Fujian (, ältere Umschrift des Weltpostvereins Fukien) ist eine Provinz im Südosten der Volksrepublik China. Der Name für diese Provinz wurde während der Tang-Dynastie aus den Namen der beiden Städte Fuzhou und Jian'ou zusammengesetzt. Die ursprünglich zu Fujian gehörenden und unmittelbar vor der Küste liegenden Inseln Quemoy (Pinyin Jīnmén) 金门 und Matsu (Pinyin Mǎzǔ) werden heute von der Republik China (Taiwan) kontrolliert.
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Die Provinz liegt an der der Südostküste Chinas. Sie grenzt an die Provinzen Zhejiang im Norden, Jiangxi im Westen und Guangdong im Südwesten. Im Osten und Süden liegen das Ostchinesische Meer, das Südchinesische Meer und die Taiwanstraße.
Die Küste der Provinz Fujian wäre in gerader Linie 530 Kilometer lang. Durch die zahlreichen Buchten und Halbinseln verlängert sich die Küste aber um das Vielfache auf 3.080Kilometer. Die Fläche der Provinz ist etwas größer als die frühere DDR, hat aber das Doppelte der Einwohnerzahl.
Das Territorium ist bergig und waldig. Auf der Grenze zu Jiangxi liegt das Wuyi-Gebirge, das mit 2.100 m ü.d.M. die höchste Erhebung der Provinz ist. Der längste Fluss, Min-Fluss, dessen Einzugsgebiet zwei Drittel Fujians entwässert, gab der Provinz ihren Kurznamen Min 闽 (Langzeichen: 閩).
Außerdem gehören einige Inseln in der Taiwanstraße zu Fujian, während andere Inseln der Provinz (die Matsu-Inseln und Quemoy) de facto vom nur 180 km entfernten Taiwan kontrolliert werden.
Größere Städte sind Fuzhou, Putian, Quanzhou, Xiamen, Zhangzhou (von Norden nach Süden an der Küste) sowie Nanping, Sanming und Longyan (im Hinterland auf einer Parallelen zur Küste).
Das Klima der Provinz ist subtropisch. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt zwischen 17 und 21 °C, die durchschnittliche Regenmenge liegt zwischen 1.100 und 2.000 mm, wobei der Hauptanteil (80-85%) des Regens zwischen Mai und September fällt. Von Taifunen wird die Provinz nur gelegentlich getroffen.
Während des vergangenen Jahrzehnts ist Fujian aufgrund seiner schnellen wirtschaftlichen Entwicklung zu einer Provinz geworden, die durch Migration netto an Bevölkerung gewinnt. Bis zum Beginn der 1990er Jahre war Fujian eine Abwanderungsregion. Fujian verliert nun Bevölkerung in Richtung der reicheren Provinzen Guangdong, Jiangsu, Zhejiang und der regierungsunmittelbaren Stadt Shanghai. Sie gewinnt Bevölkerung aus den ärmeren Provinzen Sichuan, Jiangxi, Guizhou und Anhui. Unter den Migranten befindet sich ein hoher Anteil an Personen, die ihren offiziellen Wohnsitz nicht nach Fujian verlegen wollen oder dürfen; diese sogenannten Nicht-hukou-Migranten machen etwa 6% der Bevölkerung aus.
Die Urbanisierungsrate für das Jahr 2000 wird mit 42% angegeben.
| Name des Volkes | Einwohner | Anteil |
|---|---|---|
| Han | 33.514.147 | 98,29% |
| She | 375.193 | 1,1% |
| Hui | 109.880 | 0,32% |
| Tujia | 29.046 | 0,09% |
| Miao | 22.065 | 0,06% |
| Zhuang | 10.818 | 0,03% |
| Manju | 7.094 | 0,02% |
| Mongolen | 6.114 | 0,02% |
| Dong | 5.768 | 0,02% |
| Bouyei | 4.206 | 0,01% |
| Sonstige | 13.616 | 0,04% |
Unter "Sonstige" befinden sich auch über 400 Gaoshan, Ureinwohner Taiwans, die nach der Teilung Chinas auf dem Festland verblieben waren. Fujian hat außerdem eine große Population von Hakka, das sind Han-Chinesen, die vor Jahrhunderten aus Nordchina eingewandert sind.
