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Wappen Karte
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Wappenabbildung
auf ngw.nl
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Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Oldenburg
Geografische Lage:
Höhe: 3 - 35 m ü. NN
Fläche: 138 km²
Einwohner: 30.937 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 224 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 27777 (alt: 2875)
Vorwahlen: 0 42 22, 0 42 21, 0 42 23
Kfz-Kennzeichen: OL
Gemeindeschlüssel: 03 4 58 005
Stadtgliederung: 25 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Mühlenstraße 2 - 4
27777 Ganderkesee
Website: www.ganderkesee.de
Politik
Bürgermeister: Gerold Sprung
Ganderkesee ist eine Gemeinde des Landkreises Oldenburg in Niedersachsen im Oldenburger Land, nahe Delmenhorst.

Geografie


Ganderkesee liegt am Nordrand des Naturparkes Wildeshauser Geest. Der nördlichste Teil der Gemeinde liegt im Urstromtal der Weser, ist also flache Marsch. Etwa entlang der Ortsteile Bookholzberg - Rethorn - Stenum - Hoykenkamp verläuft die Abbruchkante des Urstromtals. Südlich davon schließt sich das sandige, etwas höhergelegene und leicht hügelige Gelände der Geest an. Von exponierten Stellen am Rande der Geest ist an klaren Tagen die 20 km entfernte andere Seite des Urstromtals in Bremen-Nord zu erkennen.

Die Gemeinde Ganderkesee grenzt im Osten an die kreisfreie Stadt Delmenhorst, im Norden an die Gemeinden Lemwerder und Berne im Landkreis Wesermarsch sowie an die Gemeinde Hude, im Westen an die Gemeinde Hatten und im Süden an die Gemeinden Dötlingen und Harpstedt.

Die Bevölkerung der Gemeinde konzentriert sich zum einen auf den Ort Ganderkesee selbst, zum anderen auf einen Streifen entlang der Bahnlinie von Oldenburg nach Bremen mit den Ortsteilen Bookholzberg, Rethorn und Schierbrok. Die Ortsteile Heide und Elmeloh bilden mit den jeweils benachbarten Stadtteilen von Delmenhorst ein Siedlungsgebiet und sind daher ebenfalls dicht bevölkert. Die übrigen Gebiete der Gemeinde sind dünner besiedelt und stärker landwirtschaftlich geprägt.

Geschichte


Im Jahre 860 nach Chr. wurde Ganderkesee zum ersten Mal urkundlich erwähnt, unter dem Namen "Gandrikesarde".

Spitzen der Gemeinde

als Kirchspielsvogt
1813 - 1832: Wilh. Bernd Struthoff, Ganderkesee; Bernd Linnemann, Schlutter; Joh. Bernh. Meyer, Bookhorn
1832 - 1848: David Meyer, Hohenböken
1849 - 1865: Johann Linnemann, Bookhorn

als Gemeindevorsteher
1849 - 1865: Johann Linnemann, Bookhorn
1865 - 1895: Johann Conze, Falkenburg
1895 - 1910: Heinrich Alfs, Hoykenkamp
1910 - 1933: Johann Stolle, Ganderkesee

als Bürgermeister (Zweigleisigkeit)
1933 - 1940: Friedrich Struthoff, Ganderkesee
1940 - 1945: Johann Behrens, Falkenburg (als stellvertr. BM)
1945 - 1946: Friedrich Bultmann, Ganderkesee
1946 - 1956: Diedrich Schulte, Schierbrok
1956 - 1964: Friedrich Engels, Immer
1964 - 1972: Georg von Seggern, Bergedorf
1972 - 1986: Helmut Denker, Ganderkesee
März - Oktober 1986: Otto Boekhoff
1986 - 1996: Hans-Christian Schack, Bookholzberg
1996 - 1999: Hans-Heinrich Hubmann, Ganderkesee

als Gemeindedirektor (Zweigleisigkeit)
1945 - 1951: Hermann Schütte, Schierbrok
1951 - 1958: Otto Ahlers, Ganderkesee
1958 - 1987: Heinz Huhs, Ganderkesee
1987 - 1999: Gerold Sprung, Stenum

als Bürgermeister (Eingleisigkeit)
1999 - 2006: Gerold Sprung, Stenum

Ortsteile


Zur Gemeinde Ganderkesee gehören 25 Ortsteile: Der Kernort Ganderkesee, Almsloh, Bergedorf, Bookholzberg, Bookhorn, Bürstel, Elmeloh, Falkenburg, Gruppenbühren, Habbrügge, Havekost, Heide, Hengsterholz, Hohenböken, Holzkamp, Hoyerswege, Hoykenkamp, Immer, Neuenlande, Rethorn, Schierbrok, Schlutter, Schönemoor, Steinkimmen und Stenum.

