Der Gahrenberg ist ein 472 m hoher Berg des Reinhardswalds im nordhessischen Landkreis Kassel (Deutschland).
In diesem Mittelgebirge ist er neben dem gleich hohen Staufenberg der höchste Berg. Er befindet sich 15 km nordöstlich von Kassel, je 6 km nordwestlich von Hann. Münden bzw. südwestlich von Veckerhagen und 3,5 km (je Luftlinie) nordöstlich von Immenhausen-Holzhausen.
Am Gahrenberg entspringen zahlreiche kurze Fließgewässer, darunter Elster-, Mühl- Oster- und Rattbach, welche sich der Fulda zuwenden, sowie Hemelbach und Nasse und Trockene Ahle, drei in die Weser mündenden Bäche.
Auf den Hochlagen des Bergs wurde Bergbau urkundlich belegt ab 1575 betrieben und von 1842 bis 1970 Braunkohle im Untertagebergbau gefördert. Es wurde auch die nebenbei anfallende zur Farbherstellung benötigte Schmierkohle, das so genannte „Kasseler Braun“, abgebaut und unter anderen Alaunerde gewonnen, die von Apothekern sowie zum Färben und Gerben benötigt wurde. In den letzten Jahren des Betriebs der hiesigen Zeche (die Zeche Gahrenberg; auch Grube Gahrenberg genannt) wurden von einem etwa 1.800 m langen, bis rund 500 m breiten und 4 bis 10 m starken Flöz, der ab 1842 mit einem 250-m-Stollen aufgeschlossen wurde, jährlich zwischen 15.000 und 20.000 t von einer 30 bis 40 Mann starken Belegschaft abgebaut. Vom Flöz sind noch etwa zwei Drittel vorhanden.
Die Zeche Gahrenberg wurde von der Firma „Habich's Söhne“ in Veckerhagen betrieben. Die Farbenfabrik deckte ihren Energiebedarf mit der geförderten Braunkohle und die dortigen Arbeiter verwendeten die zuvor erwähnte Schmierkohle zur Farbherstellung. Zur Zechenschließung und damit zur Kohlenverdrängung führte unter anderen das immer stärker aufkommende Erdöl, obgleich ein geringer Teil des Kohleabbaus in den umliegenden Dörfern auch noch in der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges noch reichlich als Hausbrandkohle genutzt wurde.
Mit der letzten Schicht vom 30. Oktober 1970 wurde die letzte Kohle aus dem Gahrenberg gewonnen. Anschließend wurden die Förderanlagen fast vollständig abgerissen und der Stolleneingang, der so genannte Stollenmund verschlossen. Am 14. Dezember des gleichen Jahres wurde der Schornstein gesprengt und etwa zu dieser Zeit auch der letzte offene Stollen verstürzt. Heutzutage steht noch das ehemalige Kesselhaus mit schuppenähnlichen Anbauten, das vom Forstbetriebshof Gahrenberg genutzt wird.
Zu erreichen ist der Gahrenberg am besten über die von Immenhausen-Holzhausen durch den Reinhardswald nach Veckerhagen verlaufende Landesstraße L 3232, von der eine zur Sababurg und nach Gottsbüren führende Straße abzweigt. Von einem im Wald knapp 3 km nördlich von Holzhausen in 380 m Höhe gelegenen Parkplatz ist es von der L 3232 ein etwa 25-minütiger Spaziergang zu seinem Gipfel.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Gahrenberg".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world