Unter den Überseechinesen stellen Emigranten aus Fujian (Hokkien) den zweitgrößten Anteil nach Guangdong. In Taiwan stellen sie sogar die Bevölkerungsmehrheit. Deshalb gilt der Taiwan-Dialekt auch nur als eine Variante der verschiedenen Min-Dialekte, obwohl dies vor allem aus politischen Gründen umstritten ist. Die Überseechinesen haben für die wirtschaftliche Entwicklung der Provinz eine hohe Bedeutung, vor allem deshalb, weil sie für einen sehr hohen Anteil der ausländischen Investitionen in Fujian verantwortlich sind. Bedeutende Politiker, deren Vorfahren aus Fujian stammen, sind Lee Teng-hui auf Taiwan, Lee Kuan Yew in Singapur und Corazon Aquino auf den Philippinen.
Interessant ist, dass das deutsche Wort "Tee" aus dem Dialekt der Region um Xiamen kommt. Die meisten westlichen Länder, die den Tee ursprünglich auf dem Landweg bezogen, übernahmen die nordchinesische Aussprache cha für 茶 und machten daraus tschai. Dies trifft vor allem auf die Russen, die Inder, die Türken und die Araber aber auch auf die Japaner und Koreaner zu.
Der Buddhismus kam von Norden her in die Provinz, und zwar in der Zeit der westlichen Jin-Dynastie. Zu jener Zeit war die politische Lage sehr instabil und zahlreiche Kriege überzogen die Region. Dies bescherte dem Buddhismus einen starken Zulauf. Klösterliche Siedlungen entstanden in der ganzen Provinz, vor allem an berühmten Bergen. Ein Beispiel dafür ist die Steinpagode auf dem Tabu-Berg (6. Jahrhundert). Um das 11. Jh. war der Buddhismus in Fujian in seiner vollen Blüte; zu jener Zeit hatte die Stadt Fuzhou allein 1.500 Klöster. Bedeutende noch erhaltene buddhistische Bauwerke sind Hualin Si und Dayun Si in Fuzhou, der Guanghua Si in Putian sowie der Kaiyuan Si in Quanzhou.
Neben buddhistischen Tempeln existieren in Fujian zahlreiche Tempel für lokale Gottheiten. Der bedeutendste derartige Tempel befindet sich auf der Insel Meizhou und ist Mazu gewidmet. Für den Kult um Mazu ist der Tempel in Meizhou der wichtigste; er wurde jedoch während der Kulturrevolution fast vollständig zerstört und wird nur langsam wieder aufgebaut, wobei die Gelder dafür vor allem aus Taiwan stammen.
In der profanen Architektur sind vor allem die Bauwerke, die die Ausländer errichten ließen, von Interesse. Diese sind heute vor allem noch auf der Insel Gulangyu zu finden.
Wie es zu dieser Fragmentierung kam, ist wissenschaftlich noch nicht zufriedenstellend erklärt.
Die Funde zeigen aber auch, dass die Ureinwohner der Provinz, Austronesier, die wahrscheinlich übers Meer aus Südostasien eingewandert waren, Landwirtschaft fast nicht kannten und sich vom Fischfang ernährten. Diese Menschen mit großen Augen, flacher Nase und tätowierten Körpern besiedelten vor allem die Regionen entlang des Min-Flusses. Die Besiedelung des restlichen, dicht bewaldeten Territoriums war jedoch äußerst dünn. Erst während der Qin- und Han-Dynastie wurde das Gebiet durch die Chinesen erforscht und erste Beamte wurden entsendet, um Verwaltungsstrukturen aufzubauen. Die Ureinwohner wurden ab der Han-Dynastie in Richtung Norden, nördlich des heutigen Shanghai, verdrängt.