Bookholzberg

In Bookholzberg befindet sich die Stedingsehre, eine ehemals nationalistische Pilgerstätte. Heute befindet sich auf dem Gelände das Berufsförderungswerk Weser - Ems. Bookholzberg grenzt an Lemwerder, das durch die Schlacht bei Altenesch traurige Berühmtheit erlangt hat.

Elmeloh

Elmeloh ist eine der drei ältesten Bauerschaften der Gemeinde Ganderkesee, wenn der Ort auch auf Grund seiner angrenzenden Lage zuweilen der Stadt Delmenhorst zugerechnet wird.

Es gibt neben dem jährlichen Osterfeuer des Ortsvereins als weiteres Ereignis die über die Grenzen Elmelohs hinaus bekannte Meutejagd der Pferdepension Kruse. Markanteste Bauwerke sind die Wassermühle und die alte Elmeloher Schule. Die Wassermühle wurde 1445 erstmals erwähnt und war bis 1961 in Betrieb. Heute wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt. Die Schule bestand aus zwei Klassenräumen sowie einer Dienstwohnung für den Lehrer. Sie wurde zum Ende des zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren als zum Teil als Flüchtlingsunterkunft genutzt und als Schule 1970 aufgelöst. Seitdem beherbergt das Gebäude den Spielkreis Elmeloh (Kindergarten). Die Lehrerwohnung wurde 1970 zunächst Privatwohnung, heute bildet sie das Dorfgemeinschaftshaus.

Elmeloh ging, wie etwa auch Schlutter und Habrügge, aus einem Rittergut hervor. Dieses liehen im Mittelalter die Landesherren aus, wofür die Besitzer Heeresfolge leisten mussten. Die Ritter wohnten in der Regel inmitten ihres Grundbesitzes in befestigten Häusern, so genannten Turmhügelburgen, die auf künstlichen, von Wassergräben umgebenen Hügeln errichtet wurden.

Seit etwa 1480 wird das Gut Elmeloh von der Ritterfamilie von Mandelsloh bewohnt. 1692 geht es durch Verkauf an den Junker Kurt Veit von Witzleben über. Dieser stirbt 1719. Seitdem ist sein Sohn Adam Lewin von Witzleben "Erbherr von Elmeloh und Hude". Gemeinsam mit seiner Ehefrau stiftete er der Ganderkeseer Kirche einen neuen Altar, welcher noch heute den Abschluss des Chorraums in der Ganderkeseer Kirche bildet. Nach dem Tod Adam Lewin von Witzlebens Tod 1745 wird sein gleichnamiger Neffe bis zu dessen Tod 1766 Erbherr.

Seit der Erbauung der Burg Delmenhorst führt der mittelalterliche Postweg nicht mehr über Schlutter und Ganderkesee, sondern über Delmenhorst und damit auch direkt vorbei am Gut Elmeloh. 1821 wird dieser als "Postdamm" auch zwischen Falkenburg und Delmenhorst mit Sand befestigt. Von 1827 bis 1829 wird der Postweg von Sandersfeld bis Elmeloh gepflastert. 1830 ist die gesamte Straße zwischen Oldenburg und Bremen fertig gestellt.

1898 wird die Eisenbahnstrecke zwischen Delmenhorst und Osnabrück eröffnet, die auch über Elmeloh führt. Der seinerzeitige Bahnhof Dwoberg liegt bereits auf Delmenhorster Stadtgebiet, grenzt aber unmittelbar an die Ortschaft Elmeloh und wird als privates Wohnhaus genutzt.

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Ganderkesee

Der Süden Ganderkesees ist Bestandteil des nordeuropäischen Heidegürtels und besteht aus Wald-, Gewässer- und Geestflächen. Zentrales Landschaftselement ist der Bürsteler Fuhrenkamp - ein moderner Wald, der auf Anordnung von Peter Friedrich Ludwig, Herzog von Oldenburg, Anfang des 19. Jahrhunderts angepflanzt wurde. Seiner ursprünglichen Funktion - die Versandung des Kernortes Ganderkesee zu verhindern, indem er Wanderdünen aufhielt, braucht er heute nicht mehr nachzukommen. Dafür ist er heute Heimat zahlreicher naturgeschützter Pflanzen und Tiere, wie z.B. Nachtnelke, Schleiereule, Kiebitz, Rebhuhn und vieler Fledermaus-Arten. Darüber hinaus bietet er dem Reiterverein Ganderkesee e.V. ein ideales und abwechslungsreiches Gelände für dessen Vielseitigkeitsreitsport.

