radiocontrolledclock.jpg Eine Funkuhr ist eine Uhr (meistens eine Quarzuhr), die durch ein per Funk ausgestrahltes Zeitsignal (in Mitteleuropa DCF77), automatisch gestellt wird und deren Gangfehler danach regelmäßig damit korrigiert wird. Insbesondere erfolgt eine automatische Umstellung zwischen Normalzeit und Sommerzeit. Eine Erweiterung der Funkuhr ist der Funkwecker, bei dem zusätzlich eine Weckfunktion integriert ist.
Die Funkuhr wurde 1967 von Wolfgang Hilberg bei der Firma Telefunken erfunden und zum Patent angemeldet. Nach seiner Berufung als Professor der Elektrotechnik der TH Darmstadt im Jahr 1972 entwickelte er die ersten Prototypen und wesentlichen Bestandteile dieses Uhrentyps.
Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig begann 1977 damit, Cäsiumuhren-Zeitsignale (einschließlich Kalenderangaben) über den Langwellensender DCF77 in Mainflingen bei Frankfurt am Main abzustrahlen. Großuhren mit einem entsprechenden Empfangsteil konnten sich von dort an selbsttätig auf Cäsiumgenauigkeit einstellen. Ähnliche Zeitsignalsender gab es auch bereits in der Schweiz, in England, Japan und den USA.
Funkuhren sind inzwischen als Wanduhren, Wecker und Armbanduhren weit verbreitet. Ein Vorreiter der kommerziellen Funkuhrtechnik ist das deutsche Unternehmen Junghans, 1986 wurde die erste derartige Tischuhr vorgestellt, 1990 folgte mit der digitalen MEGA 1 die welterste Funkarmbanduhr. Hersteller von industriellen Funkuhren bzw. Synchronisationssoftware sind z.B. Meinberg, Hopf oder Linum.
Bei Armbanduhren hatte man anfänglich Antennen aus amorphen Bändern im Inneren der Lederarmbänder integriert. Später wurden diese durch Miniatur-Ferritstab-Antennen im Uhrengehäuse ersetzt. Hierzu wurden die Uhrengehäuse von Metallwerkstoffen auf Kunststoff bzw. Keramik umgestellt.
Es gibt auch Funkuhren, bei denen man zwischen verschiedenen Zeitzeichensendern auswählen kann. Auch können LORAN-C und GPS zur Steuerung von Funkuhren verwendet werden.
Die zum Signalempfang bei Funkuhr-Weckern benutzte Ferritstabantenne ist im Bild gut zu erkennen (eingeklebt in der grünen Rückwand). Auf dem Ferritstab befindet sich links die Wicklung sowie direkt angelötet der Kondensator (rot) zur Schwingkreisabstimmung auf die Sendefrequenz. Die Antenne ist etwa so groß wie eine Batterie der Größe "Mignon" (Vergleiche Batteriefach im Bild).
Auf der Hauptplatine des Weckers sind zwei integrierte Schaltkreise (ICs). Ein Uhren-IC sorgt für die Funktionen des Weckers, das zweite "Funk"-IC wird mit dem Funksignal der Antenne versorgt, und gibt die empfangenen Daten wie: Sekunde, Minute, Stunde, Datum, usw. an den Uhren-IC weiter. Im grauen Gehäuse oben rechts erkennt man den kleinen runden Signalgeber für den Weckalarm. Die runden gelben Flecken auf der grünlichen Hauptplatine sind die Kontaktflächen der Bedientasten von vorne.
Obwohl das Zeitzeichensignal jede Minute gesendet wird, wird es aus Stromspargründen nur ab- und zu empfangen und zum Nachstellen der internen Quarzuhr verwendet. Bei Uhren, die mit größeren Batterien (R6 oder R14) betrieben werden, ist ein Empfang jede volle Stunde üblich, bei Armbanduhren mit Miniaturbatterien (Knopfzellen) ist meist ein Empfang pro Tag üblich, meist zwischen 2:00 und 4:00 Uhr morgens.
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