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Ein Gallenstein ist ein festes, kristallisiertes Ausfallprodukt der Gallenflüssigkeit. Gallensteine entstehen durch ein Ungleichgewicht löslicher Stoffe in der Gallenflüssigkeit. Findet sich der Gallenstein in der Gallenblase so spricht man von einer Cholezystolithiasis (Gallenblasenstein). Bei einem Gallenstein im Gallengang (Ductus choledochus) wird von einer Choledocholithiasis (Gallengangsstein) gesprochen. Gallensteine sind häufig und machen oft gar keine Beschwerden. Wenn Gallensteine sich einklemmen kann es allerdings zu heftigen Koliken und Entzündungen (Cholezystitis) kommen.

Epidemiologie


10 bis 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind Gallensteinträger. Frauen sind häufiger betroffen, wobei das Verhältnis von Frauen zu Männern ungefähr 2 zu 1 beträgt.

Entstehung


Bei einem Ungleichgewicht der löslichen Stoffe, der in der Leber gebildeten Gallenflüssigkeit, begleitet von einer Entzündung oder einer Flussbehinderung in den Gallenwegen, kann es zur Steinbildung kommen. Liegt ein Ungleichgewicht von Gallensäuren und Lezithin auf der einen Seite und Calciumcarbonat oder Bilirubin auf der anderen Seite vor, so entstehen Calcium- bzw. Bilirubinsteine. Bei einem Überangebot von Cholesterin und (seltener) einem Unterangebot von Gallensäuren entstehen Cholesterinsteine. Gallensteine_2006_03_28.JPG | Chol-pigmentstein-mikroskop2.jpg | Solitaerer_cholesterinstein.jpg

Gefördert wird die Entstehung durch verschiedene Faktoren:

Es wird auch von den „vier F“ gesprochen: female, fat, fertile, forty (Weiblich, Übergewichtig, mehrere Kinder bzw. im fortpflanzungsfähigen Alter befindlich, über vierzig). Im angloamerikanischen kommt noch das fünfte „F“ fair (hellhäutig bzw. blond) und sechste „F“ family (familiäre Häufung) dazu.

Pathogenese


Die normale Zusammensetzung der Galle ist Cholesterin, Phospholipide und Gallensäuren im Verhältnis von 5 zu 25 zu 70. Typisch für die lithogene Galle ist der hohe Anteil von Cholesterin und/oder der verminderte Anteil von Gallensäuren, so dass die Galle mit Cholesterin übersättigt ist. Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung von Cholesteringallensteinen:
  • Hypomotilität der Gallenblase, wodurch verlängerte Verweildauer der Galle in der Gallenblase
  • unvollständige Entleerung der Gallenblase

Symptome


Steingefuellte-gallenblase.jpg Nur in zirka. 25 Prozent der Fälle werden die Gallensteine symptomatisch und nur in solchen Fällen muss auch eine Therapie erfolgen. Wenn ein Stein symptomatisch wird, dann kann dies in Form von Koliken vorkommen. Diese treten besonders nach fettreichem Essen oder nachts durch Gallenblasenkontraktionen auf. Hierbei kommt es zu einem sich anfallsartig steigerndem Schmerz im rechten Oberbauch der auch in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen kann.
Weitere Symptome:

  • Druckschmerz im rechten Oberbauch
  • Allgemeine Krankheitssymptome (Völlegefühl, Blähungen, Erbrechen, Schweißausbrüche, Appetitlosigkeit)
  • Gelbsucht (Ikterus)

Diagnostik


Neben der klinischen Untersuchung gibt es noch verschiedene apparative Untersuchungen zur Diagnostik und Befundsicherung bei Verdacht auf Gallenstein: Sonografie Gallenstein.jpg

  • Sonografie: Gallensteine und auch Entzündungen der Gallenblase lassen sich sonografisch gut darstellen
  • Röntgenuntersuchungen:
    • Leeraufnahme: Kalziumhaltige Steine sind im Röntgenbild schattengebend. Luft in der Gallenblase spricht für gasbildende Erreger.
    • Kontrastmitteluntersuchung:
      • Orale Cholezystografie
      • Infusionscholezystangiografie („i.v.-Galle“)
  • ERCP (Endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikografie)
  • PCT (Perkutane transhepatische Cholangiografie)
  • Computertomografie
  • Labordiagnostik (Nachweis von Entzündungen, Differentialdiagnose des Ikterus)

Behandlung


Gallensteine, die keine Symptome verursachen, bedürfen keiner Therapie. Koliken erfordern Bettruhe, Nahrungskarenz, Schmerzmittel (z. B. Metamizol), Spasmolytika und bei gleichzeitiger Cholezystitis Antibiotika.

Nach Abklingen der akuten Symptomatik stehen mehrere Verfahren zum Entfernen der Gallensteine zur Verfügung:

  • Cholezystektomie: Operation mit Entfernung der Gallenblase, entweder durch laparoskopische oder (heute selten) konventionelle Chirurgie, bei Steinen in der Gallenblase. Diese stellt die Therapie der Wahl dar, da sie wegen des minimal-invasiven Eingriffs eine sehr niedrige Komplikationsrate aufweist.
  • ERCP mit Steinextraktion und/oder Erweiterung der Papilla duodeni major im Duodenum (Papillotomie), bei im Gallengang eingeklemmten Steinen.
  • Lyse: medikamentöse Auflösung der Steine mit Ursodeoxycholsäure, oder Chenodeoxycholsäure. Diese ist nur indiziert bei Steinen mit einem Durchmesser von weniger als 2 Zentimeter, die Rezidivrate beträgt nach 5 Jahren zirka 45 Prozent. Sie ist deshalb nur Therapie der zweiten Wahl.
  • ESWL (extrakorporale Stoßwellenlithotrypsie): Zertrümmern der Steine mit Stoßwellen, die dann in den Darm abgehen. Gute Resultate bringt diese ebenfalls vor allem bei Steinen mit einem Durchmesser von weniger als 2 Zentimeter.

Der Tee des Echten Labkrauts soll sich günstig auf Gallensteinleiden auswirken.

Komplikationen


Weblinks


Krankheit | Viszeralchirurgie

Gallstone | Sappikivitauti | Calcul biliaire | Colelitiasi | 胆石 | Galsteen | Kamica żółciowa | Colelitíase | Gallsten | Sỏi mật

 

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