| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Guetersloh.jpg | Lage der Stadt Gütersloh in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Detmold |
| Landkreis: | Gütersloh |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 75 m ü. NN |
| Fläche: | 111,99 km² |
| Einwohner: | 96.258 (31. Dezember 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 860 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 33241-33335 (alt: 4830) |
| Vorwahlen: | 05241 05209 Friedrichsdorf |
| Kfz-Kennzeichen: | GT |
| Gemeindeschlüssel: | 05 7 54 008 |
| Stadtgliederung: | 12 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Berliner Straße 70 33330 Gütersloh |
| Website: | www.guetersloh.de |
| E-Mail-Adresse: | guetersloh@gt-net.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Maria Unger (SPD) |
| Schulden: | 97,6 Mio. € (31. Dez. 2004) |
| Bevölkerung | |
| Ausländeranteil: | 9,3 % (31. Dez. 2005) |
| Arbeitslosenquote: | 9,4 % (Oktober 2005) |
Gütersloh liegt in der Emssandebene südwestlich des Teutoburger Waldes und damit am nordöstlichen Rand der Westfälischen Bucht. Die Stadt weist keine nennenswerten Erhebungen auf.
Im Grenzbereich zu Rheda-Wiedenbrück erstreckt sich mit dem Rhedaer Forst ein größeres Waldgebiet, überwiegend mit Nadelbäumen. Große Flächen haben darüber hinaus parkähnlichen Charakter. Das gesamte Stadtgebiet ist von einem eher unfruchtbaren, sandigen Boden geprägt. Dies kommt auch bei der alten Bezeichnung "Heidedorf" zum Ausdruck.
Das Flüsschen Dalke durchfließt die Stadt von Osten nach Westen, durchquert dabei den Stadtpark mit dem botanischen Garten sowie die Innenstadt und mündet unweit der Stadtgrenze in die Ems. Zuvor nimmt die Dalke in der Nähe der "Neuen Mühle" im Stadtteil Pavenstädt den Wapelbach auf. Die größtenteils renaturierte Dalke wird über weite Strecken von einem schönen Rad- und Gehweg begleitet. Durch den nordöstlich der Kernstadt liegenden Stadtteil Isselhorst fließt die Lutter, die bei Harsewinkel ebenfalls in die Ems mündet.
Darüberhinaus leben die alten Bauernschaften im Bewusstsein der Bevölkerung fort:
Gütersloh wurde erstmals im Jahr 1184 in einer Urkunde des Bischofs von Osnabrück erwähnt. Die heute zum Stadtgebiet gehörende Gemeinde Isselhorst wurde bereits im Jahr 1050 erstmals erwähnt. Im Siebenjährigen Krieg bezog 1757 der französische Marschall d'Estrees Quartier in der Nähe von Gütersloh. Am 1. Juli 1758 besiegten in einem Gefecht bei Gütersloh fünf preußische Husarenschwadronen unter Narzinski zwei französische Husarenregimenter. 1815 fiel Gütersloh mit der Herrschaft Rheda und Westfalen an Preußen.
Am 14. November 1825 verlieh König Friedrich Wilhelm III. von Preußen in einer Kabinettsorder Gütersloh die Stadtrechte. Die Einführung der Ratsverfassung (Stadtverordnetenversammlung, Magistrat, gewählter Bürgermeister) erfolgte erst mit der Annahme der Städteordnung im Jahre 1842. Am 12. Januar 1844 erhielt der Ort vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. ein Stadtwappen. 1847 wurde der Bahnhof eröffnet. 1851 nahm das Evangelisch Stiftische Gymnasium seine Tätigkeit auf. 1861 wurde die evangelische Martin-Luther-Kirche nach Plänen des Barmener Architekten Christian Heyden fertiggestellt. 1862 eröffnete das Gaswerk, 1864 das Rathaus und 1868 die Brauerei. 1885 eröffnete das Kaiserliche Postamt. Am 15. Oktober 1890 weihte der Paderborner Bischof Dr. Augustinus Gockel die katholische St. Pankratius-Kirche.
