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Fusion, auch Jazzrock, ist ein Musikstil, der Ende der 60er Jahre entstand und in dem sich die Raffinesse des Jazz mit der rhythmischen Intensität des Funk und der Kraft der Rockmusik verbindet. Fusion war in den 1970er Jahren sehr populär und ist in veränderter Form bis heute erfolgreich.

Auslöser für diese musikalische Strömung waren die Miles Davis-Platten In a Silent Way und vor allem Bitches Brew, an denen Joe Zawinul wesentlichen Anteil hatte. Hatte sich der Jazz bis dahin fast ausschließlich akustischer Instrumente bedient, wurden nun auch viele elektrische Instrumente wie die E-Gitarre, das E-Piano, die E-Violine und Synthesizer eingesetzt. Der Jazz-Trompeter Miles Davis verfremdete beispielsweise sein Trompetenspiel mit Effektgeräten für E-Gitarren. Das Schlagzeug beschränkt sich nicht nur auf seine übliche Rolle, den Takt schlagen zu müssen, sondern wird zu einem vollwertigen Soloinstrument.

Die eigentlich kreative Phase der Fusion liegt in der ersten Hälfte der 70er Jahre. Die Alben von Miles Davis, Herbie Hancock, John McLaughlin und der Gruppe Weather Report aus dieser Zeit gelten als Klassiker des Jazz. Einige Fusionmusiker hatten für den Jazz außergewöhnlich große kommerzielle Erfolge. Das Album Headhunters von Herbie Hancock verkaufte sich millionenfach, auch John McLaughlin und vor allem Weather Report erreichten ein großes Publikum. Im Verlauf der späten 70er verflachte das Niveau der Fusion aber teilweise. Einige Musiker drifteten in kommerziellen und gefälligen Pop- und Discojazz ab, andere ersetzten mangelnde Inspiration durch virtuose Instrumentalakrobatik.

Beim Jazzrock sind alle Musiker weitgehend gleichberechtigt. Obwohl zwar auch hier den Solisten (Gitarre, Keyboard) eine tragende Rolle zugestanden wird, so sind dennoch Bassist, Schlagzeuger und Bläser nicht zu Begleitmusikern degradiert, sondern erhalten genügend Freiraum für sich und ihr Instrument.

War zunächst das technische Können der Musiker ein Mittel zum Erreichen einer großen musikalischen Intensität, wurde die Virtuosität der Musiker später auch oft zum Selbstzweck. Hierbei steht daher nicht die radiofreundliche Eingängigkeit der Melodien im Vordergrund, sondern die hohe Spielfreude der Künstler und die Darstellung dessen, was mit einem gut gespielten Instrument möglich ist. Nichtsdestotrotz gab und gibt es auch immer wieder Musiker, die sich auf die eigentlichen Qualitäten der Fusion, also der Paarung von jazziger Raffinesse mit rockiger Kraft besinnen. Gegen Ende der 90er Jahre bezogen sich Musiker wie Dave Douglas oder Medeski Martin & Wood wieder deutlich auf die Wurzeln der Fusion.

Der Begriff Jazzrock ist als Synonym für Fusion umstritten, da es auch noch den Jazzfunk gibt, der eine weitere Untergattung des Fusions-Stils darstellt. Später entwickelten sich Gattungen wie Heavy Fusion und Jazzcore, die im weiteren Sinne dem Begriff Fusion untergeordnet werden können.

Herausragende Jazzrock Alben


  • Tony Williams (drums): „Emergency!“ (1969)
  • Colosseum (group): „Valentyne Suite“ (1969)
  • Miles Davis (trumpet): „Bitches Brew“ (1970)
  • Mahavishnu Orchestra (group): „The inner mounting flame“ (1971) und „Birds of Fire“ (1973)
  • Chick Corea (electric piano): „Return to forever (1972)“
  • Frank Zappa (guitar): „The Grand Wazoo“ (1972)
  • Herbie Hancock (keyboards) „Headhunters“ (1973)
  • Billy Cobham (drums): „Spectrum“ (1973)
  • Alphonse Mouzon (drums): „Mind Transplant“ (1975)
  • Weather Report (group): „Heavy Weather“
  • Jeff Beck (guitar): „Blow by blow“ (1975)
  • Stanley Clarke (bass): „School Days“ (1976)
  • Al Di Meola (guitar): „Elegant Gypsy“ (1977)

Protagonisten


Wichtige Gruppen aus dieser Zeit waren Chick CoreasReturn To Forever“, John McLaughlinsMahavishnu Orchestra“ und Joe Zawinuls „Weather Report“. Interessanterweise wirkten die Gründer aller dieser stilprägenden Gruppen am auslösenden Album „Bitches Brew“ mit.

Weitere bekannte Vertreter des Jazzrock:

Personen

Gruppen

Siehe auch: Rockmusik

Jazz-Stil | Rock | Musikgenre

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