Ein funkferngesteuertes Modellauto oder RC-Car (Abkürzung für Radio Controlled Car, eigentlich aber "Remote Controlled Car"), ist ein Modellauto, das per Funk ferngesteuert werden kann. Gebräuchliche Maßstäbe sind 1:5, 1:8, 1:10 und 1:12.
Seit Ende der 1980er Jahre gibt es auch funkferngesteuerte LKW im Maßstab 1:87, ca. seit 2003 auch funkferngesteuerte PKW im Maßstab 1:87. Diese Modelle werden nicht als RC-Cars bezeichnet, man findet sie unter den Mikromodellen .
Auch den Karosserien sieht man aufgrund der weit ausgeschnittenen Radhäuser und der größeren Bodenfreiheit den Geländeeinsatz an. Es gibt verschiedene Arten von Buggys, z.B. Einsteigerbuggys (ca. 30 km/h), bis hin zu über 90 km/h schnellen Modellen bei wettbewerbsfähigen Fahrzeugen. Die meisten Buggys sind jedoch mit einem Zweitakt-Verbrennungsmotor ausgerüstet, dessen Hubraum von 2,5 ccm bis 7 cm³ reicht.
Die Fahrzeuge werden teilweise mit hochwertigen Materialien ergänzt wie Carbon oder Titan. Es werden auch Wettbewerbsrennen veranstaltet, bei denen um Landes-, Europa- und Weltmeistertitel gefahren wird.
Es werden hauptsächlich 2WD und 4WD fahrzeuge eingesetzt, wobei beide in eigenen Klassen fahren.
Übertrieben große Reifen, aufwendig konstruierte Stoßdämpfersysteme, bedingungslose Robustheit und eine wirkliche Off-Road-Tauglichkeit zeichnen die größeren Vertreter dieser Sparte aus.
Allradantrieb, drei Differentiale, Öldruckstoßdämpfer, Scheibenbremsen, Gangschaltung mit optionalem Rückwärtsgang, gepaart mit einem typischen Fahrverhalten, geprägt durch lange Federwege, bisweilen einem hohen Schwerpunkt, der Fähigkeit zum Überwinden von Hindernissen und der Möglichkeit, sehr weite Sprünge zu absolvieren, lassen diese spezielle Modellbau-Kategorie ab den späten 1990er Jahren boomen, da sie nicht zuletzt in verstärktem Ausmaß als preisgünstigere vormontierte Modelle im Handel erhältlich wurden und somit auch einer technisch nicht allzu begabten Klientel zugänglich gemacht wurden.
Überdies sind sie ein gern gesehener Blickfang auf einschlägig frequentierten Rennstrecken bis hin zum selbstgestalteten Rundkurs in der Kiesgrube, da sie sich nicht zuletzt optisch durch Größe und Imposanz angenehm von den kleineren, bodennahen Modellen abheben, für die ein Grasbüschel zum unüberwindlichen Hindernis werden kann.
X-Mods sind außerdem etwas für RC Anfänger weger ihrer Einfachheit. Mittlerweile gibt es auch schon X-Mods-Evolutions, die noch einfacher strukturiert sind. Mini-Z Fahrzeuge sind für professionelle RC-Car-Nutzer. Hier Bilder des Xmods Chassis (oben) und X-Mods Evo Chassis (unten).
Die Klasse 1:10 gibt es in zwei verschiedenen Antriebsarten nämlich mit Verbrenner oder Elektroantrieb
Die Elektroversionen der Flachbahner erreichen Geschwindigkeiten bis zu 90km/h. Die Motoren erreichen Drehzahlen von bis zu 60000 U/min und haben eine Leistung von bis zu 300 Watt (brushless). Die Motoren haben unterschiedliche Wicklungen und reichen von 6-27 Turn. Durch eine niedrige Turnzahl erreicht man mehr Geschwindigkeit, durch eine höhere Wicklungszahl wird die Beschleunigung besser und die Fahrzeit länger. Ein beliebtes Einsteigermodell ist das einfach-steuerbare "TT-01" Modell.