Das Wachstum der Einwohnerzahl setzte erst mit der Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts und der damit verbundenen Ansiedlung bedeutender Unternehmen ein. Der steigende Waren- und Personenverkehr erforderte den Ausbau des Straßennetzes. 1877 bis 1879 entstanden zunächst die Chaussee nach Marienfeld, dann 1879 bis 1882 die Verbindung in Richtung Brockhagen, 1881 bis 1883 die Chaussee nach Verl und Neuenkirchen und 1902 bis 1903 die Verbindung nach Friedrichsdorf. 1907 verlegte die Firma Miele ihren Sitz aus dem kleinen Ort Herzebrock nach Gütersloh.
Während der Novemberpogrome 1938 fand die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung der Stadt einen Höhepunkt. So wurden drei Wohnhäuser und die Synagoge abgebrannt, zwei Häuser verwüstet. Ab 1941 wurde die jüdische Bevölkerung in die Konzentrationslager verschleppt, 27 Menschen starben. Lebten 1932 noch 62 Personen jüdischen Glaubens in der Stadt, so war es 1943 keine mehr. Nach 1945 entstand in Gütersloh keine jüdische Gemeinde mehr.
Zwischen 1939 und 1945 waren in den Betrieben und Haushalten der Stadt etwa 3800 Ausländer zur Zwangsarbeit verpflichtet, 156 von ihnen starben. Die Wehrmacht besaß in der Stadt zwischen 1935 und 1945 zwei Einrichtungen, den Flughafen Gütersloh und eine Luftnachrichtenkaserne. Die NSDAP und ihre Gliederungen hatten in Gütersloh 14 Dienststellen eingerichtet. Im Zweiten Weltkrieg war Gütersloh seit 1940 das Ziel alliierter Luftangriffe. 290 Menschen starben, etwa 25 Prozent der Gebäude wurde zerstört. Am 1. April 1945 besetzten US-amerikanische Truppen die Stadt. Im August 1945 wurde die Stadt und der Flughafen an die Britische Rheinarmee übergeben, die dort eine Garnison einrichtete.
Am 1. Januar 1973 erhielt Gütersloh mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise im Raum Bielefeld den Status einer Kreisstadt.
Im Mittelalter war Gütersloh nur ein kleines Dorf mit wenigen dutzend Einwohnern. Auch am Beginn der Neuzeit hatte der Ort nur einige hundert Bewohner. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in der Stadt eine stärkeres Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1840 erst 2.844 Menschen in der Stadt, so waren es 1939 bereits rund 33.000. Auch danach wuchs die Bevölkerungszahl weiter. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Gütersloh nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 96.243 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern; die etwa 3.100 in Gütersloh stationierten britischen Soldaten und deren Angehörige (ca. 6.000) sind deshalb in dieser Statistik nicht enthalten).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1644 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1532 | 29 |
| 1578 | 101 |
| 1644 | 700 |
| 1. Dezember 1840 ¹ | 2.844 |
| 3. Dezember 1843 ¹ | 2.934 |
| 3. Dezember 1855 ¹ | 3.585 |
| 1. Dezember 1871 ¹ | 4.300 |
| 1. Dezember 1875 ¹ | 4.544 |
| 1. Dezember 1885 ¹ | 5.356 |
| 1. Dezember 1890 ¹ | 5.900 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 7.100 |
| 1. Dezember 1905 ¹ | 7.400 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1. Dezember 1910 ¹ | 18.336 |
| 1. Dezember 1916 ¹ | 17.360 |
| 5. Dezember 1917 ¹ | 17.167 |
| 8. Oktober 1919 ¹ | 20.194 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 22.138 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 25.879 |
| 17. Mai 1939 ¹ | 32.841 |
| 31. Dezember 1945 | 39.756 |
| 29. Oktober 1946 ¹ | 35.968 |
| 13. September 1950 ¹ | 43.111 |
| 25. September 1956 ¹ | 48.362 |
| 6. Juni 1961 ¹ | 52.346 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 31. Dezember 1965 | 56.804 |
| 27. Mai 1970 ¹ | 75.297 |
| 31. Dezember 1975 | 77.128 |
| 31. Dezember 1980 | 78.221 |
| 31. Dezember 1985 | 79.001 |
| 25. Mai 1987 ¹ | 81.804 |
| 31. Dezember 1990 | 86.807 |
| 31. Dezember 1995 | 92.842 |
| 31. Dezember 2000 | 95.158 |
| 30. Juni 2005 | 96.243 |
Fachwerkbauten
Die Kirchenringbebauung im Bereich der Apostelkirche mit Fachwerkhäusern des 17. und 18. Jh. ist nahezu vollständig erhalten. Davon nennenswert:
Außerhalb des Kirchplatzes:
Weitere Bauten
Der Hebesatz für die Gewerbesteuer beträgt 380 %. Die Hebesätze für Grundsteuer A bzw. Grundsteuer B liegen bei 175 % bzw. 300 %.
