- bgcolor="#B0D3FB" | FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 Deutschland™ 2006 FIFA World Cup Germany™ | |||||||||||||||||||||||||||
| Anzahl Nationen | 197 (32 Endrunde) | |||||||||||||||||||||||||||
| Weltmeister | Italien | - | Austragungsort | Deutschland | - | Motto der Bewerbung (1997) | ''Wir sehen uns im Herzen Europas. | - | Motto der Endrunde (2002) | Die Welt zu Gast bei Freunden™ | - | Eröffnung | 9. Juni 2006 | - | Endspiel | 9. Juli 2006 | - valign="top" | Zuschauer | 3.359.439 (52.491 pro Spiel) | - | Tore | 147 (2,3 pro Spiel) | - | Torschützenkönig | Miroslav Klose (Deutschland) 5 Tore | - | Bester Spieler | Zinédine Zidane (Frankreich) |
Die 18. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer wurde vom 9. Juni bis zum 9. Juli 2006 in Deutschland ausgetragen, der offizielle Name (auf Englisch) lautet 2006 FIFA World Cup Germany™, auf Deutsch FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™. Es traten 32 Nationalmannschaften zunächst in Gruppen und danach in Ausscheidungsspielen gegeneinander an, wobei insgesamt 64 Länderspiele ausgetragen wurden. Weltmeister wurde Italien durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen die Mannschaft Frankreichs.
Das Motto der Bewerbung 1997 lautete "Wir sehen uns im Herzen Europas". Das Motto für die Endrunde wurde am 19. November 2002 bekannt gegeben: Die Welt zu Gast bei Freunden™. Es sollte die Verbundenheit der Deutschen mit dem Sport und ihre Gastfreundschaft ausdrücken.
Bei der endgültigen Abstimmung um den Austragungsort setzte sich Deutschland am 6. Juli 2000 gegen Brasilien, Marokko, England und letztlich im Finale in Zürich mit zwölf zu elf Stimmen gegen Südafrika durch. Möglicherweise ausschlaggebend für das Stimmenverhältnis war dabei ein fingiertes Bestechungsfax des deutschen Satiremagazins Titanic, das nach dessen eigener Aussage zur entscheidenden Stimmenthaltung des neuseeländischen FIFA-Vertreters Charles Dempsey führte.
Berlin - GER-ARG.jpg | Frankfurt - ARG-NED.jpg | Stuttgart_-_ENG-EQU.jpg
Berlin: Im größten deutschen Stadion während der WM, dem 66.000 Sitzplätze fassenden Olympiastadion, wurde unter anderem am 9. Juli 2006 das Finale ausgetragen. Bei Heimspielen des Hertha BSC Berlin können bis zu 76.176 Zuschauer das Spiel verfolgen.
Dortmund: Zwar können im FIFA WM-Stadion Dortmund 81.500 Zuschauer Bundesligaspiele verfolgen, bei der WM sank die Kapazität auf 65.000 Plätzefifaworldcup.yahoo.com: Dortmund: Das Stadion. Die Heimat von Borussia Dortmund heißt seit dem 1. Dezember 2005 Signal Iduna Park.
Frankfurt am Main: Im FIFA WM-Stadion Frankfurt, der Heimat von Eintracht Frankfurt, waren 43.324 Sitzplätze während der FIFA-Veranstaltungen vorhanden. Die neue Fußballarena wurde an der Stelle des alten Waldstadions errichtet. Seit dem 1. Juli 2005 heißt das neue Waldstadion Commerzbank-Arena – jedoch nicht während der WM-Spiele.
Gelsenkirchen: Das FIFA WM-Stadion Gelsenkirchen ist das Heimatstadion des Fußballvereins FC Schalke 04. Das im August 2001 eröffnete Stadion mit 53.804 Sitzplätzen gilt als eines der modernsten der Welt. Seit dem 1. Juli 2005 trägt es den Namen des Hauptsponsors; während der WM hieß die Veltins-Arena jedoch FIFA WM-Stadion Gelsenkirchen.
Hamburg: Im FIFA WM-Stadion Hamburg, der Heimstätte des Hamburger SV, konnten 51.055 Zuschauer die WM-Spiele verfolgen. Der Neubau, der bei laufendem Betrieb aus dem 1953 errichteten Volksparkstadion entstand, heißt außer bei der WM-Endrunde AOL Arena.
Hannover: Im FIFA WM-Stadion Hannover, der Heimat des Fußballclubs Hannover 96, fanden 43.000 Zuschauer während der WM Platz. Das ehemalige Niedersachsenstadion wurde umgebaut und am 23. Januar 2005 eingeweiht. Ausgenommen während der Endrunde heißt das neue Stadion AWD-Arena und bietet 49.000 Zuschauern Platz.
Kaiserslautern: Im Fritz-Walter-Stadion empfängt während des regulären Ligabetriebs der 1. FC Kaiserslautern seine Gäste. Nach einer Erweiterung im Jahr 2002 finden 48.500 Zusachauer Platz.
Köln: Im FIFA WM-Stadion Köln, der Heimat des 1. FC Köln, fanden fünf WM-Spiele statt. Das umgebaute Stadion ist, außer während der WM-Spiele, nach dem regionalen Stromversorger RheinEnergieStadion benannt. Das Stadion umfasst 45.000 Sitzplätze.
Leipzig: Das Zentralstadion ist die Spielstätte des Viertligavereins FC Sachsen Leipzig. In den alten Stadionwall wurde ab 2000 ein modernes, reines Fußballstadion mit einer Kapazität von 44.345 Sitzplätzen eingebaut und am 17. Juli 2004 offiziell eröffnet. Während der WM 2006 hatte es eine Kapazität von 43.000 Sitzplätzen.
München: Im FIFA WM-Stadion München fand unter anderem das Eröffnungsspiel des Turniers statt. Das Stadion mit 66.016 Sitzplätzen wurde am 30. Mai 2005 eröffnet und gehört je zur Hälfte dem FC Bayern München und dem TSV 1860 München. Vor und nach der WM heißt das Stadion Allianz Arena.
Nürnberg: Im Frankenstadion, der Heimstätte des 1. FC Nürnberg konnten 41.926 Zuschauer die WM-Spiele verfolgen. Die Sportstätte wurde am 15. März 2006 umbenannt und heißt seither, ausgenommen die Zeit während der Weltmeisterschaft, easyCredit-Stadion.
Stuttgart: Im Gottlieb-Daimler-Stadion trägt der Fußballverein VfB Stuttgart seine Heimspiele aus. Bei der WM betrug die Zuschauerkapazität 52.000. Zwar steckt hinter dem Namen des Stadions der Automobilhersteller DaimlerChrysler, benannt ist es aber nach Gottlieb Daimler und nicht nach dem Konzern, weswegen die Namensgebung von der FIFA anerkannt wurde.
Hauptartikel: Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006.
Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Jahre 2006 dauerte vom 6. September 2003 bis zum 16. November 2005. 197 von 204 Verbänden waren in die WM-Qualifikation gestartet, nur 31 Mannschaften blieben schließlich übrig. Erstmals war der amtierende Weltmeister (in diesem Fall Brasilien) nicht automatisch für die Endrunde qualifiziert. Deutschland hingegen war als Gastgeber gesetzt und komplettierte das Feld der Endrundenteilnehmer. In sechs Zonen wurden die 31 Teilnehmer (zuzüglich des direkt qualifizierten Gastgebers) folgendermaßen ermittelt:
Europa hatte bei der Weltmeisterschaft dreizehn Startplätze, hinzu kam der Gastgeber Deutschland. Die Sieger der acht Qualifikationsgruppen und die beiden besten Gruppenzweiten konnten sich direkt für die WM in Deutschland qualifizieren. Die sechs übrigen Gruppenzweiten trugen am 12./16. November 2005 in Hin- und Rückspielen („Play-off-Spielen“) die Entscheidung um die drei restlichen europäischen Vertreter aus.
Südamerika hatte vier direkte Startplätze. Zehn Mannschaften spielten jeweils gegeneinander mit Hin- und Rückrunde, die besten vier waren direkt für die WM qualifiziert. Der Fünfte hatte die Chance, in zwei Ausscheidungsspielen gegen den Sieger aus Ozeanien ebenfalls noch den Sprung in die Endrunde zu schaffen. Uruguay konnte sich aber dieses Mal in der Relegation nicht gegen Australien durchsetzen.
Der Fußballverband Nord- und Mittelamerikas und der Karibik, der CONCACAF, hatte drei direkte Startplätze. Die Qualifikation war dort in drei Phasen unterteilt. Aus der ersten Runde hatten sich zwölf Teilnehmer für die zweite Runde qualifiziert. Danach wurde in drei Vierergruppen weitergespielt. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe rückten in die dritte Runde auf. Diese sechs Mannschaften spielten vom 9. Februar bis 12. Oktober 2005 in einer Gruppe jeweils gegeneinander mit Hin- und Rückspiel. Die drei Besten waren direkt qualifiziert. Der Vierte der CONCACAF trat noch in einem Hin- und Rückspielduell gegen den Fünften aus Asien an.
