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Dante Titelseite.jpg | Dante_sodom.jpg in der Hölle (Manuskript-Illustration, ca. 1345)]]

Die Göttliche Komödie (italienisch Divina Comedia oder Divina Commedia) ist das bekannteste Werk Dante Alighieris. Komödie bezeichnet hier nicht ein komisches Theaterstück, sondern ein Versepos, in dessen Mittelpunkt kein tragischer Held steht. Commedia wird das Werk im Anschluss an eine Textstelle aus dem Inferno genannt, obwohl Dante im Paradiso sein Gedicht als "höchstes und heiligstes" bezeichnet.

Entstehung


Dante begann mit der Niederschrift im Jahre 1307, und beendete das Werk erst kurz vor seinem Tod im Jahre 1321. Die Commedia gilt als bedeutendste epische Dichtung der italienischen Literatur, und als eines der herausragenden Werke der Weltliteratur. Es ist zudem das erste große Werk in italienischer Sprache, die als Literatursprache von Dante erst aus seinem toskanischen Idiom entwickelt werden musste. Der Zusatz göttlich (italienisch divina) wurde erst 20 Jahre später, also lange nach Dantes Tod, von Giovanni Boccaccio geprägt.

Aufbau und Zahlensymbolik


Die Commedia besteht aus drei Teilen (cantiche, große Abschnitte, die zum Teil auch als 'Bücher' bezeichnet werden): Inferno (Hölle), Purgatorio (Fegefeuer), und Paradiso (Paradies), die wiederum aus 34, 33, und 33 Gesängen bestehen (canti, Kapitel).

Die prägnante Zahl 9 ist bei Dante durchgängig in allen Werken zu finden und basiert auf einer theologischen Aussage. Die 3 ist die Zahl Gottes, wobei sich bei der 9 die heilige Trinität mit sich selbst multipliziert. Da alles miteinander verknüpft ist, kann man die Divinia Commedia als göttliches ganzes verstehen. Beispiele:

Drei Abschnitte, aufgeteilt zu je 33 Canti

3 mal 33 Canti plus ein Prolog (Canto I des Infernos) ergeben die nächste göttliche Zahl: 100

dreiversige Strophen, dreifach vorkommender Reim im Italienischen (aba | bcb | cdc | ded | ...)

Inhalt


Der Dichter erzählt in der Ich-Form seine Reise durch die drei Reiche der Toten. Die Reise soll ihren Anfang an einem Karfreitag im Jahr 1300 genommen haben. Dante hatte sich in einen tiefen Wald verirrt, weil der den rechten Weg verloren hatte. Nun strebte er dem Berg der Tugend entgegen, als er von einem Panther (dem Sinnbild für die Fleischeslust), einem Löwen (dem Sinnbild für den Hochmut) und einer Wölfin (dem Sinnbild für die Gier) in ein finsteres Tal abgedrängt wurde. Dort begegnet er dem von ihm verehrten römischen Dichter Vergil, den er auch sogleich um Hilfe bittet. Du musst auf einem andern Wege gehen/wenn du aus dieser Wildnis willst entfliehen entgegnet ihm dieser. Dante wird daraufhin von Vergil durch die Hölle und auf den Läuterungsberg begleitet. Mit der Jenseitswanderung des Aeneas hat Vergil in der Aeneis das literarische Vorbild geliefert, auf das in der Commedia immer wieder Bezug genommen wird. Da Vergil aus vorchristlicher Zeit stammt und er nicht getauft ist, ist ihm trotz seiner Rechtschaffenheit der Eintritt ins Paradies verwehrt. Dante wird daher von seiner früh verstorbenen und tugendhaft idealisierten Jugendliebe Beatrice geführt. Aber auch diese wird später vom hl. Bernhard von Clairvaux abgelöst.

