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StandingBuddha.jpg | Buddha_Bamiyan_1963.jpg Gāndhāra (auch Ghandara und Ghandahra) war ein antikes Reich im Gebiet des heutigen Afghanistan und im nordwestlichen Teil des heutigen Pakistan. Das Zentrum lag an den Flüssen Swat und Kabul, Zuflüssen des Indus.

Geschichte


Ab der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. war Gandhara eine der 20 Satrapien (Provinzen) des Perserreiches der Achämeniden. Die größten Städte waren Taxila (35 km nordwestlich des heutigen Islamabad), von Darius I. (549 – 486 v. Chr.) zur Hauptstadt erhoben, und Peschawar. Nachdem Alexander der Große (356 – 323 v. Chr.) schon weite Teile des früheren Perserreiches erobert hatte, nahm er im Jahr 326 v. Chr. auch Taxila ein, dessen Herrscher sich ihm kampflos ergab.

Nach dem Tod Alexanders zerfiel sein Weltreich bald in eine Vielzahl kleinerer Nachfolgereiche (siehe auch Seleukiden). Zugleich wuchs auch der Einfluss der indischen Maurya-Dynastie, was in der Folge zur Verbreitung des Buddhismus in der Region führte. In der Folge gehörte Gandhara den griechischen Königen Baktriens, dann den nach Indien vordringenden Shaka.

Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde das Land von den Kushana übernommen und verblieb in deren Einflussbereich, bis die Kushana-Macht unter dem Druck der Parther zerfiel. Im 5. Jahrhundert wechselte die Herrschaft wiederum mit der Eroberung durch die Weißen Hunnen.

Kunst und Kultur


Gandhara ist bekannt für den ausgeprägten Gandhara-Stil in der buddhistischen Kunst, einer Nachwirkung des graeco-buddhistischen Synkretismus, der indische und hellenistische Einflüsse in den Jahrhunderten nach Alexander des Großen Eroberungen in Zentralasien um 330 v. Chr. miteinander verschmolz. In Gandhara wurden im 1. Jahrhundert die ersten Darstellungen des Buddha in menschlicher Gestalt angefertigt - zuvor waren ausschließlich symbolhafte Darstellungen (z.B. Stupas) üblich gewesen. Diese Skulpturen wurden zu Vorbildern aller späteren Darstellungen Buddhas.

Die frühesten buddhistischen Manuskripte, die gleichzeitig auch die ältesten indischen Manuskripte sind, wurden in Gandhara gefunden (siehe Gandhara-Schriften). Die Sprache dieser Zeit, das Gandhari, stammt vom Sanskrit ab und ist mit dem Prakrit verwandt. Sie wurde in der Kharoshthi-Schrift geschrieben.

Blütezeit des Gandhara-Stils war die Zeit ab dem 1. Jahrhundert unter der Kuschan-Dynastie bis zur Invasion der Weißen Hunnen im 5. Jahrhundert. Ausgehend von Gandhara fand der Buddhismus über die Seidenstraße seinen Weg nach Ostasien, nach China und in der Folge Korea und Japan.

Von Gandhara wird auch angenommen, dass hier der mystischen Dhanakoscha-See liegt, der Geburtsort von Padmasambhava, dem Gründer des tibetischen Buddhismus. Die Kagyü-Sekte identifiziert den See mit dem Andan-Dheri-Stupa, der in der Nähe der Kleinstadt Uchh bei Chakdara im unteren Swat-Tal steht. Von ihm wird gesagt, in seiner Basis entspringe eine Quelle, die den See speist. Archäologen haben zwar den Stupa gefunden, aber keine Quelle und keinen See.

Das bekannteste Zeugnis des Gandhara-Stil waren die beiden 35 und 53 Meter hohen Buddha-Statuen von Bamiyan, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörten. Sie standen im Hindukusch an der Straße von Baktrien hinab ins Kabul-Tal, stammten aus dem 2. und 3. Jahrhundert, waren in den Fels hinein gehauen, und– als Folge des Graeco-Buddhismus – mit einer Toga im griechischen Stil bekleidet.

Am 1. März 2001 begannen afghanische Soldaten auf Befehl Mullah Mohammed Omars, des geistigen Führers der Taliban, damit, die Statuen mit Sprengstoff zu zerstören, da sie als Darstellung menschlicher Körper unislamisch seien.

Weblinks


Zentralasiatische Geschichte | Staat (Antike) | Geschichte des Buddhismus | Historisches Territorium | Antike baktrische Stadt | Archäologischer Fundplatz in Afghanistan

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