In der Afrika-Zone hatten sich bis auf Dschibuti alle 52 Mitglieder alle Verbände für die Vorrunde angemeldet. Die fünf afrikanischen Teilnehmer am FIFA-Weltpokal 2002 sowie die vier in der FIFA-Weltrangliste vom 25. Juni 2003 am besten platziert afrikanischen Mannschaften stießen direkt in die zweite Runde vor. Die übrigen 42 Mannschaften wurden einander zugelost, die 21 Sieger aus Hin- und Rückspiel stießen ebenfalls in die zweite Runde vor. Die 30 Mannschaften der zweiten Runde waren in fünf Sechsergruppen aufgeteilt, deren Gruppensieger sich für die WM qualifizierten.
Asien spielte mit insgesamt 32 Mannschaften, die in acht Gruppen aufgeteilt waren. Sieben der 32 Mannschaften mussten sich zuvor noch gegen sieben andere Teams in Hin- und Rückspiel für die 2. Runde qualifizieren. Die acht Gruppensieger erreichten die dritte Runde (9. Februar bis 17. August 2005), die in zwei Vierergruppen ausgetragen wurde. Der Erste und der Zweite dieser beiden Gruppen qualifizierten sich direkt. Die beiden Dritten spielten gegeneinander, der Sieger trug anschließend zwei Finalspiele gegen den Vierten aus CONCACAF um die Teilnahme an der Endrunde aus. In diesen Spielen war Bahrain gegen die Mannschaft aus Trinidad und Tobago unterlegen.
Ozeanien hatte keinen direkten Startplatz. Sechs Mannschaften blieben nach der ersten Runde übrig; diese spielten eine einfache Jeder-gegen-Jeden-Runde. Der Erst- und Zweitplatzierte trafen am 3. September und 6. September 2005 im „Play-off“ gegeneinander an. Der Sieger traf auf den Fünften aus Südamerika (ebenfalls in Hin- und Rückspiel).
Hinsichtlich der Auswahl der Schiedsrichter wurde kritisiert, die FIFA habe nicht die besten Schiedsrichter zur WM eingeladen, sondern nur einen Schiedsrichter pro Land nominiert, um den Kontinentalproporz wahren zu können.
Im Gegensatz zu früheren WM-Turnieren wurden überwiegend Schiedsrichtergespanne eingesetzt, die auch im Ligabetrieb zusammen agieren. Erstmals standen zudem auch alle Schiedsrichter über Funk (Headset) mit ihren Assistenten in Verbindung.
Folgende 21 Schiedsrichter leiteten die Spiele der Weltmeisterschaft
Das Eröffnungsspiel am 9. Juni wurde vom argentinischen Schiedsrichter Horacio Elizondo geleitet, der auch das Finale pfiff. Elizondo war damit der erste Schiedsrichter, dem diese Ehre zuteil wurde.
Während die Entscheidungen der Unparteiischen während der ersten Spiele als zufriedenstellend beurteilt wurden, häuften sich im Laufe des Turniers die strittigen Entscheidungen massiv. Insbesondere die unterschiedlichen Bewertungen bei überhartem Körpereinsatz brachten den Schiedsrichtern Kritik ein. So gab es während dieser Weltmeisterschaft zwei Spiele mit drei Platzverweisen, im Achtelfinale zwischen Portugal und den Niederlanden wurden sogar vier Spieler des Feldes verwiesen. Insgesamt haben die Schiedsrichter 26 Platzverweise ausgesprochen.
Experten kritisierten, dass gerade die Weltmeisterschaft als sportlich bedeutendste Veranstaltung im Fußball nicht als Spielwiese für Regeländerungen benutzt werden dürfe. Die Regeln und ihre Auslegung müssten bereits im Vorfeld für Spieler und Schiedsrichter aus der Praxis der Saison bekannt sein.
Bei den Fußball-Europameisterschaften seit 1996 entschied der direkte Vergleich (Punkt 4–6) immer vor dem Torverhältnis aus allen Spielen (Punkte 2 und 3). Gleiches galt auch bei der WM-Qualifikation für die WM 2006, jedoch nicht bei früheren WM-Qualifikationen.
Allerdings standen bei dieser WM die Achtelfinalteilnehmer bereits allein durch die Anzahl der Punkte fest; die weiteren Kriterien mussten somit nicht mehr herangezogen werden. Lediglich in den Gruppen C und H entschied die Tordifferenz über den 1. und 2. bzw. 3. und 4. Platz.
Für Infos zu den einzelnen WM-Gruppen bzw. zu den einzelnen Spielen und Kadern der Mannschaften auf den jeweiligen Link klicken.
| Gruppe A | Gruppe B | Gruppe C | Gruppe D |
|---|---|---|---|
| Gruppe E | Gruppe F | Gruppe G | Gruppe H |
Gruppe A
- bgcolor="#CCDDEE" | Rang | Land | Tore | Punkte | - bgcolor="#DDEEFF" | 1 | flag of Germany.svg Deutschland | 8:2 | 9 | - bgcolor="#DDEEFF" | 2 | Flag of Ecuador.svg Ecuador | 5:3 | 6 | - bgcolor="#DDEEFF" | 3 | flag of Poland.svg Polen | 2:4 | 3 | - bgcolor="#DDEEFF" | 4 | flag of Costa Rica.svg Costa Rica | 3:9 | 0 |
|---|
| Fr, 9. Juni 2006, 18 Uhr in München | |||
| flag of Germany.svg Deutschland | - | flag of Costa Rica.svg Costa Rica | 2 (2:1) |
| Fr, 9. Juni 2006, 21 Uhr in Gelsenkirchen | |||
| flag of Poland.svg Polen | - | Flag of Ecuador.svg Ecuador | 2 (0:1) |
| Mi, 14. Juni 2006, 21 Uhr in Dortmund | |||
| flag of Germany.svg Deutschland | - | flag of Poland.svg Polen | 0 (0:0) |
| Do, 15. Juni 2006, 15 Uhr in Hamburg | |||
| Flag of Ecuador.svg Ecuador | - | flag of Costa Rica.svg Costa Rica | 0 (1:0) |
| Di, 20. Juni 2006, 16 Uhr in Berlin | |||
| Flag of Ecuador.svg Ecuador | - | flag of Germany.svg Deutschland | 3 (0:2) |
| Di, 20. Juni 2006, 16 Uhr in Hannover | |||
| flag of Costa Rica.svg Costa Rica | - | flag of Poland.svg Polen | 2 (1:1) |
Deutschland überraschte bereits im Eröffnungsspiel mit einer sehr offensiven Spielweise und hohem Tempo. Die gegen Costa Rica noch vorhandenen Probleme in der Defensive konnten in den beiden weiteren Gruppenspielen jedoch weitgehend kompensiert werden. Trotz des erst spät erzielten Tores gegen Polen gewann die DFB-Elf seine drei Spiele letztlich souverän und qualifizierte sich verdient als Gruppensieger für das Achtelfinale.
Ecuador bestach vor allem in den ersten beiden Gruppenspielen durch eine sehr kompakte Spielweise. Sowohl gegen Polen als auch gegen Costa Rica erzielten sie die beiden Führungstreffer in der ersten halben Stunde und konnten so den Gegner weitgehend kontrollieren. Im abschließenden Gruppenspiel gegen Deutschland wurden bereits viele Stammspieler geschont.
Die polnische Elf konnte wie schon vier Jahre zuvor die hohen Erwartungen in sie nicht erfüllen. Der überraschenden Auftaktniederlage gegen Ecuador folgte eine unglückliche Niederlage gegen Deutschland, so dass bereits nach zwei Spielen das Vorrundenaus fest stand. Immerhin konnte die WM mit einem Erfolg gegen Costa Rica und dem daraus resultierenden dritten Platz in der Gruppe beendet werden.
Costa Rica war nur im Eröffnungsspiel streckenweise in der Lage, mit den anderen Teams der Gruppe mitzuhalten. Vor allem gegen Ecuador war das Team klar unterlegen, aber auch gegen Polen stand am Ende eine verdiente Niederlage. Ohne Punkte verabschiedete man sich letztlich als Gruppenletzter von der Weltmeisterschaft.