Hölle

Laut dem danteschen Weltbild liegt die Hölle im Inneren der nördlichen Halbkugel. Sie ist der Sitz von Luzifer und besteht aus sich zum Erdmittelpunkt hin verjüngenden Kreisen. Der Trichter entstand durch den Sturz von Luzifer und seinen Engeln und die zurückgedrängte Erde bildet den Läuterungsberg, der als einzige Landmasse aus der sonst vom Wasser bedeckten Südhalbkugel herausragt.

Durch mich geht man hinein zur Stadt der Trauer,
Durch mich geht man hinein zum ewigen Schmerze,
Durch mich geht man zu dem verlornen Volke.
Gerechtigkeit trieb meinen hohen Schöpfer,
Geschaffen haben mich die Allmacht Gottes,
Die höchste Weisheit und die erste Liebe
Vor mir ist kein Geschaffen Ding gewesen,
Nur ewiges, und ich muss ewig dauern.
Lasst jede Hoffnung wenn ihr eintretet.
(Inschrift auf dem Tor zur Hölle)

Hinter dem Höllentor liegt die Vorhölle, dort befinden sich die lauen Seelen, diejenigen die weder gut noch böse waren. Diese wandern rastlos in Scharen umher und werden von Ungeziefer gepeinigt. Am ersten Fluss der Hölle dem Acheron versammeln sich die bösen Seelen, die von Chiron an das andere Ufer gebracht werden. Die Hölle ist in neun Kreise unterteilt. In jedem Kreis werden die Sünder ihrer Vergehen entsprechend bestraft, wobei die Kreise nach deren Schwere geordnet sind. Dante nennt in seinem Werk mehr als 600 Namen. Dabei sollte man beachten, dass die Bestrafung der "Sünder" sehr von Dantes persönlicher politischer Meinung geprägt ist. Im ersten Höllenkreis, dem Limbus, befinden die sich unschuldig schuldig Gewordenen, alle die sündenfrei sind aber nicht dem christlichen Glauben angehören (bzw. nicht getauft sind). Nicht nur ungetaufte Kinder sind in diesem Kreis anzutreffen, sondern auch Dichter und Denker der Antike oder des Heidentums. Neben Homer und Saladin gehört auch Vergil zu denen die unter falschen, lügnerischen Göttern lebten. Hinter dem ersten Höllenkreis werden die Sünder von Minos empfangen. Vor diesem müssen sie dann alle ihre Sünden beichten. Der Kenner aller Sünden legt daraufhin fest, in welchen Kreis der Betroffene hinabsteigen muss. Im zweiten Kreis büßen die Wollustigen, die vom Höllensturm umher gejagt werden. Dort trifft Dante auf Kleopatra, Dido, Achilles, Helena und mehrere Ritter.

Cerberus bewacht im dritten Höllenkreis die Schlemmer, die von einem eisigen Regen niedergehalten werden und auf dem Boden kauern. Im vierten Höllenkreis befinden sich die Verschwender und Geizigen, die von Pluto bewacht werden. Die Sünder toben und wälzten Lasten mit der Kraft der Schulter, die sie gegeneinander stießen. Der fünfte Höllenkreis ist der Sumpf der zornigen Seelen. Zornige und Verdrossene bekämpfen sich hier unablässig in den Fluten des Styx. Dante und Vergil rufen von einem Turm aus den Fährmann Phlegias zu sich, der sie über den Fluss fährt an dessen anderen Ufer die Höllenstadt beginnt Mit schweren Sündern und mit vielen Wächtern. Doch die Teufel verwehren den beiden Wanderer den Zugang zur Stadt. Nach kurzer Zeit erscheint ein Engel und kam zum Tore, und mit einem Zweiglein / schloß er es auf. Es wird also deutlich, dass Dantes Reise den Segen Gottes hat, um auf den rechten Weg zurückgeführt zu werden. Im sechsten Kreis büßen die Ketzer in flammenden Särgen. Neben dem Kardinal Ubaldini büßt auch der deutsche Kaiser Friedrich II. hier für seinen Verrat an Gott.