Mit den richtigen Tuningteilen kann ein Glattbahner (On-Road) bis zu 150 km/h erreichen. Wettbewerbsmodelle verfügen zum Beispiel über komplett einstellbare Einzelradaufhängung, Fliehkraftkupplung, Zweigang-Getriebe und Allradantrieb. Die Klasse der 1:8er On-Road wird auch als die Königsklasse des RC-Car-Sports bezeichnet, was auf die verwendete Technik und die erreichbaren Geschwindigkeiten zurückzuführen ist.
Buggys (Off-Road) sind im Vergleich zu den Glattbahner etwas langsamer. Aber auch Off-Road-Modelle verfügen über Einzelradaufhängig, Fliehkraftkupplung und Allradantrieb. Ein Zweigang-Getriebe wird in der Regel nicht verwendet.
Beide Rennklassen erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit, sind es doch zwei der ältesten Klassen in der Wettbewerbsszene. Eine Mischung aus On-Road- und Off-Road-Modellen stellen die sogenannten Rally-Modelle dar. Hierbei handelt es sich um Modelle im Maßstab 1:8, die über eine größere Bodenfreiheit als reine Glattbahner verfügen, aber nicht für den reinen Geländeeinsatz geeignet sind. Rally-Modelle sind in Deutschland nicht sehr weit verbreitet.
In den Buggys werden 23- oder 26 cm³-Benzinmotoren verwendet. Diese leisten ca. 3 PS (oder mehr) je nach Motor bei einer maximalen Drehzahl von ca. 19000 U/min.
Die Fahrzeit reicht für ca. 45 Minuten pro Tankfüllung. Die Tankgröße beträgt 700 ml. Verwendet wird Gemischschmierungs-Benzin (Benzin/Super) von der Tankstelle mit etwas Öl (1:25).
Getankt wird Benzin mit etwas Öl (1:25). Geschwindigkeiten von 70 bis 90 km/h sind je nach Modell möglich. Gebremst werden die Modelle mit Seilzug- oder Hydraulikbremsen. Die Räder werden einzeln mit einer Bremsscheibe pro Rad gebremst. Die Beliebtheit dieser Modelle ist in den letzten Jahren stetig angestiegen, bei Rennen dieser Modelle wirkt sich die Größe sehr positiv aus. Es sieht original aus, wenn die 1:5er Modelle über die Rennstrecke jagen. Deswegen wird diese Modellklasse auch als Königsklasse des RC Car-Sports bezeichnet. Es gibt keinen anderen Maßstab, der soviel aufwendige Technik verwendet wie dieser. Eingesetzte Materialien sind Alu, Kohlefaser und Titan, die Bremsanlagen (Hydraulikbremse) oder Differentiale, die eingestellt werden können oder selbstsperrend sind, sowie die Bremsbalance, die per RC-Anlage eingestellt wird, oder die Reifen, die warm gefahren werden müssen und bei einer Vollbremsung quietschen.
Ferngesteuerte Modellautos werden über proportionale, d.h. stufenlos regelbare 2-Kanal-Fernsteuerungen gesteuert (Gas/Bremse, Lenkung). Oder bei zusätzlichen Funktionen wie Rückwärtsgang bei Verbrennern etc. auch mit 3 oder mehr Kanälen.
Die Funkfrequenz, mit der gesendet wird, wird vom "Quarz" bestimmt. Dieser kann problemlos getauscht werden, was vor allem bei Veranstaltungen mit mehreren Fahrzeugen wichtig ist, damit keinesfalls zwei Autos auf derselben Frequenz bewegt werden. Die Folge solcher Überschneidungen ist, dass sich die Signale überlappen und die Fahrzeuge unsteuerbar werden. Üblich werden Frequenzen im 27 MHz- bzw. 40 MHz-Bereich verwendet. Neuerdings gibt es auch ein System (DSM), welches auf der 2,4 GHz-Basis funktioniert. Dieses System hat einige Vorteile:
Für die Modulation wird Frequenzmodulation (FM) oder Amplitudenmodulation (AM) verwendet.