Gruppe B
- bgcolor="#CCDDEE" | Rang | Land | Tore | Punkte | - bgcolor="#DDEEFF" | 1 | Flag of England.svg England | 5:2 | 7 | - bgcolor="#DDEEFF" | 2 | flag of Sweden.svg Schweden | 3:2 | 5 | - bgcolor="#DDEEFF" | 3 | flag of Paraguay.svg Paraguay | 2:2 | 3 | - bgcolor="#DDEEFF" | 4 | flag of Trinidad and Tobago.svg Trinidad und Tobago | 0:4 | 1 |
|---|
| Sa, 10. Juni 2006, 15 Uhr in Frankfurt | |||
| Flag of England.svg England | - | flag of Paraguay.svg Paraguay | 0 (1:0) |
| Sa, 10. Juni 2006, 18 Uhr in Dortmund | |||
| flag of Trinidad and Tobago.svg Trinidad und Tobago | - | flag of Sweden.svg Schweden | 0 |
| Do, 15. Juni 2006, 18 Uhr in Nürnberg | |||
| flag of England.svg England | - | flag of Trinidad and Tobago.svg Trinidad und Tobago | 0 (0:0) |
| Do, 15. Juni 2006, 21 Uhr in Berlin | |||
| flag of Sweden.svg Schweden | - | flag of Paraguay.svg Paraguay | 0 (0:0) |
| Di, 20. Juni 2006, 21 Uhr in Köln | |||
| flag of Sweden.svg Schweden | - | Flag of England.svg England | 2 (0:1) |
| Di, 20. Juni 2006, 21 Uhr in Kaiserslautern | |||
| flag of Paraguay.svg Paraguay | - | flag of Trinidad and Tobago.svg Trinidad und Tobago | 0 (1:0) |
England konnte sich trotz nicht immer überzeugender Leistungen als Gruppensieger für das Achtelfinale qualifizieren. Gegen Paraguay genügte ein frühes Tor, gegen Trinidad und Tobago zwei späte Treffer zu zwei Siegen. Im gutklassigen letzten Gruppenspiel gegen Schweden konnten die Skandinavier mit dem Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit der englischen Mannschaft einen Punkt abtrotzen.
Die schwedische Mannschaft startete mit einem enttäuschenden 0:0 gegen die krassen Außenseiter aus Trinidad und Tobago in das Turnier. Deutlich verbessert zeigte man sich jedoch einige Tage später, als man hochverdient gegen Paraguay gewinnen konnte. Das Tor zum 1:0 fiel zwar erst in der Schlussphase, zuvor waren jedoch beste Chancen ausgelassen worden. In der letzten Partie gegen England machte das Team dann durch ein 2:2 die Qualifikation für das Achtelfinale perfekt.
Paraguay startete als Geheimtipp in das Turnier, wurde seinem Ruf jedoch in keiner Phase gerecht. Gegen England geriet man durch ein Eigentor früh in Rückstand und konnte in der Offensive kaum gefährliche Aktionen entwickeln. Gegen Schweden war man vor allem darauf bedacht, nicht zu verlieren, um durch einen Sieg gegen die Außenseiter aus Trinidad und Tobago noch Gruppenzweiter werden zu können. Das späte Tor der Schweden ließ die Träume vom Achtelfinale platzen, auch wenn im letzten Spiel gegen Trinidad und Tobago doch noch drei Punkte eingefahren werden konnten.
Obwohl man das Turnier als einziges Team ohne eigenen Treffer beenden musste, war die Mannschaft von Trinidad und Tobago eine der Überraschungen der WM. Gegen Schweden konnte man einen Punkt holen und gegen England war man nur wenige Minuten vom erneuten 0:0 entfernt. Im letzten Gruppenspiel gegen Paraguay hätte es eines Sieges bedurft, um noch theoretische Chancen auf das Achtelfinale zu besitzen. Trotz der 0:2-Niederlage konnte das Team erhobenen Hauptes in die Karibik zurückfahren.
Gruppe C
- bgcolor="#CCDDEE" | Rang | Land | Tore | Punkte | - bgcolor="#DDEEFF" | 1 | Flag of Argentina.svg Argentinien | 8:1 | 7 | - bgcolor="#DDEEFF" | 2 | Flag of the Netherlands.svg Niederlande | 3:1 | 7 | - bgcolor="#DDEEFF" | 3 | Flag of Cote d'Ivoire.svg Elfenbeinküste | 5:6 | 3 | - bgcolor="#DDEEFF" | 4 | Flag of Serbia and Montenegro.svg Serbien und Montenegro | 2:10 | 0 |
|---|
| Sa, 10. Juni 2006, 21 Uhr in Hamburg | |||
| Flag of Argentina.svg Argentinien | - | Flag of Cote d'Ivoire.svg Elfenbeinküste | 1 (2:0) |
| So, 11. Juni 2006, 15 Uhr in Leipzig | |||
| Flag of Serbia and Montenegro.svg Serbien und Montenegro | - | Flag of the Netherlands.svg Niederlande | 1 (0:1) |
| Fr, 16. Juni 2006, 15 Uhr in Gelsenkirchen | |||
| Flag of Argentina.svg Argentinien | - | Flag of Serbia and Montenegro.svg Serbien und Montenegro | 0 (3:0) |
| Fr, 16. Juni 2006, 18 Uhr in Stuttgart | |||
| Flag of the Netherlands.svg Niederlande | - | Flag of Cote d'Ivoire.svg Elfenbeinküste | 1 (2:1) |
| Mi, 21. Juni 2006, 21 Uhr in Frankfurt | |||
| Flag of the Netherlands.svg Niederlande | - | Flag of Argentina.svg Argentinien | 0 |
| Mi, 21. Juni 2006, 21 Uhr in München | |||
| Flag of Cote d'Ivoire.svg Elfenbeinküste | - | Flag of Serbia and Montenegro.svg Serbien und Montenegro | 2 (1:2) |
Für viele Experten galt Argentinien nach der Vorrunde als Topfavorit auf den Titel. Die Südamerikaner gewannen zunächst in einer der besten Partien des Turniers gegen die starke Mannschaft der Elfenbeinküste, um im zweiten Gruppenspiel das als defensivstark bekannte Team aus Serbien und Montenegro mit 6:0 zu besiegen. In der letzten Partie genügte der Albiceleste ein Unentschieden gegen die ebenfalls für das Achtelfinale qualifizierten Niederlande zum Gruppensieg.
Die Niederlande wurden in der stärksten Gruppe des Turniers dank drei konzentrierter Leistungen Gruppenzweiter. Gegen Serbien und Montenegro konnte man das entscheidende 1:0 bereits nach einer Viertelstunde erzielen und auch in der zweiten Partie gegen die Elfenbeinküste machte man den Sieg bereits in der ersten Hälfte perfekt. Im abschließenden Spiel gegen Argentinien wurde der Gruppensieg durch das 0:0 jedoch verpasst.
Trotz dreier überzeugender Leistungen schied die Elfenbeinküste als Dritter aus dem Turnier aus. Entscheidend war, dass die Afrikaner in allen drei Gruppenspielen bereits in der ersten Hälfte mit 0:2 in Rückstand gerieten. Gegen die Favoriten aus Argentinien und Niederlande konnte man nur noch auf 1:2 verkürzen, gegen Serbien und Montenegro reichte es im unbedeutenden Spiel um den dritten Platz in der Gruppe immerhin noch zu einem 3:2-Erfolg.
Serbien und Montenegro zeigte eine enttäuschende Leistung während des Turniers. Aufgrund der souveränen Qualifikation mit nur einem Gegentor war dem Team auch gegen die drei offensivstarken Gruppengegner einiges zugetraut worden. Während man gegen die Niederlande nur mit 0:1 verlor, brach die Mannschaft beim Debakel gegen Argentinien völlig auseinander. So wurde auch das letzte Spiel gegen die Elfenbeinküste trotz einer 2:0-Führung noch verloren.
