article

Als Funkamateur bezeichnet man eine Person, die sich mit dem Gebiet des Amateurfunks befasst. Über die Möglichkeiten eines Funkamateurs wird ausführlich im Amateurfunk-Artikel berichtet.

Rechtlicher Rahmen in Deutschland


Das Amateurfunkgesetz von 1997 definiert:
Funkamateur ist der Inhaber eines Amateurfunkzeugnisses oder einer harmonisierten Amateurfunk-Prüfungsbescheinigung auf Grund der Verfügung 9/1995 des Bundesministeriums für Post und Telekommunikation vom 11. Januar 1995 (Amtsblatt S. 21), der sich mit dem Amateurfunkdienst aus persönlicher Neigung und nicht aus gewerblich-wirtschaftlichem Interesse befasst.

Außer Sendeamateuren gibt es auch Funkamateure, die ausschließlich Übertragungen empfangen (sog. SWLs – Short Wave Listeners).

Aus dieser Definition geht zunächst hervor, dass der Funkamateur ein Amateurfunkzeugnis und eine Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst besitzen muss, um am Amateurfunkdienst teilnehmen zu können. Das Amateurfunkzeugnis erlangt er erst nach Ablegen einer fachlichen Prüfung. Durch die Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst, also der Zuteilung seines Rufzeichens, erwirbt der Funkamateur insbesondere das Recht, abweichend vom üblicherweise festgelegten Konformitätsbewertungsverfahren, die Funkgeräte seiner Amateurfunkstelle selbst zu fertigen, sowie im Handel erhältliche Sendeanlagen, die auf Amateurfunkbänder umgebaut wurden, zu betreiben. Der Funkamateur darf mit seiner Amateurfunkstelle nur auf den im Frequenznutzungsplan für den Amateurfunkdienst ausgewiesenen Frequenzen senden. Der Funkamateur hat als Sendebetreiber Beiträge nach dem EMVG und nach dem TKG für die Frequenznutzung zu zahlen.

Das Hobby eines Funkamateurs ist es, eine Amateurfunkstation zu errichten und zu betreiben. Der Betrieb von Funksendeanlagen ist genehmigungspflichtig. Jeder Funkamateur muss seine Sachkunde (auf den Gebieten Technik, Betriebstechnik und Vorschriften) in einer schriftlichen Prüfung bei der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA) nachweisen und erhält dann ein Amateurfunkzeugnis und ein persönliches Rufzeichen zugeteilt. Mit diesem Rufzeichen darf er die dem Amateurfunk zugeteilten Amateurbänder benutzen. Dazu stellt er sich mit einem oder mehreren (eventuell auch selbst gebauten Funkgeräten) seine eigene Amateurfunkstelle zusammen. Durch die bei der Prüfung bewiesene Sachkunde sind Funkamateure die einzigen, die das Recht haben ihre Sender selber zu bauen. Mit ihrer Funkstation pflegen Funkamateure Kontakte zu anderen Funkamateuren in der ganzen Welt. Der Funkamateur darf nur mit anderen Amateurfunkstellen Funkverkehr abwickeln. Er darf Nachrichten, die nicht den Amateurfunkdienst betreffen, grundsätzlich für und an Dritte nicht übermitteln.

Tätigkeit in Notfällen


Viele Funkamateure tragen auch ohne offizielle Anforderung in Krisensituationen dazu bei, Kommunikationsnetze zu errichten und zu betreiben. In der Gesetzgebung (z.B. im deutschen Amateurfunkgesetz) gibt es keine Zugriffsmöglichkeit auf einen Funkamateur von Seiten des Staates und erst recht nicht auf das private Eigentum. Die Hinweise in der Gesetzgebung sind nur als eine Art Selbstverpflichtung für die Funkamateure anzusehen und als eine Berechtigung ihrerseits zur Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen tätig zu werden. Die Amateurfunkregelungen sind keine ordnungsrechtlichen Generalklauseln, um pauschal Funkamateure in Notständen zu verpflichten! Dies kann sich nur aus Spezialgesetzen und für den Einzelfall ergeben.

Auf der anderen Seite gilt: Hochwasser, Erdbeben, Großfeuer und andere schwere Katastrophen zerstören und beschädigen fast immer Telekommunikationseinrichtungen. Dabei ist es irrelevant, ob die Technik neu oder alt ist. Ohne die entsprechende Infrastruktur und ohne Strom- und Telefonleitungen funktioniert sie nicht mehr. Besonders hier zeigt sich die Stärke des Amateurfunks. Funkamateure betreiben ihre Station unabhängig von einer Infrastruktur. Sie verfügen regional und länderübergreifend über zahlreiche Kontakte und leisten damit eine der wichtigsten Beiträge bei der Unterstützung von Behörden und Hilfsorganisationen in der Notfallkommunikation.

