Götz W. Werner (* 5. Februar 1944 in Heidelberg) ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von »dm-drogerie markt« mit der Firmenzentrale in Karlsruhe, Professor der Universität Karlsruhe, Aufsichtsratmitglied der GLS-Bank und Vorsitzender der Initiative »Unternimm die Zukunft«.
Daraufhin verließ er seinen Arbeitgeber und machte sich selbständig. 1973 gründete er seine erste Drogerie in Karlsruhe. Der Name für das neue Unternehmen »dm« ist die Abkürzung für "Drogeriemarkt". 1976 expandierte Werner auf den österreichischen Markt, sein früherer Ruderpartner Günter Bauer ist heute Leiter von dm-Österreich. Simon Hage: „Gegen den Strom“, manager magazin, 10. März 2006 1978 existierten bereits mehr als 100 Filialen in Deutschland. Inzwischen gibt es etwa 1.600 Filialen in neun europäischen Ländern. Das Unternehmen beschäftigt rund 23.000 Mitarbeiter, die 2004/05 einen Umsatz von 3,3 Mrd. Euro erwirtschaftet haben. Sein Vermögen wurde 2005 von manager magazin auf € 1,05 Mrd. geschätzt und liegt damit auf Platz 78 der reichsten Deutschen. Als Nachfolger von Reinhold Würth wurde er 2003 zum Professor des Instituts für Entrepreneurship Interfakultatives Institut für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe (TH) ernannt. Werner plant im Jahre 2008 seinen voraussichtlichen Rückzug aus der operativen Geschäftsführung und den Wechsel in den Aufsichtsrat. Nachfolger soll dann sein derzeitiger Stellvertreter Erich Harsch werden. Werners ältester Sohn Christoph (* 1973) und Aufsichtsrat bei »dm« bleibt vorerst beim Pharmakonzern GlaxoSmithKline in den USA, denn bei »dm« gebe es „keine dynastischen Verhältnisse“. Werner ist in zweiter Ehe verheiratet und hat sieben Kinder.
Seine außergewöhnliche Art der Unternehmensführung lässt daher heute bundesweit aufhorchen. Er wendet darüber hinaus ein betont unautoritäres Führungskonzept an, das er „Dialogische Führung“ nennt. Es beruht auf den Grundwerten von Verständnis und Respekt: anstelle der Anweisung setzt man bei dm auf den Dialog. Hervorzuheben ist auch, dass alle Auszubildende, von Werner Lernlinge genannt, während ihrer Ausbildung zwei Mal ein achttägiges Theaterprojekt absolvieren. Mit Unterstützung von Profis sollen sie dadurch „Team- und Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, zielgerichtetes wie situationsangemessenes und flexibles Handeln“ einüben. Auf diese Weise werden sie mit einem Geschäftsmodell vertraut gemacht, das sich als „lernendes Unternehmen“ versteht, um wegen den permanent sich verändernden Marktbedingungen flexibel und effizient handeln zu können. Der passionierte Ruderer Werner veranschaulicht diese Situation mit einem „permanenten Wildwasser“.
Als geradezu revolutionär zu bezeichnen ist auch die ausdrückliche Absicht Werners, „Offenheit für Neues“ zu fördern. Im durchschnittlichen Betriebsalltag ist dagegen Offenheit völlig unerwünscht und wird denn auch meist als negativ empfunden. Wie eine arbeitspsychologische Studie ergeben hat Birgit Will: „Wer anders denkt, fliegt raus. Zu Mobbing-Opfern werden oft die Kreativen und Intelligenten“, SZ, 10. Juni 2003, sind die meisten Mobbing-Opfer „offen für neue Erfahrungen“ (gewesen). Auch die Filialleiter von dm kamen am Anfang nur sehr schwer mit dieser Umstellung zurecht.
Werner ist ein bekennender Anthroposoph und richtet seine Unternehmensphilosophie nach den Prinzipien von Persönlichkeitsentwicklung, Vertrauen und Kreativität aus. Daher sieht er auch in seinen Mitarbeitern keine Personalkosten, sondern „Kreativposten“ mit „Mitarbeitereinkommen“. Prämien- und Bonussysteme betrachtet er als permanentes „Misstrauen“ gegenüber der Leistungsbereitschaft seiner Mitarbeiter (Stg. Ztg., 21. Mai 2003). Dennoch wird am Ende eines jeden Tertials eine sogenannte „Tertialabschlusszahlung“ (in variabler Höhe) an diejenigen Mitarbeiter ausgezahlt, deren Filiale das geplante Ziel erreicht oder überschritten hat. Werner sprach sich 2005 öffentlich für ein Grundeinkommen aus. Schließlich fördert Werner auch kulturelle und soziale Projekte wie den Hermann-Hesse-Literaturpreis und ein Tageszentrum als auch eine Zufluchtsstätte für Straßenkinder in Alexandria, Ägypten.
Siehe auch: Unternimm die Zukunft
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Mann | Deutscher | Drogist | Unternehmer | Geboren 1944 | Träger des Bundesverdienstkreuzes
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