Db-152073-00.jpg) der DB AG im Auftrag der DaimlerChrysler AG]] Ein Güterzug ist ein Zug, der zum Transport von Gütern dient. Güterzüge werden in aus besonders auf ihren Verwendungszweck ausgerichteten Güterwagen und (meistens) Lokomotiven gebildet. So gibt es neben den möglichst universellen Güterwagen spezielle Wagen für Container, Autotransport, gekühlte Waren, Holz, Kohle, Kesselwagen für Flüssigkeiten wie Öl und viele mehr. Güterzüge, die nur aus einer Wagenart bestehen, werden Ganzzüge genannt.
Die meisten Güterzüge verkehren wie Personenzüge nach Fahrplan. Bei Bedarf können zusätzliche Güterzüge als Sonderzüge, so genannte "ad-hoc-Züge", eingesetzt werden. Für diese besteht bereits ein Bedarfsfahrplan der noch freie Kapazitäten der Bahnstrecken ausnutzt und ggf. Umwege in Kauf nimmt.
Güterzüge mit Personenbeförderung gelten bei den Bahnen in Deutschland gemäß Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) als Reisezüge
Es gibt verschiedene Arten von Güterzügen:
Güterzüge fahren in der Regel mit 90-120 km/h und somit langsamer als die meisten Personenzüge. Trotzdem harmonieren sie gut mit den Zügen des Personenregionalverkehrs, die aufgrund der zahlreichen Halte auf ähnliche Durchschnittsgeschwindigkeiten kommen.
Ein schnellerer deutscher Güterzug war der InterCargoExpress, der bis zu 140 km/h fuhr. Der Parcel InterCity fährt heute mit bis zu 160 km/h. Ausländische Expressgüterzüge wie der Post-TGV erreichen 200 km/h oder mehr.
Die Bremswege der schnellen Güterzüge sind jedoch länger als der übliche Vorsignalabstand, so dass diese erst nach dem Halt zeigenden Hauptsignal zum Stehen kommen würden. Auf Strecken mit herkömmlicher Haupt-/Vorsignaltechnik kann deswegen nur bis 120 km/h gefahren werden. Schnellere Güterzüge benötigen eine frühzeitige Führerstandssignalisierung, wie sie bei LZB, FZB und ETCS üblich sind. Hochgeschwindigkeit ist jedoch nur für wenige Güterzüge sinnvoll, da der überproportional steigende Energieverbrauch negativen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit solcher Verkehre hat.
Die meisten Güterzüge fahren nachts (im Nachtsprung). So können attraktive Termine beim Abholen und Zustellen der Wagen angeboten werden. Zudem werden so die Strecken auch nachts gut ausgelastet und der Personenverkehr nicht behindert. Die Priorität der zumeist vertakteten Personenverkehre und der massive Rückbau von Kreuzungs- und Überholungsgleisen verhindert jedoch oft die umwelt- und finanzpolitisch gewollte Erweiterung des Güterverkehrs.
In anderen Bereichen, vor allem im intermodalen Verkehr sowie in der Beförderung von Massengütern, ist die Bedeutung des Schienengüterverkehrs ungebrochen und nimmt tendenziell weiter zu.
Positiv ist zu sehen, dass (ebenfalls mit erheblichen Staatsmitteln) in Deutschland derzeit die Kapazitäten und die Effizienz der verbliebenen großen Rangierbahnhöfe u.a. durch Elektronifizierung gesteigert werden, allerdings erst nachdem zuvor eine weit grössere Zahl von Rangierbahnhöfen stillgelegt wurde. Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern (zum Beispiel Großbritannien, Dänemark, Norwegen und Japan) konnte eine verschiedentlich bereits erwogene vollständige Aufgabe des Wagenladungsverkehrs in Deutschland immerhin bislang noch verhindert werden. Zur Zeit sind hier außerdem verschiedene technische Innovationen in Entwicklung, die den klassischen Einzelwagenverkehr attraktiver und effektiver machen sollen: Mechatronische Drehgestelle sollen z.B. billiger in der Wartung sein und durch automatisierte Bremsproben die Laufzeiten verkürzen und Personal sparen und GPS-Ortung der Wagen hilft, die Disposition zu verbessern.
Mittlerweile besteht auch die technische Möglichkeit, den europäischen Bahnverkehr sukzessive statt schlagartig auf automatische Kupplungen umzustellen, da neue Kupplungsbauarten unterhalb der herkömmlichen Zug- und Stoßeinrichtung montiert werden können. Eine solche Umstellung würde einen großen Effizienzsprung im Wagenladungsverkehr bedeuten, wird aber zur Zeit von keiner europäischen Bahn beabsichtigt.
So ist die Frage, in wie weit Straße und Schiene im Güterverkehr reell konkurrieren: Nahezu die Hälfte des deutschen Schienengüterverkehrs (2004: 47,7%) entfallen auf Montanverkehre (feste Brennstoffe und Metalle) sowie Mineralölverkehr; diese Leistungen lassen sich auf der Straße nicht sinnvoll transportieren. Demgegenüber sind ein großer Teil (etwa die Hälfte) der Kurzstrecken-Lkw-Verkehre Baustellen- und Lieferverkehre, die sich nur in Einzelfällen überhaupt auf der Schiene denken lassen.
Das hauptsächliche Wachstum zumindest des deutschen Schienengüterverkehrs ergibt sich jedoch aus grenzüberschreitenden Leistungen und aus Transitverkehren. Aus dem bis heute stark verwurzelten Protektionismus der meisten europäischen (Ex-)Staatsbahnen haben sich jedoch fast unüberwindliche Hindernisse für solchen Verkehr ergeben, die erst ganz allmählich vor allem von EU-Seite her abgebaut werden. Die technischen Probleme, wie unterschiedliche Stromsysteme, Spurweiten, Leit- und Sicherungssysteme sind durch modulare Mehrsystemlokomotiven und Spurwechseldrehgestelle mittlerweile prinzipiell behoben, wenn auch zu hohen Investitionskosten. Das Kompatibelmachen der Züge mit den länderspezifischen Vorschriften und ihre Zulassung unter den teilweise schikanösen Anforderungen der nationalen Zulassungsbehörden sind die größeren Probleme.
Obwohl die Öffentlichkeit durchweg fordert, dass Güter verstärkt auf der Schiene transportiert werden sollen, werden konkrete Baumaßnahmen, um die Kapazität von Engstellen im Güterverkehrsnetz zu vergrößern, nicht immer positiv aufgenommen. So gibt es Bürgerinitiativen gegen den Wiederaufbau des Eisernen Rheins, gegen den innerstädtischen Ausbau der Güterumgehungsbahn in Hamburg-Nord, gegen den Hochrhein-Güterbypass bei Grenzach-Wyhlen, gegen den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn südlich von Friedberg (Hessen), gegen den zweigleisigen Ausbau Renningen-Böblingen u.v.a.m.; Hauptargument ist meistens der zu befürchtende Nachtlärm. In den letzten beiden Fällen richten sich die Initiativen gegen Maßnahmen des S-Bahn-Ausbaus, die als "Trojanisches Pferd" gesehen werden, um Kapazitätssteigerungen für den Güterverkehr zu ermöglichen.
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