Das Gebiet konnte jedoch nicht sofort in chinesisches Stammterritorium einverleibt werden, denn während der Zeit der streitenden Reiche war ein rivalisierendes Reich im heutigen Fujian entstanden. Die königliche Familie Yue hatte das Reich im 3. Jh. v. Chr. gegründet, als ihr Stammterritorium vom Königreich Chu eingenommen worden war. Unter der Qin-Dynastie wurde das Königreich zwar ins formell Qin-Gebiet eingegliedert. Als die kurzlebige Qin-Dynastie in sich zusammenbrach und Bürgerkrieg herrschte, unterstützte König Wuzhu von Minyue den Kriegsherren Liu Bang im Kampf gegen Xiang Yu. Liu Bang errichtete mit Wuzhus Hilfe später die Han-Dynastie, und im Jahr 202 v. Chr. bekam Minyue den Status eines formell unabhängigen, aber tributpflichtigen Königreiches zurück. Minyue wurde erlaubt, Festungen (etwa in Fuzhou und in den Wuyi-Bergen zu errichten und ihr Territorium über jenes der heutigen Provinz hinaus zu vergrößern. Minyue umfasste dann neben dem heutigen Fujian auch das östliche Guangdong, das südliche Zhejiang und den Osten von Jiangxi. Kulturell wurde Minyue sinisiert und seine Kultur bestand aus einer Mischung aus austronesischen und Han-chinesischen Elementen.
Nach dem Tod des Königs Wuzhu hielt das Königreich die militärische Tradition aufrecht und griff wiederholt seine Nachbarn an. Im Jahre 111 v. Chr. entschied der Han-Kaiser, die potentielle Gefahr zu beseitigen und griff das Königreich zeitgleich zu Land und See an, womit Minyue ausgelöscht wurde. Um große Zerstörungen zu vermeiden, gaben die Herrscher in Fuzhou dem Kampf frühzeitig auf, das Minyue-Reich kam somit zu einem sehr abrupten Ende. Im Norden Fujians gibt es jedoch nach wie vor zahlreiche Tempel, die zur Verehrung der ersten Könige Fujians errichtet wurden.
Die Han-Dynastie brach im 2. Jahrhundert n. Chr. zusammen. Das Gebiet des heutigen Fujians wurde während der Zeit der drei Reiche vom Königreich Wu beherrscht. Der Gründer von Wu, Sun Quan, brauchte fast zwanzig Jahre, um die Shan Yue (die Yue in den Bergen) zu unterwerfen.
Im frühen 4. Jahrhundert, nach dem Zusammenbruch der Westlichen Jin-Dynastie, wurde Nordchina von Nomaden aus dem Norden angegriffen und es herrschte Bürgerkrieg. Somit kam die erste Welle von Immigranten nach Fujian. Die Immigranten stammten hauptsächlich von drei zentralchinesischen Clans, nämlich Lin (林), Huang (黄), Chen (陈), Zheng (郑), Zhan (詹), Qiu (邱), He (何), and Hu (胡), wobei die ersten vier die wichtigsten Familiennamen des modernen Fujian bleiben.
Wegen der rauhen Topographie des Gebietes blieb Fujian relativ dünn besiedelt, die wirtschaftliche Entwicklung blieb hinter dem restlichen China zurück und es wurden auch nur zwei Kommandanturen und sechzehn Bezirke eingerichtet. Ähnlich wie die anderen Provinzen des Südens diente Fujian nicht zuletzt als Ziel für Gefangene oder Dissidenten.
Während der Zeit der Nördlichen und Südlichen Dynastien war Fujian im Einflussgebiet der Südlichen Dynastien. Ihre Herrscher machten große Anstrengungen, um das Gebiet mit Han-Chinesen zu besiedeln.
In 150 Jahren versechsfachte sich die Bevölkerung der Provinz. Dies brachte einerseits Druck, die vielen Menschen zu ernähren, andererseits auch genug Arbeitskräfte für Landgewinnung, Anlegen von Terrassenfeldern und für das Graben von Bewässerungskanälen. In diesen Punkten erlangte Fujian bis ins 10. Jahrhundert die technologische Führerschaft in China. Die Stadt Fuzhou stieg zu einer bedeutenden Hafen- und Handelsstadt auf, durch die vor allem Tee ausgeführt wurde.