Gruppe D
- bgcolor="#CCDDEE" | Rang | Land | Tore | Punkte | - bgcolor="#DDEEFF" | 1 | flag of Portugal.svg Portugal | 5:1 | 9 | - bgcolor="#DDEEFF" | 2 | Flag of Mexico.svg Mexiko | 4:3 | 4 | - bgcolor="#DDEEFF" | 3 | flag of Angola.svg Angola | 1:2 | 2 | - bgcolor="#DDEEFF" | 4 | flag of Iran.svg Iran | 2:6 | 1 |
|---|
| So, 11. Juni 2006, 18 Uhr in Nürnberg | |||
| Flag of Mexico.svg Mexiko | - | flag of Iran.svg Iran | 1 (1:1) |
| So, 11. Juni 2006, 21 Uhr in Köln | |||
| flag of Angola.svg Angola | - | flag of Portugal.svg Portugal | 1 (0:1) |
| Fr, 16. Juni 2006, 21 Uhr in Hannover | |||
| Flag of Mexico.svg Mexiko | - | flag of Angola.svg Angola | 0 |
| Sa, 17. Juni 2006, 15 Uhr in Frankfurt | |||
| flag of Portugal.svg Portugal | - | flag of Iran.svg Iran | 0 (0:0) |
| Mi, 21. Juni 2006, 16 Uhr in Gelsenkirchen | |||
| flag of Portugal.svg Portugal | - | Flag of Mexico.svg Mexiko | 1 (2:1) |
| Mi, 21. Juni 2006, 16 Uhr in Leipzig | |||
| flag of Iran.svg Iran | - | flag of Angola.svg Angola | 1 (0:0) |
Gruppe E
- bgcolor="#CCDDEE" | Rang | Land | Tore | Punkte | - bgcolor="#DDEEFF" | 1 | Flag of Italy.svg Italien | 5:1 | 7 | - bgcolor="#DDEEFF" | 2 | flag of Ghana.svg Ghana | 4:3 | 6 | - bgcolor="#DDEEFF" | 3 | Flag of the Czech Republic.svg Tschechien | 3:4 | 3 | - bgcolor="#DDEEFF" | 4 | flag of the United States.svg USA | 2:6 | 1 |
|---|
| Mo, 12. Juni 2006, 18 Uhr in Gelsenkirchen | |||
| Flag of the United States.svg USA | - | flag of the Czech Republic.svg Tschechien | 3 .280:2.29 |
| Mo, 12. Juni 2006, 21 Uhr in Hannover | |||
| Flag of Italy.svg Italien | - | flag of Ghana.svg Ghana | 0 .281:0.29 |
| Sa, 17. Juni 2006, 18 Uhr in Köln | |||
| flag of the Czech Republic.svg Tschechien | - | flag of Ghana.svg Ghana | 2 .280:1.29 |
| Sa, 17. Juni 2006, 21 Uhr in Kaiserslautern | |||
| Flag of Italy.svg Italien | - | Flag of the United States.svg USA | 1 .281:1.29 |
| Do, 22. Juni 2006, 16 Uhr in Hamburg | |||
| flag of the Czech Republic.svg Tschechien | - | Flag of Italy.svg Italien | 2 .280:1.29 |
| Do, 22. Juni 2006, 16 Uhr in Nürnberg | |||
| flag of Ghana.svg Ghana | - | Flag of the United States.svg USA | 1 .282:1.29 |
Gruppe F
- bgcolor="#CCDDEE" | Rang | Land | Tore | Punkte | - bgcolor="#DDEEFF" | 1 | Flag of Brazil.svg Brasilien | 7:1 | 9 | - bgcolor="#DDEEFF" | 2 | Flag of Australia.svg Australien | 5:5 | 4 | - bgcolor="#DDEEFF" | 3 | Civil Ensign of Croatia.svg Kroatien | 2:3 | 2 | - bgcolor="#DDEEFF" | 4 | Flag of Japan.svg Japan | 2:7 | 1 |
|---|
| Mo, 12. Juni 2006, 15 Uhr in Kaiserslautern | |||
| Flag of Australia.svg Australien | - | flag of Japan.svg Japan | 1 (0:1) |
| Di, 13. Juni 2006, 21 Uhr in Berlin | |||
| flag of Brazil.svg Brasilien | - | Civil Ensign of Croatia.svg Kroatien | 0 (1:0) |
| So, 18. Juni 2006, 15 Uhr in Nürnberg | |||
| flag of Japan.svg Japan | - | Civil Ensign of Croatia.svg Kroatien | 0 |
| So, 18. Juni 2006, 18 Uhr in München | |||
| flag of Brazil.svg Brasilien | - | Flag of Australia.svg Australien | 0 (0:0) |
| Do, 22. Juni 2006, 21 Uhr in Dortmund | |||
| flag of Japan.svg Japan | - | flag of Brazil.svg Brasilien | 4 .281:1.29 |
| Do, 22. Juni 2006, 21 Uhr in Stuttgart | |||
| Civil Ensign of Croatia.svg Kroatien | - | Flag of Australia.svg Australien | 2 (1:1) |
Gruppe G
- bgcolor="#CCDDEE" | Rang | Land | Tore | Punkte | - bgcolor="#DDEEFF" | 1 | Flag of Switzerland.svg Schweiz | 4:0 | 7 | - bgcolor="#DDEEFF" | 2 | Flag of France.svg Frankreich | 3:1 | 5 | - bgcolor="#DDEEFF" | 3 | Flag of South Korea.svg Südkorea | 3:4 | 4 | - bgcolor="#DDEEFF" | 4 | flag of Togo.svg Togo | 1:6 | 0 |
|---|
| Di, 13. Juni 2006, 15 Uhr in Frankfurt | |||
| Flag of South Korea.svg Südkorea | - | flag of Togo.svg Togo | 1 (0:1) |
| Di, 13. Juni 2006, 18 Uhr in Stuttgart | |||
| Flag of France.svg Frankreich | - | Flag of Switzerland.svg Schweiz | 0 |
| So, 18. Juni 2006, 21 Uhr in Leipzig | |||
| Flag of France.svg Frankreich | - | Flag of South Korea.svg Südkorea | 1 (1:0) |
| Mo, 19. Juni 2006, 15 Uhr in Dortmund | |||
| flag of Togo.svg Togo | - | Flag of Switzerland.svg Schweiz | 2 (0:1) |
| Fr, 23. Juni 2006, 21 Uhr in Köln | |||
| flag of Togo.svg Togo | - | Flag of France.svg Frankreich | 2 .280:0.29 |
| Fr, 23. Juni 2006, 21 Uhr in Hannover | |||
| Flag of Switzerland.svg Schweiz | - | Flag of South Korea.svg Südkorea | 0 .281:0.29 |
Gruppe H
- bgcolor="#CCDDEE" | Rang | Land | Tore | Punkte | - bgcolor="#DDEEFF" | 1 | Flag of Spain.svg Spanien | 8:1 | 9 | - bgcolor="#DDEEFF" | 2 | flag of Ukraine.svg Ukraine | 5:4 | 6 | - bgcolor="#DDEEFF" | 3 | flag of Tunisia.svg Tunesien | 3:6 | 1 | - bgcolor="#DDEEFF" | 4 | flag of Saudi Arabia.svg Saudi-Arabien | 2:7 | 1 |
|---|
| Mi, 14. Juni 2006, 15 Uhr in Leipzig | |||
| Flag of Spain.svg Spanien | - | flag of Ukraine.svg Ukraine | 0 (2:0) |
| Mi, 14. Juni 2006, 18 Uhr in München | |||
| flag of Tunisia.svg Tunesien | - | flag of Saudi Arabia.svg Saudi-Arabien | 2 (1:0) |
| Mo, 19. Juni 2006, 18 Uhr in Hamburg | |||
| flag of Saudi Arabia.svg Saudi-Arabien | - | flag of Ukraine.svg Ukraine | 4 (0:2) |
| Mo, 19. Juni 2006, 21 Uhr in Stuttgart | |||
| Flag of Spain.svg Spanien | - | flag of Tunisia.svg Tunesien | 1 (0:1) |
| Fr, 23. Juni 2006, 16 Uhr in Kaiserslautern | |||
| flag of Saudi Arabia.svg Saudi-Arabien | - | Flag of Spain.svg Spanien | 1 (0:1) |
| Fr, 23. Juni 2006, 16 Uhr in Berlin | |||
| flag of Ukraine.svg Ukraine | - | flag of Tunisia.svg Tunesien | 0 (0:0) |
- | 24. Juni 2006, 17 Uhr | München | flag of Germany.svg Deutschland | - | flag of Sweden.svg Schweden | 0 (2:0) | - | 24. Juni 2006, 21 Uhr | Leipzig | flag of Argentina.svg Argentinien | - | flag of Mexico.svg Mexiko | 1 n. V. (1:1, 1:1) | - | 25. Juni 2006, 17 Uhr | Stuttgart | flag of England.svg England | - | flag of Ecuador.svg Ecuador | 0 (0:0) | - | 25. Juni 2006, 21 Uhr | Nürnberg | flag of Portugal.svg Portugal | - | flag of the Netherlands.svg Niederlande | 0 (1:0) | - | 26. Juni 2006, 17 Uhr | Kaiserslautern | flag of Italy.svg Italien | - | Flag of Australia.svg Australien | 0 (0:0) | - | 26. Juni 2006, 21 Uhr | Köln | Flag of Switzerland.svg Schweiz | - | Flag of Ukraine.svg Ukraine | 3 n. E., 0:0 n. V. | - | 27. Juni 2006, 17 Uhr | Dortmund | Flag of Brazil.svg Brasilien | - | flag of Ghana.svg Ghana | 0 (2:0) | - | 27. Juni 2006, 21 Uhr | Hannover | Flag of Spain.svg Spanien | - | Flag of France.svg Frankreich | 3 (1:1) |
Im Achtelfinale spielten die Ersten und Zweiten der verschiedenen Vorrundengruppen über Kreuz gegeneinander. Dabei ergaben sich auf dem Papier mit Portugal gegen die Niederlande, der Schweiz gegen die Ukraine und Spanien gegen Frankreich drei offene und zum Teil auch brisante Partien. In den anderen Spielen galten die jeweiligen Gruppensieger als klare Favoriten, sie setzten sich letztlich auch alle durch. Deswegen blieb eine große Überraschung im Achtelfinale aus.
