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Die Galápagos-Inseln (offizieller Name Archipiélago de Colón, „Kolumbusarchipel“) liegen im Pazifischen Ozean und gehören zum südamerikanischen Staat Ecuador. Sie sind etwa 965 Kilometer vom Festland entfernt.

Die Inselgruppe besteht aus 14 größeren Inseln (Isabela, Santa Cruz, San Salvador, Fernandina, San Cristóbal, Floreana (Santa Maria), Marchena, Española, Pinta, Santa Fe, Genovesa, Pinzón, Darwin und Wolf), 8 kleineren Inseln und etwa 40 winzigen Eilande. Etwa 25.000 Menschen (2004) bewohnen die Inseln.

Geschichte


Die Galápagos-Inseln wurden 1535 zufällig durch Spanier entdeckt. Tomás de Berlanga, der damalige Bischof von Panama, kam mit seinen Leuten vom Kurs Richtung Peru ab und strandete an einer der Vulkaninseln. Mehrere Tage verbrachten sie dort und suchten nach Trinkwasser. 10 Pferde und zwei Spanier verdursteten. Die restlichen tranken den Saft der Kakteen und erbeuteten Robben und die Riesenschildkröten. In einer Schlucht fanden sie schließlich ausreichend Trinkwasser für die Heimfahrt.

Die Inselgruppe wurde zunächst als Islas Encantadas („Verzauberte Inseln“) bezeichnet, da niemand so weit draußen im Ozean noch Inseln vermutet hätte, und starke Strömungen in und um die Inseln herum bei den Seefahrern leicht den Eindruck erwecken konnten, die Inseln selbst änderten immer wieder ihre Lage. Im 17. Jahrhundert waren die Inseln Verstecke und Fluchtorte für Seeräuber, darunter John Cook oder William Cowley. Sie überfielen meist die Goldschiffe der Spanier aus Mexiko.

Im 19. Jahrhundert benannte man die Inseln nach den dort vorkommenden Riesenschildkröten in Galápagos um. 1832 nahm General José María Villamil die Inseln für Ecuador in Besitz. Er nannte die Inseln Archipiélago del Ecuador und es begann die erste dauerhafte Besiedlung der Inseln. Zuvor waren die Inseln im Besitz der Spanier, die jedoch kein Interesse zeigten. 1835 besuchte Charles Darwin die Inseln. 1892 wurden die Galápagos zu Ehren Christoph Kolumbus in Archipiélago de Colón umbenannt.

1953 entdeckte der norwegische Archäologe Thor Heyerdahl Reste früherer Niederlassungen auf Santa Cruz und Floreana (Santa Maria), die aber auch von früheren europäischen Seefahrern bei Zwischenlandungen stammen könnten. Viele Inseln, wie Floreana oder Isabela, waren von 1934 bis 1959 eine Strafkolonie. 1959 wurden die Galapagos-Inseln zum Nationalpark Galápagos (durch die Regierung Ecuadors) ausgerufen. 1968 waren 90% der Landfläche unter Schutz des Nationalparks gestellt und die Siedlungen und bisher landwirtschaftliche Flächen erhielten Bestandsschutz. 1996 kam es zur Ausrufung des Marine-Reservats Galapagos durch das Instituto Ecuatoriano Forestal de Areas Naturales y Vida Silvestre und 1998 wurde der Schutz des Marine-Reservats Galapagos durch den Nationalpark Galapagos gesetzlich verankert.

Naturgeschichte

Galapagos.jpg Die Galápagos-Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Die tektonische Platte (Nasca-Platte), auf der die Inseln liegen, bewegt sich über eine Magmakammer, die auch heute noch vulkanische Aktivität auf den Inseln Isabella und Fernandina bewirkt (sogenannte Hot-Spot Theorie). Auf der Insel Fernandina brach deren Vulkan Cumbre zuletzt im Mai 2005 aus.

Obwohl die Inseln in der Nähe des Äquators liegen, ist das Klima aufgrund des mit 20 Grad Celsius relativ kühlen Meerwassers (vom Humboldtstrom und von aufsteigendem Tiefenwasser) eher gemäßigt. Dieses nährstoffreiche Tiefenwasser wiederum ist verantwortlich für den Artenreichtum um die Insel herum.

Die Galápagos-Inseln kennen eine Regenzeit, die mit einem Gipfel im April von Januar bis Juni dauert. Das übrige Jahr fällt fast kein Niederschlag.

In so genannten El-Niño-Jahren verändern sich sowohl die Meeresströmungen als auch die Niederschlagsmengen. Das ausbleibende Tiefenwasser dezimiert alle auf das Meer angewiesenen Arten, während die hohen Regenmengen ein überdurchschnittliches Pflanzenwachstum und einen daraus folgenden Tierreichtum auf den Inseln zur Folge haben.

Aufgrund ihrer Entfernung von anderen Landmassen zeichnen sich die Galápagos-Inseln durch eine Vielzahl endemischer Tier- und Pflanzenarten aus. Leider haben die Einführung fremder Arten sowie die Jagd im 19. Jahrhundert viele dieser einzigartigen Tierarten (z. B. die riesigen Galapagos-Riesenschildkröte) fast zum Aussterben gebracht.

Charles Darwin und die Galápagos-Inseln

Die Galápagos-Inseln sind insbesondere durch Charles Darwin bekannt geworden, dessen Evolutionstheorie dort eine Reihe von Anstößen erhielt.

