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Ein Wagen ist ein mehrachsiges, meist von Zugtieren gezogenes Fahrzeug, das dem Transport dient. Einachsige Wagen heißen in aller Regel Karren.
Vorgeschichte
In der
Geschichte des Transportwesens steht der Wagen am Ende einer möglicherweise Jahrtausende langen Entwicklung. Er hat radlose Transporteinrichtungen (wie
Schlitten und ggf. auch Schleife) als Vorläufer. Die ersten Wagen kamen mit der Erfindung des
Radsatzes im 4. Jt. v. Chr. auf. Der Radsatz ist die Verbindung zweier Räder mittels einer Achse. Es gibt in Europa mindestens zwei Zentren in denen unabhängig voneinander Karren bzw. Wagen entstanden; ein weiteres liegt im Orient. Die frühen Karren hatten Starrachsen. Die Karren und Wagen fuhren mit Scheibenrädern, die zunächst klein und einteilig später größer und mehrteilig waren. Um 2000 v. Chr. wurde in Mesopotamien das bronzene
Speichenrad erfunden. Danach wurden Karren mit einzeln aufgehängten Rädern leichter, beweglicher und von den Hochkulturen z.B. als (
Streitwagen) eingesetzt.
Die ältesten Wagen wurden von Ochsen gezogen. Vorbedingungen dazu waren die Kastration des Stieres und die Erfindung des Jochs zwar nicht, aber sie erleichterten die Arbeit sehr. Bevor Ochsen Fahrzeuge zogen, wurden sie lange Zeit vor dem Pflug bzw. zum Ziehen schleifender Vorrichtungen (Travois) eingesetzt. In Ägypten wurde dagegen noch lange mit Kühen gepflügt, die mit Seilen (ohne Joch) angespannt wurden.
Geschichte
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Bahnbrechend war die erst Jahrtausende später erfolgte Erfindung des Kumt- oder Kummet-Geschirrs im 9. Jahrhundert, da Wagen dadurch zum Transport schwerster Lasten zu gebrauchen war.
Die drehbare Vorderachse wurde im 13. Jahrhundert erfunden und machte Wagen wendig und erlaubt den Bau längerer zweiachsiger Wagen.
Bei den im 15. Jahrhundert aufkommenden Kutschen war der Aufbau erstmals schwingend mittels Ketten oder Riemen am Fahrgestell befestigt; dies machte die Wagen zum Personentransport brauchbar.
Die letzte Entwicklung waren die gegen Ende des 18. Jahrhunderts aufkommenden geschlossenen Postwagen, die in erster Linie dem Personentransport dienten und einigen Passagieren Schutz vor der Witterung boten.
Sprachgebrauch
Eine Besonderheit findet sich bei der Mehrzahlbildung von Wagen, die regional vorherrschend als "die Wägen" gebildet wird. Diese Form war im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch die vorherrschende Form im hochdeutschen Sprachgebrauch, jedoch ist die Leitvariante der Mehrzahlbildung jetzt zu "die Wagen" gewechselt.
["Dritte Runde - Mehrzahl von Wagen", Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA), Phil.-Hist. Fakultät, Universität Augsburg, 19. Juni 2006]
Literatur
- Kröninger u.a. (Hrsg.): Schleife, Schlitten, Rad und Wagen. 2001 ISBN 1437-8620
- Fansa M. und Burmeister S. (Hrsg.): Rad und Wagen. 2004 ISBN 3-8053-3322-6
Siehe auch
Referenzen
Fuhrwerk | Verkehrsgeschichte | Wagon | Wagon | Carrus | Wagen