Es war allerdings beachtlich, dass Australien unerwartet lange mit Italien mithalten und bis über die 90. Minute hinaus ein 0:0 halten konnte. Erst in der fünften Minute der Nachspielzeit erhielt Italien einen umstrittenen Elfmeter, den Francesco Totti zum 1:0-Sieg für die Italiener verwandelte. Klarer als das Ergebnis aussagte war zudem die Partie Brasiliens gegen Ghana. Obwohl die Brasilianer ein frühes Tor erzielen konnten, waren die Ghanaer dem brasilianischem Nationalteam lange Zeit ebenbürtig. Allerdings scheiterte Ghana am eigenen Unvermögen, hochprozentige Torchancen zu verwerten und kassierte kurz vor der Halbzeitpause das 0:2 und später das etwas zu deutliche 0:3. Auch Mexiko konnte lange Zeit mit Argentinien mithalten und ging früh mit 1:0 in Führung. Allerdings kassierten sie schnell den Ausgleich. Dennoch konnten sie die Argentinier in die erste Verlängerung dieser Weltmeisterschaft zwingen, in der Maxi Rodríguez Argentinien nach einen Traumtor zum 2:1-Sieg schoss. Deutschland ging nach einem fulminanten Auftakt gegen Schweden schon in der 12. Minute mit 2:0 in Führung und hielt das Ergebnis bis zum Ende. In einem schwachen Spiel hatte England sich mit einem 1:0-Erfolg wie erwartet gegen Ecuador durchgesetzt. Das entscheidende Tor schoss David Beckham mit einem Freistoß.
In der ebenfalls glanzlosen Partie zwischen der Schweiz und der Ukraine entschied das Elfmeterschießen über das Weiterkommen. Besonders tragisch war hierbei, dass die Schweizer ohne eigenes Gegentor aus dem Turnier ausschieden. Im Elfmeterschießen verschossen sie alle drei Strafstöße, so dass die Ukraine ins Viertelfinale einzog. Die erwartete Brisanz in der Partie Portugal gegen Niederlande blieb nicht aus, allerdings weniger wegen Spielszenen, sondern vielmehr wegen der zwölf Gelben und vier Gelb-Roten Karten, die es in diesem Spiel neben den 1:0-Treffer für Portugal gab. Als eine der spielerisch besten Partien galt Spanien gegen Frankreich, in der die Spanier nach einem offenen und spannenden Spielverlauf am Ende das Nachsehen hatten und sich Frankreich durch einen 3:1-Sieg für das Viertelfinale qualifizierte.
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30. Juni 2006, 17 Uhr
Berlin
flag of Germany.svg Deutschland
-
flag of Argentina.svg Argentinien
3 n. E., 1:1 n. V. (1:1, 0:0)
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30. Juni 2006, 21 Uhr
Hamburg
flag of Italy.svg Italien - flag of Ukraine.svg Ukraine
0 (1:0)
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1. Juli 2006, 17 Uhr
Gelsenkirchen
flag of England.svg England - flag of Portugal.svg Portugal
3 n. E., 0:0 n. V.
-
1. Juli 2006, 21 Uhr
Frankfurt
Flag of Brazil.svg Brasilien - Flag of France.svg Frankreich
1 (0:0)
Sieben der acht Mannschaften im Viertelfinale, galten als Titelfavoriten. Lediglich die Ukraine schien ein Außenseiter zu sein, auch wenn einige sie als Geheimfavoriten auf den Zettel hatten.
In der Partie Italien gegen Ukraine, galten die Italiener vor dem Spiel als Favorit. Dieser Erwartung wurden sie auch gerecht. Schon in der sechsten Minute ging das italienische Nationalteam in Führung, die es in der zweiten Halbzeit auf ein deutliches 3:0 ausbauen konnte. Das Spiel Deutschland gegen Argentinien war dagegen deutlicher knapper. Nach verhaltenen Start beider Teams und einem 0:0 zur Halbzeit, ging Argentinien nach einer Ecke zu Beginn der zweiten Halbzeit mit 1:0 in Führung. Deutschland erhöhte daraufhin den Druck gegen sich immer mehr zurückziehende Argentinier und wurde dafür in der achtzigsten Minute durch ein Kopfballtor von Miroslav Klose belohnt. Die darauf folgende Verlängerung änderte nichts am Ergebnis, so dass es zum Elfmeterschießen kam, in dem sich Deutschland mit 4:2 durchsetzte.
Eine ähnlich spannende Partie lieferten sich England und Portugal. Trotz etlicher Bemühungen gelang keiner der beiden Mannschaften ein Tor. Jedoch wurde Wayne Rooney nach einer Tätigkeit, die er bis heute abstreitet, vom Platz gestellt. Brisant war, das Cristiano Ronaldo die rote Karte forderte, weswegen Rooney ankündigte ihm beim nächsten gemeinsamen Training für Manchester United „in Stücke zur reißen“. In der Verlängerung stieg lediglich die Spannung, Tore blieben auch hier aus. Im anschließenden Elfmeterschießen gewann Portugal mit 3:1. Etwas einseitiger war dagegen das Spiel Brasilien gegen Frankreich. Die Franzosen hatten die Partie gegen eher schwache und demotiviert wirkende Brasilianer über weite Strecken in der Hand. Schlüsselfigur im französischen Spiel war Zinédine Zidane, der auch das einzige Tor der Partie vorbereite: Thierry Henry erzielte in der neunundfünfzigsten Minute den verdienten Siegtreffer für Frankreich.
Seit 1982 standen zum ersten Mal wieder nur europäischen Mannschaften im Halbfinale. Unter den vier Nationen gab es auf dem Papier allerdings keinen klaren Favoriten.
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4. Juli 2006, 21 Uhr
Dortmund
Flag of Germany.svg Deutschland
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flag of Italy.svg Italien
2 n. V.
-
5. Juli 2006, 21 Uhr
München
flag of Portugal.svg Portugal - Flag of France.svg Frankreich
1 (0:1)
Das erste Halbfinalspiel lautete Deutschland gegen Italien. Obwohl es nach 90 Minuten immer noch 0:0 stand, erlebte das Publikum ein spannendes Spiel mit einigen großen Chancen für beide Seiten. In der Verlängerung steigerte sich die Dramatik, da es bis zur 118. Minute nach wie vor 0:0 stand, bevor Fabio Grosso Italien mit 1:0 in Führung schoss. Die deutsche Mannschaft reagierte mit sofortigem Offensivspiel unter Vernachlässigung der Abwehr, um die Minimalchance auf einen Ausgleich zu wahren, musste aber im Rahmen eines Konters in der ersten Minute der Nachspielzeit noch das 2:0 hinnehmen. Damit war der italienische Finaleinzug besiegelt.
In der zweiten Partie standen sich Portugal und Frankreich gegenüber. Beide Mannschaften lieferten sich ein eher verhaltenes Spiel, das hauptsächlich von der Spannung lebte. Noch in der ersten Halbzeit brachte Zinédine Zidane Frankreich mit 1:0 in Führung, in dem er einen Foulelfmeter verwandelte. Portugal versuchte daraufhin in der 2. Halbzeit den Druck zu erhöhen. Kurz vor Schluss erlaubte sich Fabien Barthez nach einem Freistoß von Cristiano Ronaldo einen Patzer, doch Luís Figo vergab die daraus resultierende hochprozentige Chance. Dadurch reichte Frankreich am Ende das 1:0 für den Finaleinzug.
Das so genannte „kleine Finale“ ist traditionell ein torreiches Spiel, da man beim Spiel um Platz 3 eher auf große (defensiv) Taktiken verzichtet.
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8. Juli 2006, 21 Uhr
Stuttgart
flag of Germany.svg Deutschland
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flag of Portugal.svg Portugal
Deutschland – Portugal 3:1 (0:0)
Zunächst schien diese Tradition einen Bruch zu erleiden, da trotz einiger Chancen die Tore ausblieben. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte schienen die Tore wie vernagelt, bis Sebastian Schweinsteiger in der sechsundfünfzigsten Minute den Bann brach und durch einen Distanzschuss das 1:0 für Deutschland erzielte. Nur vier Minuten später, war der Torschütze wieder an einem Tor beteiligt, weil Petit nach einem Freistoß von Schweinsteiger ein Eigentor erzielte. Nach munterem Spielverlauf, schoss Schweinsteiger, kurz vor seiner Auswechslung in der achtundsiebzigsten Minute, noch das 3:0 für das deutsche Nationalteam. Damit war die Partie entschieden. Daran konnte auch Luis Figo in seinem letzten Länderspiel nichts ändern, obwohl er den 1:3 Ehrentreffer durch Nuno Gomes vorbereitete. Der Anschlusstreffer änderte aber nichts an der Freude der deutschen Nationalmannschaft über den errungenen 3. Platz.
