Futterneid ist eine vermenschlichende, also nicht-wissenschaftliche Bezeichnung für ein Konkurrenzverhalten, das bei vielen in Gruppen lebenden Wirbeltieren zu beobachten ist, wenn sie Nahrung gegen Konkurrenten ihrer Art verteidigen oder beim Fressen Nahrungskonkurrenten auf Distanz halten.
Im verhaltensbiologischen Sprachgebrauch werden solche Verhaltensweisen unter Hunden zum Beispiel als Ausdruck einer vorhandenen Rangordnung zwischen den Tieren gedeutet. Bei Hunden, die schlecht sozialisiert sind, weil sie zum Beispiel zu früh von der Mutter getrennt wurden, kann sich dieses Konkurrenzverhalten auch gegen den Halter richten, der plötzlich nicht mehr in der Nähe des Futternapfes geduldet wird.
Gelegentlich wird der Begriff Futterneid im nicht-wissenschaftlichen Sprachgebrauch auch auf die zwischenartliche Konkurrenz um Nahrung angewandt. Auch bezeichnet er das Konkurrenzverhalten von Menschen (zumeist von Kinder), die beim gemeinsamen Essen sich wechselseitig die besten Stücke streitig machen und gemeinsam gelegentlich mehr verzehren, als sie es bei getrennter Nahrungsaufnahme täten.
Bestärkt wurde diese Deutung durch ein zweites Experiment an den Schimpansen. Erneut hatten die Testtiere die Wahl zwischen zwei Seilen. Diesmal konnten sie jedoch das Futter auf einem rollenden Tischchen entweder mit dem einen Seil in ihre eigene, alleinige Reichweite ziehen oder - mit dem anderen Seil - an eine Stelle, an der sowohl sie selber als auch ein benachbarter Schimpanse Zugriff auf die Leckereien hatte. Das Ergebnis: Mal zogen die Testtiere rechts, mal links, eine Bevorzugung des alleinigen Zugangs zum Futter trat bei den Testtieren nicht auf.
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