Die galicische Sprache (Galicisch, span. Gallego, galicisch Galego) wird in der spanischen autonomen Gemeinschaft Galicien gesprochen und ist seit 1982 in dieser Region, neben dem Spanischen, Amtssprache. Das Galicische weist eine sehr hohe Ähnlichkeit mit der portugiesischen Sprache auf, abgesehen von der kastilischen Desonorisation und der Entnasalisierung der Nasalvokale. Im Galicischen lassen sich drei Mundartzonen differenzieren: das Westgalicische, das Zentralgalicische und das Ostgalicische.
Der Language Code ist gl bzw. glg (nach
ISO 639).
Das Jahr 1863 kennzeichnet den Beginn des sogenannten Rexurdimento, der sprachlich-literarischen Wiedergeburt der galicischen Sprache. In diesem Jahr wird das Werk 'Cantares gallegos' (Lieder aus Galicien) von Rosalía de Castro veröffentlicht. Das Werk dieser Lyrikerin, zusammen mit den Werken Curros Enríquez (Aires da miña terra, 1880) sowie Eduardo Pondal (Queixumes dos pinos, 1886), stellt die Wiedergeburt des Galicischen in der spanischen Literatur dar. In den Werken dieser Autoren und insbesondere bei Pondal drücken sich deutliche Bestrebungen galicischer Literaten aus, die galicische Sprache zu einer anerkannten und kultivierten Sprache weiterzuentwickeln.
Mit der Machtübernahme durch den Diktator Francisco Franco war die offizielle Verwendung der galicischen Sprache untersagt. Hintergrund dieses Verbotes waren Bestrebungen Francos, Spanien stärker zentralistisch auszurichten, um damit den regionalen Nationalismen insbesondere in Galicien, dem Baskenland und Katalonien zu begegnen. Das Verbot der Verwendung der regionalen Sprachen in Spanien – und sonstige kultureller Eigenheiten – schien dem Franco-Regime ein geeigneter Schlüssel hierzu zu sein. Erst mit seinem Tod im Jahr 1975 setzte ein Prozess der sprachlichen Normalisierung im Umgang mit dem Galicischen ein. Dieser Normalisierungsprozess ist allerdings bis heute noch nicht abgeschlossen. Gegenstand teils polemischer Auseinandersetzungen sind unterschiedliche Sichtweisen über Ansatzpunkte für eine Standardnorm für das Galicische.
Auf der einen Seite stehen die sogenannten Reintegrationisten, die für die Eingliederung des Galicischen in den portugiesischen Sprachraum eintreten. Auf der anderen Seite befinden sich die Autonomisten, deren Ziel die endgültige Positionierung des Galicischen als eigenständige romanische Sprache neben dem Spanischen und dem Portugiesischen ist. Neben diesen beiden Hauptgruppen gibt es noch diverse weitere Strömungen, vor allem innerhalb der Reintegrationisten. Die Uneinigkeit über die galicische Standardnorm hat zu einer kontroversen Auseinandersetzung geführt, in der es in erster Linie um orthographische, aber ebenso um morphologische und lexikalische Fragen sowie um verschiedene Einschätzungen von Geschichte und Gegenwart des Galicischen geht. Der Normenstreit spielt sich sowohl auf politischer Ebene als auch in der allgemeinen öffentlichen Diskussion und in den Medien ab.
Siehe auch: Galicier
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