitzenämter von Staat, Kirche, Gesellschaft oder Kultur. Dass sie ernstlich mit den Hohenzollern konkurriert hätten, verweist Bernhard von Barsewisch in das Reich der Legende (Vorwort zu Mein Heim).
Gemäß Codex diplomaticus ... gab es einen Jahrhunderte währenden, schleichenden Machtverfall der Familie, deren finanzielle Mittel spätestens nach dem Dreißigjährigen Krieg für eine glänzende, beinahe fürstliche Hofhaltung nicht mehr ausgereicht hätten. Viele bloß rittermäßige Familien der Mark seien bald an Einkünften und Besitzungen reicher gewesen als das alte edle Geschlecht. Allein das Prädicat Edle sei ihnen letztlich geblieben, auch im Style der landesherrlichen Canzley, in der gewöhnliche Adlige als Veste tituliert wurden (Veste war beispielsweise in Gebrauch in Titularwendungen wie veste hochgestellte Herren).
Die Familienmitglieder betätigten sich in den unterschiedlichsten Ämtern und Berufsgruppen. Bischöfe (in Schwerin und Havelberg), Kurfürstliche Räte, Gerichtsräte, Landeshauptleute, Schriftsteller, Schauspielerinnen, Intendanten, Ärzte und Architekten gehörten beispielsweise dazu. Im Vergleich zu anderen Adelsfamilien bekleideten die Herren Gans zu Putlitz seit dem 18. Jahrhundert nur noch wenige öffentliche Ämter und auch die militärische Laufbahn schlugen sie vergleichsweise selten ein; ihre Orientierung galt zunehmend dem künstlerisch-literarischen und vereinzelt dem wissenschaftlichen Bereich. Nicht nur die „Edlen Herren“, sondern auch die „Edlen Frauen“ wie Elisabeth zu Putlitz (genannt Lita, 1862–1935) betätigten sich literarisch und künstlerisch.
Der Anhang dieses Artikels geht an Hand von Einzelheiten wie Straßenbenennungen auf einige Familienmitglieder und ihre Tätigkeit näher ein.
Raubritter unter der Führung der Herren Putlitz, Bredow, Quitzow und Rochow überfallen Städte und Dörfer, rauben Vieh von den Weiden, morden, schänden und brandschatzen und lassen das Fehdewesen ungehemmt sich ausbreiten.
Der erst im 18. Jahrhundert geprägte Begriff des Raubritters ist umstritten und nicht klar von der restlichen Ritterschaft abzugrenzen. Das Austragen von Fehden war stets Teil der ritterlichen Lebensweise gewesen und wurde der waffenberechtigten Bevölkerung in großen Teilen des mittelalterlichen Europas sogar lange Zeit rechtlich zugesichert. Auch das Ausplündern der gegnerischen Ländereien kam bereits bei frühmittelalterlichen Fehden vor. Ähnlich verhält es sich mit den Überfällen so genannter Raubritter des Spätmittelalters auf reisende Händler.
Nicht nur jüngere Arbeiten wie die des Historikers Klaus Graf weisen auf diesen Tatbestand hin. Schon der Schriftsteller Theodor Fontane stellte in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg an der Darstellung des Kaspar Gans zu Putlitz die Bewertung „Raubritter“ in Frage und kam entgegen der modernen Preußen-Chronik bereits 1889 zu einer differenzierten Beurteilung.
Die Gewalttaten und Räubereien sind historisch eindeutig belegt. Allerdings fanden sie – bezogen auf das Brandenburger Raubrittertum – statt in der instabilen Übergangszeit unter den Wittelsbachern/Luxemburgern nach der rund 170-jährigen askanischen Herrschaft in der Mark Brandenburg, die 1320 endete, und der Machtübernahme der Hohenzollern im Jahr 1415. Selbst der Konvent im Lehniner Zisterzienserkloster galt zu dieser Zeit vorübergehend als verderbte Räuberbande (siehe dort). Die begriffliche Etikettierung verschiedener Adelsfamilien als Raubritter oder teilweise auch als Rebellen greift zu kurz verstellt letztlich den Blick auf die historischen Zusammenhänge.
Fontane kommt unter Anlehnung an Georg Wilhelm von Raumer zu dem Ergebnis, dass die Stigmatisierung letztlich auf eine trübe und parteiische Quelle zurückgeht, und zwar auf die zeitgenössischen Darstellungen des Engelbert Wusterwitz. Der Brandenburger Geistliche urteilte zu einer Zeit, als die Fehde zwischen dem Kurfürsten und beiden Quitzows noch in vollem Gange war. Wahrscheinlich würde seine Erzählung anders lauten, wenn er dieselbe, nach der im Jahre 1421 erfolgten Aussöhnung des Kurfürsten mit den so genannten Raubrittern geschrieben hätte.