Im Endspiel der Weltmeisterschaft standen sich mit Frankreich und Italien die beiden Finalisten der EM 2000 gegenüber. Frankreich gewann damals in der Verlängerung mit 2:1. Die Zuschauer erlebten ein abwechslungsreiches Endspiel mit einer turbulenten Anfangsphase. So erhielt Frankreich bereits in der siebten Minute einen Foulelfmeter, den Zinédine Zidane zum 1:0 verwandelte. Dabei lupfte er den Ball gegen die Unterlatte, von wo aus er nur knapp hinter der Linie im Tor aufkam. Im Nachhinein wurde dieser Schuss als Symbol für „den schmalen Grat“ gesehen, auf dem sich Zidane in diesem Spiel bewegen sollte. Bereits in der 19. Minute erzielte Marco Materazzi nach einem Eckball den Ausgleich und machte damit seinen Fehler, mit dem er den Elfmeter verschuldete, wieder wett. Anschließend folgte eine Offensivphase der Italiener, bei dem es u.a. zu einem Lattentreffer durch Luca Toni kam. In der 2. Halbzeit ließ sich Italien aus vermutlich konditionellen Gründen weit zurückfallen und lauerte fast ausschließlich auf Konter. Frankreich versuchte dagegen, offensiv zu agieren und das Spiel zu machen. Dennoch konnten beide Teams keinen zählbaren Erfolg verbuchen. Ein ähnliches Bild war in der Verlängerung zu sehen. Der größte Aufreger war eine Tätlichkeit Zidanes gegen Materazzi, für die jener mit der Roten Karte vom Platz gestellt wurde. Zidane erklärte wenige Tage nach dem Finale, dass Materazzi mehrmals seine Mutter und Schwester stark beledigt habe, beim dritten mal sei er deswegen ausgerastet - Materazzi selbst gab nur zu, Zidane beleidgt zu haben, stritt die Vorwürfe aber ab. Im Zuge des Platzverweises flachte das Spiel ab und ging ins Elfmeterschießen, in dem sich Italien mit 5:3 durchsetzte. Einzig David Trézéguet verschoss einen Strafstoß, als der Ball von der Latte ins Spielfeld zurückprallte.
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9. Juli 2006, 20 Uhr
Berlin
flag of Italy.svg Italien
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flag of France.svg Frankreich
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Fußball-Weltmeister wurde Italien durch ein 6:4 nach Elfmeterschießen gegen Frankreich.
Hauptartikel: Fußball-Weltmeisterschaft 2006/Statistik
Das Organisationskomitee Fußball-Weltmeisterschaft 2006 (kurz: OK) organisierte die Fußball-WM in Deutschland. Präsident des OK war Franz Beckenbauer, Verantwortlicher für Großprojekte und Repräsentant der Veranstaltung.
Horst Schmidt war erster Vizepräsident und stellvertretender Chef des OK. Seine Verantwortungsbereiche beim OK umfassten organisatorische Dinge – von den Finanz- und Sicherheitsangelegenheiten bis zu Transport- und Verwaltungsfragen. Wolfgang Niersbach war geschäftsführender Vizepräsident und Pressechef des OK. Er zeichnete für die Medienarbeit, die Mannschaftsunterkünfte, die Vermarktung und die Informationstechnik verantwortlich. Dr. Theo Zwanziger war Vizepräsident. Sein Verantwortungsbereich lag in der Verwaltung, den juristischen Angelegenheiten, dem Personal der WM und bei allgemeinen organisatorischen Aufgaben. Fedor Radmann war Kunst- und Kulturbeauftragter sowie Präsidiumsberater.
Dem OK zur Seite standen ein Aufsichtsrat mit 10 und ein Kuratorium mit 14 Mitgliedern. Das OK wurde vom Sportausschuss des Deutschen Bundestages beraten. Internationale Botschafter der WM waren Jürgen Klinsmann, Oliver Bierhoff, Karl-Heinz Rummenigge und Rudi Völler. OK-Chef Beckenbauer benannte weitere 14 WM-Botschafter, ausnahmslos ehemalige Fußball-Profis, die ihre Heimatstädte und gleichzeitig die WM-Austragungsorte auf dem Weg zur WM offiziell begleiten sollten.
Eine Konsequenz dieser Vorgehensweise war, dass ausschließlich die Ukraine ihr Quartier in den Neuen Bundesländern aufgeschlagen hatte. In Schleswig-Holstein und dem Saarland war keine einzige Nationalmannschaft stationiert.
Der damalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement prognostizierte für Deutschland einen langfristigen, volkswirtschaftlichen Gewinn von über acht Milliarden Euro beim Bruttoinlandsprodukt, was 0,36 % des Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2005 entspricht. Dieser Erlös käme vor allem durch die ungefähr fünf Millionen zusätzlichen Übernachtungen zustande, die eingeplant wurden. Das deutsche Organisationskomitee zur Fußballweltmeisterschaft rechnete mit circa 3,2 Millionen Besucherinnen und Besuchern, von denen etwa eine Million aus dem Ausland kommen sollten. Allerdings lassen sich die langfristigen Folgen eines solchen Großereignisses auf die wirtschaftliche Entwicklung aufgrund unsicherer Prognosen und vielfältiger Multiplikatorwirkungen nur sehr schwer einschätzen. Neben positiven Effekten wie dem Ansehensgewinn oder zusätzlichen Steuereinnahmen könnte die WM aber auch negative Auswirkungen wie Verkehrs- und Sicherheitsprobleme sowie Umweltschäden durch den steigenden Tourismus und damit hohe Folgekosten hervorgerufen haben.
Einer im Januar 2005 veröffentlichten Analyse der Deutschen Postbank AG zufolge sollte die Weltmeisterschaft dem Gastgeberland Deutschland ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent bringen. Der Konsum sollte durch die WM um zwei bis drei Milliarden Euro wachsen.
Laut einer im Mai 2005 veröffentlichten Studie der Münchner Industrie- und Handelskammer hätte die WM 2006 zehntausende neuer Arbeitsplätze schaffen sollen. Allein im Bundesland Bayern würde das Spitzenereignis im WM-Jahr über 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze bringen, hatte die IHK erklärt. Als Standort des internationalen Medienzentrums werde vor allem München mit rund 12.000 neuen Arbeitsplätzen von der Weltmeisterschaft profitieren. Neben Gastronomie und Hotellerie würden auch zahlreiche andere Dienstleistungsbranchen von der WM profitieren, ergab das Prognosemodell der Kammer.
Allianzarena bau.jpg]] Alle zwölf Austragungsorte können moderne Stadien vorweisen, die für zwischen 48 und 280 Millionen Euro umgebaut oder neu gebaut wurden. In Bau und Erweiterung der Stadien investierten der Staat und die Betreiber rund 1,38 Milliarden Euro. Zum Vergleich wurde für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland für neun WM-Stadien 242 Millionen Deutsche Mark , also etwa 124 Millionen Euro, ausgegeben. Hinzu kamen Bauaufträge für den Ausbau der öffentlichen und privaten Infrastruktur (beispielsweise Straßen, Hotels).
Das Wirtschaftsministerium hatte angekündigt, 3,7 Milliarden Euro in den Straßenbau und 500 Millionen in den Kartenverkauf zu investieren. Die Bewerbungsunterlagen und die Repräsentation vor der WM kosteten alleine 400 Millionen Euro. Die Ministerpräsidenten der Länder wollten dem Deutschen Fußballbund (DFB) zusätzliche Mittel in Höhe von 24 Millionen Euro gewähren. Die konjunkturellen Auswirkungen aus der Baubranche heraus sind allerdings nur gering, da dieser Sektor zu den unproduktivsten Wirtschaftszweigen gehört.
Die eindeutigeren Gewinner in wirtschaftlicher Hinsicht könnten die FIFA mit ihren Mitgliedsverbänden und die als Mannschaftsausrüster auftretenden Sportartikelhersteller gewesen sein. Die FIFA konnte mit Rekord-Bruttoeinnahmen aus Eintrittsgeldern, Werbung, Fernseh- und Vermarktungsrechten rechnen. Nicht umsonst gilt der Sport unter Wirtschaftsexperten mittlerweile als der am stärksten wachsende Wirtschaftsfaktor der Welt.
Hinzu kamen die nationalen Sponsoren, die über 60 Millionen Euro zusätzlich zur WM beitrugen. In Berlin präsentierte am 7. Dezember 2004 das OK der WM den letzten Förderer der WM 2006: die Deutsche Bahn AG. Weitere nationale Sponsoren waren die Postbank, Obi, Hamburg-Mannheimer, EnBW und Oddset. Im Gegensatz zu den 15 internationalen Sponsoren des Weltfußballverbandes FIFA durften die nationalen Förderer nur in Deutschland mit ihrem Engagement werben.
Die Firmen, die sich bei der WM engagierten, hofften auf eine Erhöhung ihres Bekanntheitsgrades bzw. Ansehens und damit auf eine Umsatzsteigerung. Dass sich dieses Engagement lohnen konnte, zeigte beispielsweise die Fußball-Europameisterschaft 2004 und der Geldgeber Carlsberg. Der dänische Brauereiriese verkaufte während des Turniers 13 Prozent mehr Bier. Für die WM hatte der zweitgrößte Bierbrauer der Welt, das amerikanische Unternehmen Anheuser-Busch, sich die Exklusivrechte für den Bierausschank in den Stadien für 40 Millionen Euro von der FIFA gesichert. Aufgrund eines Rechtsstreits in den 1990ern zwischen Anheuser-Busch und der Bitburger Brauerei, deren Gegenstand die Namensähnlichkeit zwischen Bit und Bud war, hätte Anheuser-Busch in Deutschland während der WM nicht für seine Marke Bud werben dürfen. Beide Brauereien einigten sich jedoch im Vorfeld der WM dahingehend, dass 30 Prozent des Bierausschanks in den Stadien von dem deutschen Unternehmen übernommen wurden.
