Günther Niethammer (* 1908 in Waldheim (Sachsen); † 1974 in Morenhoven) war ein deutscher Ornithologe.
Leben
Niethammer wurde als eines von neun Kindern des Papierfabrikanten und sächsischen Landtagsabgeordneten
Konrad Niethammer geboren. 1933 promovierte er in
Leipzig mit der Arbeit
Anatomisch-histologische und physiologische Untersuchungen über die Kropfbildung der Vögel. 1937 trat er in die
SS und 1940 in die
Waffen-SS ein, bei der er den Rang des
Obersturmführers innehatte. Buchveröffentlichungen zur deutschen Vogelkunde. Zwischen 1940 und 1942 war Niethammer in
Auschwitz zunächst als Wachmann eingesetzt, wurde dann aber von Lagerleiter
Rudolf Höß für
ornithologische Sonderaufgaben im Umfeld des Konzentrationslagers abgestellt. 1942 veröffentlichte er den Aufsatz
Beobachtungen über die Vogelwelt von Auschwitz. Danach war er an der Lehr- und Forschungsstätte für Innerasien und Expeditionen des SS-Ahnenerbes tätig. Nach Kriegsende wurde er aufgrund der Tätigkeit in Auschwitz von einem polnischen Gericht in erster Instanz zu acht und dann zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach Verbüßen der Haftstrafe wurde er an die Bundesrepublik ausgeliefert, wo er an seine alte Arbeitsstätte im Bonner
Museum Koenig zurückkehrte.
1957 wurde er in Bonn zum Professor ernannt. Von 1968 bis 1973 war Niethammer Präsident der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft.
Werke
- Handbuch der deutschen Vogelkunde, 1937, 1938, 1942
- Die Einbürgerung von Säugetieren und Vögeln in Europa : Ergebnisse und Aussichten, 1963
- (Hrsg.): Handbuch der Vögel Mitteleuropas, mehrere Bände
- mit Helmut Kramer, Hans Edmund Wolters: Die Vögel Deutschlands: Artenliste, 1964
Literatur
- Killy, Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie
- Susanne Heim: Die reine Luft der wissenschaftlichen Forschung. Forschungsprogramm „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“, Berlin 2002
- Ernst Klee: Von deutschem Ruhm, DIE ZEIT 25. September 2003 Nr. 40
Mann | Deutscher | Ornithologe | Geboren 1908 | Gestorben 1974