Gütersloh hat eine eigene Anschlussstelle an die A2, speziell die Stadtteile Pavenstädt und Kattenstroth sind aber aus Richtung Ruhrgebiet kommend besser über die Anschlussstelle Rheda-Wiedenbrück/Gütersloh-Süd zu erreichen. Die Bundesstraße 61, die das Ruhrgebiet mit dem Bremer Raum verbindet und von Gütersloh aus nach Rheda-Wiedenbrück und Bielefeld führt, verläuft vierspurig (allerdings nicht kreuzungsfrei) durch die Stadt und übernimmt die Funktion eines Stadtrings.
Gütersloh liegt an der Bahnstrecke Dortmund - Hannover. Der Hauptbahnhof ist ein Systemhalt im Fernverkehr der Deutschen Bahn AG: Neben mehreren Intercitys halten täglich auch zwei ICE am Gütersloher Bahnhof. Darüber hinaus wird Gütersloh mit dem Regionalexpress Westfalen-Express (RE6) sowie den Regionalbahnen Der Warendorfer (RB 67) und Westfalen-Bahn (RB 69) von drei Linien des Schienenpersonennahverkehrs bedient. Zwischen Hamm und Bielefeld wird damit weitgehend ein Halbstundentakt realisiert.
Das Stadtgebiet wird von einem sternförmigen Stadtbus-Netz der Stadtwerke Gütersloh erschlossen. Stadt und Kreis Gütersloh gehören zum Gebiet des Verkehrsverbund OstWestfalenLippe (Der Sechser). Busfahrscheine gelten in den Regionalzügen - es gilt auch der landesweite NRW-Tarif.
Die Teutoburger Wald Eisenbahn (TWE) nutzt eine eingleisige Nebenstrecke Ibbenbüren - Gütersloh Nord - Hövelhof für Gütertransporte, im Wesentlichen als Anschlussgleis für die Landmaschinenproduktion der Firma Claas in Harsewinkel. Die TWE-Züge werden im Volksmund auch "Pingel-Anton" genannt.
Der Flughafen Gütersloh, von den Stadtvätern in den 1930er Jahren als ziviler Platz beantragt, wurde meist, so auch heute, militärisch genutzt.
Dank weitgehend flacher Topographie weist Gütersloh einen verhälnismäßig hohen Radverkehrsanteil auf. Gütersloh liegt am Europaradwanderweg R1, der das franzöische Calais mit der estnischen Hauptstadt Tallinn verbindet. Auch der EmsRadweg, der die Ems von der Quelle bei Hövelhof bis zur Mündung in Emden begleitet und die Hellweg-Weser-Route von Soest nach Hameln führen über Gütersloher Stadtgebiet.
Die Bedeutung anderer Branchen hat dagegen stark nachgelassen. So waren in Gütersloh zahlreiche Unternehmen in der Möbelproduktion ansässig. Auch von den bedeutenden Textilunternehmen der Stadt ist einzig die Gurt- und Bandweberei Güth & Wolf noch aktiv.
