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Gabrowo (bulgarisch Габрово) ist eine Stadt in Bulgarien mit 63.864 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2004), im Tal der Jantra und ihrer Zuflüsse, Industrie- und Kulturzentrum des Landes mit Universität, Freilichtmuseum Etar (Етър) sowie Festival des Humors und der Satire.
Die Stadt liegt am Fluss Jantra, am Nordhang des Schiptschenski-Gebirges, fast in der geografischen Mitte des Landes, 390 Meter über dem Meeresspiegel. Die Entfernungen betragen im Nordosten zur Hauptstadt Sofia 220 Kilometer und nach Plowdiw 150 Kilometer, im Südwesten nach Warna 274 Kilometer und nach Weliko Tarnowo 46 Kilometer, im Norden nach Kasanlak 48 Kilometer und im Südosten nach Sewliewo 28 Kilometer.
Die Legende besagt, dass die Stadt vom Schmied Ratscho Kowatscha im 14. Jahrhundert gegründet wurde. Gesicherte Beweise dafür gibt es nicht.
Im Jahre 1479 erstmals erwähnt, war sie während der Herrschaft des Osmanischen Reiches im 17. Jahrhundert und besonders im 18. Jahrhundert ein blühendes Zentrum von Handwerk (vor allem der Schmiedekunst), Handel und Bildung.
1835 wurde hier die erste weltliche neubulgarische Schule durch den Pädagogen und Schulreformer Wassil Aprilow (1789-1847) ins Leben gerufen, nach deren Vorbild weitere Bildungsstätten in den Städten und Dörfern Bulgariens entstanden.
1860 bekam Gabrowo die Stadtrechte verliehen. 1882 erfolgte die Gründung der ersten Textilfabrik durch Iwan Kalpasanow. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Textilzentrum und erhielt deshald den Beinamen „Bulgarisches Manchester“.
Gabrowo besitzt drei Theater - das Dramatische Theater „Ratscho Stojanow“, ein Puppentheater und ein Experimentaltheater für Satire und Variete.
In der Stadtmitte befinden sich das Historische Museum und das Nationale Bildungsmuseum. Die Kunstgalerie „Christo Zokew“ beherbergt zahlreiche in- und ausländische Werke.
Acht Kilometer südlich der Stadt befindet sich das Ethnografische Freilichtmuseum Etar, ein Komplex historisch wertvoller alter Häuser, die man 1963 aus der Umgebung Gabrowos hierherversetzte, mit kopfsteingepflasterter Straße und über 20 Werkstätten, in denen Handwerksmeister wie im 19. Jahrhundert arbeiten.
Wichtige Bauwerke sind der Uhrturm von 1835, die Baiow-Brücke von 1855, die Marienkirche mit meisterhaft geschnitzter Ikonostase und das Aprilow-Gymnasium in der Stadtmitte.
Ein Denkmal mitten im Fluss Jantra erinnert an den legendären Gründer von Gabrowo, den Schmied Ratscho Kowatscha.
Fünf Kilometer südlich von Etar liegt das im Jahre 1832 erbaute Kloster Sokolski manastir, Schlupfwinkel bulgarischer Freiheitskämpfer, wie Wassil Lewski (1837-1873), Djado Nikola und Tsanko Djustabanow.
Die Stadt ist ein großes Industriezentrum des Landes mit Textil-, Leder-, elektronischer und chemischer Industrie sowie Maschinenbau.
Gabrowo ist Endstation der Bahnlinie Warbanowo-Gabrowo, einer Nebenstrecke von Russe-Gorna Orjachowiza-Stara Sagora-Podkowa.
Die Stadt ist Sitz der Technischen Universität von Gabrowo (Технически университет Габрово).
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