| Gallwespen | ||||||||||||||
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| Cynips_quercusfolii.jpg | ||||||||||||||
| : | Tracheentiere (Tracheata) |
| : | Sechsfüßer (Hexapoda) |
| : | Insekten (Insecta) |
| : | Fluginsekten (Pterygota) |
| : | Neuflügler (Neoptera) |
| : | Hautflügler (Hymenoptera) |
| : | Taillenwespen (Apocrita) |
Wie alle Vertreter der Taillenwespen besitzen auch die Gallwespen eine so genannte Wespentaille. Dabei ist das erste Hinterleibssegment (Mittelsegment, Propodeum) mit den Brustsegmenten verschmolzen, das zweite Hinterleibssegment bildet einen Stiel aus. Die Fühler sind gerade und bestehen aus 12 bis 16 Gliedern. Bei vielen Arten ist ein Schildchen auf der Rückenseite des Thorax ausgebildet. Die Flügeladerung ist nur sehr einfach ausgebildet. An der Hinterleibsspitze tragen die Weibchen einen gut ausgebildeten Legestachel (Ovipositor).
Die Fortpflanzung der Gallwespen ist teilweise rein zweigeschlechtlich, teilweise rein parthenogenetisch, wobei bei diesen Arten die Männchen vollkommen unbekannt sind. Bei den meisten Arten gibt es jedoch einen Generationswechsel (Heterogonie) mit jährlich einer zweigeschlechtlichen und einer bis mehreren parthenogenetischen Generationen. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Generationen häufig in ihrem Aussehen und in der Form der von ihnen induzierten Pflanzengallen.
Die Larven der meisten Gallwespen entwickeln sich in charakteristischen Pflanzengallen, viele Arten sind jedoch auch Parasiten oder Parasitoide in anderen Insekten. Auch ein Hyperparasitismus (siehe auch Hyperparasiten) in ebenfalls parasitoid lebenden Insektenlarven wie etwa denen der Brackwespen (Braconidae) die in Schild- und Blattläusen parasitieren, sowie bei den Holzwespen (Siricidae, etwa durch Ibalia leucospoides) kommt vor. Die Pflanzengallen entwickeln sich meistens direkt nach der Eiablage durch die weiblichen Tiere. Die Induktion für die Gallbildung ist dabei weitgehend unbekannt, es werden sowohl chemische als auch mechanische Auslöser diskutiert. Die ausschlüpfenden Larven ernähren sich von Gewebe der Gallen, in denen sie außerdem gut geschützt gegen äußere Umweltbedingungen sind. Die Wirtspflanzen und auch die Gallenform und -größe ist artspezifisch verschieden, wobei etwa 80% der bekannten Arten an verschiedenen Organen von Eichen leben. Dabei kann man Gallen an beinah allen Stellen der Bäume finden, etwa auf den Blättern, den Knospen, den Ästen und den Wurzeln. Andere Arten leben in Rosengewächsen oder an Ahorn sowie an vielen anderen Wirtspflanzen. Häufig ist die Bestimmung der Arten durch die Gallen sehr viel einfacher als an den Insekten selbst.
Die Larven einiger Arten wie etwa die der Gattung Synergus bilden Gallen innerhalb der Gallen anderer Gallwespen, die Ursprungsgalle geht dabei sehr häufig zugrunde.
Sehr auffällig sind die Gallen der Rosengallwespe (Diplolepis rosae), die als Rosenapfel, Schlafapfel oder Bedeguar bekannt sind. Die befinden sich an den Sprossenden von Rosen und haben einen Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern und weisen lange haarartige Auswüchse auf. Innerhalb der Galle gibt es mehrere Kammern, die jeweils von einer Larve bewohnt werden.
Die Gallen mehrerer, vor allem mediterraner Arten, wurden früher zum Gewinnen von Gerbstoff verwendet.
Aus Rosengalläpfeln samt Stiel lässt sich ein dauerhafter Zierstrauß binden.
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