Die Furcht ist die seelische Antwort des Menschen auf eine bedrohliche (Über)gewalt. Eine plötzlich einsetzende Furcht wird auch als Schrecken bezeichnet - man fürchtet sich anhaltend, erschrickt aber jäh.
Begriffe wie Ehrfurcht oder Gottesfurcht betonen die Achtung (den Respekt) vor einer bestimmten Übermacht. Der Satz "Die Furcht des Herrn macht das Volk fröhlich" (Jesus Sirach) bedeutet also nicht eine (womöglich begrüßenswerte) antiautoritäre Freude des Volkes gegenüber einer eingeschüchterten Obrigkeit, sondern die christliche Glaubensüberzeugung, dass die von Allen geteilte Furcht vor dem allmächtigen und ggf. strafenden Gott die allgemeine Lebensqualität steigere. Im Gegensatz zur diffusen Angst ist die Furcht auf etwas Bestimmtes gerichtet.
Im weiteren (auf die Tierwelt übertragenen) Sinne ist die Furcht eines Lebewesens vor einem Objekt (das kann ein anderes Lebewesen, ein Gegenstand oder eine Situation sein) die (emotionale) Reaktion dieses Lebewesens auf das Wissen oder die Vermutung, dass von dem Objekt eine Gefahr für es ausgeht. Die Furcht ist lebensnotwendig, da sie dazu motiviert, Abwehrmaßnahmen zu ergreifen, um die Gefahr abzuwenden (z. B. erhöhte Wachsamkeit, Flucht oder Gegenangriff).