Das Gegenstück zur Fernsteuerung ist am Auto der batteriebetriebene Empfänger. Er empfängt das Signal und bereitet es für die Servos auf. Servos sind dazu da, die Signale des Empfängers in mechanische Bewegungen zu transformieren und die Lenkung, die Drosselklappe des Verbrennungsmotors oder die Bremse zu betätigen.
In elektrischen RC-Cars wird in der Regel ein stufenloser elektronischer Fahrregler eingesetzt (siehe unten). Auch dieser wird direkt an den Empfänger angeschlossen.
Grundsätzlich wird zwischen Verbrennungs- und Elektroantrieb sowie zwischen Zwei- und Vierradantrieb unterschieden.
Diese Motoren werden als Zwei- und Viertaktmotoren hergestellt, wobei die 4-Takt Motoren nicht für RC-Cars, sondern nur für Flug- und Bootsmodelle eingesetzt werden. Als Treibstoff für die Glühzündermotoren dient Methanol mit einem variablen Zusatz an Nitromethan (bis etwa 30%), wodurch die Leistungsausbeute der Motoren gesteigert werden kann. Die Schmierung erfolgt durch Beimischung von speziellen Ölen. Hierbei wird entweder Rhizinusöl oder Synthetiköl verwendet. Der Ölanteil beträgt in der Regel mindestens 8%. Als Treibstoff für die Fremdzündermotoren dient die so genannte 2-Takt Mischung, diese besteht aus Benzin mit hoher Klopffestigkeit (95-100 Oktan) und einem speziellem Öl das sich gut mit dem Benzin vermischt. Die Standard-Mischung ist 1:25 d.h. auf 1 Teil Öl kommen 25 Teile Benzin (4% Öl), zur Leistungssteigerung wird die Menge des Öl Anteils herabgesetzt (1:33 - 1:50), wodurch jedoch die Lebensdauer der Motoren sinkt. Bei der Mischung bzw. der Öl-Wahl sollte man nicht sparen, denn Modellbaumotoren (23-29 ccm) in dieser Hubraumklasse sind im Ursprung Kettensägenmotoren, wobei diese Motoren zur Leistungssteigerung für Modellbauautos umgebaut werden und im Extremfall Drehzahlen von bis zu 20.000 U/min erreichen. Die "Fertigmischung" an den Tankstellen beinhaltet kein Öl das für diese Drehzahlen ausgelegt ist, somit sollte man immer den Treibstoff selbst anmischen, also auch geeignetes Öl verwenden, z.B. "Castrol RS 2Takt" oder "MOTUL 800".
Gestartet wird der Motor per Seilzug, externem oder eingebautem Elektrostarter, also mit einem Anlasser. Größere Modelle (über 10 cm³ Hubraum) können als reguläre Zweitakt- oder Viertakt-Benzinmotoren mit Hochspannungszündung gebaut werden.
Mit zunehmendem Hubraum wird die Laufruhe und Laufstabilität grösser. Auch die Einstellung des Vergasers ist bei Motoren mit größerem Hubraum unproblematischer.
Dieses Antriebskonzept fasziniert durch die Verbrennungstechnik auf kleinstem Raum. Mittlerweile ist durch die Erforschung des Brushless-Antriebes bei Elektrofahrzeugen der Leistungsunterschied aber nicht mehr so groß. Es sind mit beiden Antriebskonzepten Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h erreichbar. Viel Geduld ist beim Einstellen des Vergasers und zeitweise auch beim Starten vonnöten. Auch erfordert ein Verbrennungsmotor eine sorgfältige Pflege und regelmäßige Reinigung. Eine Tankfüllung reicht, je nach Modell, für eine Fahrzeit von 5 Minuten bei einem Glattbahnmodell im Maßstab 1:8 und einem Tank von 125 cm³, bei einem 1:10er erreicht man Fahrzeiten von 15 bis 20 Minuten mit einem 100 cm³-Tank, und bei einem 1:5er reicht die Tankfüllung bis zu 45 Minuten bei einem 700 cm³-Tank.
