Galenos von Pergamon (dt. Galēn, lat. Claudius Galenus; * um 129 in Pergamon, † um 199 in Rom) war griechischer Arzt und Anatom.
Ab 161 war Galen in Rom tätig und nach der Heilung des geachteten Philosophen Eudemos Arzt der römischen Aristokratie. Um 166 verließ er wahrscheinlich aufgrund einer dort ausgebrochenen Pest fluchtartig Rom und nahm seine Stelle als Gladiatorenarzt in Pergamon wieder an. 168 reiste er auf Bitte Kaiser Mark Aurels nach Aquileia, wo unter den römischen Soldaten die Pest ausgebrochen war, wurde dann aber seinem Wunsch entsprechend in Rom ab 169 der Leibarzt des Kaisersohnes Commodus, später vermutlich auch des Kaisers Septimius Severus.
Durch seine Synthese wurde Galen bis in die Renaissance hinein zur unwidersprochenen Autorität. Galen führte umfangreiche Sektionen und Vivisektionen an Tieren durch. Er verfasste nahezu 400 Schriften, die bis ins 17. Jahrhundert und darüber hinaus als medizinische Lehrgrundlage dienten. Diese wurden nach seinem Tod durch Oribasius (326-403) in 70 Büchern gesammelt.
Viele von Galens Ansichten über die menschliche Anatomie waren jedoch falsch, da er die Sektionen an Schweinen, Affen und Hunden durchführte und die so gewonnenen Erkenntnisse auf den Menschen übertrug. Galens Werke bildeten das Standardwerk für anatomische Vorlesungen. Galens Errungenschaften wurden als vollständig betrachtet, so dass man keinen Anlass zum selbstständigen Forschen sah. Vesalius war der erste, der erkannte, dass Galen wohl nie einen Menschen seziert hatte. Vesalius' Arbeiten aus den 1540ern wiederbelebten die anatomische Forschung.
Galen legte bei der Diagnose von Krankheiten besonderen Wert auf die Untersuchung von Puls und Harn. Weiters lehrte er, Krankheiten mit entgegengesetzten (allopathischen) Arzneimitteln, so genannten Galenika, zu therapieren. Grundlegender Bestandteil seiner Lehre war unter anderem die Humoralpathologie, die auch als Viersäftelehre bezeichnet wird.
Seine Fassung der Humoralpathologie hatte als Krankheitskonzept Bestand bis ins 19. Jahrhundert.
Die Vena cerebri magna wird manchmal noch als „Galens Vene“ und der Ventriculus laryngis als „Galens Ventrikel“ bezeichnet.
Nach Galenus ist auch die Lehre von der Zubereitung der Arzneimittel, die Galenik, benannt.
Mann | Mediziner des Altertums | Geboren 129 | Gestorben 199
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