Ab dem 9. Jh. waren Arabische Händler in China, speziell in Quanzhou ansässig, um mit den Chinesen Handel zu treiben. Quanzhou überholte langsam Fuzhou oder Guangzhou in ihrem Umschlag und wurde zum damals wahrscheinlich größten Hafen der östlichen Welt. Während der frühen Ming-Dynastie war Quanzhou Ausgangspunkt für die Expeditionen des Admirals Zheng He (seine erste Expedition startete 1405). Neben Handel und Seefahrt erlebten auch Handwerk, Kunst und Wissenschaft einen großen Aufschwung. Fujian gehörte zu den wohlhabendsten Gebieten Chinas. Aus Fujian stammte eine relativ hohe Anzahl von hohen Würdenträgern des Kaiserreiches der Song- bis Yuan-Dynastie. Die Zeit vom 11. bis zum 14. Jahrhundert ist deshalb das Goldene Zeitalter von Fujian.
Der Abstieg begann mit einer Rebellion von Nicht-Chinesen in der Stadt Quanzhou, die dadurch zerstört wurde. Gleichzeitig bedrohten japanische Piraten (Wokou) die chinesischen Südküsten, worauf die Regierung mit einer Beschränkung, später einem Verbot des Seehandels reagierte. Der Handel wurde durch eine Versandung des natürlichen Hafens von Quanzhou noch weiter behindert. Der Fall der Yuan-Dynastie stürzte die Region noch zusätzlich ins Chaos. Obwohl das Seehandelsverbot 1550, nach der erfolgreichen Bekämpfung der Piraterie durch das chinesische Militär und durch die Japaner unter Toyotomi Hideyoshi, wieder aufgehoben wurde, konnte sich der Handel in der Region nicht wieder erholen. Ab hier waren Guangzhou, Hangzhou, Ningbo oder Shanghai bedeutender.
Der starke Aufschwung der Region hatte zu einer Bevölkerungsexplosion geführt. Der Abstieg führte einer massiven Abwanderung. Fujianesen besiedelten in der Folge Taiwan, die Philippinen, Teile des heutigen Malaysia und Indonesiens. Der Zusammenbruch der Ming-Dynastie führte wiederum zu einem großen Zustrom von Migranten, der jedoch durch zeitgleiche Abwanderung nach Übersee und Guangdong nicht zu einer neuen Bevölkerungsexplosion führte. Die letzten Anhänger der Ming griffen unter Koxinga 1650 die Holländer auf Taiwan an und verdrängten sie von dort. Um die Ming-Regierung unter Koxinga auf Taiwan zu schwächen, verhängte der Qing-Kaiser Kangxi wiederum ein Seehandelsverbot, das 20 Jahre galt. Im Jahre 1689 war dieses letzte Ming-Bastion gestürzt und die Qing gliederten Taiwan an Fujian an. In dieser Zeit erreichte die Auswanderung von Fujian nach Taiwan ihren Höhepunkt; ein großer Teil der Bevölkerung des heutigen Taiwans stammt von damaligen Migranten ab.
1885 wurde Taiwan erstmals eine eigene Provinz. Nach dem ersten chinesisch-japanischen Krieg (1894-1895) und dem Vertrag von Shimonoseki kam Fujian unter starken japanischen Einfluss, während viele ausländische Unternehmen (besonders britische) begannen, in erste Industrien in Fujian zu investieren.
Die Überseechinesen, die im Ausland mit republikanischen Ideen in Kontakt gekommen waren, kehrten auch wieder in ihre Heimat zurück und bereiteten den Sturz Qing-Dynastie vor, die durch zahlreiche militärische Niederlagen bereits stark geschwächt waren.
Im Jahre 1926 kam Fujian im Rahmen der Nordexpedition unter Kontrolle der Kuomintang, und es begann eine Phase relativer Stabilität. Diese wurde jäh unterbrochen, als im Winter 1933/1934 eine Revolte unter Li Jichen, Chen Mingshu und Cai Tingjie stattfand, die in der Unabhängigkeitserklärung Fujians von der Zentralregierung in Nanjing gipfelte. Diese separatistische Bewegung wurde in weniger als zwei Monaten mit aller Brutalität niedergeschlagen.
Im zweiten chinesisch-japanischen Krieg wurde Fujians Küste von Japan besetzt und die Provinzregierung musste sich nach Yong'an zurückziehen. Während des Bürgerkrieges zwischen den Kuomintang und den Kommunisten herrschte wiederum Krieg in Fujian.
