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Fundraising
 

Mittelbeschaffung bzw. Fundraising (engl. fund – Kapital, to raise – beschaffen) ist ein Begriff für das Beschaffungsmarketing einer nichtkommerziellen Organisation. Als Ablauf verstanden ist Fundraising die strategisch geplante Gewinnung von Geld, Sachwerten, Zeit und Wissen, mit denen gemeinwohlorientierte Zwecke verwirklicht werden sollen.

Kernaufgabe eines Fundraisers ist es, Beziehungen einer nichtkommerziellen Organisation zu möglichen Gebern von Geld, Sachwerten, Zeit und Wissen aufzubauen und zu pflegen. Daher verwendet ein Fundraiser Werkzeuge des Sozialmarketings, wie die Spendenakquise, die Sponsorengewinnung oder die 1:1-Kommunikation.

Methoden im Fundraising


Im Fundraising werden vier Gebermärkte angesprochen: Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen und staatliche Stellen für öffentliche Zuwendungen. Die methodische Ansprache dieser Gebermärkte ähnelt bei Privatpersonen eher dem Aboverkauf von Zeitungen und Zeitschriften, bei institutionellen Gebern eher dem Business-To-Business-Vertrieb einer Profit orientierten Organisation.

  • Analyse: Recherche der möglichen Geber und Gönner
  • Kontaktarbeit via Telefon, Besuch und Einladung zu Veranstaltungen
  • Angebot langfristigen Engagementes bei geringeren laufenden Belastungen
  • Persönliche Beziehungsarbeit, gemeinsame Freizeitgestaltung, Geschäftsfreundschaft
  • langfristige Bindung von Spendern, CRM (Kundenbeziehungsmanagement)
  • Legatsuche für testamentarische Verfügungen über Mittelzufluß
  • Patenschaftsfundraising
  • Auswertung/Evaluation: laufende Berichterstattung über den Erfolg der Maßnahmen

Kommunikationsinstrumente des Fundraisings


Fundraising kann mit Hilfe und Unterstützung unterschiedlicher Kommunikationskanäle betrieben werden. Die Wahl eines Kanals ist abhängig von der Zielgruppe des Fundraisings und einer Kosten/Nutzen-Betrachtung.

Fundraising im Internet

Online-Fundraising hat gegenüber traditionellen Methoden einige Vorteile: Über das Internet können Spenden beispielsweise direkt ausgelöst werden (z.B. über Lastschrift oder Kreditkarte). Auch Kleinspenden können mit Hilfe von Micropayment-Systemen noch gewinnbringend abgewickelt werden. Non-Profit-Organisationen hoffen außerdem, über das Internet jüngere Zielgruppen erreichen zu können, welche bisher erst schlecht erschlossen sind.Nicole Fabisch: Fundraising. Spenden, Sponsoring und mehr... Beck Juristischer Verlag, München 2004, ISBN 3423508590 Erfahrungen scheinen zu zeigen, dass online zwar im Durchschnitt größere Beträge gespendet werden als offline, insgesamt aber bisher über das Internet nur ein kleiner Teil der gesamten Spendeneinnahmen erzielt werden kann.Prem Lata Gupta: E-Fundraising. "Da wird Masse bewegt" In: Spiegel Online vom 21. Dezember 2004

Für die Spendengewinnung im Internet haben sich neben traditionellen Ansätzen wie Newslettern und Websites mit Spendenformular auch neue Formen herausgebildet: So haben sich beispielsweise im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2004 spendenbereite Online-Communitys gebildet, und ehrenamtliche Helfer haben in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis online Geld für die Kampagne gesammelt. Die dafür nötigen Onlinewerkzeuge hatten die Kampagnen in ihren Freiwilligenportalen bereitgestellt.Manuel Merz, Stefan Rhein, Julia Vetter: Wahlkampf im Internet. Handbuch für die politische Online-Kampagne. Public Affairs und Politikmanagement 9. Lit Verlag, Münster 2006, ISBN 3-8258-9262-X

Fundraising für kleinere und regional arbeitende Non-Profit-Organisationen

Für lokale Initiativen und Projekte ist vor allem der regionale Fundraisingmarkt relevant. Sie sehen sich in den Kommunen oft mit hoher Arbeitslosigkeit und knappen finanziellen Mitteln konfrontiert. Im regionalen Bezug liegt aber gleichzeitig die Chance für kleine Non-Profit-Organisationen (NPOs). Geldgeber – ob spendende Privatperson oder Unternehmen – entscheiden sich bei einem überzeugenden Projekt eher für ein regionales Engagement. NPOs sollten zudem die Potenziale nutzen, die sich durch eine lokale Förderung ergeben. Bürgerengagement und Fundraising müssen auf regionaler und lokaler Ebene Hand in Hand gehen. Initiativen und Projekte sollten das Fundraising nutzen, um ebenfalls regional um Unterstützung für ihre Anliegen zu werben.Timo Reinfrank: Fundraising für demokratische Kultur In: Akquisos-Ausgabe 02/2006 Inzwischen existieren auch lizensfreie Softwarelösungen für eine professionelle Spender- und Stifterbetreuung gemeinnütziger NPO als Open Source. Vgl. CiviCRM der Initiative openNGO.org

Siehe auch


Literatur


Fundraising allgemein
  • Amadeu Antonio Stiftung (Hrsg.): Fundraising für demokratische Kultur. Mittelbeschaffung für zivilgesellschaftliche Initiativen, Berlin 2005
  • Nicole Fabisch: Fundraising. Spenden, Sponsoring und mehr. Beck Juristischer Verlag, München 2002, ISBN 3423508590
  • Marita Haibach: Handbuch Fundraising: Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis. Campus Verlag, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3593370786
  • Fundraising Akademie (Hrsg.): Fundraising. Handbuch für Grundlagen, Strategien und Instrumente. 3. überarbeitete Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 3409216723
  • Bernd Jaenicke: Lexikon und praktischer Ratgeber für Ihr erfolgreiches Fundraising. Büro Inno, Berlin 2006, ISBN 3980859002

Fundraising im Internet

  • Beate Patolla: Fundraising im Internet. Potentiale, Inhalte, Spenderwünsche. Dissertation an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken 2005
  • Oliver Viest: Online-Kommunikation als Managementinstrument für karitative Nonprofit-Organisationen. Dissertation an der Technischen Universität München, München 2004
  • Julie Barko und Kevin Wells: The Political Consultants' Online Fundraising Primer. George Washington University, Washington 2004

Weblinks


Quellen


Fundraising

Fundraising | Fundraising | Collecte de fonds | התרמה | Fundraising | Contributie

 

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