Naturhistorisch wertvoll sind die noch zahlreichen Schlatts in dieser Gegend. Ein Schlatt ist ein Stillgewässer, das aus Sandausblasungen in Verbindung mit unterliegenden Tonschichten entstanden ist. Schlatts dienen der Biotop-Vernetzung im gesamten Landschaftsbereich und sind mitunter Ursache für einzigartige Fauna- und Floraentwicklungen im Süden Ganderkesees.

Wegen ihrer vielen Rad-/Wanderwege ist die Naturlandschaft im Süden des Ortes für die Bürger und Besucher ein stark frequentiertes Naherholungsgebiet. Besonders der Fuhrenkamp-Schutzverein e.V. kümmert sich um den Erhalt dieser Landschaft und ist ein wichtiger Faktor für die Weiterentwicklung der Lebensqualität in der Gemeinde geworden.

Stenum

Stenum ist eine Bauernschaft der Gemeinde mit 1093 Einwohnern (Stand: Oktober 2000). Die Nachbarorte sind Schierbrok, Rethorn, Elmeloh und Bookholzberg. Stenum liegt am Stenumer Holz am Rande der Wildeshauser Geest. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1275.

Der Ort ist bekannt für sein Großsteingrab (Hünengrab), das vermutlich namensgebend für den Ort war (Sten-um = Stein-Heim).

In Stenum ist eine Fachklinik für Orthopädie ansässig. Chefarzt ist der mittlerweile auch international und vor allem im indischen Raum bekannte Arzt Dr. Med Hans-Georg Zechel.

Zechel leitet die Klinik seit 1987. Der VfL Stenum (Verein für Leibesübungen Stenum) ist der lokale Sportverein. Die 1.Herren-Fußballmannschaft spielt in der Bezirksklasse. Die 2.Herren-Fußballmannschaft spielt in der Kreisliga. Diese Mannschaften sind sehr wichtig für den Verein. Die Jugendmannschaften und die 2. Herrenmannschaft sind bei der Nachwuchsförderung von großer Bedeutung für einen Fussballverein!

In der kalten Jahreszeit pilgern viele Menschen zu den beiden Ausflugsrestaurants Backenköhler und Lüschens Bauerndiele. Die lokale Spezialität ist das Oldenburger Grünkohlessen Kohl und Pinkel.

Literatur
Kurt Müsegardes, "Stenum, Rethorn, Schierbrok", Delmenhorst 1990, ISBN 3-920794-73-0

Verkehr


Ganderkesee gehört zum Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN).

Im Ortskern liegt der Bahnhof Ganderkesee, an dem regelmäßig die Züge der Nordwestbahn auf der Strecke Delmenhorst – Vechta – Bramsche – Osnabrück (Kursbuchstrecke 394, so genannte Hasenbahn) halten.

In den Ortsteilen Bookholzberg, Schierbrok und Hoykenkamp gibt es gleichnamige Haltepunkte, an denen ebenfalls regelmäßig die Regionalbahnen Oldenburg (Oldb) – Bremen der DB Regio halten (Kursbuchstrecke 390).

Darüber hinaus gibt es einige Buslinien der Weser-Ems Busverkehr GmbH für den Orts- und Nachbarortverkehr.

Mit zwei eigenen Anschlussstellen – Ganderkesee West und Ganderkesee Ost – ist die Gemeinde direkt an die Bundesautobahn 28 angebunden - auch die Anschlussstelle Hude liegt genaugenommen teilweise auf dem Gemeindegebiet. In Ganderkesee beginnt die Bundesstraße 212 nach Nordenham, die Bundesstraße 213 führt südlich durch die Gemeinde.

Ganderkesee verfügt über den Flugplatz Ganderkesee Atlas Airfield. Hier ist die Firma AAS Atlas Air Service angesiedelt, sowie der Luftsportverein Ganderkesee, eine Fallschirmspringerschule, ein Hotel mit Restaurant, sowie weitere Firmen.