Neben den Hauptsponsoren des Turniers erhofften sich auch die einzelnen Mannschaftsausrüster steigende Umsatzzahlen von ihrem Engagement bei den verschiedenen Nationalteams. Neben Weltkonzernen wie adidas, Puma und Nike statteten auch eher unbekannte Sportartikelhersteller wie Umbro, Lotto, Marathon und Joma die Teilnehmer der Weltmeisterschaft aus.
Von adidas wurden zudem die Schiedsrichter ausgestattet und die offziellen Spielbälle +Teamgeist produziert.
Jeder der 32 Teilnehmer an der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland erhält 10,37 Millionen Schweizer Franken (8,21 Millionen Euro) Antrittsgeld vom Fußballweltverband FIFA. So ist die WM-Qualifikation für die Endrunde nicht nur mit viel Prestige für jede Nation verbunden, sondern sie lohnt sich auch finanziell. Der gesamte Bonus-Pool wurde im Vergleich zur WM 2002 demnach um 38 Prozent angehoben: 332 Millionen Schweizer Franken (262,9 Millionen Euro) im Vergleich zu 190 Millionen Euro während der WM in Japan und Südkorea. Neben der Förderung und den Fernseh- und Marketingrechten werden diese Gelder aus den Eintrittskarten genommen.
Vom 1. Februar bis zum 31. März 2005 fand weltweit die erste Phase des Eintrittskartenverkaufs der Fußball-WM statt. Es gab bei der WM ausschließlich Sitzplatzkarten in vier Kategorien, wobei die Preise für die günstigste Kategorie „vier“ bei 47 Spielen der Vorrunde 35 Euro betrugen. Die Preise gingen hinauf bis zu 600 Euro für das Finale (1. Kategorie).
Nach Angaben des Organisationskomitees (OK) standen im Online-Verkauf 1,12 Millionen der insgesamt 3,2 Millionen Eintrittskarten – also ca. ein Drittel – zur Verfügung. Der größere Teil der Eintrittskarten war reserviert für Sponsoren, DFB, die verschiedenen teilnehmenden Verbände, den Weltverband FIFA (die nicht teilnehmenden Länder), sowie für besonders zahlungskräftige Kunden.
Knapp über eine Million Menschen aus 195 Ländern hatten sich in dieser ersten zweimonatigen Verkaufsphase um die 812.000 Eintrittskarten beworben. 8,7 Millionen gültige Kartenbestellungen gingen ein, von denen 6,25 Millionen aus Deutschland stammten. 2,3 Millionen Bestellungen aus einem aus den USA gestarteten Manipulationsversuch und 1,3 Millionen Doppelbestellungen wurden nicht akzeptiert. Damit kamen auf jede Eintrittskarte der ersten Verkaufsphase über zehn Bewerber. Bereits nach den ersten 48 Stunden der Verkaufsphase hatte die Nachfrage das Angebot überstiegen. Jeder konnte über ein Losverfahren für sieben Spiele jeweils maximal vier Eintrittskarten erhalten. Es erfolgte keine Bearbeitung in einer chronologischen Reihenfolge. Nach einem TÜV-geprüften Verfahren und unter notarieller Aufsicht wurde am 15. April 2005 die erste Bestellphase verlost. Der Verkauf der Eintrittskarten erfolgte, damit weltweit alle Interessenten gleiche Chancen haben, nur über die offizielle Internetseite.
Eine Premiere stellt die Personalisierung der Eintrittskarten dar. Mit Verweis auf Sicherheitsaspekte sind diese nicht übertragbar, die Käufer mussten sich mit Namen und Ausweisnummer registrieren. Davon ausgenommen waren mehrere hunderttausend VIP-Ticketstagesschau.de: Kein Zutritt für VIP-Karten-Inhaber?.
Niemand war berechtigt laut den AGB fifaworldcup.yahoo.com: Allgemeine Ticket-Geschäftsbedingungen des DFB e.V., eine ihm zugeteilte Eintrittskarte weiterzuverkaufen oder weiterzugeben. Ein Versuch, Eintrittskarten zu verkaufen, wird als Schwarzmarkthandel gewertet und führt zur Sperrung der betreffenden Eintrittskarte. Auf dem Sicherheitschip der personalisierten Karten sollten Zutrittsinformationen, nicht aber persönliche Daten wie z. B. der Name gespeichert werden. Die Kontrolle der Personendaten am Stadioneingang erwies sich rein organisatorisch bei durchschnittlich mehr als 50.000 Besuchern pro Spiel als nicht durchführbar. So sollen laut einem Zeitungsinterview von FIFA-Präsident Sepp Blatter nur bei rund einem Prozent der Stadionbesucher die Personalien kontrolliert worden sein. Somit floriert der Schwarzmarkt in gleichem Umfang wie bei ähnlichen sportlichen Großereignissen, den Blatter im gleichen Kontext als normalen Vorgang und „offenen Markt“ bezeichnete. *
Das WM-OK rechnete angesichts der großen Zahl an Eintrittskarten, die nicht in den freien Verkauf gingen, mit kritischen Stimmen. Zwischen der FIFA und den Organisatoren gab es anfänglich Auseinandersetzungen um die Preisgestaltung. Das OK bestand auf einer Sozialkomponente und setzte mit 35 Euro für den billigsten Sitzplatz in den Vorrundenspielen einen Preis durch, der um 16 Euro unter dem der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan/Südkorea lag. Erstmals bei einer WM galt die Eintrittskarte zu den Spielen gleichzeitig auch als Fahrschein für die kostenlose Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel.
Für Verwirrung sorgte zu Beginn der zweiten Verkaufsphase der Computerwurm „Sober S“. Er wurde per E-Mail verbreitet und versuchte die Benutzer zu täuschen, indem er ihnen eine Eintrittskarte für die Weltmeisterschaft versprach. In wenigen Stunden soll sich der Wurm so in 30 Ländern verbreitet haben.
Im Land des Gastgebers wurden montags bis samstags die Gruppenphase und die Spiele um die ersten drei Plätze im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bei ARD und ZDF sowie die acht Sonntags-Begegnungen im Privatfernsehen bei RTL übertragen. Alle Begegnungen der deutschen Mannschaft wurden im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt. Hätte die deutsche Mannschaft im Achtelfinale an einem Sonntag gespielt, hätten ARD bzw. ZDF ein 49. Spiel erhalten. Ansonsten hatte das öffentlich-rechtliche Fernsehen an Sonntagen bis zum Viertelfinale spielfrei.
In Österreich übertrug der ORF, in der Schweiz das SF alle 64 Spiele live.
Der Pay-TV-Sender Premiere übertrug sämtliche 64 Partien, acht davon exklusiv. Bei den Exklusivspielen handelte es sich um Spiele des letzten Vorrundenspieltags, die je Gruppe immer zeitgleich stattfanden, so dass zur selben Zeit die Live-Übertragung eines anderen Spiels im Free-TV erfolgte. Erstmals wurden alle 64 WM-Spiele bei Premiere auch im neuen, hochauflösenden Fernsehformat HDTV übertragen. Parallel stattfindende Begegnungen wurden auch in Konferenzschaltungen gezeigt. Außerdem bot Premiere einen eigenen WM-Kanal an, der rund um die Uhr Analysen, Höhepunkte und Wiederholungen zeigte.
Das Eröffnungsspiel im ZDF (Deutschland – Costa Rica) erreichte die höchste Quote eines WM-Eröffnungsspiels seit Beginn der Quotenmessung. In Spitzenzeiten wurde das Spiel in Deutschland von 22,4 Millionen Zuschauern verfolgt. Damit erreichte das Programm mehr als 27 Prozent der Bevölkerung zzgl. Radioübertragungen.
Das Halbfinalspiel Deutschlands gegen Italien erreichte die höchste je in Deutschland gemessene Zuschauerreichweite (nicht berücksichtigt sind Sendungen unter 15 Minuten). 29,66 Millionen Zuschauer sahen das Spiel, in der Spitze sogar 31,31 Millionen und das, obwohl schätzungsweise über 10 Millionen Deutsche das Spiel nicht vor dem heimischen Fernseher sondern auf Veranstaltungen sahen. Der Marktanteil der Fernsehübertragung stieg auf bis zu 91,2 %.
Nach einer Initiative des Organisationskomitees (OK) bei der FIFA und bei Sportrechtevermarkter Infront war die Übertragung der Fußball-WM 2006 auf Großleinwänden in deutschen Städten gesichert. Hauptgrund für das Drängen des OK war die zu geringe Anzahl an Eintrittskarten.
So gaben sowohl die Agentur Infront als auch die FIFA am 20. Januar 2005 nach und genehmigten die kostenlose öffentliche Übertragung. Somit konnte nun jede Stadt und jede Gemeinde beispielsweise auf öffentlichen Plätzen oder in Mehrzweckhallen Großbildleinwände aufstellen und die Spiele kostenlos übertragen.