Ein großer Vorteil des Amateur(Not)funkdienstes sind hierbei weltweit zugewiesene Frequenzbereiche. Somit ist eine unkomplizierte Grenzüberschreitende Kommunikation jederzeit möglich, während es bei der Zusammenarbeit verschiedener Hilfskräfte wie z.B. BOS, Bundeswehr, örtliche Energieversorger, etc. schon bei regionalen/ nationalen Großschadenslagen immer wieder an den unterschiedlichen Funkdiensten und Frequenzen scheitert.

In Notfällen, z.B. bei Schnee-Katastrophen oder Überflutungen, boten Funkamateure so oft die letzte Möglichkeit die Kommunikation aufrecht zu erhalten, wenn andere Kommunikationsmittel wie Telefon oder Handy ausfielen. So spielte der Funkamateur Nikolaj Schmidt eine wesentliche Rolle bei der Rettung eines Teiles der Nobile-Expedition, als er deren SOS-Ruf empfing. Weitere prominente Beispiele hierfür aus den letzten 45 Jahren waren:

Hamburger Sturmflut 1962

Polizei, Rettungs- und Hilfsdienste hatten ihre eigenen Frequenzbereiche und waren nicht in der Lage direkt miteinander zu kommunizieren. Funkamateure mit ihren durchstimmbaren Geräten konnten hier einfach aushelfen.

Schneekatastrophe in Norddeutschland 1978

Erdbeben in Kaschmir 2005

Erdbeben im Indischen Ozean 2004

Bei der Flutwelle, die dem Erdbeben folgte, haben Funkamateure, die gerade zu einer DXpedition in dem Gebiet waren, ihre Funkgeräte zur Verfügung gestellt.

Hurrikan Katrina 2005

Die Funkamateure, die sich in dem Salvation Army Team Emergency Radio Network (SATERN) und im West Gulf ARES Emergency Net zusammen geschlossen haben, stellen mit ihren Amateurfunkstellen zusätzliche Kommunikationswege zur Verfügung um zügigen Informationsfluss zu ermöglichen. Tagsüber werden die Frequenzen 7.285 und 14.265 MHz und abends die Frequenzen 3.873 und 14.265 MHz benutzt. Die sonst üblichen UKW-Frequenzen sind wegen des großflächigen Stromausfalls nicht zu benutzen, da die Reichweite nicht ausreicht und die Relaisstationen dem Stromausfall zum Opfer gefallen sind. So bleibt nur, auf die Kurzwelle auszuweichen. Mindestens 1000 Funkamateure sind täglich an diesen Funknetzen beteiligt und stellen kontinuierlichen Betrieb (24h/7Tage) sicher.

Prominente Funkamateure


2e_es.png auf einer spanischen 2-Euro-Münze]]

Könige/Prinzen

  • König Hussein war JY1
  • Mutter des heutigen Königs von Jordanien Muna Hussein ist JY2
  • König Juan Carlos ist EA0JC
  • König Fahd von Saudi Arabien war HZ1AA
  • Prinz Talal von Saudi Arabien ist SU1VN/P
  • Prinz Yousuf Al-Sabah von Kuwait ist 9K2CS
  • Qaboos Bin Said Al-Said, Sultan von Oman ist A41AA
  • König von Thailand Bhumibol Adulyadej ist HS1A
  • ehem. König von Sikkim Palden Thondup Namgyal war AC3PT

Politiker

Raumfahrer

Nahezu alle Astronauten sind Funkamateure.

Schauspieler

Musiker

Sonstige bekannte Personen

  • Maximilian Kolbe, Märtyrer, SP3RN
  • Clifford Stoll, Wissenschaftler, Autor (Das Kuckucksei) ist K7TA
  • Kevin Mitnick, Hacker, N6NHG
  • Sako Hasegawa, Gründer der japanischen Firma Yaesu, war JA1MP
  • Anton Habsburg, Enkel (?) des letzten österreichischen Kaisers, OE5AH
  • Roger Mahony, r.k. Kardinal in Los Angeles, W6QYI
  • John Kraus, Radio-Astronom und Antennen-Entwickler, W8JK
  • Joseph H.Taylor jr., Nobelpreisträger Physik 1993 und Entwickler von WSJT, K1JT

Weblinks


  • http://www.funkamateur.de Webpräsenz der Zeitschrift

Kommunikation | Amateurfunk

Radioamatérství | Radioamatør | Radio amateur | Amatora radio | Radioamatööri | Radioamateur | Rádióamatőr | Radioamatore | アマチュア無線 | Radio-amateur | Amatørradio | Krótkofalarstwo | Radioamadorismo | Радио-аматеризам | Amatörradio | วิทยุสมัครเล่น | 业余无线电

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Funkamateur".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld