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Als Fußboden wird der Bereich in einem Gebäude bezeichnet, der als Trittfläche für Menschen und Tiere und als Stellfläche für Einrichtungsgegenstände dient.

Im Baubereich spricht man von fertiger Fußbodenhöhe (FFB) und von Rohfußboden (RFB). Den Rohfußboden von Geschossdecken bildet die statisch wirksame Tragschicht, beispielsweise eine Decke aus Stahlbeton. Der Fertigfußboden ist der darauf befindliche Fußbodenaufbau, meist bestehend aus Trittschalldämmung und Fußbodenbelag. Höhenangaben beziehen sich dabei auf OKF (Oberkante Fertig(fußboden)) oder OKR (Oberkante Roh(fußboden)), wobei OKF immer oberhalb von OKR liegt.

Beim Fußbodenaufbau unterscheidet man zwischen Fußboden mit Estrich und Fußboden mit Trockenaufbau (beispielsweise Parkett auf Holzplatten und Lagerhölzern mit Gehwegplatten als Körperschalldämmung).

Estrich


Als Estrich bezeichnet man eine in der Regel aus Zementmörtel, Gussasphalt, Kunstharz, Anhydrit (=Gips), Magnesit oder aus Trockenbauplatten, z.B. Gipsfaserplatten hergestellte, wenige cm dicke Fußbodenschicht über dem tragenden Boden, welche unmittelbar genutzt werden kann oder mit einem Bodenbelag überdeckt wird. Der Zementmörtel besteht hier aus einer Mischung von 3 Teilen Estrichsand 0-8 mm und einem Teil Zement angemischt mit Wasser. Man unterscheidet:

  • Verbundestrich
  • Estrich auf einer Trennschicht
  • Estrich auf einer Dämmschicht ("schwimmender Estrich"), Trittschalldämmung

Letzterer kann z. B. durch das Einbringen von Heizelementen im oberen Teil der Dämmschicht oder im Mörtel selbst auch beheizt werden: Fußbodenheizung.

Normenrechtlich gesehen ist die wesentliche Grundlage neben diversen Merblättern von ZDB des Deutschen Baugewerbes und BEB Estrich und Belag die DIN 18560 "Estriche im Bauwesen".

Fussboden.jpg

Nassestrich


Verlegereife: ist bei Gussasphalt- und Kunstharzestrich 1-2 Tage, bei den übrigen ca. 4 Wochen. mit Zusätzen ("Schnellestrich") kann diese Zeit verkürzt werden. Für Calciumsulfatestriche (Anhydritestriche) besteht die Gefahr von Feuchteschäden, deshalb sind für Nassbereiche andere Systeme zu bevorzugen.

Trockenestrich


Der Trockenestrich ist eine Variante, die sich für den Trockenausbau eignet. Ein Austrocknen und die damit verbundene Wartezeit zum Einbringen der Beläge entfällt. Trockenestriche werden oft im Altbaubereich verwendet, da hier ihre Vorteile zur Geltung kommen. Zum Einsatz kommen: Holzspanplatten, Holzhartfaserplatten, Gipsfaserplatten, Gipskartonplatten, Perliteplatten und Betonfertigelemente.

Trocken-/Nass-Estrich Pro & Contra


PRO - Trockenestrich: Keine Wartezeit nach dem Trocknen (Trocknungsprotokolle - CM-Messung), keine Feuchtigkeitsbelastung des Baukörpers, leichter Aufbau, auf kleinen Flächen wirtschaftlicher, geringe Konstruktionshöhen. Bei Fussbodenheizung: weniger Masse, daher schneller aufheizbare Räume, kein sogenanntes Schüsseln (Formänderung beim Trocknen von Zementestrich).

CONTRA - Trockensystem: ebener Untergrund ist erforderlich (wird bei Trockenestrich meist durch Ausgleichsschüttungen erreicht), Schallschutzwirkung geringer weniger Masse, bei großen Flächen meist teuerer. Nicht immer sind alle Fussbodenbeläge möglich, geringere mechanische Belastbarkeit, bei hohen Punktbelastungen Gefahr von Absenkungen, bei Fussbodenheizung Einhaltung von Temperaturobergrenzen beachten (Punkte gelten nicht für Betonfertigelemente). Meistens sind diese Systeme zudem feuchtigkeitsempfindlich.

Weblinks


Boden (Bauteil)

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