Die letzten drei Ringe bilden die innere Hölle, die von dem Minotaurus von Kreta bewacht werden. Hier werden die schlimmsten Sünden bestraft: Gewaltverbrechen, Betrug und Verrat. Doch weil man drei Personen kann verletzten ist der siebte Kreis in drei Ringe unterteilt. Im ersten Ring werden die Gewalttaten an den Nächsten gebüßt. Mörder, Räuber und Verwüster kochen in einem Blutstrom, in den sie immer wieder von Kentauren zurückgetrieben werden, wenn sie versuchen, ihm zu entsteigen. Je nach Schwere ihrer Tat sind sie unterschiedlich tief in dem Blutstrom eingetaucht. Alexander der Große steckt bis zu seinen Brauen im Strom, während Attila am tiefsten Grund gepeinigt wird. Selbstmörder büßen im zweiten Ring ihre Schuld. Sie müssen als Sträucher und Bäume ihr Dasein fristen, die immer wieder von den Harpyien zersaust werden, da sie sich mit ihrem Selbstmord selbst von ihrem Körper losgerissen haben - denn was man selbst sich nahm, darf man nicht haben. Diejenigen die gegen Gottes Ordnung verstoßen haben(Laster wider die Natur) büßen im dritten Graben. Auf die Gotteslästerer rieseln ständig Feuerflocken herab. Die Sodomiten werden mit einer ewigen Wanderung durch die Wüste bestraft. Wenn sie anhalten, prasselt ein ungeheurer Feuerregen auf sie herab. Die Feldherren und Parteiführer büßen im dritten Abschnitt und ganz am Rand kämpfen die Wucherer gegen die Flammen.

Dante und Vergil werden von dem Drachen Geryon zum achten Höllenkreis hinuntergetragen. Der achte Höllenkreis (Malebolge) ist in zehn Ringe unterteilt. Im ersten schleppen sich die Kuppler und Verführer, von gehörnten Teufeln mit Peitschen getrieben, den Graben entlang. Schmeichler und Huren wälzen sich im zweiten Graben in ätzendem Kot. Im dritten Graben stecken die Simonisten; Betrüger, die schwunghaften Handel mit Kirchenämtern trieben, kopfüber in Felsenlöchern, aus denen nur ihre brennenden Sohlen herrausragen. Wie ein Beichtvater spricht Dante mit Papst Nikolaus III., der glaubt, dass sein Nachfolger Bonifatius VIII. schon in der Hölle angekommen ist. Außerdem prophezeit er auch die Ankunft Clemens V. als Sünder. Dante kritisiert den Handel mit Kirchenämtern, der die Verweltlichung der Kirche vorantreibt mit scharfen Worten. Im vierten Graben beobachten Vergil und Dante die Zauberer und Wahrsager, deren Körper so verrenkt wurden, dass ihre Gesichter nach hinten gewendet sind - Zum Rücken nämlich standen die Gesichter. Neben etlichen Frauen, die der Zauberei verfallen waren, fristen auch Amperhiaraus und Teiresias, berühmte Seher der Antike, dort ihr dasein. Der fünfte Graben ist mit kochenden Pech gefüllt, indem die Träger öffentlicher Ämter büßen, die sich der Bestechung schuldig gemacht haben. Teufeln laufen den Damm auf und ab, um jeden, der sich an die Oberfläche wagt, mit ihren Spießen zurück in die Tiefe zu treiben. Dante und sein Begleiter schaffen es, den Teufeln zu entkommen und gelangen in den sechsten Graben. Dort müssen die Heuchler in schweren vergoldeten Bleimänteln einherschreiten. Unter deren Tritten leidend liegen die gekreuzigten Ratsmitglieder der Pharisäer am Boden, darunter Kaiphas, der vor der Jerusalemer Ratsitzung heuchlerisch dazu geraten hatte, Jesus Christus zum Wohle des Staates zu töten. Im siebten Graben werden Diebe und Räuber unablässig von Schlangen angegriffen, durch deren Bisse sie in Asche zerfallen, um bald darauf wieder auferstehen zu müssen - die ewige Strafe der Diebe. Nicht alle Sünder werden von den Schlangen zerfleischt, andere verschmelzen mit ihnen oder einem Drachen zu einem ungeheuerlichen Ungetüm. Hinterlistige Berater und betrügerische Räuber büßen, indem sie wie Glühwürmchen in Flammen gehüllt durch den achten Graben schweben. Hier spricht Dante mit Odysseus, der mit Diomedes für die List, mit der Troja zu Fall gebracht wurde, büßen muss. Im neunten Graben begegnet Dante den Glaubensspaltern und Zwietrachtstiftern, zu denen Dante auch den Stifter des Islam, Mohammed und seinen Schwiegersohn Ali zählt. Ein Teufel schlägt ihnen unablässig Gliedmaßen ab und tiefe Wunden - Die waren Stifter von Gezänk und Zwietracht/Im Leben, darum sind sie so zerspalten. Im letzten Graben des achten Höllenkreises leiden die Fälscher und Alchemisten unter ekelhaften Krankheiten, die in blinder Raserei über sich herfallen.

