Die Güterumgehungsbahn ist eine Eisenbahnstrecke in Hamburg. Sie führt von Hamburg-Eidelstedt über Hamburg-Rothenburgsort nach Hamburg-Harburg und verbindet dabei die Hamburger Eisenbahn-Fernstrecken unter Umgehung der Verbindungsbahn und der Knotenpunkte im Vorfeld des Bahnhofs Hamburg-Altona und des Hamburger Hauptbahnhofs. Die Strecke wird hauptsächlich für den Güterverkehr genutzt.
Geschichte
Das erste Teilstück der Güterumgehungsbahn wurde
1902 von der
Lübeck-Büchener Eisenbahngesellschaft als Verbindung zwischen ihrem Bahnhof Wandsbek an der Strecke Lübeck-Hamburg und dem Bahnhof Rothenburgsort an der
Berlin-Hamburger Bahn in Betrieb genommen. In den folgenden Jahrzehnten verlängerte die
Deutsche Reichsbahn die Strecke abschnittsweise bis Lokstedt. Der Lückenschluss zwischen Lokstedt und Eidelstedt erfolgte
1941, nachdem der Eisenbahnverkehr durch die Hamburger Innenstadt zunehmend durch Bombenangriffe unterbrochen wurde. Der Lückenschluss zwischen Rothenburgsort und den Elbbrücken und der Ausbau bis Harburg entlang der bestehenden Strecke erfolgten Anfang der
1990er Jahre.
Streckenverlauf
Nördliche Güterumgehungsbahn
Die nördliche Güterumgehungsbahn zweigt am ehemaligen Rangierbahnhof
Hamburg-Eidelstedt nach Osten von der Strecke nach
Elmshorn ab. Über
Hamburg-Lokstedt, wo sich ein kleiner
Güterbahnhof befand, führt die Strecke weiter bis Rübenkamp. Dort mündet eine kurze Zweigstrecke aus
Hamburg-Ohlsdorf ein, deren Verlängerung zeitweilig als
Langenhorner Güterbahn bis nach Ochsenzoll im Stadtteil
Langenhorn führte. Die Güterumgehungsbahn verläuft ab hier in südöstlicher Richtung über den Güterbahnhof
Hamburg-Barmbek bis zum Abzweig
Hamburg-Horn, an dem eine Verbindungskurve vom Bahnhof
Hamburg-Wandsbek an der Strecke nach
Lübeck einmündet. Der nördliche Teil der Güterumgehungsbahn endet am ehemaligen Rangierbahnhof
Hamburg-Rothenburgsort an der Strecke nach
Berlin. Auf allen diesen Bahnhöfen werden nur noch wenige Gleise genutzt.
Die Strecke wurde durchgehend zweigleisig trassiert, verfügt jedoch nur über ein Gleis, das wechselnd auf einer der beiden Spuren oder auch dazwischen verlegt ist. Im Zuge des Ausbaus der Strecke Hamburg-Lübeck wird der 3,3 km lange Abschnitt zwischen dem Abzweig Horn und Rothenburgsort bis zum Ende des Jahres 2007 zweigleisig ausgebaut. Acht Brücken werden dazu erweitert. Zwischen Horn und Eidelstedt wird das bestehende Gleis saniert, was höhere Geschwindigkeiten ermöglichen wird, aber kein Planfeststellungsverfahren erfordert. Der Lärmschutz an diesem Abschnitt soll im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms des Bundes verbessert werden.
Bild:Hh-tarpenbek-gbr2.jpg|Brücke über die Tarpenbek
Bild:Hh-brabandkanal.jpg|Brücke über den Brabandkanal
Bild:Hh-gueterumb-brneu.jpg|Neue Brücke über die Bebelallee
Bild:Hh-alsterdorf-ubhf3.jpg|U-Bahn Alsterdorf, Schwellenerneuerung auf der Güterumgehungsbahn
Bild:Hh-bruecke-ring2.jpg|Brücke über den Straßenring 2, Parallelführung mit der "U2"
Bild:Hh-s-wandsbekerchaussee.jpg|S-Bahnhof Wandsbeker Chaussee
Bild:Hh-abzweighorn.jpg|Abzweig Horn
Südliche Güterumgehungsbahn
Der südliche Teil der Güterumgehungsbahn sollte nach seit den
1920er Jahren bestehenden Planungen oberhalb von Tiefstack von der bestehenden Strecke abzweigen und ab dem Güterbahnhof
Hamburg-Billwerder an der Berliner Strecke in einem weiten Bogen durch die Marschlande nach Harburg verlaufen, um südlich davon an die Strecken nach
Hannover und
Bremen anzuschließen. Als billige Variante errichtete die
Deutsche Bundesbahn Anfang der 1990er Jahre eine kurze Verbindungskurve vom Bahnhof Rothenburgsort, die im wesentlichen aus einer Brücke über den Oberhafenkanal besteht und unmittelbar nördlich der
Norderelbbrücken an die bestehende Strecke nach Harburg anschliesst. Diese wurde abschnittsweise um ein oder zwei Gleise erweitert. Die Güterumgehungsbahn endet damit in Harburg, hat jedoch in ihrem südlichen Teil nur bedingt die Eigenschaft einer
Umgehungsbahn.
Hh-schallimmissionsplan.jpg
Verkehr
Außer Güterzügen fahren auf der Strecke regelmäßig auch
InterCity-Züge zwischen dem
Bw Hamburg-Eidelstedt und dem
Hamburger Hauptbahnhof, allerdings als Leerfahrten ohne Personenbeförderung. Eine
Nachtzugverbindung zwischen
Kiel und
Hannover führt planmäßig über die Güterumgehungsbahn. Auch Fernzüge aus und in Richtung Lübeck werden, soweit sie eines der Gleise 11-14 im westlichen Teil des Hamburger Hauptbahnhofs anfahren, zwischen Rothenburgsort und Wandsbek über die Güterumgehungsbahn geleitet. Daneben kommt es bei Betriebsstörungen immer wieder zu gelegentlichen Personenzugfahrten auf der Strecke.
Siehe auch
Bahnstrecke in Hamburg