Politik


Seit 15. Juli 1986 ist Ganderkesee eine Selbständige Gemeinde im Sinne der Niedersächsischen Gemeindeordnung. Damit übernimmt die Gemeinde teilweise Aufgaben des Landkreises.

Gemeinderat

Der Gemeinderat der Gemeinde Ganderkesee setzt sich wie folgt zusammen:

  • SPD: 15 Sitze
  • CDU: 14 Sitze
  • FDP: 4 Sitze
  • Grüne: 2 Sitze
  • UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft Ganderkesee): 1 Sitz

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Ganderkesee zeigt einen silbernen sich umschauenden und im Flug niederlassenden Ganter, darunter einen silbernen Mauerstein auf einem Schildgrund, der von Blau, einem goldenen Balken und Rot getrennt ist.
Der niederlassende Ganter rührt von einer Sage, wonach der Standort der Kirche durch den sich niederlassenden Vogel bestimmt wurde. Der Mauerstein stellt einen Bezug zu der Kalksandsteinherstellung in der Gemeinde, nämlich in Bookholzberg, dar.

Partnerstädte

Château-du-Loir / Frankreich

Persönlichkeiten


Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bauwerke

Im Kernortsteil von Ganderkesee befindet sich die Gaukirche St. Cyprian u. Cornelius mit einer 1699 von Arp Schnitger erbauten Orgel. Diese Orgel wurde in den Jahren 2004/2005 aufwendig restauriert.

Im Ortsteil Bookholzberg befindet sich die Stedingsehre, eine nationalistische Pilgerstätte.

In verschiedenen Ortsteilen (z.B. in Rethorn) gibt es Überreste von Grab- oder Kultstätten aus der Jungsteinzeit.

Westlich des Kernortes befindet sich ein kleiner Flugplatz mit befestigter Start- und Landebahn, der auch von Falmschirmspringern, Ultraleichtflugzeugen und zum Start von Heißluftballonen genutzt wird.

In der Nähe von Steinkimmen betreibt der NDR seit 1956 eine Sendeanlage für UKW und TV (seit Beginn 2005 auch DVB-T). Als Antennenträger kommt ein 298 Meter hoher abgespannter Stahlrohrmast zum Einsatz, der zum Zeitpunkt seiner Errichtung das höchste Bauwerk in Deutschland war (). Fast am Fuße des Sendemastes befindet sich ein Ausflugslokal, das wegen des zum Lokal gehörenden Spielplatzes im Sommer besonders bei Familien mit Kindern beliebt ist.

In den Ortsteilen Hengsterholz und Gruppenbühren wurden Windparks errichtet.

Fasching um den Ring

Als norddeutsche Hochburg der Heiterkeit hat sich Ganderkesee nunmehr über viele Jahrzehnte einen guten Namen gemacht. Am 11. 11. eines jeden Jahres geht es los. Was den Rheinländern ihr Karneval, ist den Ganderkeseern ihr "Fasching um den Ring". Lange bevor der Normalbürger an die Faschingszeit denkt, entwickeln in vielen Ganderkeseer Familien die Faschingsfreunde Kreativität und emsige Betriebsamkeit, damit bei der traditionellen Auftaktveranstaltung in der ersten Novemberhälfte auch alles klappt. Beim "Fasching um den Ring", organisiert von der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine, wirken die unterschiedlichsten Gruppen mit. In der "heißen" Phase des Ganderkeseer Faschings finden mehrere Büttenabende statt. Monatelang proben Tanzgruppen, Bänkelsänger, Redner, Bands… für ihren Auftritt.

Höhepunkt der Veranstaltungen ist der Festumzug am Faschingssamstag vor Rosenmontag, zu dem Zehntausende den Weg nach Ganderkesee finden. Aber nicht nur die etwa 3.000 - 4.000 am Umzug Beteiligten finden Spaß an der Kostümierung, auch die Besucher, die mit Masken oder Kostümen verkleidet sind, nutzen die Gelegenheit, die Alltagsrolle abzulegen und, wenn auch nur für einen Tag, in eine neue Identität zu schlüpfen.

Weblinks


Literatur


  • Hans Grundmann, Ernst H Ullenboom (Hrsg.): Die Gemeinde Ganderkesee in alten Bildern GRONENBERG, ISBN 3882650796
  • Gustav Förster, Claus Hammer: Ganderkesee:Bilder aus einer Region, Isensee Verlag, ISBN 3895986410


Ort in Niedersachsen

Ganderkesee | Ganderkesee

 

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