Unter funktionaler Organisation versteht man eine Gliederung der Einheiten einer Organisation nach Verrichtungen (Aufgaben) auf der zweiten Hierarchieebene unterhalb der Unternehmensleitung. Die Leitung erfolgt dabei nach dem Einliniensystem. Beispielsweise sind viele Klein- und Mittelbetriebe in die Bereiche Forschung & Entwicklung, Produktion, Marketing & Vertrieb und Verwaltung unterteilt. Diese Form der Primärorganisation stellt die älteste Organisationsform in der Entwicklungsgeschichte dar. Mit zunehmendem Wachstum der Organisation werden alternative Formen wie die Spartenorganisation oder die Matrixorganisation relevant. In der Konfiguration von Henry Mintzberg entspricht die funktionale Organisation der Maschinenbürokratie oder bei sehr kleinen Unternehmen der Einfachstruktur.
Klare Aufgaben-, Kompetenz- und Verantwortungsbereiche
Synergieeffekte
Verhinderung von Redundanzen
|
Erschwerte Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen/Funktionsbereichen (grosser Koordinationsaufwand)
Übergewicht des Spezialistentums
fehlendes Verständnis für andere Funktionsbereiche/Bereichsegoismus (Bsp.: Konflikt Marketing und Produktion, Ressortdenken)
Niedrige Produkt- und Marktorientierung
unklare Ergebnisverantwortung
Einschränkung von Innovationspotential
Grosser Zeitbedarf bis zur Entscheidungsfindung
|}
Die funktionale Organisation ist in Klein- und Mittelbetrieben weit verbreitet, da sie sich für Organisationen in einem stabilen Umfeld mit einem überschaubaren, homogenen Produktprogramm eignet.
Literatur
Braun, G., Beckert, J.: Funktionalorganisation, in: Frese, E. (Hrsg.): Handwörterbuch der Organisation, 3. Aufl., Stuttgart 1992, Sp. 640-652
Schulte-Zurhausen, M.: Organisation, München 2002 ISBN 3800628252, S. 237-242