Heute bieten die Galápagos-Inseln ein ideales Freilandlabor zur Beobachtung der Evolution. Insbesondere die Arbeiten von Rosemary and Peter Grant über einige Arten der Darwinfinken gelten als bahnbrechend. Auf einigen der kleinen Inseln war es ihnen möglich, über mehr als 20 Jahre hinweg jedes der bis zu 2000 Individuen der dort lebenden Finken durch Beringen zu verfolgen. Entgegen ihrer Erwartungen (und denen der übrigen Fachwelt) konnten sie den Einfluss der natürlichen Selektion auf die Finkenpopulationen in diesem kurzen Zeitraum nachweisen. Seit 2005 hat die Universidad Internacional del Ecuador "UIDE" einen Campus auf der Insel Santa Crúz errichtet. Die Universidad Internacional del Ecuador bietet anderen Universitäten oder Forschungsinstitutionen die Möglichkeit den Campus zu nutzen. Die UIDE befasst sich seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit der Charles Darwin Station, aktiv mit der Erhaltung der Galapagos-Inseln.

Nachhaltigkeit


Seegurke-Galapagos-Champion.jpg Nach der Ausrufung des Nationalparkes und der Gründung der Charles Darwin Forschungsstation geraten die Inseln immer mehr in den Blickpunkt von Tourismus und Fischerei-Wirtschaft. Die Inseln haben sich mittlerweile von einem Traumziel für Biologen zu einem boomenden Wirtschaftsraum entwickelt, in dem ökonomische Interessen gegen ökologische abgewogen werden müssen. Zum einen bietet die Inselwelt der Galapagos ein einmaliges Erlebnis der nur hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, so dass mittlerweile ca. 80.000 Touristen jährlich (2003) das Archipel besuchen. Weiterhin bietet das Meeresgebiet rund um die Inseln einen großen Fischreichtum. Besonders gefragt sind Haifisch-Flossen und Seegurken. Der Fang von Seegurken ist unter Auflagen erlaubt, der Fang von Haifischen ist verboten. Allgemein ist der Fischfang im Marine-Reservat Galápagos nur unter Auflagen erlaubt und für bestimmte Arten gelten spezielle Bestimmungen und Auflagen. Auf den Galápagos-Inseln kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Naturschützern und Fischern, die sich durch die Auflagen behindert fühlen. Im März des Jahres 2004 kam es wieder zu Unruhen; im Juni desselben Jahres wurden dann die Charles Darwin Station und die Nationalparkverwaltung für zwei Wochen blockiert. In der Folge wurde nicht wie in Nachhaltigkeitsuntersuchungen gefordert die Quote gesenkt. In der folgenden Fangsaison im Herbst 2004 wurde dann die Quote bei weitem nicht ausgeschöpft. Das lässt vermuten, dass die Bestände stark abgenommen haben und eine nachhaltige Reproduktion zur Zeit nicht staffindet. Mehr Details zur Blockade gehen aus einer Pressemitteilung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt hervor: Pressebericht Seegurken-Konflikt.

Fauna


Auf den Inseln und um die Inseln herum herrscht ein großer Artenreichtum. Viele Arten, die nur auf den Galápagos heimisch sind (rund 40%), wurden auch nach ihnen benannt. Einige der auf den Galapagosinseln lebenden Tiere sind:

Ecuadorianische Provinz


Seit 1973 ist Galápagos offiziell eine ecuadorianische Provinz mit Hauptstadt Puerto Baquerizo Moreno (auf San Cristóbal). Die Provinz hat eine Fläche von 8.066 km². Bereits 1861 und 1957 waren Schritte unternommen worden, Galápagos zu einer Provinz zu erheben, diese waren aber nicht nachhaltig gewesen.

Die Provinz ist administrativ in drei Kantone gegliedert:

  1. San Cristóbal (mit Provinzhauptstadt Puerto Baquerizo Moreno; zum Kanton gehören unter anderem auch die Inseln Española, Floreana (Santa María), Genovesa und Santa Fe).
  2. Isabela (mit Provinzhauptstadt Puerto Villamil; zum Kanton gehören unter anderem die Inseln Darwin, Fernandina, Wolf)
  3. Santa Cruz (mit Provinzhauptstadt Puerto Ayora; zum Kanton gehören unter anderem die Inseln Marchena, Pinta, Pinzón, Rábida, San Salvador und Seymour)

Literatur


  • Bodo Müller und Matthias Stolt: Galápagos - Die verwunschenen Inseln (2003) (BLV) ISBN 3861089092
  • Jonathan Weiner: "Der Schnabel des Finken oder Der Kurze Atem der Evolution" (dt. 1994) (original: The Beak of the Finch: A Story of Evolution in Our Time)
  • Wolfgang Bittmann und Brigitte Fugger: Galápagos Reiseführer Natur (BLV) ISBN 3405140668
  • Jürgen Alex: Galapagos - Eine Arche Noah versinkt, in: mtv (Medical Tribune) 49/1978, ISSN 0343-5237
  • Margret Wittmer: Postlagernd Floreana - ein außergewöhnliches Frauenleben am Ende der Welt, Bastei Lübbe, ISBN 3-404-61901-3
  • Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Galápagos - Die Arche Noah im Pazifik, Piper, ISBN 3-492-21232-8

Weblinks


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