Trotzdem setzte sich die starke akademische Tradition, die seit der Südlichen Song-Dynastie geherrscht hatte, auch im realsozialistischen China fort. So stammen viele Mitglieder der Chinesischen Akademie der Wissenschaften aus Fujian.
Seit der Öffnung Chinas zum Rest der Welt hat vor allem der Kapitalzufluss aus Taiwan dazu geführt, dass die Küstenstädte Fujians zu den reichsten in China gehören. Dies führt zu einem starken Einwanderungsdruck aus den übervölkerten Gebieten in Zentral- und Nordchina. In vielen Städten müssen deshalb - wie in allen Küstenregionen Chinas - traditionelle Viertel und kulturelles Erbe billig hochgezogenen Hochhäusern weichen.
Am 1. September 2005 wurden in Fujian und Zhejiang 760.000 Menschen vor dem Taifun Talim evakuiert, der zuvor in Taiwan zwei Todesopfer forderte.
Quelle: Fujian Statistical Yearbook 2003 (Zahlen von 2002)
Nach dem Ende der Opiumkriege wurden Fuzhou und Xiamen zu offenen Häfen erklärt. Kurz darauf begannen Missionare, sich in diesen beiden Städten einzurichten. Aufgrund des Taiping-Aufstandes wurde Fuzhou plötzlich zu einem bedeutenden Hafen für den Teehandel, denn die Routen über Guangzhou oder Shanghai waren wegen der kriegerischen Handlungen unpassierbar. Ab 1860 wurden erste Fabriken gegründet, etwa die Werft in Mawei oder eine Reihe von Textilbetrieben. 70% der Fabriken waren in Fuzhou angesiedelt. Zwischen 1917 und 1919 gab es in Fuzhou sogar eine Flugzeugfabrik.
Zwischen dem Sturz der Qing-Dynastie und dem Ende des Bürgerkrieges erlebte die Wirtschaft Fujians ein starkes Auf und Ab, je nachdem, wie instabil die politische Lage gerade war.
Für die Zeit nach der Gründung der Volksrepublik China lassen sich zwei Phasen klar voneinander abtrennen: Eine Zeit der Stagnation bis 1978 und eine Zeit dynamischen Wachstums von 1978 bis jetzt.
Für die Stagnation zwischen 1949 und 1978 werden vor allem drei Gründe angegeben:
Die wirtschaftliche Liberalisierung nach 1978 löste in Fujian ein starkes Wachstum der Wirtschaft aus, welches sich ab 1987 (als Taiwan seine Politik gegenüber der Volksrepublik änderte) noch erhöhte. Zwischen 1979 und 1997 verzeichnete die Provinz ein Wachstum des Pro-Kopf-BIP von 12,2% im Jahresdurchschnitt, während es vor 1979 nur 3,2% jährlich waren. Die Gründe für das starke Wachstum sind vor allem
Fujian kann sich vor allem aufgrund seiner Topographie nicht mit Nahrungsmitteln selbst versorgen, denn die landwirtschaftliche Fläche, die pro Kopf zur Verfügung steht, ist außerordentlich gering. Jährlich muss die Provinz etwa 2 Millionen Tonnen Getreide aus anderen Provinzen beschaffen.
Problemen, die sich der landwirtschaftliche Sektor gegenübersieht, sind vor allem Landverluste. Einerseits wird viel landwirtschaftliche Nutzfläche durch industrielle Verschmutzung unbrauchbar gemacht. Andererseits wurde während des Großen Sprunges nach vorn und der Kulturrevolution viel Wald in Ackerland umgewandelt, obwohl es dafür nicht geeignet war. Nach wie vor geht deshalb Fläche durch Erosion verloren.
Daneben sind die Investitionen in die Produktivität der Landwirtschaft sehr gering, was vor allem an der Eigentumsstruktur und der Rechtsunsicherheit liegt. Auch die (Aus)Bildung der Bauern ist sehr niedrig und es gibt eine hohe Anzahl an Landarbeitern, die eigentlich nicht gebraucht werden (die Schätzungen liegen zwischen 1,5 Millionen bis 3 Millionen).
Bis heute hat die Eisenbahn in Fujian deshalb fast keine Bedeutung für den Verkehr innerhalb der Provinz, sondern nur für den Fernverkehr in andere Provinzen. Die beiden größten Städte Fuzhou und Xiamen sind etwa durch keine direkte Eisenbahnlinie verbunden.