Ausdrücklich galt diese kostenfreie Freigabe auch für alle nicht-kommerziellen Veranstaltungen in Schulen, Kirchen, Krankenhäusern, Firmen oder Biergärten. Sofern eine Übertragung jedoch durch Sponsoren finanziert wurde, galt sie als kommerzielle Veranstaltung, für die Lizenzgebühren erhoben wurden. Dies galt auch für alle Veranstaltungen, bei denen Eintritt erhoben wurde. Als Sponsoren durften nur lokale und regionale Unternehmen fungieren, die nicht Wettbewerber der offiziellen FIFA-Sponsoren waren.
Nach Gesprächen mit dem OK erlaubte die FIFA den lokalen Veranstaltern den Verkauf von Würstchen, Pommes und deutschem Bier. Das Getränk des FIFA-Sponsors (Budweiser) musste nicht ausgeschenkt werden. wm2006 ffm grossbildleinwand.jpg“ in Frankfurt]]
Der internationale Fußballverband finanzierte in den zwölf Austragungsorten je eine Großleinwand mitsamt der Technik und den Fernsehbildern. Mit der Hilfe der offiziellen Sponsoren wollte der Fußballverband jedoch höchstens 700.000 Euro pro WM-Stadt ausgeben, alle weiteren Kosten mussten die einzelnen Städte aufbringen.
In Frankfurt wurden die Spiele live auf einer übergroßen Videowand übertragen, die als künstliche Insel auf dem Main angebracht war, damit sie von beiden Uferseiten verfolgt werden konnten (MainArena). In Hamburg wurden die Spiele auf einer Großleinwand auf dem Heiligengeistfeld neben dem Millerntor-Stadion gezeigt. In Stuttgart erfolgte die Übertragung auf drei Großleinwänden auf dem Schlossplatz. In Berlin fanden unter anderem Live-Übertragungen auf der Straße des 17. Juni, im Sony Center, in der Waldbühne und in der neu errichteten Adidas-Arena statt.
Auch in vielen Städten, in denen keine WM-Spiele stattfanden, erfolgte das mit dem Begriff Public Viewing bezeichnete Übertragen von Spielen auf Großleinwänden. So wurde beispielsweise in Düsseldorf das Paul-Janes-Stadion am Flinger Broich zum „Stadtwerke-Düsseldorf-Fan-Stadion“ umgestaltet.
Die FIFA vergab keine direkten Übertragungsrechte im Radio, da man Radiosendern kaum verbieten kann, Spiele zu kommentieren, die im Fernsehen gezeigt werden. Jedoch verlieh die FIFA an Radiosender den Titel „Lizenzierter Radio-Sender“, welchen diese dann auf ihren Websites und auf Plakaten, sowie im laufenden Programm anpreisen durften. Viele Radiosender, private wie öffentlich-rechtliche, übertrugen die WM auch live aus den Stadien und kommentierten die Begegnungen.
Das offizielle Maskottchen für die WM, der Löwe Goleo VI, wurde am 13. November 2004 vorgestellt. Weitere Symbole, die das Organisationskomitee um Franz Beckenbauer vorstellten, waren das offizielle Logo, bestehend aus bunten Gesichtern, und das offizielle WM-Plakat (tiefblau, mit winzigen Sternchen, die sich zu einem Fußball verbinden) Bundesministerium des Inneren: das WM-Logo, das WM-Maskottchen und das WM-Poster. Der offizielle WM-Song wurde von Herbert Grönemeyer zusammen mit dem Duo Amadou & Mariam komponiert und trug in der deutschen Version den Titel Zeit, dass sich was dreht.
Zu den wichtigsten Projekten gehörten der Fußballglobus, der bis zu Beginn der WM nacheinander in den Austragungsorten aufgebaut wurde. Außerdem veranstaltete die Kulturstiftung des Bundes die Straßenfußball-Weltmeisterschaft, ein Projekt zur Förderung des Nachwuchses unter dem Motto „Straßenfußballkulturen“.
Der Fernsehsender ARTE widmete sich ebenfalls dem Thema Fußball und Kultur und das Goethe-Institut organisierte in über 127 Ländern eigene Ausstellungen zur WM. Auch Phoenix hatte einige Fußballfieber-Sendungen im Programm. Vor Beginn der WM wurden hier historische Spiele noch einmal in voller Länge mit Original-Kommentar gezeigt. Soccer1_Walk_of_Ideas_Berlin.JPG in Berlin, enthüllt am 10. März 2006]] Die geplante WM-Eröffnungsfeier am 7. Juni 2006 in Berlin, bei der David Bowie, Van Morrison, Brian Eno und Paul Simon auftreten sollten, wurde vom Weltfußballverband FIFA wegen angeblicher Rasenprobleme im Berliner Olympiastadion abgesagt. Die Eröffnungsfeier der WM fand stattdessen wie ursprünglich geplant am 9. Juni 2006 vor dem Eröffnungsspiel in München statt. Die Feier wurde von Christian Stückl, auch Regisseur bei den Passionsspielen in Oberammergau, gestaltet.
Als Walk of Ideas kamen in Berlin sechs Skulpturen zur Aufstellung, die den deutschen Erfindungsreichtum zur WM nach außen repräsentieren sollen. Als erste Plastik wurde am 10. März 2006 im Spreebogenpark gegenüber dem neuen Berliner Hauptbahnhof „Der moderne Fußballschuh“ enthüllt. Das pro Schuh 12 Meter lange und 5 Meter hohe Monument stellt ein Paar des von Adi Dassler entwickelten revolutionären Schraubstollenschuhs dar.
Begleitend zur Fußball-WM boten in Frankfurt am Main sämtliche städtische Museen fußballthematische Ausstellungen. Eine Woche vor dem Eröffnungsspiel wurde in der so genannten „Skyarena“ die Skyline mit Höhepunkten der Fußballgeschichte angestrahlt.
Für Diskussionsstoff im Land sorgte während der ersten Wochen des Turniers zudem das verbreitete Zeigen der deutschen Nationalflagge und der deutschen Nationalfarben an Häusern, Fahrzeugen und Bekleidung. Zahlreiche nationale und internationale Beobachter aus Medien, Gesellschaft und Politik meinten, hierin nicht nur eine große Unterstützung für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, sondern gar einen „neuen Patriotismus“ der Deutschen ausgemacht zu haben.
Weil die deutsche Fußball-Nationalmannschaft dazu beigetragen hat, dass in Deutschland über Wochen diese bis dahin unbekannte Begeisterung und Euphorie ausgelöst wurde, will Bundespräsident Horst Köhler am 14. August 2006 den Nationalspielern und dem Trainerstab das silberne Lorbeerblatt überreichen. Jürgen Klinsmann soll darüber hinaus das Bundesverdienstkreuz erhalten, nicht zuletzt auch für seinen Reformkurs für moderne Trainings- und Spielmethoden im deutschen Fußball, dem er trotz harter Kritik treu geblieben ist.
Dennoch trat Jürgen Klinsmann am 12. Juli 2006 als Trainer der Nationalmannschaft zurück, da er sich nach eigenen Aussagen ausgebrannt fühlte und wieder mehr Zeit mit seiner Familie in Kalifornien verbringen wollte. Der DFB benannte noch am selben Tag den vorherigen Assistenztrainer Joachim Löw als Klinsmanns Nachfolger, da er aus Sicht der Verantwortlichen Klinsmanns Trainingsmethoden und Arbeit am Besten fortsetzen könnte.
Auffällig in taktischer Hinsicht war vor allem, dass mit Ausnahme Deutschlands alle Halbfinalisten den Wechsel von einem 4-4-2-System mit einer Viererkette in der Abwehr, einer Raute im Mittelfeld und zwei Stürmern zu einem 4-4-1-1- oder 4-2-3-1-System vollzogen haben, in dem insbesondere zwei klassische "Sechser" vor der Abwehr spielten und so eine defensivere Grundordnung entstand. Dies wurde durch den Verzicht auf einen zweiten Stürmer kompensiert, so dass die verbleibenden Sturmspitzen wie beispielsweise der Portugiese Pauleta, Frankreichs Thierry Henry oder der Italiener Luca Toni auf sich allein gestellt waren und sich selten gegen die Abwehr des Gegners durchsetzen konnten.
Trotz der Wahl von Zinédine Zidane zum besten Spieler des Turniers wird diese Weltmeisterschaft daher vor allem aufgrund der hervorragenden Abwehrleistungen in Erinnerung bleiben. Insbesondere die italienische Mannschaft stellte mit ihren Defensivspielern Fabio Cannavaro, Andrea Pirlo und Gianluca Zambrotta drei der besten Aktiven des Turniers. Ins Bild passt zudem, dass mit Miroslav Klose erstmals seit 1962 ein Spieler mit weniger als sechs Treffern Torschützenkönig einer WM wurde.
Fußball-Weltmeisterschaft 2006 | Fußball-Weltmeisterschaft | Sportveranstaltung 2006
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