Soweit sie Aussagen zu Brandenburg trafen, bezogen sich in der Folge sämtliche Verfechter der Raubritterthese direkt oder indirekt auf diese eine Quelle. Dem Historiker und Herausgeber der monumentalen Quellensammlung Codex Diplomaticus Brandenburgensis, Adolph Friedrich Johann Riedel, wirft Fontane vor: Er übersieht des weiteren, daß die Kriegsführung der Mecklenburger und Pommernherzöge, vor allem die des Magdeburger Erzbischofs, um kein Haar breit anders war, als die der Quitzows und ihres Anhangs ... und sich ... direkt der Quitzowschen Kriegsführungsnormen, also, wenn man so will, des Räuberstils bedienten. Karte1_Prignitz.JPG und Uckermark]] Nach der Stabilisierung der sozialen und politischen Verhältnisse durch die Hohenzollern kam es sehr schnell zu einer Aussöhnung zwischen dem abtrünnigen Prignitzer Adel und der Landesherrschaft. Schon 1416, ein Jahr nach dem Machtantritt von Friedrich I., machte Hans von Quitzow seinen Frieden mit dem Kurfürsten und erhielt die verstreuten Familienbesitzungen zurück. Diese Art der Aussöhnung aufgrund veränderter politischer Verhältnisse dürfte zwischen gewöhnlicher Kriminalität, die der Begriff Raubritter suggeriert, und Landesherrschaft kaum möglich sein.
Held dieser Schlacht war Kaspar Gans, dessen Tat eine zeitgenössische pommersche Ballade festhielt, die Fontane den literarischen Volksepen der englisch-schottischen Percy- und Douglasballaden gleichstellt.
Die Gans, der wollt’ es nicht behagen,
Sie streckte zornig ihren Kragen,
Über die Pommern alle;
Da schwebte der märkische Adler hoch
Und die Greifen kamen zu Falle.
Die Gans aber wuchs in Grimme noch,
Sie schlug mit den Flügeln ein Brescheloch
Und da stand sie nun zwischen den Steinen,
Und als sie bis zum Markte kam,
waren sie zehn gegen einen.
Da gingen die Schwerter die Klinker da Klang,
Herr Detleff Schwerin mit dem Putlitz rang
Und wollte den Preis erwerben;
Da mußte Herr Detleff von Schwerin
Für seinen Erbherren sterben.
Bemerkenswert ist, dass das Frauen- und Hauskloster der Edlen Herren den 1404 gefangenen Kaspar Gans auslöste und dafür dem Mecklenburger Herzog 65 Mark lübeckischer Pfennige vorstreckte. Der 1430 verstorbene Kaspar Gans fand im Havelberger Dom die letzte Ruhestätte. Zur Zeit Fontanes hing nach Darstellung des Dichters an einem Dompfeiler ein Schild mit der gekrönten Gans und der einfachen Inschrift: »Herr Jaspar Gans von Potlist«.
Das Internet Projekt Vernetztes Gedächtnis der Stadt Braunschweig schreibt: Der Architekt von Putlitz formulierte ... kein neues nationalsozialistisches Vokabular für das Gebäude der Akademie, sondern setzte für seinen Bau Elemente der vorhandenen Formensprache ein und präsentierte die Vorstellung einer strengen Ordnung, die Vergangenes in die Moderne integriert. Das Hamburgische Architekturarchiv kommt nach der Feststellung, dass Putlitz für die Großbauten Material aus Konzentrationslagern verwendet haben muss, zu dem Ergebnis: Ob Putlitz die Verhältnisse in den Konzentrationslagern kannte, wissen wir nicht. Er war Mitglied der NSDAP ... und beteiligte sich bevorzugt an Wettbewerben für Staats- und Parteibauten. Das legt eine Affinität zum Nationalsozialismus nahe, sagt aber nichts über persönliche Schuld aus. Putlitz starb 1945 noch vor dem Zusammenbruch der Hitler-Diktatur und der Entnazifizierung.
Der Diplomat und Botschafter in Den Haag Wolfgang Gans Edler zu Putlitz musste dagegen 1939 Holland fluchtartig verlassen, da ihm die Verhaftung durch die Gestapo drohte. Er fand Asyl in England, nachdem hoch gestellte Freunde in der englischen Botschaft seine Flucht per Flugzeug ermöglicht hatten. Nach einer Odyssee über Jamaika fand er schließlich nach mehreren vergeblichen Anläufen Asyl in den USA.
Ausführliche Informationen gibt es ferner in der Dauerausstellung zur Familiengeschichte im Schloss Wolfshagen, die zudem eine umfangreiche Stammtafel als Wandbild enthält. Auch das Stadtmuseum in Wittenberge und das Heimatmuseum in Perleberg halten Informationen zu den Edlen Herren Gans zu Putlitz bereit.
Die gut ausgeschilderte Radtour „Gänse-Tour“ bringt entlang des Flusstals der Stepenitz die Kulturstätten der Adelsfamilie und die landschaftlichen Reize der Prignitz näher, siehe Stepenitz. Als Tourenlogo dienen gekrönte Gänse.
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