Fuerteventura ist eine der kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean, ca. 100 Kilometer westlich der marokkanischen Küste. Die Insel hat eine Fläche von etwa 1659,74 Quadratkilometern und rund 86.642 Einwohner (Stand 1. Jan. 2005). Die Hauptstadt Fuerteventuras ist Puerto del Rosario (24.000 Einwohner), die Landessprache ist spanisch. Fuerteventura bildet mit der nördlich gelegenen Insel Lanzarote die östliche Grenze der Kanaren und ist, nach Teneriffa, die zweitgrößte Insel des Archipels.
Fuerteventura gehört mit Lanzarote und Gran Canaria zur Provinz Las Palmas. Die Kanaren gehören zum Hoheitsgebiet Spaniens, genießen aber einen Sonderstatus als Autonome Gemeinschaft mit eigenem Parlament und Präsidenten (Adán Martín Menis, 2005).
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Die Insel erreicht zwischen der Nord- und Südwestspitze eine Länge von knapp 100 Kilometern und misst an der breitesten Stelle 31 Kilometer. Der Istmo de la Pared ist mit 5 Kilometer Breite die schmalste Stelle Fuerteventuras und gliedert die Insel in zwei Teile: Den nördlichen Teil Maxorata, nach dem auch die ursprünglichen Inselbewohner Majoreros benannt sind, und die südliche Halbinsel Jandía. Die Inselfläche von 1.700 Quadratkilometern ist, im Vergleich zu anderen kanarischen Inseln, mit 25 Einwohnern pro km² nur sehr dünn besiedelt.
Fuerteventura liegt auf dem 28. Grad nördlicher Breite und zwischen dem 13. und 14. Grad westlicher Länge.
1312 landete Lancelotto Malocello auf Lanzarote, aufgrund seiner fantastischen Berichte brachen 1340 Spanier und Portugiesen mit Expeditionen in Richtung Kanaren auf. Die Inseln wurden von europäischen Goldsuchern, Händlern und Sklavenjägern heimgesucht.
fuerteventura_kueste2_750px.jpg]] 1402 startete der Normanne Jean de Béthencourt seine Expedition von Lanzarote aus, das er vorher unterworfen hatte. Im Januar 1405 ließ sich König Guize mit seinen Gefolgsleuten taufen, einen Tag später folgte auch König Ayoze mit vielen seiner Einwohner. Die Könige verblieben auf der Insel und bekamen sogar Ländereien zurück. Betancuria wurde als Hauptstadt gegründet. 1412 legte Béthencourt den Lehnseid vor dem spanischen König ab. 1424 wurde Fuerteventura Bistum. 1430 wurde die Ernennung zum Bistum für ungültig erklärt und Guillén de las Casas erwarb den Besitzanspruch auf die Insel. 1441 kam der Franziskanermönch Didakus auf die Insel und gründete das Kloster Fortaventure. Er gilt als Missionar der Guanchen. 1456 ging der Besitz des Guillén auf dessen Erben, Diego García de Herrera, über. Herrera und seine Nachfolger herrschten als Señores über die Insel und erschlossen sie systematisch. Wichtige Einnahmequelle des Herrera-Clans war die Sklavenjagd an der nordafrikanischen Küste.
1708 war die Gründung einer Militärherrschaft (die Coroneles, die Obersten) mit Sitz in La Oliva. 1740 landeten englische Korsaren bei Gran Tarajal und wollten die Insel unterwerfen, sie wurden jedoch in zwei Schlachten bei Tuineje besiegt. Während des 17. und 18. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen von Freibeutern.
1834 wurde Antigua neue Hauptstadt, 1835 wurde der Verwaltungssitz nach Puerto de Cabras (heute: Puerto del Rosario) verlegt. 1836 wurde die Feudalherrschaft der Señores abgeschafft. 1852 wurden die Kanarischen Inseln von Isabella II. zur Freihandelszone erklärt. Die Militärherrschaft über die Insel wurde 1859 aufgelöst und Puerto de Cabras wurde 1860 schließlich die neue und jetzige Hauptstadt der Insel.
1912 wurden den Kanaren die Selbstverwaltungsrechte (Cabildo Insular) zugestanden. Fuerteventura und Lanzarote wurden 1927 Teil der Provinz Las Palmas. 1966 kamen die ersten Urlauber auf die Insel. 1975 wurden ca. 4.500 spanische Fremdenlegionäre nach Puerto del Rosario verlegt. In den darauf folgenden Jahren führten die Legionäre ein Schreckensregime, bei dem ein Bürgermeister und der Inselpräsident ermordet werden. 1982 bekamen die Kanarischen Inseln einen eigenen Autonomiestatus. 1986 trat Spanien der EG bei, die Kanaren behalten ihren Sonderstatus. Der Fremdenverkehr wurde 1990 zur wichtigsten Einnahmequelle der Insel; die Bautätigkeiten erreichten ihren Höhepunkt. Die Fremdenlegion wurde 1996 wieder von Fuerteventura abgezogen.
Bauern bieten regionale Produkte an und partizipieren damit auch am Tourismus. Regionale Produkte sind vor allem Ziegenkäse und Meersalz, Kanarische Kartoffeln (Papas Arrugadas) und Kanarische Tomaten. In Tiscamanita (Gemeinde Tuineje) wird seit längerer Zeit die Heilpflanze Aloe Vera gezüchtet, angebaut und exportiert.
Der Westen der Insel besteht zu einem großen Teil aus sehenswerter Steilküste. Vom Baden sollte jedoch wegen der lebensgefährlichen, ablandigen Strömungen abgesehen werden.
fuerteventura_berge1_900px.jpg Wer mit einem Auto unterwegs ist, sollte nicht auslassen, die Berge zu durchfahren. Die raue und kahle Landschaft der Berge besitzt einen ganz eigenen Charme. Des öfteren trifft man am Straßenrand auf Streifenhörnchen, die sich flink durch die Steine bewegen und von Fall zu Fall an Menschen gewöhnt sind.
American star vom felsen.JPG ]] Am 18. Januar 1994 lief der Luxusliner American Star vor dem entlegenen Strand Playa de Garcey auf Grund, und brach kurz darauf auseinander. Beim Versuch, zu diesem Wrack zu schwimmen und dort Gegenstände zu bergen, sind bereits einige Menschen gestorben, da unberechenbare Strömungen, herumliegende Wrackteile und heftige Wellen dies zu einer lebensgefährlichen Unternehmung machen.
Eine weitere Sehenswürdigkeit im nordwestlichen Inselinneren ist das Ecomuseo de Algocida in Tefia. Mit EU-Mitteln wurden hier in den letzten Jahren mehrere verfallene Bauernhöfe restauriert, und es wird die Handwerkskunst und Lebensweise der Bevölkerung Fuerteventuras vor der Zeit des Tourismus gezeigt. Zu sehen sind Steinmetze, Bäcker, Stellmacher, Stickerinnen uvm.
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