Willaerts Galley and men of war.jpg vor einem Hafen, Gemälde von Abraham Willaerts aus dem 17. Jahrhundert]] Eine Galeere ist ein mit Riemen versehenes und besegeltes Kriegsschiff. Ein wichtiges Kennzeichen ist in der Regel der Rammsporn am Bug, der dazu diente, gegnerische Schiffe zu rammen und zu versenken.
Als Galeeren im eigentlichen Sinne werden in der Regel nur die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Ruderkriegsschiffe des Mittelmeerraums bezeichnet, doch wird der Begriff untechnisch oft auch auf ihre antiken Vorgänger übertragen.
Nach der Anzahl der übereinanderliegenden Reihen von Riemen unterscheidet man
Überliefert sind auch Bezeichnungen für Schiffe, die noch mehr Ruderreihen als zwei oder drei nennen; es wird von der neueren Forschung aber ausgeschlossen, dass diese Schiffstypen mehr als drei Riemenreihen übereinander aufwiesen, d. h. höchstwahrscheinlich wurden bei diesen Schiffen die Riemen von mehr als einem Ruderer bewegt.
So gab es
Wer den Schiffstyp der Galeere entwickelt hatte, ist nicht klar. Fest steht jedoch, dass sowohl die Griechen als auch die Phönizier und Perser vor 600 v. Chr. Galeeren entwickelt hatten. So wurde die Seeschlacht bei Salamis im Jahr 480 v. Chr. mit Biremen und Triremen durchgeführt.
Römisches_Kriegsschiff.PNG Die Karthager entwickelten die Galeeren zu einer ersten Perfektion und sicherten damit ihre Herrschaft im westlichen Mittelmeer. Sie besaßen bereits Quinqueremen, die aufgrund ihrer Kampfkraft von den Römern besonders gefürchtet waren. Während des ersten punischen Krieges strandete jedoch eine Flotte karthagischer Kriegsschiffe wegen eines Sturmes in Italien. Die Römer nahmen die Gelegenheit wahr und kopierten die Bauweise. So konnten sie am 10. März 241 v. Chr. die entscheidende Seeschlacht gewinnen. Zusätzlich erfanden sie den Corvus (lat. Rabe), eine Enterbrücke, die im Kampf auf das gegnerische Schiff herabgelassen wurde. Damit veränderten sie die Seekriegsführung: Es kam nun nicht mehr allein auf den Rammstoß an. Vielmehr hatten die Römer schwer bewaffnete Fußsoldaten auf ihren Schiffen stationiert und konnten so die gegnerischen Galeeren ohne Versenkung entern.
Vor jedem Gefecht wurden auf antiken Galeeren die Masten niedergelegt. Man fuhr also nicht unter vollen Segeln in die Schlacht, wie es gerne dargestellt wird. Der Einsatz von Feuer, der seit Erfindung des Schießpulvers zu jedem Gefecht gehört, hatte in der antiken Schlacht nicht den gleichen Stellenwert. Dennoch gewannen Brandgeschosse schon damals immer mehr an Bedeutung. Bei der Seeschlacht von Actium (31 v. Chr.) wurden die Schiffe hauptsächlich durch Feuer, nicht mehr durch Rammstöße vernichtet, zumal Octavians Admiral Agrippa für die römischen Galeeren einen Rammschutz eingeführt hatte.
Im Mittelalter wurden die Galeeren breiter; sie blieben weitgehend auf das Mittelmeer beschränkt. Im byzantinischen Reich wurde als Bewaffnung der Dromonen genannten Ruderschiffe auch das griechische Feuer eingesetzt. Die letzte große Seeschlacht mit Galeeren war die Schlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571, bei der Don Juan de Austria die türkische Flotte unter Sultan Selim II. schlug. An dieser Seeschlacht nahmen bereits Galeassen teil, die mit höherem Bord, drei Segelmasten und stärkerer Feuerkraft den nur spärlich mit Kanonen besetzten Galeeren überlegen waren.
Im Marinemuseum in Istanbul ist die Galeere Kadirga (türkisch für „Galeere“) zu sehen (ohne Masten). Das Schiff stammt aus dem späten 15. Jahrhundert (nach anderen Angaben aus dem 16. Jahrhundert) und ist die einzige erhaltene Galeere der Welt. Bis 1839 war sie im Dienst. Sie ist 37 m lang, 5,7 m breit und hat einen Tiefgang von ca. 2 m. 144 Ruderer bewegten über 48 Riemen das 140 BRT (Verdrängung) große Schiff.
Anlässlich des vierhundertsten Jahrestages der Seeschlacht von Lepanto (7. Oktober 1571) wurde im Museu Marítim von Barcelona 1971 eine spanisches Galeere dieser Zeit orginalgetreu nachgebaut und ist dort seitdem ausgestellt. Es handelt sich dabei um das Flaggschiff Don Juan de Austrias, die Real, mit der er als Oberbefehlshaber die Flotte der Heiligen Liga anführte. Die Real war 60 m lang, hatte eine Breite von 6,2 m und wurde von 236 Ruderern bewegt. Ihrer Bedeutung gemäß waren ihre Aufbauten prächtig verziert und das ganze Schiff in den Farben Rot und Gold gehalten. Mit ihr trug Don Juan entscheidend zum Sieg der Liga bei, indem er das Flaggschiff das osmanischen Admirals Ali Pascha, die Sultana, angriff und nach hartem Enterkampf bezwang.
Siehe auch: Liste von Schiffstypen
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