Es existieren Pläne, eine Hochgeschwindigkeitsstrecke entlang der Küste von Fuzhou über Xiamen bis nach Guangzhou zu errichten. Dies würde Fujian an das nationale Hochgeschwindigkeitsnetz anbinden, auf welchem Züge mit Shinkansen-Technologie verkehren sollen.
Die meisten Straßenbauprojekte werden von privaten Investoren vorangetrieben, wie in anderen Regionen Chinas wird auf vielen Autobahnen, aber auch auf Brücken, Maut eingehoben.
Die in Fujian ansässige Xiamen Airlines ist die älteste Regionalfluglinie der Volksrepublik China.
Demgegenüber besitzt Fujian sechs große Seehäfen, geordnet nach ihrem Umschlag sind dies Xiamen, Fuzhou, Quanzhou, Zhangzhou, Saiqi und Hanjiang. Ein neuer Hafen in der Meizhou-Bucht ist im Bau und soll die Südostküste der Provinz erschließen. Das Potential der Seeschifffahrt ist jedoch bei weitem nicht ausgenutzt. Grund dafür ist die Gefahr für eine bewaffnete Auseinandersetzung in der Taiwanstraße einerseits, andererseits ist die Verwaltung ineffizient und Rivalitäten zwischen den Hafenstädten machen eine koordinierte Entwicklung unmöglich.
| Kontinent | Anzahl | Anmerkungen | Afrika | 3.433 | Amerika | 107.751 | davon die Mehrzahl aus den USA | Asien | 369.333 | davon aus Japan: 126.717, Singapur: 86.466, Malaysia: 63.511, Philippinen: 31.576, Indonesien: 14.342 | Europa | 39.234 | davon aus Deutschland: 8.075, Großbritannien: 7.466, Frankreich: 5.008 | Ozeanien | 8.264 | davon die Mehrzahl aus Australien: 7.068 |
|---|
Quelle: Fujian Statistical Yearbook 2003 (Zahlen von 2002)
Die Provinz Fujian unterhält sechs Provinz-Partnerschaften zu ausländischen Regionen:
In den ersten Jahren der Republik China wurden zahlreiche Bildungseinrichtungen gegründet, die vor allem von Überseechinesen finanziert wurden. Herausragendes Beispiel ist das Städtchen Jimei, in welchem Chen Jiageng zahlreiche Schulen und weiterbildende Einrichtungen gründen ließ. Gleichzeitig wurde in den Städten mit der Schulpflicht experimentiert.
Trotzdem lag im Jahr 1949 die Analphabetenquote bei 80 Prozent und regelmäßiger Schulbesuch für Kinder war auf die Großstädte beschränkt. Mit der Ausnahme von Großer Sprung nach vorn und Kulturrevolution hat das Bildungsniveau der Provinz beeindruckende Fortschritte gemacht. Trotz dieser Fortschritte wurde das Ziel, weniger als 5 Prozent Analphabeten zu haben, erst in den 1990ern erreicht.
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Probleme, denen sich das Bildungssystem gegenübersieht, ist der schlechte bauliche Zustand vieler Schulen. Noch 1990 war die Hälfte der Schulen in einem Gebäude untergebracht, das ursprünglich nicht als Schule gebaut worden war, und die Bausubstanz vieler dieser Gebäude war äußerst besorgniserregend. Zu den massiven Investitionen, die in das Bildungssystem geflossen sind, haben wiederum die Überseechinesen erheblich beigetragen, allein 4,7 Milliarden RMB (also etwa 600 Millionen US-Dollar) zwischen 1991 und 1995. Daneben ist das Ausbildungsniveau der Lehrer häufig sehr gering, und in der Gymnasialstufe sind Schüler zuweilen gezwungen, aufgrund Lehrermangels Schuljahre zu wiederholen .
Fujian | Fu-ťien | Fujian | Fujian | Fujian | Fujian | Fujian | פוג'יין | Fujian | 福建省 | 푸젠 성 | Fujian | Fujian | Fujian | Fujian | Фуцзянь | Fujian | มณฑลฝูเจี้ยน | فۇجيەن | 福建省 | Hok-kiàn