Als Funkgerät bezeichnet man ein drahtlos arbeitendes Kommunikationsgerät oder Ortungsgerät, das mit elektrischer Energie betrieben wird. Je nach Geräteart ist es stationär (Feststation wie Polizeifunkzentrale, Amateurfunkstation, usw.) oder beweglich (Handfunkgerät oder Walkie-Talkie, Babyfon, usw.). Aus heutiger Sicht werden viele Geräte, in Feststationen wie auch transportabel, als kombinierte Geräte wie z.B. Sendeempfänger / Transceiver ausgeführt. Umgangssprachlich werden Funkgeräte, vor allem Handfunkgeräte, auch als Funke bezeichnet.
FuG11b_wik.jpg | CB-Mobilfunkgeraet.jpg | Funkgeärt ICOM IC-746.JPG
Geschichte
Noch bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es
Funkgeräte nur als stationäre Geräte. Dies galt auch für ortsbewegliche, wie z.B.
Schiffsfunkgeräte oder in Flugzeugen eingebaute. Selbst in Kraftfahrzeugen eingebaute
Funkgeräte waren mit dem notwendigen Zubehör wie der
Stromversorgung u.a. so schwer und umfangreich, dass sie nicht eigentlich im Sinne einer
Mobilität zu betrachten sind. Bedingt vor allem durch technische
Innovation in der
Rüstungsindustrie wurden die
Funkgeräte jedoch in immer kleinerer
Bauweise gefertigt. Hier seien vor allem die
Modulbauweise und die fortgeschrittene
Fertigungstechnik der
Radioröhren genannt. Erst nach dem zweiten
Weltkrieg kam dann Ende der 40er Jahre mit der Entdeckung des
Transistors eine neue
Technologie zum Tragen. Und erst mit der schnellen Entwicklung der
Halbleitertechnik war es dann möglich, wirklich mobile
Funkgeräte zu fertigen, die immer mehr neue und wesentlich verbesserte Eigenschaften aufzuweisen hatten.
Gerätearten
Unter dem Begriff
Funkgerät gibt es mehrere Gerätearten wie z.B.
Sender,
Empfänger,
Sendeempfänger (auch
Transceiver genannt, das Wort setzt sich aus den englischen
Worten Transmitter und Re
ceiver zusammen). Aber auch
Messgeräte wie z.B.
Frequenzmesser oder
Messsender gehören hierher, ebenso
Radargeräte für die
Funkortung, heute auch
GPS-Geräte für weltweite metergenaue
Positionsangaben.
Funkhoheit
Bis zum Ende des 2. Weltkrieges lag die Funkhoheit beim
Reichspostministerium und damit bei der deutschen Reichspost. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Deutschland von den alliierten Siegermächten in vier Besatzungszonen aufgeteilt und stand unter der Kontrolle der vier Besatzungsmächte auch für die jeweilige Funkhoheit. Nach Gründung der Bundesrepublik und einer Erlangung der vollen Souveränität ging für die drei Westzonen die Funkhoheit auf das neu eingerichtete Bundespostministerium und damit auf die deutsche Bundespost als ausführende Behörde über. Heute, nach Privatisierung dieser ehemaligen Behörde, werden die verschiedenen Funkdienste von der Bundesnetzagentur in Deutschland geregelt. Nach Gründung der DDR, der vormaligen sowjetischen Besatzungszone, verblieb die dortige Funkhoheit ebenso unter staatlicher Kontrolle der DDR-Regierung bis zur Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik im Jahr 1989.
Behördliche Vorschriften
Für
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) gelten die Spezifikationen des
BOS-Funks.
Je nach Art des betreffenden Funkdienstes sind auch heute noch Sendelizenzen für den Betrieb des Senders einer Funkstation erforderlich.
Während der DDR-Zeit waren Funkgeräte beim Grenzübertritt von West nach Ost anzugeben und wurden gegen Quittung eingezogen.
Anwendungen
Funkgeräte gibt es für die verschiedensten Anwendungen. Für jedermann einsetzbar sind Geräte im CB-, SRD/LPD-, und PMR-Bereich, die anmelde- und
gebührenfrei betrieben werden können:
- SRD/LPD-Geräte haben 69 Kanäle, aber nur einige 100 m Reichweite, da nur 10 Milliwatt Sendeleistung.
- PMR-Geräte mit nur 8 Kanälen haben eine Reichweite von ca. 3-8 Kilometer. Sie senden meist mit 500mW.
- DMR446-Geräte stellen eine Weiterentwicklung des bekannten PMR-Funks dar und verfügen über bis zu 16 digitale Kanäle.
- CB-Funkgeräte haben bis zu 80 Kanäle und - abhängig von Standort, Sendeleistung und Antenne - eine Reichweite bis etwa 60 Kilometer. Bei besonderen Ausbreitungsbedingungen können aber auch mehrere hundert bis zu einigen tausend Kilometern überbrückt werden. CB-Funkgeräte senden mit bis zu 4 Watt.
Nicht für Jedermann nutzbar sind:
- Amateurfunk: Amateurfunkgeräte haben je nach verwendeter Frequenz, Modulationsart, Sendeleistung, Antenne und Standort eine weltweite Reichweite. Es sind bis zu 750 Watt Sendeleistung möglich.
- Betriebsfunk
- BOS-Funk (wie z.B. das auf dieser Seite abgebildete Handfunkgerät "FuG 13b").
- Bündelfunk
- Flugfunk
- Seefunk
- Militärfunk: Militärfunkgeräte siehe unten.
Technische Eigenschaften
Während früher und auch bis heute noch die gesprochene
Sprache in
analoger Form in
Funkwellen umgewandelt wurde, gewinnt heutzutage zunehmend auch der
Digitalfunk (z.B.
TETRA) an Aufmerksamkeit. Die Bedeutung von Digitalfunk nimmt auch aufgrund des neueren
Satellitenfunks zu, auch Sicherheitserwägungen spielen eine Rolle.
Betriebsarten
Klassische Betriebsarten sind im Funkverkehr z.B. CW, die Telegrafie mit
Morsezeichen (benannt nach dem amerikanischen Erfinder Samuel Morse), die so genannte
Einseitenband-Telefonie (SSB) und das
Funkfernschreiben, um nur die wichtigsten (älteren) zu nennen. Auch wurden von Funkamateuren sogenannte
Erde-Mond-Erde-Verbindungen durchgeführt. Daneben werden heute, z.B. mit Hilfe der Satellitentechnik, weltumspannende moderne
Übertragungsverfahren angewandt. An dieser Stelle muss auch die zur Positionsbestimmung angewandte
GPS-Ortung erwähnt werden, die heute schon im zivilen Bereich eine hohe Genauigkeit erreicht.
Eine sehr viel größere Reichweite ist sowohl im professionellen als auch im Amateurfunkbereich möglich, wenn Funkgeräte nicht direkt miteinander Kontakt halten sollen, sondern ihr
Signal über
Relais vermittelt wird.
Hand- oder Mobilfunkgeräte senden ihr Signal dann an
Relaisstationen, die auf hohen Standorten angebracht sind, und diese senden das empfangene Signal weiter, sodass auch
Empfänger, die die sendende Station direkt nicht 'hören' können, über das Relais die Sendung empfangen können.
Militärfunkgeräte
- Funkgeräte der Jahre 1934 bis 1945 in der Deutschen Wehrmacht
- Funkgeräte der alliierten Streitkräfte während des zweiten Weltkrieges
- Nutzung von Militärfunkgeräten nach der Beendigung des zweiten Weltkrieges
Siehe auch
Weblinks
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Funktechnik
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