Das Fundamentalsystem der Astronomie ist ein genauer Koordinatenrahmen für Sternpositionen, welche die Astronomen "Sternörter" nennen.
Diese Örter werden analog der geographischen Breite und Länge in zwei Winkeln angegeben, die sich auf den Himmelsäquator (Verlängerung des Erdäquators) und den Frühlingspunkt (Schnittpunkt von Himmelsäquator und Ekliptik) beziehen.
Man nennt die beiden Koordinatenwinkel Deklination (δ oder Dec) und Rektaszension (α oder RA). Dabei wird die Deklination in Winkelgraden, die Rektaszension in Stunden, Minuten und Sekunden angegeben.
Die zugrundeliegenden Messungen wurden früher ausschließlich visuell oder fotografisch durchgeführt. Heute spielt auch die Radioastronomie in Form eines präzisen "Netzes" von 500 Quasaren eine entscheidende Rolle.
--> Zu obiger Tabelle der Fundamental-Kataloge:
Der erste FK (Auwers 1879) überdeckte nur 60% des Sternhimmels (bis Deklination -10°).
Hipparcos ist kein FK im strengen Sinn, sondern wurde nur dem FK5-System genau angepasst und hat es 'versteift'. Das neue System (FK6) hat durch die Messungen des Astrometriesatelliten (Hipparcos|1989-1993) aber wesentlich an Genauigkeit gewonnen.
Dass Erd- und Himmelskoordinaten zusammenhängen, lässt sich mit einem Bild leicht verstehen: Man kann sich die Erde als kugelförmigen stabilen Kreisel im Weltraum vorstellen, dessen Kreiselachse zu einem Pol an einer gedachten Himmelskugel weist.
Wir sind gewohnt, uns Norden immer "oben" vorzustellen, weil wir die "Weltachse" natürlich in die Erdachse legen. Eigentlich ist das nichts anderes als das traditionelle geozentrische System der Antike, mit dem erst Kopernikus teilweise gebrochen hat.
Wenn sich nun die Erde als "Kreisel" in diesem "Käfig" aus lauter umgebenden Sternen dreht, bietet sich an, den Breitenkreisen ähnliche Kreise auf einer die Erde umhüllenden Himmelskugel gegenüberzustellen.
Während sich aber die Menschheit für die Längenkreise erst langwierig auf den Nullmeridian von Greenwich einigen musste, bietet sich für ihr astronomisches Pendant Rektaszension ein solcher förmlich an: Der Frühlingspunkt, in dem die Sonne jedes Jahr von der Südhalbkugel kommend den Himmelsäquator überquert.
Mathematisch ist der Fühlingspunkt die Schnittlinie des Äquators mit der sog. Ekliptik (Ebene der Erdbahn bzw. der jährlichen scheinbaren Sonnenbahn durch die Sternbilder).
Gemessen werden diese Effekte durch spezielle Instrumente und Methoden der Astrometrie und der Geodäsie; die wichtigsten sind die Weltraumverfahren VLBI (Richtungsmessung nach Quasaren), Weltraumlaser und GPS, sowie erdgebunden der Meridiankreis und Astrolab bzw. PZT; die beiden letztgenannten haben im letzten Jahrzehnt an Bedeutung verloren. Ergänzend kam vor einigen Jahren noch eine Art Weltraumscanner dazu, der Satellit Hipparcos.
Das hier beschriebene astronomisch-geodätische Modell der Erde und ihrer Bahn ist unser Fundamentalsystem der Astronomie - und stellt die derzeit beste Realisierung eines Inertialsystems dar.
Die Beziehung zu den Vermessungspunkten der jeweiligen Landesvermessung wird durch Koordinatentransformationen hergestellt und in der 3. Dimension durch Höhenmessung und das Geoid.
Diese Modelle haben allerdings weitere Effekte und Feinheiten, deren Beschreibung ein eigenes Buch füllen würde. Daher sei für diese Details auf einige Websites verwiesen.
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"Fundamentalsystem (Astronomie)".
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