Der Motor wird in der Regel über einen elektronischen Fahrtregler gesteuert. Je nach Qualität und Leistung des Reglers und des Motors werden so bis zu 1000 Ampere in Bewegung umgesetzt. Bessere Fahrregler haben u.a. BEC (eine Schaltung, die ein zweites Akkupack für den Empfänger überflüssig macht), EMK-Bremsen (Bremswirkung über den E-Motor), ABS (Stotterbremse ähnlich dem ABS im "echten" Auto) oder fein einstellbare Regelbereiche für die Motorleistung (um das Fahrzeug beispielsweise an eine kurvenreichere und dafür langsamere Strecke anzupassen).
Den Strom erhält der Motor aus einem Akkupack, das üblicherweise aus 6 bis 8 Zellen zu je 1,2 V besteht. Bisher wurden im RC-Car-Bereich NiMH-Zellen als Energiequelle eingesetzt, da NiCd nicht mehr die benötigten Kapazitäten (für die Fahrzeiten), und Li-Ionen-Zellen nicht die benötigten hohen Ströme (zur Beschleunigung) liefern können. NiMH-Akkupacks mit bis zu 4200 mAh gespeicherter Energie sind keine Seltenheit mehr. Seit kurzem sind aber auch Lithium-Polymer-Akkus-Akkus verfügbar die, laut einiger Tests von RC-Zeitschriften in den USA, längere Fahrzeiten als NiMH erlauben.
Je nach Leistung des Motors und des Akkupacks sind so Laufzeiten von nur 5 bis 100 Minuten möglich, bei langsameren Fahrzeugen bis zu 200 Minuten. Dies ist - neben der im Vergleich zum Benzinantrieb eher geringen Leistung - der Hauptschwachpunkt der Elektrofahrzeuge.
Vorteil dieses Antriebssystems ist, dass der E-Motor stets unproblematisch funktioniert und nicht gestartet oder eingestellt werden muss. Außerdem kann man mit den meisten dieser Fahrzeuge problemlos auch am Wochenende in Wohngebieten fahren. Auch sind die Unterhaltskosten erheblich niedriger als bei Verbrennungsmotoren. Je nach Motor, Regler, Getriebe und Fahrwerk können Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h erreicht werden.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Antriebsenergie auf vier Räder zu verteilen. Im RC-Car-Bereich sind der Kardanantrieb (über eine starre Welle) und der Riemenantrieb (über einen Gummi-Zahnriemen) üblich. Meistens wird ein Mittelmotor-Konzept (Motor vor der Hinterachse) eingesetzt, um eine optimale Gewichtsverteilung zu erzielen. Bei Elektrofahrzeugen sind allerdings auch Frontmotoren anzutreffen.
Heute kaum noch anzutreffen sind die in den 80er Jahren noch üblichen Doppelmotor-Autos. Damals wurde für den Allrad-Antrieb einfach je Achse ein Elektromotor eingebaut. Diese Fahrzeuge hatten zwar enormen Vortrieb, durch die (unvermeidlichen) Unterschiede beider Motoren waren sie aber teilweise sehr schwer zu beherrschen. Außerdem waren diese Art von Autos sehr schwer und weisen durch den höheren Stromverbrauch deutlich weniger Fahrzeit auf.
Bei der Aufhängung gibt es diverse Tuning-Möglichkeiten: die Verwendung härterer oder weicherer Federn, Stoßdämpfer-Öl mit unterschiedlicher Viskosität, Begrenzung des Federwegs, Einstellung von Spur und Sturz - alles, was im Bereich großer Autos möglich ist, kann auf Wunsch auch beim RC-Car variiert werden.
Reifen gibt es in verschieden harten Gummimischungen, mit oder ohne Profil. Die Reifenhärte kann über Schaumgummi-Einlagen variiert werden. Für eine bestmögliche Traktion und hohe Geschwindigkeiten werden Reifen und Felge miteinander verklebt, damit es keinen Schlupf gibt. Es gibt verschiedene Arten von Reifen, wie z.B. Hohlkammerreifen, Moosgummireifen und Reifen mit Schaumgummieinlagen, welche für beste Bodenhaftung je nach Straßenbelag sorgen.
Weiter unterscheidet man zwischen Riemen- und Kardanantrieb.
Siehe auch: Modellbau
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