Wie Türme ragen Riesen am Rande des neunten Höllenkreises empor. Auf Bitten Vergils setzt Anteus die beiden Wanderer auf den Grund des letzten Höllenkreises ab. Dort büßen die Verräter bis zum Kopf in einen See eingefroren. In der Kaina die Verräter an Verwandten und in der Antenora die politischen Verräter. Die Verräter an Tischgenossen sind rücklings in der Tolomea eingefroren, sodass ihre zu Kristallen gewordenen Augen sich für immer verschließen. Den Sündern in diesem Revier können schon zu Lebzeiten die Seelen vom Körper geschieden werden. In die leblose Hülle schlüpft dann ein Dämon, der sein Unwesen auf der Welt treibt. In der untersten Höllentiefe steckt der gestürzte Luzifer im Eis, in seinen drei Mäulern die Erzverräter Judas, Brutus und Cassius zermalmt.

Fortsetzung folgt

Auf der Reise trifft der Erzähler viele Persönlichkeiten, die den Lesern seiner Zeit bekannt gewesen sind. Je nach Verhalten finden sie sich in verschiedenen Bereichen zwischen tiefster Hölle und höchstem Paradies wieder. Da Dante sich aber auch politisch für die Partei der Ghibellinen exponierte, trifft er zeitgenössische Gegner gerne in der Hölle. Obwohl auch ein Triumphgesang auf die katholische Kirche, greift er den damaligen Papst und Praktiken der Kirche wie Simonie an. Gleichzeitig treten etliche Figuren der griechischen Mythologie auf.

Bekanntestes Zitat: lasciate ogni speranza, voi ch'entrate - "Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!" Inschrift auf dem Tor zur Hölle.

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Die Göttliche Komödie in der bildenden Kunst


Später wurde die Göttliche Komödie von Sandro Botticelli und ebenso Salvador Dalí in einem Bilderzyklus gestaltet. Gustave Doré schuf einige bekannte Illustrationen der Göttlichen Komödie.

Literatur


  • Die Göttliche Komödie erschienen im August 2001, Artemis & Winkler Verlag, ISBN 3538069271
  • Arthur Schult : Dantes Divina Commedia als Zeugnis der Tempelritter-Esoterik, Turm Verlag 1979 ISBN 3799901841

Weblinks


  • http://www.liberliber.it/biblioteca/a/alighieri/index.htm - Italienischer Originaltext
  • de:Göttliche Komödie - deutsche Übersetzung bei Wikisource
  • http://www.divinecomedy.org/divine_comedy.html - ELF-Projekt, Italienischer Originaltext und zwei englische Übersetzungen
  • http://digital.library.upenn.edu/webbin/gutbook/lookup?num=1004 - Englische Übersetzung beim Project Gutenberg
  • http://www.klassiker-der-weltliteratur.de/goettliche_komoedie.htm - Äußerst brauchbare Zusammenfassung des Inhalts

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