Funk ist der Oberbegriff für eine Spielart ursprünglich afroamerikanischer Tanzmusik, die sich Ende der 1960er aus verschiedenen Einflüssen des Soul, Rhythm and Blues und Jazz sowie Rock entwickelt hat. Wesentliche Stilmerkmale des originären Funk sind eine repetitive, stark auf die "Eins" betonte Rhythmik, synkopische Basslinien sowie akzentuierte Bläsersätze und Rhythmusgitarre im Zusammenspiel mit Soulgesang. Oftmals wirkt der Gesang aber auch eher perkussiv als melodisch. Größere Popularität erlangte der Funk erstmals durch die Musik von James Brown und Sly Stone.
Die Bedeutung des Begriffes "Funk" geht auf afroamerikanischen Slang der 1950er Jahre zurück, wo "funky" ein Synonym für "erdig", "schmutzig" oder auch "erregt" war. Die anfängliche Bedeutung des Wortes bezeichnet einen Körpergeruch, der beim Sex entsteht. Es wird vermutet, dass es ursprünglich von dem französischen Wort "fumet" mit dem Wortstamm "fum" abgeleitet wurde, was "Rauch" oder "Duft" bedeutet. Gemeint war wohl der Geruch aus einer Mischung zwischen Rauch, Pheromonen und Schweiß, der in Lokalen während Tanzveranstaltungen entstand. In der Kreolsprache Louisianas bekam er eine neue Bedeutung und wurde nicht mehr nasal ausgesprochen. Bereits in den 1950er und 1960er Jahren tauchte die Umschreibung "funky" im Jazz auf, z. B. in Titeln von Horace Silver und Cannonball Adderley. Eine der ersten Bands, die Lieder in der Spielrichtung Funk veröffentlichte, waren die Isley Brothers. Als eigenständiges Musikgenre ist Funk jedoch erst seit Ende der 1960er Jahre definiert, als Musiker und Bands wie James Brown, Sly and the Family Stone und The Meters diesem Stil zum Durchbruch verhalfen.
Ursprünglich auch Ausdruck afroamerikanischen Bewusstseins, wurde der Funk im Verlauf der 1970er Jahre, auch bedingt durch veränderte Produktionstechniken (Synthesizer, Drumcomputer), zunehmend kommerzialisiert und mündete in der Disco-Musik. In dieser Zeit begründete George Clinton eine Unterart des Funk, den P-Funk, mit den Bands Parliament und Funkadelic. In den 1990er Jahren wurde der Begriff auch zur Umschreibung von Stilarten z.B. in der House-Musik verwendet, während sich viele Rap- und Hip-Hop-Musiker ausdrücklich zu den Wurzeln ihrer Musik im Funk der 70er Jahre bekennen. Als King of Funk wurde häufig Rick James bezeichnet, der insbesondere in den 1980er Jahren sehr erfolgreich war. In seinen Liedern kam auch oft der Synthesizer zum Einsatz. Den Höhepunkt erreichte Prince mit Hits wie "Kiss" Mitte der 80er Jahre.
Von Anfang an bestand eine wechselseitige Beeinflussung zwischen Funk und Jazz. Jazzmusiker wie Herbie Hancock, Miles Davis, Marcus Miller, George Duke, Stanley Clarke, die Brüder Michael und Randy Brecker, Nils Landgren oder auch Till Brönner und viele andere, machen immer wieder mit Funkproduktionen auf sich aufmerksam. Dabei werden auch oft Jazzstandards als Funkstücke interpretiert. Insbesondere Herbie Hancock gab dem Funk Mitte der 70er Jahre mit den Head Hunters eine neue Richtung und wirkte wegweisend für die Verbindung von Funk mit anderen Musikstilen, wie etwa der elektronischen Musik und dem HipHop. Die Mischung aus Jazz mit Funk- und Rockmusik wird als Fusion bezeichnet, wobei man früher zwischen Jazzrock und Jazzfunk unterschied.
Der nigerianische Musiker Fela Kuti kombinierte in den 70er Jahren Funk und Soul mit afrikanischer Musik. Dieser Stil wird als Afrobeat bezeichnet.
Ende der 80er Jahre begannen Rockbands wie Gang of Four und später Extreme, Jane's Addiction, Fishbone und die Red Hot Chili Peppers dieses Konzept zu erweitern und entwickelten den Funk Rock bzw. Funk Metal, der später durch die Erweiterung der Stile Crossover genannt wurde.
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