Unter Funktionen der Massenmedien versteht man die Aufgaben, die den Medien in der Gesellschaft zugeschrieben werden, sowie die Leistungen, die die Medien für die Gesellschaft und ihre Mitglieder erbringen.
Man unterscheidet primäre und subsidiäre Funktionen:
So sorgen die Massenmedien dafür, dass die Menschen die wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und politischen Zusammenhänge begreifen, die Demokratie verstehen und über Politik so unterrichtet sind, dass sie selbst aktiv daran teilnehmen können.
Aus der Informationsfunktion leiten sich verschiedene Forderungen an die Massenmedien ab. Sie sollen sich um Vollständigkeit bemühen: Alle Interessengruppen innerhalb der Gesellschaft sollen zu Wort kommen. Zudem müssen sie objektiv und verständlich berichten.
Die Massenmedien transportieren die Stimmung in der Bevölkerung (Artikulationsfunktion) und sind umgekehrt Sprachrohr für alle demokratisch akzeptablen Parteien. Indem sie die Erwartungen der Bürger ebenso thematisieren wie die Entscheidungen des politischen Systems, stellen Medien Öffentlichkeit her: Es kommt zum Austausch zwischen Organisationen, Institutionen, Parteien und Bürgern. So vermitteln die Medien das Wissen für die Willensbildung und ermöglichen auf diese Weise die Teilnahme (Partizipation) der Bürger am politischen Prozess: Sie tragen zur politischen Bildung bei.
Außerdem haben die Medien eine Kritik- und Kontrollfunktion: Sie geben den Mitgliedern einer Demokratie die Möglichkeit zur Kritik an den Machtträgern, indem sie Opposition und anderen Interessengruppen öffentliches Gehör verschaffen. Darüber hinaus kritisieren und kontrollieren sie selbst Staat, Gesellschaft oder andere Presseorgane, z. B. durch investigative Recherchen oder Kommentare zu aktuellen Themen. Man spricht deshalb auch von den Medien als vierte Gewalt im Staat.
Die Medien ermöglichen außerdem den Menschen, sich zu erholen und von der Arbeit abzulenken (Rekreationsfunktion). Durch Unterhaltung und Entspannung sind wir wieder in der Lage, unsere Arbeit zu leisten, mit unseren Problemen fertig zu werden und unser Leben zu bewältigen. Die Medien bieten also Lebenshilfe im weitesten Sinne. Sie erfüllen darüber hinaus das Bedürfnis nach Abenteuer, erotisch-sinnlichem Vergnügen oder auch Angst und Schrecken. Darüber hinaus kann der Nutzer durch Medienkonsum vorübergehend aus der Realität flüchten (Eskapismus).
Subsidiär erfüllen die Medien auch das Bedürfnis nach persönlicher Identität. Das dient einerseits dem reinen Vergnügen, hilft aber andererseits, den Alltag zu bewältigen, indem die Medien Erfolg versprechende Handlungsmuster vermitteln. Darüber hinaus zeigen Medien den Nutzern, welche Themen sozial und gesellschaftlich relevant sind, und liefern so Gesprächsstoff.
Während im Rundfunk die aktuelle Informationsvermittlung und die Unterhaltungsfunktion im Mittelpunkt stehen, kommt der Presse vor allem die Funktion zu, Überschaubarkeit in der Informationsflut zu schaffen. Die Printmedien sind deshalb eher in der Lage, die politischen Funktionen zu erfüllen. Dies gilt vor allem für Wochenzeitungen und Zeitschriften, die eine größere Distanz zum tagesaktuellen Geschehen haben und über mehr Raum verfügen, komplexe Themen zu behandeln.
Nicht immer nehmen die Medien ihre Funktionen zufriedenstellend wahr. Statt die Integration zu fördern, kann beispielsweise durch die Medien ein kommunikatives Gefälle in der Gesellschaft (knowledge-gap) entstehen: Gut-Informierte nutzen alle Informationsquellen (vor allem die Printmedien) und bilden sich so weiter, während weniger Gebildete weniger Gebrauch von Medien machen und demzufolge immer weiter hinter den Gebildeten zurückbleiben. Indem sie Rollen und Normen einseitig und stereotyp darstellen, fördern die Medien Vorurteile und Rassismus.
Studien beweisen, dass gerade Minderheiten es schwer haben, in den Massenmedien zu Wort zu kommen. Folglich würden bestehende Machtverhältnisse zementiert. Als Lösung wird oftmals ein anwaltschaftlicher Journalismus, der vor allem die Interessen der Machtlosen vertreten soll, vorgeschlagen.
Die Kritiker des anwaltschaftlichen Journalismus allerdings sind der Meinung, der Meinungspluralismus innerhalb der Gesellschaft müsse von den Massenmedien angemessen wiedergegeben werden.
siehe auch: Vierte Gewalt
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Funktionen der Massenmedien".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world