NSRW Africa Fulah Girl.png Die Fulbe, im deutschen Sprachbereich auch unter ihrem englischen Namen Fula oder Fulani und ihrem französischen Namen Peul oder Peulh bekannt, sind ein ursprünglich nomadisches westafrikanisches Hirtenvolk. Zu den Fulbe gehören auch die Wodaabe.
Die Eigenbezeichnung lautet: Halpular (die Pular sprechen) oder Fulbe (Mehrzahl) und Pullo (Einzahl). Zu den Fulbe gehören auch die Tukulor in Mauretanien und Senegal. Die Bevölkerung der Fulbe umfasst etwa sieben Millionen Menschen (allerdings sind diese Zahlen höchst zweifelhaft, da sie nicht auf Zählungen, sondern auf Schätzungen basieren), die in meist größeren Gruppen in der gesamten Sahelzone von Mauretanien, Senegal, Guinea-Bissau und Guinea über Nigeria und Kamerun bis in den Tschad und den Sudan leben.
Die Theorie des altägyptischen Ursprungs bedient sich der Linguistik, um die Frage nach der Ethnogenese zu erklären. In der Tat weisen die Fulbe und die Alten Ägypter einige markante Ähnlichkeiten auf (zwei der Clans der Fulbe tragen Namen, die mit Begriffen der altägyptischen Mystik übereinstimmen: die Ka (Dia, Diallo) und die Bâ. Auch einer der Pharaonen der 0. Dynastie trug den Namen Ka. Im weiteren Sinne wird die Verwandtschaft beider Völker durch die linguistischen Vergleiche unterstützt. Milch, die auf ägyptisch "hs3mw" (chosamou) hieß, heißt bei den Fulbe "kosam". Das Auge, auf ägyptisch "írt" (ieret), lautet auf pular "yiitere". Die Kuh, auf ägyptisch "nk" (nak), heißt auf pular "nagge".
Dies sind nur drei Beispiele, um eine wirkliche Verwandtschaft nachweisen zu können, bedarf es eines größeren vergleichenden Wortschatzes.
Da sie nicht zu den negroiden Völkern Afrikas gehören, ist eine Abstammung von Berbern und Arabern Nordwestafrikas ebenfalls nicht auszuschließen.
Die Frage nach dem Ursprung der Fulbe könnte in Zukunft durch genetische Untersuchung hinreichend beantwortet werden.
Es gibt drei weitere Grundsätze des Pulaaku:
Wer den Pulaaku nicht befolgt, ist kein Pullo mehr, sondern gehört zu den Ausgestoßenen. Die wirkliche Basis des Pulaaku ist allerdings die Sprache. Wer die Sprache nicht beherrscht, ist nicht dazu in der Lage, die komplizierte Esoterik der Fulbe zu verstehen.
Ihre Sprache, das Ful gehört zum westatlantischen Zweig (atlantische Sprachen) der westsudanesischen Untergruppe der Niger-Kongo-Sprachfamilie. (Language Code: ful nach ISO 639.) Allgemein wird das Ful aufgrund seiner Grammatik als eine der komplexesten Sprachen überhaupt angesehen.
In der Kultur der Fulbe steht die Kuh an erster Stelle. In der traditionellen Religion der Fulbe schuf der Gott Geno, der höchste Gott, die Welt aus einem Tropfen Milch, der ihm von der Urkuh Itoori (welche einige mit Hathor, der altägyptischen Göttin der Liebe identifizieren) gegeben wurde; anschließend erschuf er die Kuh, den Mann und die Frau. Er setzte die Kuh hinter den Mann und die Frau hinter die Kuh. Fulbe legen den größten Wert auf ihre Tiere; das geht sogar soweit, dass einige Selbstmord begehen, wenn sie ihre Herde verlieren. Viele Fulbe weinen bei dem Verlust ihrer Tiere, vor allem bei dem des stärksten Stieres der Herde, dem Ngaari Mawndi (dies wurde auch als Beiname für die Könige der senegalesichen Dynastie der Deyniankoobe gebraucht). Von daher wird die Milch als göttliches Wasser angesehen, welche unverwundbar macht.
Auch die Namen der Clans haben eine Bedeutung. Bei den Fulbe existieren vier große Clans, die sich jeweils in Unterclans gliedern: Die Bâ, die Diallo (auch Ka oder Dia), die Barry und die Sow.
Die Bâ gelten als die Gelehrten, sie kennen sich vor allem in wissenschaftlichen und weltlichen, aber auch geistlichen Dingen aus. Die Diallo sind die Krieger, sie sind die Soldaten und haben dementsprechend auch eine solche Einstellung. Die Barry sind sowohl Kaufleute als auch Herrscher, sie haben die politische Macht inne. Die Sow sind die Initiatoren, sie sind es, welche sich am besten mit den Rindern auskennen.
Selbstverständlich ist diese Einteilung stark schematisiert; eigentlich findet sich nirgendwo mehr diese strikte Einteilung.
Im Lauf der Jahrhunderte wurden jedoch viele sesshaft und errichteten ab dem 19. Jahrhundert eine Reihe von Königreichen zwischen dem Senegal und Kamerun. Um 1810 besiegten sie die Haussa. Bis zu ihrer Unterwerfung durch die Briten in den Jahren 1900 bis 1906 hatten sie einen Großteil Nordnigerias unter ihre Herrschaft gebracht. Ihre Eroberungen haben die Fulbe oft mit religiösen Motiven gerechtfertigt. Als berühmtester der zahlreichen historischen Anführer der Fulbe ging Usman dan Fodio (1745-1817), der das Kalifat von Sokoto im Norden Nigerias gründete, in die Geschichtsbücher ein.
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