Fulvio Martini (* 1923 in Triest; † 15. Februar 2003 in Rom) war ein Admiral der italienischen Marine und von Mai 1984 bis Februar 1991 Chef des Nachrichtendienstes SISMI.
Leben
Martini trat noch während des
Zweiten Weltkriegs in die italienische Marine ein.
1956 begann seine langjährige Laufbahn im militärischen Nachrichtendienstwesen
Italiens. Bis
1962 diente er im Marinenachrichtendienst
SIOS-Marina (A2), von
1965 bis
1968 war er
Marineattaché in
Belgrad, bis
1977 arbeitete er im militärischen Nachrichtendienst
SID und erlebte dann noch die Nachrichtendienstreform in Italien mit. Kurz nach der Einführung der neuen Dienste SISMI und SISDE erhielt er wieder ein Kommando auf See. Nach einigen Skandalen (
Propaganda Due), in die auch der SISMI mit seinem aus dem Vorgängerdienst SID stammenden Personal verwickelt war, berief man den erfahrenen Nachrichtendienstmann Martini an die Spitze des SISMI, den er sogleich von Altfaschisten und sonstigem skandalumwitterten Führungspersonal säuberte. Obwohl er selbst keine radikalen Brüche anordnen konnte und durch den
Kalten Krieg an einige dubiose Strukturen (z.B.
Gladio) gebunden war, gelang es ihm doch, den SISMI in kürzester Zeit zu einem leistungsfähigen und modernen Nachrichtendienst zu machen und ihn nach und nach aus dem Dunstkreis geheimpolizeilicher Machenschaften herauszuführen.
1985 gelang es Martini während der
Achille-Lauro-Krise, seinen Dienst aus dem Abhängigkeitsverhältnis zu den
USA zu lösen,
1987 emanzipierte er sich gegenüber den Franzosen während der Regierungskrise in
Tunesien.
Über seine Zeit bei den Nachrichtendiensten schrieb er ein Buch mit dem Titel Nome in codice: Ulisse (Einführung bzw. Vorwort von ehem. Ministerpräsidenten Giulio Andreotti und Giuliano Amato).
Militärperson (Italien) | Militärperson (Italien, ab 1945) | Nachrichtendienstliche Person | Nachrichtendienst (Italien) | Italiener | Geboren 1923 | Gestorben 2003
Fulvio Martini