Es erscheinen monatlich zwei kostenlose, als Hauspost verteilte bzw. in Geschäften erhältliche Stadtmagzine: seit 1976 die GT-Info ("Güterslohs Stadtmagazin") aus dem Flöttmann Verlag und seit 1996 guetsel.de ("Güterslohs Stadtillustrierte"). Daneben gibt es die Stadtteil-Publikationen Bonewie (für Avenwedde, Friedrichsdorf und Spexard), Der Kattenbote (für Kattenstroth) und Der Isselhorster. Zweimal jährlich erscheint darüberhinaus der Gastronomieführer guetsel.de gastroguide.
Der lokale Rundfunksender heißt Radio Gütersloh, produziert tagsüber mehr als sechs Stunden eigenes Programm mit Nachrichten und Reportagen aus dem gesamten Kreis Gütersloh und schaltet ansonsten in das Rahmenprogramm von Radio NRW. Lokale Nachrichten gibt es stündlich von 6:30 bis 19:30 Uhr. Zu empfangen ist der Sender im Kreisgebiet über die UKW-Frequenzen 107,5 (Sender Oelde-Stromberg) und 106,8 (Sender Borgholzhausen) sowie über die Kabel-Frequenz 97,2.
Gütersloh ist Standort der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) und es gibt ein Studienzentrum der FOM in den Räumen der Bertelsmann AG. Darüber hinaus verfügt die Stadt über
Bertelsmann besitzt zusätzlich eine eigene Berufsschule für ihre Lehrlinge.
Die Stadt verfügt seit 1984 über eine mit ca. 138.000 Medien ausgestattete Bibliothek im Stadtzentrum. Die Bibliothek wird als GmbH von der Stadt und der Bertelsmann-Stiftung gemeinsam betrieben.
Mit dem Freizeit- und Freibad Die Welle, dem Hallenbad und dem Nordbad stehen dem Bürger zwei überdachte Schwimmbäder und zwei Freibäder zur Verfügung.
In der Stadthalle finden neben Veranstaltungen aller Art seit 2003 auch Theateraufführungen statt, nachdem das Theater aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde und ein Neubau durch einen Bürgerentscheid abgelehnt wurde.
Die Stadt verfügt über drei Krankenhäuser:
"Der letzte Cowboy kommt aus Gütersloh" ist ein Schlager von Thommie Bayer, der allerdings nur vordergründig etwas mit Gütersloh zu tun hat. Laut des Interpreten kam die Stadt nur aufgrund des wohlklingenden Namens zu der Ehre. Dennoch wird dieser Song oft von den Fans des FC Gütersloh im Heidewaldstadion intoniert und dient auch als Aufhänger für Aktionen gegnerischer Fans.
Die Stadt Gütersloh, obwohl weit von der nächsten Küste entfernt liegend, hat mehrere Verbindungen zur Seefahrt. Seit 1906 gibt es den Marineverein zu Gütersloh, die heutige Marinekameradschaft Adolph Bermpohl e.V. Der Namensgeber Adolph Bermpohl wurde in Gütersloh, Am Alten Kirchplatz Nr. 14, geboren und war einer der Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Es gibt gleich drei Shanty-Chöre in Gütersloh (Shanty-Chor Gütersloh, Shanty-Chor Nordwind und Die Luttermöwen) und den "Stammtisch Hamburger Jungs von 1993", einen Zusammenschluss gebürtiger Hamburger, die ebenfalls ein Stück des "maritimen Gütersloh" repräsentieren.
Wenn Gütersloher sich auf dem HVP verabreden, ist der zentrale Platz in der Innenstadt gemeint, nämlich der Berliner Platz. Die Abkürzung steht für Hertie-Vorplatz. Obwohl Güterslohs einziges Kaufhaus schon seit Jahren das Firmenschild von Karstadt trägt, ist diese etwas despektierliche Bezeichnung auch heute noch im Umlauf.
In den katholisch geprägten Nachbargemeinden wird die Stadt unter den älteren Bewohnern oft "Nazareth" oder "Klein-Nazareth" genannt. Den protestantisch geprägten Einwohnern eilte der Ruf einer besonders frommen und arbeitsamen, recht freudlosen Auslegung des Glaubens voraus. Unter den jüngeren Bewohnern Güterslohs wird die Stadt nur noch "Gütsel" oder "G-Town" genannt.
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